Jedes Kind kann schlafen lernen...

A

anka

Hallo,

also ich kann nur positves über das Buch berichten. Meine Tochter hatte extremem Schlafprobleme, sie wollte einfach nicht schlafen, nur auf dem Arm, und wenn ich sie dann ins Bett gelegt habe, fing sie nach spätesten 30 min. wieder an zu schreien. Meine 1. Kinderärztin hat mir den Tipp gegeben, ich solle sie im Maxi cosi in Schlaf schaukeln, oder im Kinderwagen, aber geholfen hat das überhaupt nicht. Als ich dann meinen Arzt gewechselt habe, gab mir die neue Ärztin dieses Buch, und es hat mir wirklich sehr sehr viel geholfen.

Aber alles was drin steht, trifft nicht auf alle Baby´s und Kinder zu. Jedes Baby ist anders, bei einigen klappt´s bei anderen widerum nicht. Und wenn nicht, sollte man auf keinen Fall das Baby schreien lassen

Ausprobieren sollte man das aber schon, finde ich.

LG Anka
 
J

Jea

......

dazu geb ich gern folgendes wieder (huhu fellbiene)

"Selbst Prof. R. Ferber auf dessen Methode Kast-Zahn und Morgenrot und auch die Freiburger Sanduhr-Methode aufbauen warnt davor, diese Methode leichtfertig und zu früh einzusetzen.

In einem Interview während einer öffentlichen Radioshow in Mineota hat Prof. Ferber 1998 bereits gesagt, dass seine Methode nicht für Babys unter 12 (!) Monaten gedacht ist, und dass sie der letzte Ausweg sei, ehe die Eltern so weit sind, dass sie ihr Baby aus dem Fenster werfen. Seinen Verständnis der medizinischen und wissenschaftlichen Forschung nach, ist eine Anwendung seiner Methode bei Kindern, die jünger als 12 Monate sind, mit allen möglichen Problemen verbunden.

Später hat Ferber dem amerikanischen Journalisten John Seabrook ein Interview gegeben, das in „The New Yorker" veröffentlich wurde und in dem Ferber einige sehr interessante Dinge gesagt hat.

Auszug:

„"Aber hier in Ihrem Buch heißt es doch..." Ich (Anmerkung: John Seabrook) las ihm zwei Sätze vor, die ich meiner Frau während einer unserer Auseinandersetzungen um 2 Uhr morgens vorgelesen hatte: "Obwohl es vernünftig sein kann, Ihr Kind für ein oder zwei Nächte mit zu sich ins Bett zu nehmen, falls es krank oder wegen irgendetwas verängstigt ist, ist es jedoch meistens keine gute Idee." Und: "Allein schlafen zu lernen ist wichtig für das Kind, damit es lernt, ohne Ängste von Ihnen getrennt zu sein und sich selbst als ein unabhängiges Individuum zu betrachten."
"Ich wünschte, ich hätte diese Sätze nicht geschrieben", entgegnete Ferber. "Sie stammen aus der herkömmlichen Literatur. Es sind Pauschalaussagen, die einfach nicht stimmen. Es gibt viele Beispiele, in denen das Familienbett funktioniert. Meine heutige Einstellung ist, dass Kinder mit ihren Eltern zusammen oder allein schlafen können. Was wirklich zählt, ist, dass die Eltern sich darüber klar werden, was sie wollen.""

Der komplette Artikel ist im Original gut sieben Seiten lang und die Übersetzung noch ein wenig länger und kann unter http://www.ichstille.de/familenbett/seite_1.htm nachgelesen werden."


Und:

"Die Kunst, sein Kind schlafen zu lassen

Prim. Dr. Franz Paky, Leiter der Schreiambulanz (Ambulanz für Schreien und Schlafstörungen) der Kinderabteilung des LKH Mödling

Schlafen, Alleinsein, Finsternis

Für ein Kind gibt es nichts Schlimmeres, als den Schutz und die elterliche Geborgenheit zu verlieren. Mit der Finsternis der Nacht reißt die Gewißheit ab, dass der elterliche Schutz gegeben ist. Nichts ist leichter verständlich, als dass sowohl das Einschlafen als auch das nächtliche Aufwachen für ein Kind mit Angst verbunden ist. Es ist ebensowenig verwunderlich, dass viele Methoden entwickelt wurden, den Übergang vom Wachzustand in den Schlaf für das Kind zu erleichtern. All diesen Riten ist gemeinsam, dass sie die elterliche Gegenwart in den Schlaf hinein zu erhalten suchen (Wiegenlied, Gute-Nacht-Geschichte, Gute-Nacht-Kuß, Kuscheltier als Übergangsobjekt usw.).

