Muss Liebe zu einem Kind zuerst wachsen ?

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von 5MädelHaus, 22. April 2005.

  1. Hallo zusammen

    Mit etwas Bauchschmerzen schreibe ich diesen Beitrag, in der Hoffnung nicht verurteilt zu werden.

    Ich weiss gar nicht, womit ich anfangen soll. Zoé ist superpflegeleicht und schläft fast den ganzen Tag. Ich glaube so richtig hat sie noch nie geweint, wenn sie wach ist guckt sie einfach zufrieden herum. Sie hat heute die 3 Kilo-Marke überschritten, und alles läuft so gut, wie man es sich nur wünschen kann.

    Wenn nur diese seltsamen Gefühle nicht wären. Nach Aurélies Geburt, war ich schlichtweg überwältigt, da ich in der SS so eine Angst hatte. Ich habe dieses Kind von Anfang an vergöttert, und die Liebe war fast übermächtig.

    Bei Zoé ist es anders. Manchmal wenn sie in meinen Armen liegt nach dem Stillen, und schläft, kommen mit Gedanken wie: ob ich sie bedingungslos lieben kann. Oder ich frage mich "wer bist, Du kleine Zoé". Ich frage mich dann, ob ich noch viel geben kann, neben den anderen Kinder. Ich frage mich, ob ich auch bereit wäre so lange zu stillen wie ich Aurélie gestillt habe, ob ich bereit wäre auf so viel zu "verzichten" wie bei Aurélie: Aurélie war bis 18 Monaten sehr anstrengend. Ja ich liebe Zoé, aber es ist irgendwie anders, wie wenn ich sie noch nicht genug kennen würde, wie wenn die Liebe noch wachsen müsste.

    Ich kann diese Gefühle irgendwie nicht zuordnen :(. Ich erinnere mich nicht, schon mal im Wochenbett so gefühlt zu haben, und irgendwie gefallen mir diese Gefühle nicht, aber verdrängen lassen sie sich auch nicht.

    Ist das normal ? irgendwie habe ich Angst in eine Wochenbettdepression zu schlitteln, das hatte ich nämlich auch noch nie. Vielleicht mache ich mir mal wieder zu viel Gedanken...

    verwirrte Grüsse

    Rachel
     
  2. Krümelchen

    Krümelchen Gehört zum Inventar

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    Liebe Rachel,

    lass dich zuerst mal umarmen ((((((Rachel))))). Ja, ich finde dein Nachdenken ganz normal. MIr ging es bei Lennart manchmal genauso, gerade ganz zu Anfang.
    Ich finde es sowieso enorm, du mit deinen fünf Mädels :bravo: Du bist eine prima Mama und du wirst auch deine kleine Zoé noch abgöttisch lieben lernen, davon bin ich überzeugt.
    Mach dich bloß deswegen nicht fertig und genieße deine kleine Zaubermaus! Sie ist ein Geschenk und du hast es angenommen und genau das wirst du von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde immer mehr spüren....

    Alles Liebe für euch beiden

    Cathrin
     
  3. Trine

    Trine Familienmitglied

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    Hallo Rachel,

    Ich möchte Dir sagen, wie meine Mutter es empfand als sie mich das erste mal mit dem kleinen Sternchen sah: "Stolz warst Du ja schon, aber wie weiter wußtest Du noch nicht."

    Und ich denke so war es auch. Ich hatte die Kleine Maus von Anfang an sehr lieb. Aber gleichzeitig hatte ich Angst ob ich allem gerecht werden könnte, ob ich gut zur Maus wäre und sie für mich. Ich stellte alles in Frage. Ja, ich weinte sogar.

    Heute kann ich mit Sicherheit sagen, daß ich nicht weiß wie ich nur einen Tag daran hatte zweifeln können, ob es richtig war.

    Viele Gefühle können nach der Geburt auf einen einstürzen. Auch wenn Du es bei den vorangegangenen Geburten anders erlebt hast. So wie jede Schwangerschaft, jedes Kind individuell ist, so ist es warscheinlich auch die Situation im Wochenbett.

    Laß Dir Zeit. Du wirst sehen, die süße Zoé wird Dein Herz im Sturm erobern. Und bestimmt gewinnst Du bald Deine Selbstsicherheit zurück.

    Liebe Grüße
     
  4. christine

    christine Weltreisende

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    Hallo Rachel!

    Jetzt hast Du das 5. Kind und ich soll Dir was dazu sagen ;-), irgendwie meint man immer, Leute mit vielen Kindern wären superschlau ;-) blöd, gell?

    Also mir ging es bei Ben so. Ich hab echt ne Zeit gebraucht, bis ich ihn so richtig annehmen konnte, ich mochte seinen leidenden Gesichtsausdruck lange nicht, er ging mir nicht ins Herz. Natürlich liebte ich ihn, aber es fehlte noch das Absolutheitsgefühl, weißt Du, was ich meine?

