Erste Erziehungsfragen

michaM

Familienmitglied
23. Mai 2009
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Taunus
Hallo,
"Karlchen" beginnt immer mehr seine Umfeld zu erforschen und zu erweitern. Daher diskutieren wir ersten Erziehungsfragen.

Von Anfang an waren unsere Brillen verboten. Beim Anfassen gab es ein klares NEIN und seine Hand wurde weg genommen. Das funktioniert auch ganz gut.

Unsere aktuellen Diskussionspunkte sind
* dürfen unsere (Haus-)Schuhe in den Mund genommen werden?
* dürfen Spiegel (Schranktüren mit Sicherheitsfolie beklebt) oder die Balkontüre befühlt, beklopft (Hände / Gegenstände) werden.
* Ab wann kann "Karlchen" lernen, dass einzelne Regalböden (Bücher) bespielt werden dürfen, andere aber nicht? - Oder ist ein generelles Verbot :( erstmal sinnvoller?

Uns ist klar, dass wir unseren eigenen Weg finden müssen, wären aber um ein paar Anregungen wie Ihr es handhabt und welche Erfahrungen Ihr gemacht habt dankbar.

Viele Grüße
MichaM
 

Schäfchen

Copilotin
7. November 2002
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Groß Kreutz
www.andrea-schaefer.de
AW: Erste Erziehungsfragen

Unsere aktuellen Diskussionspunkte sind
* dürfen unsere (Haus-)Schuhe in den Mund genommen werden?

Ähm, die sind bei uns entweder an den Füßen oder im Schrank. Insofern stellte sich das Problem nie.

* dürfen Spiegel (Schranktüren mit Sicherheitsfolie beklebt) oder die Balkontüre befühlt, beklopft (Hände / Gegenstände) werden.

Klares Ja von uns. Das war und ist hier erlaubt bis zu gewissem Grad. Sprich: angefasst werden darf, betatscht werden darf, aber lautes Klopfen ist nicht erwünscht. Gerade bei Spiegeln ist es das Entdecken des Gegenübers, den man später als Bild von sich selbst erkennt. Ich finde das wichtig für die Entwicklung und solange nicht mit Bausteinen auf den Spiegel eingeschlagen wird, ist das Erforschen erlaubt.

* Ab wann kann "Karlchen" lernen, dass einzelne Regalböden (Bücher) bespielt werden dürfen, andere aber nicht? - Oder ist ein generelles Verbot :( erstmal sinnvoller?

Wir haben von Anfang an klare Linien gehabt und in unsere und Kinder getrennt. Das fing schon im Krabbelalter an, als Schränke interessant wurden. Also gab es eine Schranktür, hinter der sich Spielzeug verbarg, umrahmt von Regalfächern mit Spielsachen und Kinderbüchern. Das hat immer hervorragend geklappt, braucht aber eben Anleitung. Auf ein Nein sollte in meinen Augen ohnehin zum Niedrighalten der Frustration ein Gegenangebot kommen. Also Nein zum Geschirrschrank aber "guck mal hier, da darfst du ran" als Nachsatz mit Zeigen.

Ansonsten ist das jetzt bei Dreien und einem großen umfangreichen Bücherregal so, dass in den Fächern die die Jüngste erreichen kann, Spielsachen und Bücher für die Jüngste sind. An die Fächer mit den Büchern für die Großen kommt sie noch nicht ran.

Am Ende muss jeder seinen Weg finden. Ich bin da gern den des geringsten Widerstandes mit den wenigsten Reibungspunkten gegangen. Das sah dann eben so aus, dass unsere Küchentür mit einem Kinderschutzgitter versehen war und damit sowohl Chemieschrank als auch Herd als auch sonstige gefährliche Dinge von vornherein abgesichert waren. Ebenso waren Fernseher und sonstige technische Geräte ausserhalb der Kinderreichweite (was bei uns schon schranktechnisch gar nicht anders ging ;) und sich als praktisch erwies.

Das Brillenthema wird hier übrigens ebenso gehandhabt. Interessanterweise ist meine Jüngste das erste Kind, das wirklich Interesse an der Brille zeigte. Ich kann mich nicht entsinnen, dass die Großen jemals rangefasst haben.

