Macht Euch Euer Ehrenamt auch kaputt?

bribra

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9. März 2009
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nördlichste Stadt Italiens ;-)
Hi, ich habe mal eine Frage an alle, die auch ein Ehrenamt übernommen haben und das Gefühl haben dran kaputt zu gehen, obwohl sie es nicht mehr missen möchten... Hört sich schizophren an, ich weiss, aber...

Ich habe einen Fulltime-Job im öff. Dienst (42 Std. offiziell) und bin Jugendwartin in einem großen Sportverein - ehrenamtlich und seit zwei Tagen und betreue zudem seit 4 Jahren das Team meines Sohnes. Ich mache mittlerweile für das Ehrenamt einen 2. Fulltime-Job, da vieles richtig gut läuft und vieles eben aber auch nicht.

Wie kommt man da wieder raus ohne aufzugeben, ohne zu enttäuschen? Ich mein, ich bin halt Ansprechpartnerin für 300 Kinder und deren Eltern (weitaus anstrengender...), meine Jugenwartskollegin, unseren Chefcoach und die 12 weiteren Honorartrainer, Bindeglied zum Vorstand etc. etc. Alle wollen was, alle erwarten, dass immer alles glatt geht - man vor allem immer präsent ist. Ich bin heute im Uni-Büro 20 mal (!!!) in Sachen Hockey angerufen worden und habe 40 Hockeymails geschrieben. Das kann es doch eigentlich nicht sein?

Wie schraubt man das auf ein vernünftiges Maß zurück ohne wen zu verprellen? Langsam und behutsam? HAT DA WER ERFAHRUNG??? Ähnliches erlebt? Ich möchte halt weder mit beruflicher Abmahnung noch mit burn out enden...

Wäre lieb, wenn da wem was zu einfällt ;-)

Danke, Britta:???:
 
N.i.c.o.l.e

N.i.c.o.l.e

Buchdealer
1. März 2006
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auf'm Land
AW: Macht Euch Euer Ehrenamt auch kaputt?

Ich hab leider so gar keine Ahnung davon :-?

Wie wäre ein offenes Gespräch mit den Verantwortlichen das gewisse Aufgaben auf mehrere verteilt werden.
Oder wie schauts das du dir noch jemand ehrenamtlich helfend zur Hand holst?

Auf Dauer ist das einfach nicht zu bewältigen und ich würde so bald wie möglich etwas unternehmen :troest:
 
T

teriessa

Gehört zum Inventar
20. Juli 2002
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Wien
AW: Macht Euch Euer Ehrenamt auch kaputt?

Ich denke, du kommst da nur mit Ehrlichkeit weiter.
Du sagst einfach was Sache ist. Klar, ist es für die
Leute unbequem, dass sie jemand anderen dafür an-
heuern müssen, aber das soll nicht deine Sorge sein.
Schließlich machst du das umsonst. Jetzt ist einfach
mal ein anderer am Zug. Kaputt machen musst du
dich dafür nicht. Nimm dich und deine Bedüfnisse ernst.
Ich bin auch ehrenamtlich angagiert. Zwar nicht in dem
Unfang wie du und die Daumer ist abzusehen, aber ich
weiß, dass das neben dem Job und Kind sehr anstrengend
ist.

Ich würde es aber nicht von heute auf Morgen hinschmeißen,
sondern anbieten, bis zu einer bestimmten Frist weiterhin zur
Verfügung stehst. Möchtest du ganz aufhören, oder nur mehr
eine bestimmte Zeit zur Verfügung stehen? Oder möchtest du
nur mehr das Team deines Sohnes betreuen oder diese Wartsache.
Oder läuft das in einem?

Alles Liebe dir
Sabine
 
Evelyn

Evelyn

Bibi Blocksberg
19. März 2002
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Minga
AW: Macht Euch Euer Ehrenamt auch kaputt?

Hallo Britta,


"die nördlichste Stadt Italiens" - das ist eigentlich immer mein Spruch :mrgreen: ...

Magst du verraten, wo genau ihr wohnt?


Ich habe auch Ehrenämter - und eines davon gerade abgegeben.

