Eine Hausgeburt mit Hebamme + eine (ungeplante) Alleingeburt - wie die Jungs zu uns kamen

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Eve

's Heidi
26. Mai 2002
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Rheinhessen aber Potsdam im <3
#1
Den Geburtsbericht der Apfelina müsste es hier ja noch zu finden geben.
Aber von den Jungs habe ich hier noch nicht erzählt.

Bei der Apfelina plante ich ja schon eine Hausgeburt, die dann leider, weil sie über drei Wochen zu früh kam, nicht stattfand. (mit dem Wissen heute, hätte auch das dennoch eine Hausgeburt werden können, aber es wurde ja dann doch eine schöne Klinikgeburt).

In der zweiten Schwangerschaft hatte ich eine reine Hebammenbetreuung. Ich wollte keinen Arzt, keinen Ultraschall und irgendwelche Tests. Ich war schwanger und es ging mir wieder wunderbar. Eine Hausgeburt war wieder geplant. Ich hatte eine tolle Hebamme in Potsdam und besuchte auch ihren Hypnobirthing-Kurs (eine wirklich ganz tolle Sache an die ich auch absolut glaube, ich konnte es aber leider, aus verschiedenen Gründen doch nicht so anwenden).
Mitten in der Schwangerschaft entschied sich dann unser Umzug nach Hessen. Und noch bevor wir Wohnungen besichtigten, hatte ich eine Hausgeburtshebamme. Und die war ein totaler Glücksfall. Total meine Wellenlänge. Circa 6 Wochen vor Termin zogen wir also quer durch Deutschland. Es ging mir weiterhin wunderbar.

Die Apfelina war 2,5 Jahre alt und wir hatten dann sogar blitzschnell einen Platz in einer Elterninitiative gleich um die Ecke unserer neuen Wohnung gefunden. Denn das Kind war total kindergartenreif. Ich freute mich darauf nach der Eingewöhnung noch ein paar Tage nur für mich mit dem Bauchbaby zu haben.
Die easy-peasy Eingewöhnung lief dann von Montag bis Freitag, wobei ich sie am Freitag das erste Mal allein ein paar Stunden dort liess. Tja und am Sonntag machte sich dann der Muckelito, 7 Tage vor Termin, auf den Weg. (also nix mit noch genießen, Babykram vorbereiten und Wohnung fertig einrichten)

Den Bericht hatte ich damals auf meinem Blog, ich kopier ihn mal hier rein:

Samstag, 26. Januar 2013; 8 Tage vor ET

Als ich am Abend einkaufen gehe, ganz allein, kleine Auszeit für mich und den Bauch, ruft mich der Mann zwischendurch an dass ihm die Apfelina gerade eingeschlafen ist. Es ist halb sieben. Ich seufze "lass sie schlafen" und stelle mich auf eine wache Nacht ein, denn es ist einfach viel zu früh für sie um bis zum Morgen durchzuschlafen.

Als ich fertig bin mit einkaufen, fängt es an zu schneien. Ganz sacht mit langsam fallenden Flocken. Wunderschön.

Mir fällt auf, dass ich das Baby den ganzen Tag noch nicht gespürt habe. Seltsam.

Als der Mann und ich später Trash-TV kucken und Ofenkäse essen (unser heimliches Laster) wird gegen zehn die Apfelina wach. Ich bemühe mich gar nicht sie wieder in den Schlaf zu begleiten, weil sie sehr wach ist. Sie darf mit ins Wohnzimmer und dabei sein. Gegen Mitternacht gehen wir alle schlafen.

Ich schlafe in der Nacht sehr schlecht. Bin gefühlt ununterbrochen wach. Die Tochter klebt an mir. Normalerweise schläft sie die meiste Zeit auf ihrer Seite des Bettes. Doch nicht in dieser Nacht. Sie sucht ständig meine Nähe, liegt nur in meinem Arm. Wange an Wange. Vielleicht ahnt sie schon mehr als ich...

Sonntag, 27.1.2013; 7 Tage vor ET

8 Uhr morgens will das Kind aufstehen. Ich nicht. Ich schicke sie zum Kindsvater (der aus Platzmangel im Ehebett im Kinderzimmer schläft) und wälze mich noch eine Stunde durch die Kissen. Irgendetwas ist verdammt merkwürdig.

Wehen.

Wehen?

Ich hab Wehen. WEHEN! Um zehn Uhr ist das nicht mehr zu leugnen. Wehen. Alle 5 Minuten.