Schlafen - Loslassen

Nicht nur für das Kind ist mit dem Einschlafen eine Trennung von den Eltern verbunden. In ähnlicher Weise erleben die Eltern das Einschlafen des Kindes als Trennung. Insgeheim stellt sich die Frage: Wird das Kind ohne unsere Hilfe einschlafen? Wird sich das Kind ohne weiteres (?) von mir trennen? Wird es auch wieder von selbst wach?

Zwei Arten von guten Schläfern - die echten und die resignativen

Nicht alle Kinder, die unkompliziert einschlafen und durchschlafen, sind zu beneiden. Wenn Babys spüren, dass ihr Schreien in der Nacht die Eltern unter keinen Umständen auf den Plan rufen kann, geben sie auf und schlafen den Schlaf der Resignation. Auf diesem Mechanismus beruht der scheinbare Erfolg der älteren Generation, ein Kind beim Einschlafen unbegrenzt schreien zu lassen.

Die Entwicklung des Babys und das
Schlafproblem

Um das sechste Lebensmonat erweitern Babys ihren sozialen Horizont beträchtlich. Sie lernen zwischen ihren vertrauten Eltern und fremden Menschen zu unterscheiden ("Fremdeln"). Die Angst, die damit einhergeht ("Achtmonatsangst"), führt nicht selten zu einer Störung des Schlafes. Kinder, die in den ersten Lebensmonaten zur Freude ihrer Eltern bereits durchgeschlafen haben, beginnen dann nachts mehrmals wach zu werden. Oft brauchen sie nicht mehr als die Versicherung, dass alles in Ordnung ist. Ein kurzes Nuckeln an der Brust oder allein der Zuspruch einer vertrauten Stimme genügen, dass das Kind weiterschläft. Häufig führt aber die Schlafstörung zur Sorge der Mutter, dass das schon größer gewordene Kind mit ihrer Milch nicht mehr genug hat. Dann erhält das Kind an Stelle des Trostes, den es braucht, mehrere Mahlzeiten, die eigentlich überflüssig sind. Welcher Erwachsene, der gut schlafen will, würde sich absichtlich zu diesem Zweck den Bauch voll schlagen?

Das Schlafparadoxon

Wenn wir den Schlaf dringend herbeisehnen, stellt er sich am zögerndsten ein. Eine ganz ähnliche Erfahrung machen wir mit unseren Kindern. Wenn wir am wenigsten darauf angewiesen sind, schläft unser Kind am leichtesten ein. Brauchen wir dagegen unseren eigenen Schlaf dringend, weil wir am nächsten Tag früh aufstehen müssen oder einen schwierigen Termin haben, dann spielt das Kind nicht mit. Es will und will nicht einschlafen. Und noch weniger gönnt es uns einen ununterbrochenen Schlaf. Man gewinnt fast den Eindruck, als würden wir das Kind mit unserer Aura des Schlafzwanges am Schlaf hindern.

Wenn sich ein Vater, der sein Kind mit allergrößten Mühen zum Einschlafen gebracht hat, auf leisesten Sohlen vom Bett fortschleicht, weckt er das Kind mit seiner Angst, dass es wieder wach werden könnte, tatsächlich auf. Dieses Phänomen zwingt uns dazu, über den eigenen Schatten zu springen. Wir müssen uns nach dem Rhythmus des Kindes richten und aufhören, ihm unsere Bedürfnisse aufzuzwingen.




Individueller Schlafbedarf

Jedes Kind braucht - wie übrigens erwachsene Menschen auch - eine individuelle Zahl von Schlafstunden. Die Spannbreite liegt bei Kindern im zweiten Lebenshalbjahr bei 9 bis 14 Stunden (Largo Kinderjahre 1999, S. 27).

