Begründungen, Erpressungen, Angst machen ?

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von makay, 10. Juni 2005.

  1. Hallo Ihr Lieben,

    mir ist einfach kein Titel zu meiner Frage eingefallen, aber ich meine so Dinge, wie

    z.b. das unser sehr tiefe und große Teich absolut tabu ist für die Kinder (wir haben zwar einen Zaun drumherum, aber Mathilda könnte ja drübersteigen).

    Wie macht Ihr das ?
    -Teich ist verboten. Basta. (Verbot)
    -Im Teich wohnt die böse Schlange (Angst machen)
    -Wenn Du in den Teich fällst, dann kannst Du ertrinken (Wahrheit).

    Oder: wenn Du Deine Zähne nicht putzt, kommt der Zahnteufel.
    Das hat sie irgendwoher, es jagt ihr Angst ein - alleine der begriff- und es hilft sehr gut, wobei es sicher auch ohne ginge. Wo es ihn gibt, nutzen wir es aus, aber ich finde es eigentlich doof.


    Und wie haltet Ihr es mit kleinen Erpressungen ?
    Auf dem Spielplatz: komm, wir gehen nach hause, unterwegs kannst Du HUbschrauber fliegen (da steht son Grsoschenschlucker rum, mit dem sie gerne fährt (ohne Geld natürlich)).

    Blöderweise fallen mir jetzt gar nicht so tolle beispiele ein, aber die füge ich sicher noch an, wenn es hier hoffentlich zu einer kleinen Diskussion kommt.

    Liebe Grüße
     
  2. Wiesel

    Wiesel Grasl

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    Ich kann Dir zwar nicht helfen, aber die Schlage im Teich ist doch auch die Wahrheit... *grusel*

    Liebe Grüße
     
  3. nennt man das nicht schwarze Pädagogik??

    Ich muss lachen, denn so ist es teilweise bei uns auch. Die Zahlmonster - alleine die Erwähnung reicht. Neulich hat Ulrich so rumgekaspert beim Zähneputzen, dass ich gesagt habe: OK, dann putz ich nicht weiter, (beim Nachputzen, er putzt immer alleine vor), dann kommen eben die Zahnmonster. Das Gebrüll war ohrenbetäubend.

    Im Ort meiner Schwimu gibt es eine Faschingstradition, da verkleiden sich die Junggesellen und ziehen von Tür zu Tür, führen laute wilde Tänze auf, und bekommen anschließend Geld, Schnaps und Fressalien. Dieses Jahr waren Ulrich und Magnus zufällig an diesem Tag da, und hatten verständlicher Weise eine Heidenangst vor den Gefflern (so heißen die). Ich weiß gar nicht, wie es gekommen ist, aber wenn irgendwas nicht so läuft, werden die Geffler gerufen, und so blöd wie es ist, es wirkt. Alleine die Erwähnung bewirkt "strammstehen". Wir finden es auch nicht gut, und haben auch erzählt, wer die Geffler wirklich sind, und das es die nur bei Oma gibt. Ulrich oder Magnus fangen an sich gegenseitig damit zu "drohen" und dann wird es zum Selbstläufer.

    Bei Teich und ähnlich gefährlichen Sachen (Straße etc.) wird auch erzählt: Teich ist tief, man kann ertrinken und ist dann tot. Autos auf der Straße können "Bumm" machen, das tut dolle weh und man muss lange in ein Krankenhaus.

    Die kleinen Erpressungen passieren auch. Ich will ja auch nicht immer wie der Feldwebel da stehen und sagen: So jetzt gehen wir, basta. Es ist ja auch leichter für die Kinder, wenn sie "alleine" entscheiden, dass sie jetzt mit kommen wollen.

    Ich hoffe, ich hab das jetzt nicht so wirr geschrieben.

    LG Nele
     
  4. Kerstin

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    Hallo,

    was Dein Beispiel mit dem Teich anbetrifft - ich weiß ja nicht, wie hoch dieser Zaun ist. Aber es gibt doch so Teichgitter, speziell eben als Schutz für Kleinkinder.

    Das wäre in diesem Fall vielleicht die bessere Alternative.

    Angst machen - immer die schlechteste. Das prägt fürs Leben - ich sprech aus Erfahrung!

    Verbot - generell wichtig bei so gefährlichen Sachen - aber die verbotenen Früchte sind nun mal die süßesten und da ist Vorsicht besser wie Nachsicht.
    Je älter sie werden und begreifen, wird ja die Wahrheit als solche zum Verbot und die Kinder kapieren das auch!

    Wahrheit - gut und schön - Wahrheit ist immer wichtig!!!! Nur in dem Alter kann man die Begrifflichkeit des Ertrinkens meiner Meinung nach noch nicht einschätzen.

    Zahnteufel - Oder mir sagte man immer, wenn Du zu lange in den Spiegel schaust kommt der Teufel und holt Dich!!!! Toll oder??? Ich hab mich jahrelang kaum noch getraut da rein zu schauen. Da wird mit der Angst des Kindes gespielt!!

    Hoffentlich verständlich und nicht zu wirr

    LG
     
  5. Ich kombiniere offenbar schwarzpädagogisch:
    Die Siedlung Richtung Dorf zu verlassen ist verboten. Auf der Straße fahren Autos, ihr könntet überfahren werden. (Verbot und Wahrheit).
    In der Nähe des Baches habt ihr nix zu suchen. Ihr könntet reinfallen und ertrinken (auch Verbot und Wahrheit).

    Ich glaube, mit Begründung leuchten den Kindern die Verbote ein. Jedenfalls halten sie sich ohne Murren daran, auch wenn anderen Kindern erlaubt ist, die Straße zu überqueren oder am Bach zu spielen.