Ich gehe in die Badewanne. Heißes Wasser tut gut. Die Wehen bleiben. Wir rufen die Schwägerin an damit sie die Apfelina holt. In dem Moment fühlt sich das als einzig Richtiges an. Nein, sie kann nicht hier bleiben, so schön ich Geburten finde bei denen die Geschwister dabei oder zumindest in der Nähe sind. Nein, es geht nicht.

Wir richten das Wohnzimmer her. Klappen die Couch aus. Verlegen Malerfolie, Handtücher, Decken. Ich mache die Duftlampe an, stelle den Schutzengel auf.

Um 12:15 Uhr ruf ich Birgit, die Hebamme an. Ich wiegle erstmal ab. Alles halb so wild. Ich soll mich melden wenn es ernster wird, ansonsten in einer Stunde nochmal.

Doch bereits eine halbe Stunde später habe ich das Bedürfnis dass sie hier ist. Der Mann ruft sie an dass sie kommen soll.

Die Apfelina wird abgeholt. Ein seltsames Gefühl. Mein großes Mädchen. Das letzte Mal allein. Bald große Schwester.

13:20 Uhr Birgit kommt. Wehen alle 3 Minuten.
Sie freut sich als sie mich sieht und hört. "Na das läuft doch, bis zum Abendessen sind wir hier fertig" sagt sie lachend. Das bestärkt mich und ich freu mich dass das alles bald geschafft ist.

(Birgit hat auch ein Geburtsprotokoll mitgeschrieben, daher habe ich die meisten Uhrzeiten, selbst hätte ich das nicht mehr zusammen bekommen)

14:15 Wehen stärker und alle 2 Minuten

Wehen Wehen Wehen. Ich veratme. Ich kniee dabei immer vor der Couch, Oberkörper darauf abgestützt. Ich vertöne ins Kissen.

15:30 untersucht mich Birgit. Muttermund 6 cm, butterweich, bis an der einen Seite. Fruchtblase prall mit dem Köpfchen direkt dahinter. Die Herztöne sind einwandfrei. Wenn die Blase platzt, geht es schnell. sagt sie. Das gibt mir Aufwind.

Ich wehe weiterhin vor mich hin. Ich bin leider unter Wehen ziemlich unbeweglich. Das war schon bei der Apfelina so. Ich bleibe während einer Wehe und auch dazwischen, steif in meiner Vierfüßlerposition vor der Couch. Nicht sehr förderlich eigentlich, aber ich kann irgendwie nicht anders.

16:30 Die Wehen lassen etwas nach, das Köpfchen rutscht nicht tiefer

Die Fruchtblase will nicht aufgehen. Birgit untersucht mich nochmal. Es hat sich nicht viel getan. Sie tut es sehr ungern, aber sie will die Fruchtblase manuell öffnen. Wir versuchen vorher noch alles. Positionswechsel, was homöopathisches... . Doch die Fruchtblase bleibt intakt.

17:40 Die Wehen werden wieder stärker (laut Hebammenprotokoll "Tina findet alles völlig easy" --- hab ICH das gesagt?)

18:00 Muttermund 6-7 cm, in der Wehe teilweise vollständig

Ich stehe jetzt doch, habe abwechselnd ein Bein auf dem Hocker oder kniee. Das Köpfchen rutscht tiefer.

19:45 Birgit versucht die Blase zu öffnen, scheitert aber. Die Hülle ist hart wie Leder. Ich wehe nochmal vor mich hin. Um 20:30 der zweite Versuch. Nach einiger Anstrengung schafft sie es dann.

Ich denke, dass es nun bald geschafft ist. Statt dessen kommt nun die anstrengendste und für mich gefühlte längste Zeit der Geburt. Dieser Scheiß Schmerz. Verdammt. Jetzt bin ich an dem Punkt, an dem ich keine Lust mehr habe. Ich will nicht mehr. Dieser Schmerz. Und gefühlt tut sich nichts.

Ich will erst nicht, aber Birgit überredet mich auf den Geburtshocker zu gehen. Dabei möchte ich doch nur in meiner Position bleiben. Bloß nicht bewegen. Ich raffe mich irgendwann auf. Es ist so unangenehm. Aber ich spüre nun doch, dass sich etwas tut, dass das Köpfchen tiefer rutscht. Der Mann sitzt vor mir auf der Couch und ich hänge mich mit voller Kraft an ihn. Auch Birgit zerquetsche ich zwischendurch einmal die Hand. Sie hat noch Tage danach Schmerzen. *uups*

Ich weiß nicht genau was ich da tue. Birgit ist keine Hebamme die antreibt. Ich fühle mich manchmal etwas allein gelassen, hilflos. Was soll ich denn tun? Dabei wollte ich das doch eigentlich so. Habe doch immer getönt, dass ich so eine Geburt auch allein hinkriege. höhö

Der Mann hält es irgendwann nicht mehr aus in seiner Position (ach der Arme...) und er setzt sich hinter mich. Das ist aber auch gut, hätte er schon früher machen können.