Behinderung der Selbstregulation

Groß ist die Gefahr, dass sich Eltern - in guter Absicht - in Vorgänge einmischen, über deren Ablauf das Kind selbst bestimmen soll. Als Beispiele seien das Essen und das Trinken, die Kleidung und die Kontrolle von Stuhl- und Harnausscheidung genannt. Die Selbstregulation über diese Vorgänge wird vom Kind im Lauf seiner normalen Entwicklung übernommen. Greifen die Eltern allerdings in diese Entwicklung ein, wird die Selbständigkeit nicht erreicht. Den Eltern bleibt damit die Bürde der Kontrolle erhalten, und das Kind bleibt in Abhängigkeit.

In typischer Weise tritt dieser Mechanismus beim Schlaf auf. In der Meinung, dass die Eltern die volle Verantwortung für die Tiefe und die Dauer des Schlafes ihres Kindes tragen, wird dem Kind seine Selbständigkeit verwehrt und die Eltern zerbrechen an der Bürde der Kontrolle, die sie selbst nicht abgeben können.

Die Kunst, sein Kind schlafen zu lassen

Auf übermüdete und erschöpfte Eltern wirkt es vermutlich zynisch, wenn ich davon spreche, dass es bei der Kunst, sein Kind schlafen zu lassen, um die eigene Gelassenheit und das Loslassen des Kindes geht. Nach allem, was man schon versucht hat, sollte es gerade mit dem Loslassen funktionieren, wo man doch weiß, dass nichts schwerer ist im Leben als das Loslassen.
Vertrauen in die Selbstregulation des Kindes ist der Schlüssel zum Loslassen und damit auch zum Schlafenlassen des Kindes. Wenn man dieses Vertrauen erwirbt, wird man sich vom Kind für die Zeit des Schlafes trennen können, ohne den Kontakt ganz zu verlieren. Das Kind wird auch in einer unruhigen Umgebung und ohne großes Geschrei einschlafen können. Vor allem wird es möglich sein, das Kind im Elternbett schlafen zu lassen und auf diese Weise das Stillen nach dem natürlichen Bedarf von Mutter und Kind beizubehalten.

Jedes Kind kann schlafen lernen

Weil es schwierig ist, diese Zusammenhänge bewußt zu machen, erfreuen sich Bücher, die sich auf ein Training bzw. auf eine Dressur des kindlichen Verhaltens beschränken, großer Beliebtheit.

Am populärsten sind zur Zeit wohl Methoden der dosierten Frustration. Anstatt bei sich selber anzufangen, läßt man das Kind etwas länger schreien, so lange, bis es davon überzeugt ist, dass man als Nachtwächter oder Tröster nicht in Frage kommt. Der Erfolg stellt sich scheinbar ein, indem das Kind den Schlaf der Resignation schläft. Die Chance, dass sowohl die Eltern als auch das Kind aus dem Problem des gestörten Schlafes etwas lernen und auch für sich gewinnen, wird damit aber vertan.

Wir sollten die Chance wahrnehmen, die darin liegt, die Kunst zu erwerben, sein Kind schlafen zu lassen."
 
B

BS

So jetzt geb ich mal meinen Senf zu dieser Diskussion:

1. Keiner, der das Buch nicht wirklich genau gelesen hat sollte seinen Kommentar dazu abgeben.
2. "anstatt bei sich selber anzufangen" siehe Posting Jeatho zum Buch - da kann ich nur lachen. NATÜRLICH wird eine liebende Mutter (bzw. Vater) ALLES ausprobieren was denkbar ist bevor man das Buch anwendet. Nur was ist wenn Baby schreit und man hat geschuckelt, gedrückt, gefüttert, die Duftlampe mit beruhigenden Ölen angezündet, das Schlaflichtlein brennt und man singt seit einer Stunde Wiegenlieder.
3. und jetzt meine persönliche Meinung zum Buch: ich mag es nicht.


Wir haben es ausprobiert, als Magdalena ungefähr ein Jahr alt war und wir auch der Meinung waren, dass ihr einige Minuten Schreien zuzumuten waren. Und wir waren zu dem Zeitpunkt schon ziemliche "Nerverln" weil wir jede Nacht mind. 5 x munter waren. Ich hatte zu dem Zeitpunkt auch eine Stillkrise - wollte schon aufhören, war irgendwie überzeugt, dass ich sie nie vom Busen kriege (habe abends und 1-2 mal nachts gestillt).

