Schreien lassen - kann das sinnvoll sein?!

Dieses Thema im Forum "Schlafprobleme" wurde erstellt von Rellielli, 3. November 2003.

  1. Hallo @alle und Petra.
    Nachdem Jesper nicht alleine in seinem Bett eingeschlafen ist und als Konsequenz tagsüber gar nicht schlief, hab ich entdeckt dass er in Mamas Armen geschaukelt, mit leisen Worten ins Ohr geflüstert ganz ganz ruhig und entspannt wurde, die Augen klappten zu, ich konnte ihn hinlegen und er schlief. Dauerte je nach Müdigkeit 10-20 Minuten. Schönes Ritual, klar.

    LEIDER scheint der Rüpel sich aber SO daran gewöhnt zu haben, dass er ohne das GAR nicht mehr alleine einschläft. Tags nicht, abends nicht (es sei denn er pennt beim Trinken ein). Kuscheln und dann wach ins Bett legen - klappt nicht. Hab's eben wieder ausprobiert, konsequent. Er hat eine Stunde lang geschrien. Dann eingeschlafen.

    Klar könnte ich weiter machen wie bisher. Ich fand's ja auch schön so ein kleines Kuscheltier auf dem Arm zu haben,vorher war er nämlich ganz ganz lange gar nicht kuschelig, das kam erst nach und nach, und da er ja auch zu früh kam, hab' ich's ihm gegönnt, vielleitcht braucht(e) er's ja?
    Find's immer noch schön, aber auch mühsam- er wird halt mit ca. 8 kg langsam arg schwer!
    Und er scheint NUR noch auf dem Arm ruhig zu werden und einzunickern: im Bett findet der kleine Körper keine Ruhe, er hampelt und strampelt und scheint hellwach zu sein obwohl er totmüde ist. Nur auf dem Arm kommt er runter und entspannt sich.

    ABER: eine Stunde schreien! Klar war ich dabei, keine Sorge.
    Ich kann sein Schreien nämlich auch kaum ertragen, find's unnötig und vergeudete Zeit (wo's doch mit schaukeln auf dem Arm so gut geht.). Aber ich denk' halt an die Zukunft bzw. den Lernprozess, den er ja früher oder später machen muß. Von alleine machen wird?

    Bitte keinen Verriß wg. Schreien lassen, ich kenn' die Theorien zu genüge. Aber- Erfahrungen wären schön. Brauche bißchen Rückhalt um konsequent zu bleiben.

    Danke!
     
  2. Ich hatte nie die Probleme, allerdings bin ich mit Sarah mit Körperkontakt immer gut gefahren. Ich habe festgestellt, daß Sie mittlerweile (Sie ist ja schon 14 Monate) untertags ganz schön raffiniert sein kann, aber wenn Sie krank oder müde ist, dann spielt Sie nicht.

    Sie ist im Moment anhänglich, und heute Nacht ist Sie um 500 aufgewacht und wollte auf meinen Arm, ich hab Sie dann bei mir ins Bett gelegt, und da ist Sie sofort wieder eingeschlafen.

    Sinn des wirren Postings ist, daß ich versuch zu sagen, daß ich nichts davon halte, Kinder schreien zu lassen, wenn Sie krank oder müde sind, und man / frau sieht, daß Sie nicht spielen (abgesehen davon daß Jesper dafür noch zu klein ist), da lockere ich auch mal die Regeln, wenn ich das sofort tu (nicht erst warte bis Sarah lange schreit) dann bekommt Sie die Sicherheit, daß bei besonderen problemen (Papa ist auf Dienstreise, und die Zähnchen tun weh) auch mal eine besondere Handlung passiert, und regt sich nicht so auf.

    Puh, ist schon wieder so verwirrt, hoffe Du verstehst was ich mein
     
  3. Lilienfrau

    Lilienfrau Moderatorin
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    Also ich lasse Johanna NIE schreien - und "dabei bleiben" reicht meiner Meinung nach nicht, denn wenn ich danebensitze und sie schreit tue ich ihr keinen Gefallen und mir erst recht nicht *meine Nerven ... :heul: *

    Wenn überhaupt solltest Du jedenfalls langsam versuchen, ihn zu "entwöhnen" - Du kannst nicht erwarten, daß Du Dein kleines Kind monatelang "verwöhnt" hast und er versteht, daß das jetzt auf einmal nicht mehr ok ist, auf dem Arm in den Schlaf geschuckelt zu werden... ER weiß doch nicht, daß seine 8 Kilo DIR zu schwer werden!!

    Also bitte versuche doch, ihn immer mal wieder hinzulegen, streichel' ihn ein bißchen, rede ihm gut zu etc. Wenn er dann nach ein paar Minuten immer noch weint, würde ICH ihn in jedem Fall wieder auf den Arm nehmen um ihn zu beruhigen. Sonst weiß er doch nicht, daß ihm geholfen wird wenn er weint?!