Ich drücke und schiebe und merke, wie das Köpfchen immer wieder zurück flutscht. Das ganze Kind flutscht immer wieder zurück, ich spüre das oben im Bauch. *autsch*

22:11 Nach einer gefühlten Ewigkeit und Schmerzen und Hilflosigkeit meinerseits und vielen lauten Befreiungsschreien von mir schießt plötzlich etwas der Hebamme in die Arme. Wuuuutsch. Aber so richtig mit Schmackes. Birgit fängt das Baby regelrecht auf. Es hat die Nabelschnur zweimal um den Hals. Mit gekonntem Griff befreit sie es davon.

Ich strecke die Arme aus. Es gibt kein vergleichbares Gefühl zu dem, ein heißes, feuchtes, frisches Baby in den Armen zu halten. Und obwohl es mir immer ziemlich egal war, geht mein erster Blick doch zwischen die Beine und ich kann kaum beschreiben was für ein wunderbares Gefühl es war zu sehen, dass wir einen Sohn haben. Einen Jungen. EIN SOHN! Wie wunderbar.

Wir mummeln ihn in die rote, vorgewärmte Decke und legen uns alle auf die Couch. Das sind die tollsten Minuten nach einer Geburt. Ich liebkose unser Kind. Er ist so wunderschön. Es ist geschafft.

Als die Nabelschnur auspulsiert ist, schneidet der Mann sie durch. Sie ist extrem lang, bemerkt Birgit. Später messen wir sie und stellen fest, dass sie wirklich doppelt so lang wie normal ist.

Die Plazenta lässt auf sich warten. Irgendwann muss ich den Sohn dem Mann übergeben und nochmal verschiedenen Positionen ausprobieren um sie zu gebären. Etwa eine Stunde später ist es erst so weit.

Wir sehen sie uns genau an und machen Fotos. Sie ist etwas besonderes. Die Nabelschnur ist seitlich angewachsen. (was ziemlich gefährlich hätte werden können als Birgit die Fruchtblase öffnete; es war sehr knapp daneben) Und sie war irgendwie gefaltet in der Gebärmutter angewachsen. Ich finde auch, dass sie kleiner ist als bei der Apfelina, aber dazu muss ich mal irgendwann Fotos vergleichen.

Ich esse zwei kleine Stücke der Plazenta. Das hatte ich mir vorgenommen. Es schmeckt einfach nur warm und nussig und süß. Und es wirkt Wunder für die Rückbildung.

Der Sohn wird gemessen und gewogen. Alles dran, alles gesund. Alles gut.

Der Mann kocht Nudeln.

Gegen 23:30 verabschiedet sich Birgit.

Ich bin wie auch beim letzten Mal, total high. Gehe duschen. Fühle mich als könnte ich Bäume ausreißen. Wir ziehen alle drei um ins Bett und verbringen eine ruhige Nacht.

Am nächsten Morgen lernt die große Schwester dann ihren kleinen Bruder kennen.
Wir sind zu Viert. <3
 
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Eve

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Rheinhessen aber Potsdam im <3
#2
Und nun noch die Geburt vom Lulu:


Auch diese Schwangerschaft soll völlig ärztefrei bleiben und das bleibt sie auch.

Ich habe wieder Birgit als Hebamme an meiner Seite.
Aber sie kommt, in Absprache mit mir, selten. Ich brauche sie nicht wirklich.
Wenn sie kommt, quatschen wir meist nur über irgendetwas, dann misst sie mal den Bauch und tastet kurz, mehr wird nicht gemacht. Es geht mir wieder wunderbar. Mal etwas Ischias-Schmerz und mit zwei kleinen Kindern ist so eine Schwangerschaft schon etwas anstrengend, aber im Großen und Ganzen alles ganz problemlos. Ich liebe schwanger sein!

Wir gehen irgendwie von einem Mädchen aus. Vielleicht ist da mehr Wunsch der Vater des Gedanken (so Mädchen - Junge - Mädchen wär doch ganz nett) und einen Jungsnamen hätten wir auch nicht. Wir flachsen nur über mögliche Namen, machen uns aber keine großen Gedanken.

