Heikles Kind und wie man damit umgeht

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von 321Mary, 5. November 2014.

  1. 321Mary

    321Mary Dauerschnullerer

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    Hallo ihr alle!

    Mein Großer ist sehr heikel. Ich weiß nicht, ob und was ich falsch gemacht habe, jedenfalls isst er sehr viele Sachen nicht. Der Kinderarzt meinte einmal, dass er durch die vergrößerten Polypen, unter denen er im Alter von ca. 2 bis 3 Jahren gelitten hat, wenig schmecken konnte und darum nun bei den Sachen hängengeblieben ist, die er kennt.

    Jedenfalls versuche ich mittlerweile wirklich nur noch ganz vorsichtig, ihn zum Probieren neuer Sachen zu motivieren, weil ich erstens finde, dass Essen Spaß machen soll und zweitens habe ich das Gefühl, je mehr man hinredet, umso stärker manifestiert sich das Thema. So weit, so gut (oder auch schlecht).

    Im Kindergarten hatten wir vereinbart, dass er wie alle Kinder probieren muss, aber nur einen kleinen Bissen. Vorgestern hol ich ihn ab, da sagt er: "Heute hat die Franziska Geburtstag gehabt und ich musste den Kuchen essen." Ich fragte ihn, wie der Kuchen geschmeckt hat; er meinte: "Voll widerlich!" Ich hab gesagt, dass bisschen probieren doch nicht schlimm sei. Er hat gesagt, er musste das ganze Stück aufessen, sogar die Krümel.

    Ich lege ehrlich gesagt keinen Wert drauf, dass er Kuchen isst, wenn er ihm nicht schmeckt - ist ja jetzt nicht so wahnsinnig gesund. Heute in aller Früh hat er gesagt: "Hoffentlich hat nicht schon wieder jemand Geburtstag im Kindergarten." !!! Und das finde ich nun echt schade, soll ja schließlich was Schönes sein, wenn jemand feiert.

    Nun meine Frage: Soll ich mit der Erzieherin sprechen? Sie ist neu und weiß vielleicht nicht, was im Aufnahmegespräch letztes Jahr vereinbart wurde. Bin mir aber unsicher, ob ich meinem Sohn da was Gutes tue, wenn ich mich einmische.

    Wäre froh um Eure Meinungen - auch, wie ihr überhaupt mit dem Thema "Heikel sein" und "Essen probieren" umgeht.
     
  2. Tulpinchen

    Tulpinchen goes Hollywood

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    AW: Heikles Kind und wie man damit umgeht

    Ich finde dieses Aufessen-müssen ganz schlimm. Daher würde ich schon mit der Erzieherin sprechen und mit ihr vereinbaren, dass er zwar schon immer mal ein klitzekleines Eckchen probieren soll, dann aber nicht mehr essen muss, wenn es ihm nicht schmeckt. Auch würde ich das Probieren-müssen ggf. einschränken: Wenn es z. B. 3x die Woche Kartoffeln gibt und er mag sie nicht, muss er sie nicht alle 3x probieren. Je mehr er zum Probieren/Essen gezwungen wird, um so mehr manifestiert sich seine Abneigung ja. Im Augenblick scheinst Du ja froh sein zu können, wenn er überhaupt etwas findet, das er essen mag. Das würde ich mit so einer Prinzipienreiterei nicht kaputt machen wollen.

    Welche Nahrungsmittel mag er denn ganz gern? Ist seine Ernährung damit wenigstens halbwegs ausgeglichen?

    LG, Katja.
     
  3. 321Mary

    321Mary Dauerschnullerer

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    AW: Heikles Kind und wie man damit umgeht

    Liebe Katja, danke für Deine Meinung - ja, ich finde aufessen müssen auch schlimm. Ich weiß noch, wie es mir als Kind vor manchen Sachen gegraust hat. Johannes ist nur vormittags im Kindergarten und isst die Brotzeit, die ich ihm mitgebe (Schinkenbrot oder Breze). Ab und zu kochen sie oder es gibt ein Büffet, und da soll eben probiert werden, was ich ok finde, solange es eben nur kleine Mengen sind und er sich an etwas satt essen darf, das ihm schmeckt.