    Liebe Grüße
     
  4. Hallo,

    ich denke wenn sich ein Kind an etwas schon eine Weile gewöhnt hat, dann kann man es nicht so von heute auf morgen an etwas anderes gewöhnen. Und bevor Du jetzt eine ganz neue Strategie erarbeitest, wie er in Zukunft einschlafen soll, wäre es gut folgendes zu bedenken. Es muß dauerhaft für Dich machbar sein. Also wenn Du ihn zum Beispiel jetz zum Schlafen bekommst und es reicht wenn Du danebensitzt, dann kann es in vier Wochen auch ur Belastung werden, immer neben dem Bett zu sitzen. Also gut ist etwas, was für Dich und für ihn bequem und länger machbar ist.

    Und dann würd ich versuchen mien Kind schrittweise daran zu gewöhnen.

    Weißt Du ich hab immer Bedenken wenn ich lese, "das Kind muß das lernen." Kinder lernen ganz anders als wir uns das vorstellen. Sie begriefen Notwendigkeiten nicht intellektuell sondern sie lernen durch ihre Erfahrungen und die machen sie mit allen Sinnen. Deshalb funzt das begreifen bei ihnen anders.
    Schlafenlernen heißt für ein Kind sicher auch loslassen lernen. Und das kann es am besten in Deiner Nähe oder an einem Ort, der erprobter Weise Geborgenheit bedeutet. Deshalb schlafen so viele Kinder beim Spielen in ihrer Kuschelecke ein. Nur wo ich sicher bin, da kann ich in Ruhe schlafen, das gilt für uns ja auch noch.
    Bei der radikalen Methode, passiert, meiner Mienug nach einiges was das Schlafen verhindert. Die Mutter ist meist überfordert und auch unglücklich, weil das Kind weint und iunsicher, weil sie nicht genau weiß, ob das gut ist was sie tut. Und das Kind nimmt diese Schwingungen auf. Und fühlt sich natürlich auch nicht sicher.
    Deshalb glaube ich, das wichtigste was ein Baby zum Einschlafen braucht ist eine sichere, starke und liebevolle Mutter. Das ist schon die halbe Miete. Wenn das Konzept was Du entwickelst, genau für Dich stimmt und Du es durchhalten kannst ohne Selbstzweifel und innere Vorwürfe, dann klappt das auch.

    Ich finde jede Mutter und jedes Baby entwickeln da einen ganz eigenen und einzigartigen Weg.

    Und nun hoffe ich , das die Fachfrau mich nicht in der Luft zerreißt und auch noch ganz praktische Tips hat. :-D

    :winke:
    silke
     
  5. @Silke,

    Ich glaube diesen Halbsatz habe ich wirklich nicht verdient, kann mich nicht erinnern in diesem Forum jemals jemanden in der Luft zerrissen zu haben, oder bist Du da anderer Meinung? Wenn ja dann sprich mich bitte per PN an.

    Oder meinst Du jemand anderen mit "die Fachfrau"?

    Petra
     
  6. Hallo Elke,

    um Deine Frage in der Überschrift zu beantworten: Ja, ich denke schreien lassen kann in bestimmten Entwicklungsphasen und in engen Grenzen sinnvoll sein.

    Zu Deiner Situation:
    Dein Kind wird am 13.11. gerade mal 5 Monate alt. Das ist sicher alt genug um es langsam und behutsam daran zu gewöhnen, dass es auch alleine einschlafen kann.

    Eine Stunde schreien finde ich deutlich zu unbehutsam. Damit überforderst Du so ein kleines Kind.

    Das Tragen an sich finde ich in diesem Alter noch absolut hilfreich. Es ist gut für eure Bindung und gut für die motorische Entwicklung Deines Kindes und auch gut fürs die Reifung des Gehirns. Benutze eine Tragehilfe. Empfehlen kann ich Dir aus eigener Erfahrung das Tragidi (www.tragidi.de). Damit können auch Kleinkinder (meine wiegt inzwischen 14 Kilo) bequem getragen werden, etwa wenn sie krank oder müde sind.

    Wenn Dein Kind ein starkes Ritual hat, mit dem es immer einschläft ist das mehr wert, als wenn es auch mit verschiedenen Ritualen mal einschlafen könnte. Gerade in den Monaten zwischen 6. und 12. Monat ist ein so starkes Ritual sehr hilfreich.

    Ich rate Dir, bei eurem Ritual zu bleiben und Dein Kind zu beobachten, wenn es 20 Minuten getragen wurde und fast einschläft (man hört das am besten am Atmen, achte mal darauf), dann leg es in sein Bett. Achte darauf, dass das Bett angewärmt ist (Wärmflasche dann entfernen), und dass Du die Füße voraus ablegst. Meist legt man den Kopf zuerst ab, weil der schwer ist und dadurch entsteht bei den Kindern ein unangenehmes Sturzgefühl.