Ich wünsche mir insgeheim, endlich mal über den Termin zu gehen. Ich fühlte mich bei den anderen beiden immer so überrumpelt, ich fühlte mich noch nicht *fertig*.

Und mein Wunsch wurde erhört. Der Termin verstrich. Und dann war ich bereit. Also eigentlich hätte ich noch ewig weiter schwanger sein mögen, aber es war alles fertig, es gab nichts mehr zu tun für die Ankunft. Unser Augustbaby durfte kommen. Und wie es dann kam... :)



Samstag, 22.08.2015 - 6 Tage nach Termin

Ich wache glaub ich so zwischen 6 und halb 7 auf und musste ständig aufs Klo. Es ist Wochenende, Sommer, wir sind alle entspannt. Ich merke direkt ein immer wiederkehrendes Ziehen. Wehen? Mmmhh. Die Kinder wollen was vorgelesen bekommen. Ich muss ständig Pause machen beim Lesen. Oha, der Mann wird munter und ich grinse.

Als alle aufgestanden sind, gehe ich in die Badewanne. Die Kinder begießen mir den Bauch. Das war so angenehm. Aber irgendwann musste ich ja mal raus. Und da wurden die Wehen schon öfter und heftiger. Ich zog mein Geburtsnachthemd an und hielt mich im Schlafzimmer auf. Die Kinder durften einen Film schauen, die Oma wurde angerufen um sie abzuholen und der Mann packte alles mögliche für die Kinder zusammen, eventuell müssten sie ja über Nacht bleiben.

Ich wurde schon laut bei meinen Wehen, später besann ich mich und versuchte mich mehr aufs Atmen zu konzentrieren. Ich stützte mich auf unserer Kommode im Schlafzimmer ab, stellte mich während der Wehen immer wieder auf Zehenspitzen obwohl ich wusste dass das nicht so optimal war, man soll lieber geerdet bleiben.

Ich suchte mir während der Wehen auch immer wieder meinen "Happy Place". Ich hatte das überhaupt nicht geplant, aber an den wunderschönen Garten meiner besten Freundin, den ich erst vor Kurzem das erste Mal gesehen hatte, zu denken, half mir ungemein. Dort hatte ich mich so wohl gefühlt.

(ich hatte meine Freundin auch informiert als es los ging und sie dachte die ganze Zeit an mich und genau in der Minute der Geburt, hat sie wohl eine Kerze für uns angezündet :herz:)


Den Mann wollte ich dieses Mal überhaupt nicht in meiner Nähe haben.

Der Muckelito wuselte zwischendurch unter mir herum. Aaaarrghhh. So als wäre rein gar nichts. Ooommmm.

Dann riefen wir auch mal meine Hebamme an, sagten aber, dass sie nicht hetzen brauchte, das dauert ja sicher noch. Wir hatten die Geburt des Muckelito noch im Kopf; da ging es auch morgens los und dauerte bis abends um zehn und meine Hebamme sass nur rum.

Sie wollte noch etwas essen und dann los fahren. Fahrtweg etwa 45 Minuten. (Sie erzählte später, dass sie sich dann doch gegen das Essen entschieden hat als sie mich im Hintergrund hörte)

Die Oma kam um kurz nach zehn und es dauerte dann noch so zehn/fünfzehn Minuten bis alle mit Sack und Pack weg waren.

Ich saß zu der Zeit mit meinen Wehen auf der Toilette (weil ich auch ständig das Gefühl hatte ich muss) und hing mich immer an die Türklinke. (in unserem alten Bad machte man die Tür auf und stolperte direkt übers Klo, war also ganz nah)

So fühlte ich mich sehr wohl.

Als der Mann wieder oben war (er hatte noch die Kindersitze bei der Oma eingebaut), bat ich ihn mir nochmal eine Wanne einzulassen. Da war ich aber nur eine Wehe lang drin, ging gar nicht mehr in der Position.

Die Wehe in der Wann war anders. Ich musste drücken und hörte mich an wie unter Presswehen. Das konnte ja aber wohl noch gar nicht sein.

Ich ging wieder auf meine Position auf der Toilette zurück. Auch da musste ich so drücken. Ich fühlte nach. Was war das denn? Was kam da?

Der Mann sollte nachschauen. Wir wunderten uns als plötzlich eine gefüllte Vorblase erschien. (der Mann dachte schon, das sei der Kopf, aber ich fühlte ja dass es das nicht war)

Er rief nochmal die Hebamme an. Sie war schon in der Stadt und blieb jetzt am Telefon.