    Er isst: Apfel (ohne Schale), Brot, Breze, Semmel, Marmelade, Honig, Butter, Schinken, Salami, Wiener (ohne Haut), Suppe, manchmal weiches Rindfleisch aus der Suppe, Chicken Nuggets, kleine Schnitzel, Fischstäbchen, Räucherlachs, Schweinsbraten mit Knödel, Nudeln mit Ketchup oder in der Suppe, Leberkassemmel, Fruchtzwerge, Eis (aber nur einige ausgewählte Sorten :hahaha:), Kekse (komischerweise meine selbstgemachten Haferkekse, die sehr müslimäßig schmecken), Schokolade (aber keinen Kuchen mit Schokolade!), manchmal hellen Kuchen oder Hefegebäck,... wahrscheinlich noch ein paar Sachen mehr, aber grad fällt mir nicht mehr ein. Und: Er trinkt sehr viel Milch, darum gibt es bei uns mittlerweile Bio-Alpenmilch. Leitungswasser geht auch, aber keinerlei Saft oder kohlensäurehaltige Getränke. Da er ja an Obst und Gemüse nur Apfel isst, bekommt er zu jeder Mahlzeit ein Viertel.

    Ihm wurde schon mehrfach Blut abgenommen und ich war bei der Ernährungsberatung, aber er hat keine Krankheit und keinerlei Mängel, ist selten krank, immer agil und lebhaft, etc. Aber: Er ist wirklich sehr dünn; nicht mehr in der Normalkurve, sondern weit darunter. So, das waren nun nochmal viele Infos; danke fürs Lesen!
     
  4. Mondkuss

    Mondkuss Königin des Kopfkinos

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    AW: Heikles Kind und wie man damit umgeht

    Ein Kind zum Aufessen zwingen finde ich auch ganz furchtbar! Wir Großen essen doch auch Sachen nicht, die uns absolut nicht schmecken. Nur haben wir meist die Wahl, was wir uns überhaupt kaufen oder selbst kochen, und wir lassen die Dinge die wir nicht mögen dann einfach gleich weg. Aber ein Kind, das sein Essen ja mehr oder minder vorgesetzt bekommt, hat diese Entscheidungsfreiheit nicht. Das hat nur die Möglichkeit zu sagen, dass ihm etwas nicht schmeckt. Und dann sollte man das auch akzeptieren. Schließlich wollen wir ja auch nicht, dass uns jemand etwas aufzwingt, das wir eklig finden. Das ist auch einfach eine Frage des Respekts vor den Wünschen und Empfindungen eines Kindes.

    Dass das Kind neue Dinge probieren soll, das ist ok. Man kann ja schlecht sagen etwas schmeckt nicht, wenn man es nicht mal gekostet hat. Aber wie gesagt, wenn das Kind probiert und es nicht mag, dann soll man das akzeptieren.
    Schwierig wird das natürlich an dem Punkt, wo dem Kind außer Keksen und Schokolade gar nichts schmeckt, und die Ernährung nicht mehr gesund und ausgewogen ist. Aber solange das bei euch nicht der Fall ist würde ich ganz klar davon Abstand nehmen, dass dem Kind etwas aufgezwungen wird!
     