Hat dann 2 Tage gut geklappt (wir habens aber nur zum Einschlafen verwendet, nicht nachts und auch mit wesentlich kürzeren Schreiphasen) am 3. wieder nicht. Nach einem intensiven "Krisenrat" mit meinem Mann haben wir uns dann für Schichtdienst plus Fütterungsplan entschlossen. Das ging so: Einschlafen mit Mama, dann max. 1 Stillen noch vor Mitternacht wenn sie aufwacht, ab 2 Uhr morgens Papa-Dienst, in der Früh wieder Mama. Als ich mal 4-5 Stunden am Stück schlafen konnte war ich schon viel besser drauf.

Ich hab mir dann auch keine Limits mit dem Still-Ende gesetzt und wir haben unseren Plan so durchgezogen. Bald war dann nur mehr 2 x aufwachen. Dann gabs mit 14 Monaten ein total problemloses Abstillen (dafür ging Papa zwischen 5 und 6 Kakao-Trinken mit ihr).

Jetzt schläft sie manchmal durch, manchmal wacht sie 1-2 mal auf. Das Einschlafen ist kein Problem.

Was ich im Nachhinein betrachtet für wirklich wichtig erachte ist das Ins-Bettchen-legen im Wachzustand. Das haben wir eben nicht gemacht - Magdalena schlief immer an Mamas Busen ein. Na, ja beim zweiten ? :) werden wir drauf achten.

Jeder der WIRKLICH am Verzweifeln ist und es seinem Kind zutraut und das Kind schon um 1 Jahr alt ist (davor find ich es einfach zu früh) kann es schon ausprobieren - ganz verdammen würd ich die Lektüre nicht. Es gibt zu jedem Buch eine konträre Aussage und die Autoren sind schliesslich keine Übeltäter sondern haben sich mit Schlafproblemen wohl einige Zeit lang beschäftigt.

Allen Mamis und Papis wünsch ich jedenfalls GUT SCHLAF und viel Geduld und Liebe mit/für eure Zwutschgerl

Gruss, Brigitte
 
M

MagicMoments

Oje...

Hallo Ihr Lieben,

habe das Buch gestern meiner Bekannten zur Geburt ihres Sohnemannes geschenkt, weil sie es unbedingt haben wollte - natürlich nicht, ohne es vorher mal zu lesen:

Ich finde dieses Buch unmöglich! Wie kann man ein Kind zwei Stunden schreien lassen, es übergibt sich und dann ist alles gut???

:o

Hoffe mal, ich hab mich jetzt nicht unbeliebt gemacht :D

PS: Viel besser finde ich das Buch übers "Babyflüstern"
 
M

MagicMoments

Kathi hat gesagt.:
Viel besser finde ich das Buch übers "Babyflüstern"

Was ist denn das für ein Buch?

Schau mal ein wenig weiter unten im Forum, da haben anscheinend auch schon welche das Buch gelesen.

Das Buch ist von Tracy Hogg und heisst "Babyflüsterer"
Es hilft Babys besser zu verstehen - finde ich!

Also zumindest ist es besser als dieses Jedes Kind kann schlafen lernen!

Mein Kleiner schläft seit 3 Tagen ein wenig besser durch - mit viel Liebe und ohne schreien lassen :-D
 
M

Mide

Halloz Ihr
ich habe auch noch eine Alternative zu diesem Buch :
"Schlafen und Wachen "
Ist aber völlig anders, der Autor (Dr.Sears/La Leche Liga) spricht für eine Familienbett und stillen nach Bedarf!!
Ich habe mich nach diesem Buch sehr beruhigt und bestätigt gefühlt!! unbedingt zu empfehlen!! :jaja:
:winke:
 
K

Kussmund

Ich habe dieses Buch auch.Das einzige,was ich aus diesem Buch verwendet habe,ist,daß man die Kleinen wach hinlegen soll.Yannik schläft durch,seit er 5 Monate alt ist.Mit Nucki,für den ich nachts gerne mal aufstehe,um ihn zu suchen.Dieses Schreienlassen käme für mich auch niemals in Frage.Das würde ich aber eventuell anders sehen,wenn Yannik nie durchschlafen würde.Wer soetwas mit seinem Kind macht,der muß schon sehr verzweifelt sein.Und dann ist es den Versuch auch meiner Meinung nach wert.Wie gesagt,ich kann da aber nicht mitreden,weil Yannik eben ein sehr guter Schläfer ist.Also bitte Niemanden verurteilen,für den diese Methode der allerletze Ausweg zu sein scheint.LG Tanja