Ich war ab da völlig entspannt und euphorisch. Ich sagte zum Mann, dass unser Baby kommt und er nur so: aber doch nicht hier! (auf Klo)

Ich wollte das jetzt eigentlich allein zu Ende bringen aber die Hebamme bat den Mann mich in den Vierfüßler zu bewegen. Das tat er dann auch, ich zog aufs Bett um, dass er gerade eben noch als letztes vorbereitet hatte.

Das war auch gut, der enorme Druck war weg. Es tat auch gar nicht mehr weh, ich tönte und schrie auch nicht mehr. Es war einfach nur ruhig im Zimmer und voller Sommersonnenschein.

Eine lange Presswehe, der Kopf schon sich hinaus, was für ein tolles Gefühl. Der Mann kniete hinter mir und war auch völlig begeistert. Und dann flutschte das ganze Baby hinaus und der Mann hielt es. Wow! Was für ein Erlebnis.

Ein kleiner Junge!

Komplett in Käseschmiere gehüllt.

Wir wickelten ihn in das rote Handtuch und ich hielt ihn.

Ich war noch immer total geflasht und konnte gar nicht glauben was da gerade passiert war. Wir haben zusammen allein ein Kind bekommen. Und es ging plötzlich so schnell und einfach.

DAS mach ich noch zehnmal. :jaja:

Er kam um 11:04 auf die Welt. Alles zusammen, von den ersten gefühlten Wehen hat nur so etwa 4 Stunden gedauert und davon waren ja nur so etwa 2 Stunden heftig.


Die Hebamme kam dann gute 5 Minuten später. Wir plauderten, sie schaute sich den Kleinen an.

Später kam problemlos die Plazenta hinterher.

Unser zweiter Sohn hatte einen echten Nabelschnurknoten (meine Hebamme war ganz hin und weg, sie hatte noch nie einen gesehen) und war somit ein wahres Glückskind.

Wir kuschelten den restlichen Tag. Der Mann holte Pizza.

Am Abend kamen die Großen wieder und bestaunten den kleinen Bruder.

Ich genoss dann 2 Wochen mein Wochenbett. Endlich. Hatte ich doch bei den ersten beiden kein richtiges Wochenbett. (die Apfelina musste mit Gelbsucht in die Klinik als sie 4 Tage alt war und beim Muckelito hatte der Mann 2 Tage nach der Geburt einen Virus und ich musste direkt wieder ran)

Er war die meiste Zeit mit den Großen draußen unterwegs. Drinnen in der kleine Wohnung waren sie kaum auszuhalten. Sie waren immer total laut und wild und aufgedreht, das war schon recht anstrengend.

Ich genoss die Zeit mit dem Kleinen allein zu Hause wirklich sehr. Wir stillten und übten uns, recht erfolgreich, in windelfrei. Der Mann beköstigte mich gut und es ging mir großartig.


Er blieb übrigens ganze vier Wochen namenlos. :lach:

Wir hatten uns ja, wie gesagt, keinerlei Gedanken um einen Jungennamen gedacht. Wir hatten einfach absolut keine Idee.

2-3 Tage nach der Geburt blätterte ich deshalb in einem Vornamenbuch und da las ich plötzlich DEN Namen. Ich sah ihn, sah das Baby an und wusste, DAS ist sein Name. Vorher wäre der mir niemals in den Sinn gekommen. Niemals.

Dem Mann vorgeschlagen: Veto. Fand er total doof. (findet er heute noch nicht toll)

Er hatte dann seinen Favoriten, den ich wiederum nicht passend fand.

So schoben wir das Thema immer weiter vor uns her. Er hieß immer nur "Der Kleine" oder "Das Baby". Aber wir blieben da total entspannt.

Irgendwann hatte ich dann genug genervt und der Mann gab nach, unter der Bedingung des von ihm ausgesuchten Zweitnamens, über den ich auch noch immer nicht sehr glücklich bin, aber der Vorname war es mir wert.

Erst dann ging ich ihn anmelden. War auch kein Problem nach 4 Wochen.

Ich hätte zwar schon früher kommen müssen, wenigstens um die Geburt anzumelden, aber was wollten sie denn jetzt machen? :augenroll:


Und von da an hatten wir nun 3 von diesen lauten, wilden, wunderbaren Kindern. :herz::herz::herz:
 
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Annemie

Living for LilliFee
1. November 2005
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#8
Oh schöne Berichte...wie schön das es für euch so gut gepasst hat.

LG
Eva