Mehrsprachige Erziehung ?

S

Sabine

Hallo,
ich habe gelesen, dass Kleinkinder bis zum 3. Lebensjahr wahre Sprachkünstler sein können, wenn sie entsprechend gefördert werden. Sie können mehrere Sprachen problemlos aufnehmen. Wäre ja nicht schlecht ?!? Wer kennt CDs oder andere Möglichkeiten der Sprachvermittlung?
Sabine
 
La Bimme

La Bimme

Leseratte
Moderatorin
28. März 2002
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Hallo Sabine!
Ich habe noch nie davon gehört, daß so eine Zweisprachigkeitserziehung mit irgendwelchen Medien praktiziert wird. So weit ich weiß, läuft das entweder in gemischtsprachigen Familien, im nichtmuttersprachlichen Ausland oder in extra Kindergärten.
Es kommt sicher auch drauf an, ob Du selber irgendeine Fremdsprache sprichst und wie gut. Dann kannst Du es ja einfach mit Liedern und Reimen selber probieren.
Liebe Grüße
 
Krabbelkaefer

Krabbelkaefer

Hier riechts nach Abenteuer
5. Dezember 2002
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Wiesbaden
krabbelkaeferfamilie.blogspot.de
Es gibt ganz süsse Hörspielkassetten, von denen meine Tochter (4) bisher nur die mit dem Kleinen Gespenst hat, diese aber über alles liebt. In spielerischer Weise werden da den Kindern englische Vokabeln beigebracht...

Englisch lernen
- mit dem Kleinen Gespenst
- mit der kleinen Hexe
- mit dem kleinen Wassermann
- mit Ritter Rost

Englische Lieder mit Ritter Rost

Ich meine, dass es die gleiche Serie auch auf Französisch gibt. Falls ich sie finde, poste ich mal die Amazonlinks hier (ja Ute, natürlich über Euren Banner :-o )

Ansonsten - könnte Dir nicht jemand von den Schnullersüchtigen die im Ausland wohnen eine Kasette/CD mit den dortigen Kinderliedern zukommen lassen?! (mir dann aber auch bitte :-D)

Bis später
Martina
 
F

Familie Bechberger

Hallo Sabine,

Kinder die Zweisprachig aufwachsen (d.h. ein Elternteil redet mit einem Kind z.B immer englisch und der andere z.B. immer deutsch) lernen oft langsamer sprechen. Ist ja auch kein Wunder, sie müssen ja zwei Sprachen verstehen und sprechen lernen.

Ich habe allerdings auch noch nie gehört, dass eine Zweisprachigkeit durch Medien nahegebracht werden kann. D.h. dass ein Kind zwei Sprachen dem Alter entsprechend perfekt kann.
So Sachen, wie "Ritter Rost" auf englisch ist ganz nett, aber bestimmt nicht für das Lernen einer "Zweitsprache" ausreichend (so denke ich, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren :) ).

Für eine Zweitsprache muss wahrscheinlich die Zweitsprache ständig gehört und gesprochen werden, damit auch was hängen bleibt.

Ich selbst spreche Englisch. Aber ich finde, lange nicht so gut, dass es für eine zweisprachige Erziehung ausreichen würde- leider :(

Nice to read you
Kerstin :D
 
Bienski

Bienski

die Tante aus dem Busch
22. März 2002
5.888
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49
Huhu Sabine!!!
...von Sabine zu Sabine... :winke: :-D

Wir leben in Suedafrika und unser Kleener waechst hier 'automatisch' mehrsprachig auf. Die meisten Woerter sind natuerlich Deutsch (Kunststueck > das hoert er ja auch fast immer). Ein paar Englische Woerter (z.B.das "Byebye", naughty - warum wohl?!? :) , horse, water, tea u.s.w.) hat er auch schon "rausgehauen", wenn er mit seiner Nana (meine Schwiemu - ist Englaenderin) 'gesprochen' hat. So richtig hat er das aber noch nicht raus, dass manche (hier die meisten :wink:) kein Deutsch verstehen. Er versteht aber beide Sprachen ganz gut. Afrikaans hat er auch schon was gesagt und ob er es versteht weiss ich gar nicht?!? Auf Sotho kann er den Anfang von einem Kinderlied, was unsere liebe schwarze Perle ihm immer singt.
Ich habe auch schon gehoert, dass zwei-bzw.mehr-sprachig aufwachsende Kinder spaeter anfangen zu sprechen, aber bis jetzt finde ich Tobi echt "gut" :jaja: !
Wenn Du Dein Kind zweisprachig erziehen willst > warum nicht?! Dann faellt es den Kleenen spaeter leichter Fremdsprachen zu lernen (habe ich mal gehoert). Du musst ja nicht perfekt sprechen > erst einmal geht es ja um den Klang der Sprache.
Man muss allerdings "bei der Sache bleiben", denn so schnell wie die Sprache gelernt wird, wird sie auch wieder vergessen oder auch "vergraben".

