Baby meldet sich nicht bei Hunger

Reike

Gerade reingestolpert
29. April 2017
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#1
Hallo,

ich habe einen fünf Monate alten Säugling, den ich seit seiner Geburt stille. Leider hatten wir nach zwei Wochen die erste Stillpause aufgrund von wunden Brustwarzen und von Beginn an eine nicht ausreichende Gewichtszunahme (ca. 50-100g pro Woche). Meine Hebamme fand das alles sehr normal und begründete es mit den Worten, es sei ein zartes Baby. Der Besuch bei der Kinderärztin brachte dann aber das böse Erwachen, das Kind hatte Untergewicht.
Seit Anfang Februar füttern wir nun mit der Flasche zu, was zu einer enormen Gewichtssteigerung geführt hat, anfangs 500g pro Woche. Die Kinderärztin riet uns, nach jedem Stillen, dem Kind die Flasche anzubieten. Das führte aber dazu, dass mein Sohn nun knapp vor dem Übergewicht steht. Ich weiß nicht recht, wie ich ihn füttern soll. Nach Bedarf, dann ist der Bedarf aber scheinbar immer da oder nach Uhrzeit, dann bin ich mir aber unsicher, ob er auch genug bekommt. Zufrieden scheint er immer zu sein. Auch wenn ich ihn nur stille, ist er hinterher gelassen und ruhig und von Hunger keine Spur.
Unser Problem ist, dass sich das Kind bei Hunger nicht meldet und ich nur schlecht nach Bedarf füttern kann. Ich füttere ihn momentan nach der Uhr. Da er nachts sehr lange schläft, fallen auch Stillmahlzeiten weg, so dass wir auf fünf bis sechs Stillmahlzeiten am Tag kommen. Ich habe ein wenig die Befürchtung, dass Nahrungsaufnahme für das Kind nicht so wichtig ist.
Seit ein paar Wochen bieten wir ihm den ersten Brei an. Auch hier ist es so, dass ich eher das Gefühl habe, das Kind freut sich über das Spiel mit dem Löffel, als über die Nahrung, die er zu sich nimmt.

Gibt es andere Eltern, denen es genauso geht? Was habt ihr getan?

LG Reike
 

Winterblond

Erziehungsbeatmerin
2. Februar 2012
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#2
Sehr viel helfen kann ich nicht, wollte das aber zumindest noch mal nach oben bringen.

Hast Du denn einen Gewichtsverlauf? Wie ist Dein Kind sonst charakterlich mit "Unmutsbekundungen"?
 

Reike

Gerade reingestolpert
29. April 2017
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#3
Hallo Winterblond,
geboren ist er mit 3045g (19.11.16)
27.11. 3160g
02.12. 3240g
16.12. 3660g (Zufütterung mit Flasche)
22.12. 3620 g (voll gestillt)
27.12. 3680g
03.01. 3920g
01.02. 4780g (Zufütterung mit Flasche)
28.02. 6220g
30.03. 7405g
29.04. 8150g

Er hat zu Beginn sehr wenig zugenommen und nun nimmt er pro Woche sehr viel zu, seit wir die Flasche geben.
Er ist eigentlich ein Baby, was nur weint, wenn es müde ist oder Langeweile hat. Sonst ist er sehr aufgeweckt, lacht und "erzählt" viel.

Vielen Dank schon einmal im Voraus.
Reike
 

Redviela

nomen est omen
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11. Oktober 2011
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Crailsheim
#4
Im Normalfall trinkt ein Baby nur, bis es satt ist. Überfüttern ist also nicht möglich. Freu dich, dass dein Baby so gut zunimmt. Vermutlich holt der Körper die fehlende Zunahme vom Anfang auf :) Wenn er nachts nichts mehr braucht, kann es durchaus bedeuten, dass er tagsüber genug bekommt.
Wie lange wartest du denn mit füttern, wenn dein Kind sich nicht meldet ? Meine beiden haben auch selten geschrien, wenn sie Hunger hatten
Sie haben meist nur geschmatzt.
 

Reike

Gerade reingestolpert
29. April 2017
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#5
Das Problem ist ja eben, dass ich das Gefühl habe, dass er dies nicht tut. Nach einer ganzen Nacht, ohne etwas zu trinken, liegt er morgens in seinem Bett und grinst, er schmatzt aber nicht und weinen tut er auch nicht. Ebenso ist es mit dem Stillen, wenn ich ihn nur stille, ohne ihm die Flasche zu geben, ist er hinterher sehr friedlich und fröhlich und meckert nicht, dass er nicht genug bekommen hat. Deutlich wurde dies nur an der geringen Gewichtszunahme, sodass wir eben zufüttern mussten. Ich freue mich über die Gewichtszunahme, allerdings ist sie sehr hoch und so langsam geht es eben in die Tendenz zum Übergewicht, da er auch nur 67cm groß ist.

Im Moment fütter ich ihn alle 3 bis 4 Stunden. Wir kommen also auf ca. 5 bis 6 Mahlzeiten pro Tag.

Liebe Grüße
Reike
 

Winterblond

Erziehungsbeatmerin
2. Februar 2012
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#6
Ich melde mich mal nochmal, vielleicht hilft es.

Mein Kind und ich hatten anfangs große Probleme, was das Stillen anging, es kam zu wenig Milch, dann entzündete sich alles, das Kind rutschte ins deutliche Untergewicht..usw. Ich fütterte dann mit der Flasche zu und hatte das andere Extrem, mein Kind weinte so viel, dass ich nie wusste, hat er Hunger oder was ist es diesmal.

Mit 5 Monaten hatte er deutlich "Übergewicht", holte sich über die Flasche offenbar das, was er anfangs gebraucht hätte.

Heute ist mein Kind fast 6 Jahre, spargeldürr und mit einem normalen "Essverhalten", soweit "ich hab jetzt keine Zeit zum Essen!" normal ist. :winkytongue:

Ich war über sein vermeintliches Übergewicht froh, als die Zähne kamen, als die Infekte kamen, usw. Irgendwann nahm er nämlich nicht mehr zu, sondern schoß in die Länge und so glich sich das von ganz alleine aus.
 

ElliS

Shopping Queen
28. Januar 2011
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#7
Also, ehrlich gesagt versteh ich nicht ganz, wo das Problem ist....wenn Du Angst hast, dass er zu viel zunimmt, dann stretch doch die Zeiten, aber ich denke, er nimmt sich, was er braucht...das pegelt sich schon ein....sei froh, dass es keine Probleme gibt....meine beiden haben soviel trouble gemacht, was Du beschreibst waere ein Traum gewesen...:zwinker:
 

Redviela

nomen est omen
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11. Oktober 2011
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Crailsheim
#8
Babys sollten zwischen 750 und 1000 g/ml Nahrung pro Tag zu sich nehmen. Insofern sind 5-6 Mahlzeiten durchaus in Ordnung. Wecken musst du ihn nicht, zumal, wenn er gut zunimmt. Also fütter tagsüber nach der Uhr, wenn du dich so sicherer fühlst. Im Normalfall gehen die Speckpölsterchen spätestens mit dem Laufen lernen und keine Zeit haben zum Essen weg :)