Ich habe gelernt, mich abzugrenzen (das ist ein langer, unter Umständen schmerzhafter Prozess) - es fühlt sich "hinterher" einfach nur gut an :prima:


Ich wünsche dir alles Gute,
Grüße aus der City,


Evelyn
 
bribra

bribra

Gehört zum Inventar
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9. März 2009
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nördlichste Stadt Italiens ;-)
AW: Macht Euch Euer Ehrenamt auch kaputt?

... ich meinte natürlich "seit zwei Jahren" - nicht seit zwei Tagen - würde ja sonst auch keinen Sinn machen...;)
Ja, Ehrlichkeit wäre halt gut - ehrlich ist, dass ich es wirklich gerne mache, aber dadurch auch einiges bewegt habe und nun alle meinen, das geht immer so weiter und "die Britta macht schon". Aber ehrlich ist eben auch, dass die Ausmaße, die das Ganze annimmt, nicht mehr tragbar sind. Mein Sohn meinte, ich solle Sprechzeiten einrichten - also generell für Hockey morgens zwischen 8 und 9 und Abends zwischen 7 und 8, oder so. Muss man dann konsequent sein, leider nicht wirklich meine Stärke :ochne:
Vielleicht sollte ich einfach einen offenen Brief an alle Eltern und Trainer und Betreuer schreiben und in einem Zehnzeiler (nicht zu lang, muss ja nicht sein) offen legen, was meine Probleme sind und wie ich mir das eigentlich vorstelle.
Puh, alles nicht so einfach :???:
Danke Euch erst mal!
 
bribra

bribra

Gehört zum Inventar
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9. März 2009
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nördlichste Stadt Italiens ;-)
AW: Macht Euch Euer Ehrenamt auch kaputt?

Hallo Evelyn, in Neuhausen ;-) Seit 2000. Bin eigentlich ein Fischkopp, also aus SH von der Ostsee und mein Sohn ist Halbsizilianer...
 
lulu

lulu

Königin der Nacht
21. Juni 2002
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AW: Macht Euch Euer Ehrenamt auch kaputt?

Ich würde ehrlich gesagt keine Sportanrufe während meiner Dienstzeit annehmen. Und auch nicht morgens vor der Arbeit :zwinker:.
Ehrenamt ja, aber Fulltime erst, wenn ich in Rente bin :zahn:.

Mein Mann arbeitet mit einem über die Maße ehrenamtlich beschäftigen Boss zusammen, und das ist auch als Mitarbeiter sehr demotivierend. Falls Du also eine Führungsposition hast, solltest Du besonders gut aufpassen, daß Deine Kollegen Dich arbeiten sehen und nicht nur Privatmails beantworten und am Handy quatschen.

Ich bin der Meinung, wenn man den Trainer für eine Kinder- bzw. Jugendmannschaft macht, ist das genug Ehrenamt in einem Verein.

Lulu
 
Stina

Stina

Familienmitglied
10. März 2009
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NRW
AW: Macht Euch Euer Ehrenamt auch kaputt?

Ich habe lange ehrenamtlich mehr gemacht als beruflich...das war so lange möglich wie der Arbeitsmarkt in meinem Bereich meist nur Teilzeitjobs hatte.
Nachdem ich 3 Jahre Abendstudium gemacht hab, da neben bei 35 Stunden gearbeitet hab und ca. 18 Stunden die Woche ehrenamtliche Jugendarbeit gemacht habe, und eine Familie habe die von mir das pflegen meiner Oma erwartet hatte habe ich im vergangenen Jahr alles radikal gekürzt.
Nun arbeite ich meine 40 Stunden im Familienzentrum und habe noch 2 Stunden ehrenamtlich in der Woche. Die möchte ich auch gerne beibehalten. Alles andere hat dazu geführt das ich mit einem Nervenzusammenbrucht eine stationäre Einweisung bekommen habe...

Nun kann ich wieder sagen mir geht es gut...einen festen ehrenamtlichen Termin in der Woche...eine Wohnung in die jederzeit jemand rein kommen kann, denn der Haushalt litt bei mir als erstes und eine Wochenendbeziehung....dafür habe ich nun mal wieder Zeit.
Und es war ganz einfach...ein Gespräch mit dem Kirchenvorstand und das offenlegen der Problematik.

Ehrenamt sollte ergänzend sein und eine Kraftquelle sein, nicht etwas was zusätzlich zum Job ne Menge Kraft fordert