    Also ich würde an Deiner Stelle darauf hin arbeiten, dass Du das Kind langsam immer wacher von Deinem Arm ablegen kannst. Dann hast Du schon viel gewonnen.

    Wenn das Tragen so garnicht Dein Ding ist, setz Dich mit Deinem Kind in einen Sessel möglichst schon im abgedunkelten Kinderzimmer und leg es Dir auf Bauch und Brust, so dass es Deinen Herzschlag hören kann. Dann wieder im Fast-Einschlafen versuchen abzulegen.

    Wenn Dein Kind protestiert(was sehr wahrscheinlich ist), red ihm gut zu, streichel es, klopf ihm auf dem Popo (diese rhythmische Bewegung beruhigt meist die Kinder schnell), auf jeden Fall dabei bleiben und mit Stimme / Körperkontakt auch wahrnehmbar bleiben.

    Wenn nach längstens 10 Minuten keine Beruhigung eintritt oder Du merkst, dass Dein Kind "sich in Rage schreit, völlig ausflippt", nimm das Kind wieder auf.

    UND JETZT KOMMTS: Wiederhole nur exakt das Einschlafriutal bis zum Fast-Einschlafen. Dann wieder ablegen. Das Ganze solange wiederholen bis das Kind im Bett schläft. Der Vorgang wird niemals eine Stunde dauern, wenn Du nach Müdigkeitsanzeichen hinlegst. Und der Lernprozess: Wenn Mama mich ablegt soll ich schlafen, wird keine drei Tage dauern, das ist mal meine Prognose wenn Du genau wie vorgeschrieben bei jedem Schlafen vorgehst.

    Dass sich die Tragezeit verkürzen kann und wird, wird sich von selber ergeben, wenn das Kind in etwa Sitz-Reife erreicht hat, Du wirst sehen, da musst Du von außen nix tun, das bringt die Zeit und der Alltag mit dem Kind. Wichtig ist, dass man innerhalb der Entwicklung auch darauf achtet, dass die verkürzte Tragezeit durch andere Angebote zu Körperkontakt ausgeglichen wird. Eine Tatsache die oft übersehen wird und von den Kindern dann mit Klammern (gerne vor dem Einschlafen) quittiert wird.

    Alles Liebe und melde Dich wenn noch Fragen
    Petra
     
  7. Liebe Petra,

    ich hab das erst heute gelesen.
    Bitte entschuldige, ich war von dem anderen "Schreien- lassen- posting" noch in einer dummen Verteidigungsposition und überhaupt. Nein! dass hat mit Dir nichts, wirklich gar nichts zu tun. Ich finde Deine Ratschläge immer sehr gut. Ich finde Du bist da sehr im Einklang mit den Gefühlen von Mutter und Kind, was ich bewundere. Und ich lese gern bei Dir nach. Außerdem mag ich Dich gut leiden.
    Mir tut dieser dumme Satz wirklich leid!


    Silke
     
  8. Birkchen

    Birkchen Miss Tchibo

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    Also mein Schatz ist von Anfang an nur in meinen Armen eingeschlafen und es hat mir Spaß gemacht. Es ist doch was schönes jemanden im Arm zu haben, es zu drücken, es lieb zu haben! Dann habe ich ihn immer ganz zaghaft ins Bettchen gelegt und er hat weitergeschlafen.

    BIs dann die ersten Zähnchen kamen. Es war eine schwere Prozedur. Sobald ich ihn ins Bett legte gingen die Augen auf und er schrie wie am Spieß. Als ich ihn wieder genommen habe gingen die Äuglein sofort wieder zu. Das Ganze machten wir am Abend bestimmt 3 mal durch. Bis er nicht mehr merkte, dass er in seinem Bett liegt :jaja: :jaja: :jaja:

    Von nun an hatten wir ein "Biest"!!! Jeden Tag dasselbe Spielchen. Es war kein Geschrei wegen Müdigkeit, es war der pure TROTZ!!! "ICH WILL JETZT ABER BEI EUCH BLEIBEN UND VOR MÜDIGKEIT NUR RUMMECKERN!!!" Ich habe ihn einmal eine halbe Std. schreien lassen müssen - und es war wahrlich kein Leichtes!!! - aber es hat sich gelohnt. Sogar als er kürzlich Fieber hatte und für 2 Tage bei uns im Bett schlief, hat er danach kein Problem gehabt wieder in seinem Bettchen zu schlafen.
    Wenn er nachts wach wird, hole ich ihn natürlich rüber ins Ehebett und lasse ihn nicht schreien. Ein bisschen kuscheln schadet ja nicht :-D

    Schöne Grüße
    Katja
     

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