Micha, ihr werdet euren Weg finden. Wichtig ist, dass du dir mit deiner Frau einig bist und ihr beide am gleichen Strang zieht, was diese Erziehungsfragen betrifft.
 

Lucie

Digitaler Dinosaurier
26. Dezember 2007
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63
viel zu weit weg vom Meer
AW: Erste Erziehungsfragen

:wink:

also Schuhe in den Mund nehmen würd ich sofort und immer wieder unterbinden. Nicht wegen dem Staub sondern wegen der Schuhpflegemittel die das Kind damit ablullt und ausserdem wegen dem was vielleicht an der Schuhsohle noch so rumklebt, wo man drüber gelatscht ist - im schlechtesten Fall Hundek*** :(. Selbst wenns nicht über die sohle sabbert so fingert es sie ja doch ab.

Ansonsten waren / sind wir immer sehr tolerant, bei uns sind immer alle möglichen Spiegel und Türen verpatscht... muß man halt öfters wischen.

Mit Wegräumen von irgendwas hatten wir nie Probs, unsere Kinder haben nie groß irgendwo rumgeräumt oder an Stereoanlagen rumgespielt usw. Da hats gereicht das ein paar mal zu sagen und dann war das Thema gegessen.
Wir hatten aber immer Spielzeugregale und Kisten im Wohnzimmer und Küche und der Rest war tabu - da gabs nicht groß Überlegung was erlaubt ist und was nicht - es war grundsätzlich alles ausser dem Kinderspielzeug tabu ohne Nachfrage. Aber wie gesagt - die Kinder haben eh nix ausgeräumt, insofern war das gut durchhalten...
das würd ich mal ganz gelassen abwarten, wie sich das entwickelt :winke:
 

michaM

Familienmitglied
23. Mai 2009
318
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16
Taunus
AW: Erste Erziehungsfragen

@Schäfchen
Danke für Deine Ausführlichen Hinweise und Anregungen. Insbesondere das mit dem Gegenangebot finde ich wichtig. Unbewußt haben wir es bisher meist gemacht. Aber ich denke, wir werden versuchen dies bewußt einzusetzen.

@Lucie
:wink:
Mit Wegräumen von irgendwas hatten wir nie Probs, unsere Kinder haben nie groß irgendwo rumgeräumt oder an Stereoanlagen rumgespielt usw. Da hats gereicht das ein paar mal zu sagen und dann war das Thema gegessen.
Wir hatten aber immer Spielzeugregale und Kisten im Wohnzimmer und Küche und der Rest war tabu - da gabs nicht groß Überlegung was erlaubt ist und was nicht - es war grundsätzlich alles ausser dem Kinderspielzeug tabu ohne Nachfrage. Aber wie gesagt - die Kinder haben eh nix ausgeräumt, insofern war das gut durchhalten...
das würd ich mal ganz gelassen abwarten, wie sich das entwickelt :winke:

Danke für diese Idee. Sie ist klar und eindeutig. Unsere Wohnzimmerschrankwand hat auf der Höhe von ca. 50 cm drei nebeneinanderliegende offene Fächer, in welchen Bücher stehen.
Vielleicht räumen wir einfach ein Fach für unseren Kleinen aus, in welchem dann seine Bücher und Spielsachen liegen können.
In das Schrankfach darunter können wir Ihm ja auch für Spielzeug frei räumen.
Bin aber gespannt ob sich unser Entdecker an die "Spielregeln" hält.

Irgendwie bin ich aber innerlich noch etwas hin und her gerissen. Ist es denn nicht auch wichtig und normal dass kleine Kinder neugierig sind und Verbote Dinge nicht noch interessanter machen?

LG
MichaM
 

gummibär

Gehört zum Inventar
1. Oktober 2003
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AW: Erste Erziehungsfragen

Hallo :winke:
bei uns sind die Spielregeln erts recht spät gekommen(mit ca.2Jahren)
Das meiste haben wir weg/hochgeräumt der so wie Schäfchen mit Gitter versperrt.Meine Zwerge haben alles ausgeräumt/befingert-nicht so wie deine Lucie ;)-wie bei auch hätte es bei uns sicher nicht geklapt....