    Irgendwann kam es von selbst, als ich seine Marotten nciht mehr nervig sondern belustigend fand und ihn unbedingt trösten wollte von ganzem Herzen. Ich kann Dich sehr gut verstehen und bin überzeugt, daß sich die Gefühle ändern werden und es nicht unbedingt gleich auf ne Depression hinauslaufen muß!

    Viele liebe Grüße

    Christine
     
  5. Hallo Rachel,

    irgendwie ist es normal, dieser Gedanke, egal ob es das erste, zweite , dritter etc. Kind ist, diese Gedanken habe ichmir auch immer wieder gemacht und werde sie mir sicher im Juli wenn unsere Maus kommt/gekommen ist auch wieder stellen.

    Liebe wächst, sie ist m.E. nicht von Anfang an da, bei Felix brauchte es fast 3 Monate bis sie komplett da war und ich hatte keine Wochenbettdepressionen, sondern musste erst mal lernen ein Kind zu lieben.

    Ich glaube auch, auch wenn wir Mehrfachmütter es nicht offen zugeben, dass wir nicht jedes Kind gleich lieben, wir würden lügen.

    Lass dir Zeit !!!

    Liebe Grüsse
    Sabine
     
  6. Kokosflocke

    Kokosflocke Frau Elchfrau

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    Hallo Rachel,
    lass Dich umarmen, ich hatte das bei Anna am Anfang auch, obwohl sie ein Folgekind ist!! Ich liebte sie, aber da war eine Distanz,

    ich dachte, irgendwie ist das Kind das ich im Arm habe nicht das Baby aus meinem Bauch

    Ich war soo enttäuscht über den Kaiserschnitt und heimlich dachte ich,

    wenn sie nicht soooo riesig gewesen wäre dann...natürliche Entbindung....kürzere Wehen....

    keine 30 Std. Wehen für nix,

    dazu kamen noch Stillprobleme,

    irgendwann genau kann ichs nicht sagen,
    legte sich das, und machte dem überwältigenden Gefühl der Liebe platz!!
     
  7. Solveig

    Solveig Dauerschnullerer

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    hallo rachel! ich hatte eine leichte wochenbettdepression. die geburt war sehr anstrengend. als die kleine auf meinem bauch lag, war ich total überwältigt: sie war so heiß, zum weinen schön ... so winzig. ich hatte noch nie so ein schönes baby gesehen - später in meinem zimmer: das baby der anderen frau schlief nur, meins weinte. mein kind kam mir so anstrengend vor und ich wußte nicht ob das normal war. ich hatte stillprobleme, die brust war knochenhart ... alles normale problemchen eigentlich...meine gefühle spielten allerdings verrückt. am dritten tag kam die standesbeamtin, wegen der geburtsurkunde. wir hatten vor der geburt unseres kindes beschlossen, das ein mädchen die namen unserer großmütter bekommen sollte. der name meiner oma stand von anfang an an ihrer wiege. als sie nun diesen zweiten namen bekam war ich plötzlich völlig fertig. ich weinte und weinte ... konnte mich nicht beruhigen. tausend gefühle: angst, trauer! warum eigendlich, der name gefiel mir ganz gut. ich verstand mich nicht, konnte mich nicht leiden. mein baby tat mir leid. wo war das gefühl, was vor drei tagen auf mich einstürmte? ich wäre am liebsten gegangen - allein! oh je. am fünften tag war es fast vorbei, zu hause kam es noch einmal wieder.

    keine ahnung ob du damit etwas anfangen kannst. was ich sagen will: ich habe nur dieses eine kind, aber ich glaube im wochenbett kann es ganz schnell einmal zum gefühlschaos kommen. du wirst dieses mädchen genauso sehr lieben wie deine anderen vier... jedes auf seine ganz eigene art. :herz: solly
     
  8. Davids_Mama

    Davids_Mama Gute Fee

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    Aus dem Bauch heraus hört es für mich einfach so an das du auf ein Kind wie Aurélie vorbereitet warst und nun ein völlig anderes Kind hast. Sie ist eigentlich so wie du es dir damals gewünscht hast. Traust den Frieden nicht. So ging es mir mit David auch immer so. Mir wurde gesagt. Baby sind anstrengent, weinen viel, wollen getragen werden und, und, und...

    David nicht. Der wollte nur schlafen und trinken. War er dann doch mal für ein paar Std. wach dann war er auf seiner Decke voll zufrieden. Hat gekrinzt und nie gefordert. Das kam mir alles so unwirklich vor. Ich denke das du auch eine weile brauchst es einfach annimmst.

    Und auch für Zoé verzichtest du genaus so viel wie du kannst. Ob es nun das stillen ist oder was anderes.

    Und ja Liebe wächst.

    LG Kathrin die an dich glaubt.
     

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