@Kerstin
Richtig lernen kann man eine Sprache mit Kassetten etc. sicher nicht, aber fuer den Anfang reicht es sicher! Tobi quackelt bei den englischen Teletubbies :eek: auch einiges nach. Ich weiss zwar nicht, ob die Worte auch haengen bleiben, aber manchmal staune ich echt!! :jaja:


Jetzt habe ich erst mal fertig
:winke:
Sabine
:tippen:
 
M

maren

Dauerschnullerer
29. Juni 2002
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Wir als Logopäden raten, daß jeder in seiner Muttersprache mit dem Kind sprechen soll. Also auch Polen in Deutschland sollen polnisch sprechen mit ihrem Kind und Deutsche im Ausland deutsch (huhu, Bienski, is prima so! :D ). Nur so lernt ein Kind eine Sprache RICHTIG. Denn kaum einer spricht so perfekt und konsequent eine Fremdsprache, daß er sie einem Kind natürlich vermitteln könnte. Mal so, mal so sprechen....das verwirrt und es fällt schwer, daraus Regeln abzuleiten.

Mehrsprachig aufwachsen geht also nur, wenn die Elternteile verschiedene Sprachen sprechen, als Ausländer in einem Land mit VIEL Kontakt zu den Einheimischen oder mit einer anderssprachigen Tagesmutter o.ä..

Es kommt dann oft vor, daß die Kinder etwas länger brauchen, muß aber nicht sein. Viele Kinder schaffen es problemlos, zwischen den Sprachen zu wechseln, einigen macht es Probleme.

Cassetten, Bücher, Lieder etc finde ich gut, um das Interesse zu wecken, WENN DAS KIND MIT DER MUTTERSPRACHE KEINE PROBLEME HAT. Den meisten Kindern macht es viel Spaß, mal eine andere Sprache zu hören/singen. Wirklich zweisprachig erziehen tut man damit natürlich nicht. Aber man weckt wie gesagt das Interesse für andere Sprachen und merkt evtl. ob das Kind "Talent" dafür hat.
 
jackie

jackie

buchstabenwirbelwind
Moderatorin
11. Juli 2002
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wien
www.lucdesign.com
die entwicklungspsychologen wiederum raten, mit einer fremdsprache erst zu kommen, wenn die eigene sprache gut sitzt (dh keinesfalls vor dem vierten lebenjahr)

da sonst die gefahr besteht keine sprache richtig und vollständig zu beherrschen.

bei uns gibt es das problem oft bei gastarbeiterkindern, die die muttersprache nur gebrochen sprechen, aber auch deutsch nicht richtig können. sicher auch aus dem grund, weil die eltern vielleicht nicht konsequent genug die eigene sprache sprechen, da sie ja oft selbst beim deutsch lernen sind.

meine eigene einstellung schließt sich der von maren an: jeder soll in seienr muttersprache mit seinem kind sprechen.

und wichtig ist viel zu sprechen. durch viel sprechen wird eine begabng in der richtung gefördert, nicht so sehr durch das anbieten verschiedener sprachen

:winke:
jackie
 
Vanessa

Vanessa

Gehört zum Inventar
6. April 2002
2.757
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heute hier morgen dort
Boubakar wächst zweisprachig deutsch-arabisch auf. Die "richtigen" Wörter, die er spricht, sind alle deutsch. Aber seine eigene Sprache klingt er wie arabisch. Alle, die nicht arabisch sprechen, denken, dass er schon eine Menge arabischer Wörter spricht :-D . Bin mal gespannt, wie es weitergeht. Mein Mann spricht Hocharabisch, aber als wir drei Monate lang in Ägypten waren, hatten wir eine nanny, die ägyptisch-arabisch sprach.