VG-Claudia
 

Elulili

Miss Gänsefüßchen
9. März 2010
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AW: Erste Erziehungsfragen

Also ,

bei Liam artete das Ganze mit einem Jahr so aus , dass wir uns für ein Türschutzgitter in seinem Kinderzimmer entschieden haben ,denn ansonsten kann ich hier weder Putzen ,Kochen , zum Klo , na ihr wisst schon...Liam ist ein absoluter Technik-Fummel-Kletter -Chaosmax,so ein Kind , das Handys im Klo versenkt und über ausgezogenen Schubladen Schränke hochklettert....:umfall:

Alles immer wegräumen kann ich gar nicht - wohin auch?
Diese Schrank - und Schubladensicherungen "knackt" er...keine Ahnung wie er das macht und warum er sowas überhaupt macht...:umfall:

Und immer hysterisch schreiend hinter ihm her (normal "NEIN" überhört er grundsätzlich ganz dezent...:cool: ) laufen- das ging ja nun auch nicht...:hahaha:

Er ist jetzt 2 , manchmal reagiert er mittlerweile auf ein "Nein" manchmal nicht (meistens nicht :umfall: )

Schuhe ZIEHT er an ,alle Größen - aber hätte er sie allerdings in den Mund genommen , dann hätte ich den Abstellraum abgeschlossen..:)wuerg:)

Aber ansonsten ist er ein Herzchen:herz:

Mein Rat an Dich wäre:

So ein Gitter ist GOLD wert, und hat bei uns vielmehr bewirkt als Schimpfen.
Im übrigen verstehen Kinder eher Gesten und Mimiken , als das gesprochene Wort an sich...

Was ich wichtig finde ist ,nicht aus der Ferne zu rufen ,sondern direkt zum Junior hin , deuten , auf was man sich bezieht und aus "Augenhöhe" zum Kind sprechen...

Nicht Grinsen wenn Du wirklich böse bist (egal wie niedlich die Spagetti auf dem Kopf sind...)


Viel "Geduld" wünsche ich Dir!!!
 
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321Mary

AW: Erste Erziehungsfragen

Hallo Micha!

Wir sind ja in einer ähnlichen Situation. Noch haben wir in der Wohnung keine Gitter. Ich lasse Johannes so viel Freiraum, wie es möglich ist. Die Grenzen sind da, wo es gefährlich werden kann oder er etwas kaputt machen könnte.

Die Stereoanlage liebt er sehr und sie ist (noch?) gut erreichbar für ihn. Sobald er sie anfasst, sage ich streng "Nein", hole ihn dort weg und gebe ihm etwas anderes zum Spielen. Genauso machen wir es mit dem Vorhang usw. Allerdings ist der Erfolg noch nicht spürbar :hahaha:

Aber irgendwie möchte ich nicht alles weg tun, und er genießt es sehr, dass er im ganzen Wohnzimmer herum rollen darf. Wo der immer auf einmal auftaucht ist echt süß <3 ... Aber mit meinem System muss man wirklich sehr aufpassen ;)

LG Marion

PS: Habe vergessen zu erwähnen, dass Johannes in den Laufstall kommt, wenn ich z.B. koche oder so...
 
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Tigerchen

Gehört zum Inventar
6. Juni 2007
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AW: Erste Erziehungsfragen

hhm... ich habe gerade nachgedacht, was alles bei uns tabu war/ist?
eigentlich waren es scharfe messer in der küche - die sind ja sowieso damals nicht erreichbar gewesen. chemie war nicht erreichbar. fernsehen und fernbedingungen haben wir nicht.
musikanlage gibbet seit einem jahr nagelneu, sie darf Tigerchen alleine bedienen. Papa zeigt, wie es geht. Aber jetzt ist er ja schon 3.

mir fällt so eigentlich nichts besonderes jetzt ein, was verboten wurde. erstaunlicherweise, ist daraus nix schlimmes geworden - kein haushaltsschaden, alles glas, spiegel, gläser, teller etc. etc. sind immer noch ganz.
das kind hat sich nciht verletzt, kein unnötiges zeug geschluckt, keine schuhe gegessen.

aber ich weiss nciht, ob es in dieser gesellschaft eine passende Idee ist - ja-sagen!
dem Kinderlein dinge zu erlauben ist viel schöner und zielführender. So lernen sie viel schneller und effizienter und erleben keinen unnötigen Frust ;-)
bei uns sind nur lebensgefährliche Dinge tabu. der rest ist erlaubt :)