  5. Su

    Su Das Luder

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    AW: Heikles Kind und wie man damit umgeht

    Liebe Marion,

    so wenig ist das doch gar nicht. Ich würde ihn einfach lassen, anbieten oder noch besser nicht anbieten und genießerisch essen, so wurde meine neugierig und wollten lieber probieren ;-)

    Im Kindergarten würde ich es ansprechen, Kuchen und Süßigkeite muss man nun wirklich nicht aufessen :umfall:

    Mein Kleinster ist fast alles und ich denke es liegt daran, dass er einfach mitgenommen wurde, ich hatte neben der Arbeit nie Zeit um sein Essen ein großes Gewese zu machen, ich glaube er war froh wenn er was bekommen hat ;-), durch die großen Kinder hatten/haben wir auch keine richtig festen Zeiten, je nach Sport Terminen kann es auch mal 19/20:00 Uhr mit dem Abendessen werden. Und mittlerweile glaube ich, dadurch das er keine Beachtung bekommen hat für das Essen, hat er alles probiert und ißt einfach mit. Er ißt reichhaltiger als die großen Kinder :)

    Lg
    Su
     
  6. Vivi+Niklas

    Vivi+Niklas Löwenmama

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    AW: Heikles Kind und wie man damit umgeht

    Marion ich kenne zwei Kinder, die WESENTLICH weniger (an Auswahl) essen als deine. Einer hst gerade den Führerschein gemacht und steckt im Abi, der andere ist 15 und auf dem Weg zum Profifußballer. Beide sind kerngesund. Lass ihn einfach.

    Und ja, das MUSST du ansprechen, zum Essen gezwungen werden ist nämlich erniedrigend und sehr prägend.

    :winke:
     
  7. Tigerentchen2110

    Tigerentchen2110 Rollige Erbse

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    AW: Heikles Kind und wie man damit umgeht

    Hi Marion!


    Ich find aufessen auch prinzipiell nicht richtig,(wir hatten jetzt mal das Thema ne Weile weil er immer wieder viel zuviel nahm aber nen Riesenaufstand machte wenn wir ihn bremsten und dann 3 Bissen aß aber das ist n anderer Sachverhalt) und bei Kuchen versteh ich das eh schonmal nicht, das würd ich auf jeden Fall mal ansprechen! Das Kinder vieles Probieren finde ich persönlich schon wichtig würde mein Kind aber nie zwingen. Vielleicht ist es ja doch irgendiwe ne Wahrnehmungssache? Kann er sagen was er dran nicht mag, Konstistenz oder so? Also bei meinem stell ich oft fest das er es nicht mag wenn Lebensmittel und Geschmäcker nicht mehr abgrenzbar und klar definierbar sind oder wie mir grade kommt wohl wenn sie zu weich sind (zb Paprika mag er gekocht nicht so aber roh sehr gern) da hat er echt nen Spleen, manchmal isst er erst Nudeln mit Käse und dann Soße pur :hahaha:.

    Ich mein ich geb zu das ich nicht wirklich mitreden kann..meiner isst sehr abwechslungsreich, liebt Sachen wie zb. Oliven und Krabben und will sogar von sich aus ganz viel probieren (Kommt vor das wir im Supermarkt stehen und er in der Gemüseabteilung was sieht und sagt das will er mal probieren, ok dann kauf ich das mal und wenns ihn dann doch nicht schmeckt isses halt so. So geschehen grade mit Maroni, versteh ich persönlich ja garnicht aber man muss nicht alles mögen, ich hatte sie dann nochmal ganz anders zubereitet und ihn überredet (nicht gezwungen!) nochmal zu probieren aber sie sind nicht sein Fall. Was ich blöd find ist nur wenn er sagt "das ist igitt" oder so.

    Ich denke ich würde immer mal anbieten (wie Katja sagt jetzt aber auch nicht 3 mal hintereinander dasselbe was er beim ersten mal schon nicht mochte, zumindest nicht genauso zubereitet) und möglichst abwechslungsreich kochen aber auch kein Drama draus machen wenn er nix davon mag, es scheint ihm ja gesundheitlich gutzugehen.

    LG Julia
     
  8. Redviela

    Redviela nomen est omen
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    AW: Heikles Kind und wie man damit umgeht

    Auf jeden Fall würde ich das ansprechen. Beim Kindergartenkind hat das ja noch nichts mit einmischen zu tun. Außerdem würde ich wissen wollen, wie das ganze aus Sicht der Erzieherin war und wie du schreibst: vielleicht weiß sie wirklich noch nichts von der Vereinbarung.
     

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