    Von Angst machen halte ich nichts, ich finde es grausam und zeigt, dass ich als Mutter offenbar unfähig bin, meinen Kindern irgendetwas begreifbar zu vermitteln. Es kommt kein Zahnteufel, aber die Zähne werden schwarz und Bohren beim Zahnarzt tut weh. Das wissen sie von kariesgeplagten Freunden und können es daher nachvollziehen. Außerdem diskutiere ich nicht über Sachen, die einfach notwendig sind. Zähne werden geputzt, basta. Da bin ich vielleicht etwas autoritär...

    Erpressungen mag ich auch nicht. Erpresse ich sie, erpressen sie mich: komm mit, Du kriegst dann ein Bonbon - ich komme bloß mit, wenn ich 2 Bonbons bekomme - und dann? Man wird irgendwann nicht mehr ernstgenommen, wenn man immerzu irgendwelche Spielchen machen muss, denke ich.

    Bestimmte Sachen müssen einfach funktionieren, ohne dass ein Diskussionsforum eröffnet werden muss. Ich mag mich für meine Entscheidungen auch nicht dauernd rechtfertigen vor meinen Kindern. Ich hoffe, dass sie letztendlich denken: okay, Mama weiß, was gut für uns ist, sie verbietet oder verlangt nichts aus einer spontanen schlechten Laune heraus.
    Und ab und zu ist es mir auch recht, wenn sie gehorchen weil sie wissen, dass ich sonst sauer werde.
     
  6. :) Kenne ich auch! Manchmal müssen kleine Erpressungen sein. Wenn ich abends gaaanz dringend lernen muß oder einfach nur meine Ruhe haben möchte, und Madame ibt immer noch keine Ruh und steht zum 107. mal auf weil Pippi, Aa, Trinken oder sonst was ... dann sage ich ihr schon mal, dann kommt die XY morgen eben nicht, weil Du ja viel zu müde bist wenn Du nicht jetzt mal die Kulleräuglein zu machst..... :nix: gemein, ich weiß. Aber so kann es gehen! Auch wenn sie etwas nicht machen soll: da erklärt man 4 Jahre(!!!)erfolgreich dem Kind:""steck die Fingerlein bitte nicht in kleine fiese Löcher - egal in welche!" Und gestern??? Sie hat so ein Werkzeugspiel aus Holz, da sind so Klötze mit kleinen Löchern für die Schrauben ... und sie steht da uns sagt:"Guck mal Mama!" ...ja supper, klasse, toll ..... und wie soll der Finger da jetzt wieder raus?????? :bissig: :bissig: :bissig:

    Also los mit Spüli etc. und probiert und gemacht - bis der Finger draußen war und ich ein heulendes Kind da stehen hatte!

    Und ich? In meiner "Wut" sagte ich:" Wenn das nochmal passiert, dann kommt der Finger ab - habe keine Lust das Spüli zu vergeuden nur weil Du nicht hören kannst!"... :verdutz:

    War nicht nett, ich weiß, aber vielleicht hat sie jetzt mal geschnallt, daß es echt ein Problem sein kann, sich die Finger überall reinzustopfen!

    Mööönsch!

    Gruß von Scrollan, die an sich sehr lieb ist und und so einen Unfug nicht so oft von sich gibt!
     

  7. Uah! Also mit den vorher Drohungen, kann ich ja noch mit, sie sind Ausdruck der Sorge und Angst. Sie werden von Kindern vertanden, weil sie das dahiner fühlen können! Obwohl ich denke der ehrliche Ausdruck, "Mama hat Angst um Dich!" reicht, bei meinem Sohn hat es jedenfalls gereicht und der war ein echter Draufgänger.
    Aber wenn das KInd die Erfahrung nun schon gemacht hat, mit allem Aua und so, dann muß man nicht noch was nachschieben, schon gar nicht so einen Satz.
    :verdutz:
     
  8. Maike

    Maike Unbezahlbar

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    Ich deke, mit der von Edith erwähnten Kombination aus Verbot und verständlicher Wahrheit fährt man am besten.

    zB - Du darfst kein Putzmittel trinken, das ist giftig, davon kriegt man Bauchweh.
    - An der Straße gehst Du an der Hand, es kommen Autos und man kann sich wehtun.

    Manche Sachen sind bei uns aber so, ohne Diskussion und die werden auch akzeptiert. Es bleiben zB manche Küchenschubladen zu. Dort wo Putzzeug und zerbrrechliche Sachen drin sind. Bei sowas erklären wir nicht stundenlang, das ist einfach so.

    Von dem Zahnteufel habe ich noch nichts gehört, scheint mir auch ein unangenehmer Zeitgenosse zu sein ;-) Aber von solchen Angst-mach-Sachen halte ich auch nichts. Allerdings werden die Zähne bei uns auch geputzt. Ohne Wenn und aber.

    Wir haben im Moment den Fall, dass sie sich nicht frischmachen lassen möchte. Dann sage ich öfter. "Wenn wir jetzt den Stinker nicht wegmachen und die XX gleich kommt, dann sagt sie "Du stinkst" und mag nicht mit Dir spielen"

    Ich weiß nicht, ob das schon als Erpressung zählt, aber wenn wir beim Essen sind und es wird nur gematscht, gekaspert und nicht gegessen, wird sie vor die Wahl gestellt, anständig zu essen oder keinen Nachtisch zu bekommen.

    Ich hör mich ja schrecklich autoritär an, sind wir aber eigentlich gar nicht... :???:

    :winke:
     

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