Hat hier jemand ein Flaschen- und ein Stillkind?

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von Fabulette, 15. August 2005.

  1. Hallo,

    meine Tochter wurde ja (LEIDER)nur 5 Wochen gestillt. Nun hatte ich gestern mal wieder ein Buch in der Hand, indem es eigentlich um die Ernährung gehen sollte - laut Titel - wo aber letzendlich doch nur Positives übers Stillen und Negatives über die Säuglinsmilch zu lesen war - ich nun wieder völlig unten!

    Säuglinsmilch:
    -ist ein Kunstprodukt, dessen Spätfolgen nicht absehbar sind
    -das fehlende Stillen beeinträchtigt seine geistige und seelische Entwicklung
    -enthält kein Oxygen, welches beruhigend wirkt
    -Stillen nach Bedarf in der Nacht (häufig) ist wichtig für die Entw. des Gehirns, Flaschennahrung wird nicht so oft verlangt
    -keine Abwehrstoffe etc..............


    Das ihr häufiges KRanksein auch mit Stillen hätte stattfinden können - an diesen Gedanken gewöhne ich mich langsam.

    Mich interessiert hauptsächlich, ob jemand im Bereich der Geistigen und sellischen Entwicklung Unterschiede zwischen Still- und Flaschenkindern feststellen kann / konnte. Stillen soll ja die Mutter-Kind Bindung, die seelische und geistige Entwicklung des Kindes maßgeblich beeinflussen. Auch das Urvertrauen. Auch Flaschenmamis deren Kinder schon älter sind, haben da ja sicher Erfahrung

    Danke & liebe Grüße
     
  2. ich hab mir am Anfang auch tierisch Vorwuerfe gemacht, als ich aufhoeren musste zu stillen (vielleicht haette ich doch noch mhr versuche koennen etc... hab nur 3 Wochen teilgestillt).

    Mit Still- und FLaschenkind hab cih leider keine Erfahrung, aber ich bin selber nicht gestillt worden, und daran hab ich mich jetzt mal getroestet.
    Was meine seelische (ich bin gluecklich, hab eine tolle elternbeziehung (bis auf die ueblichen Konflikte ;-)) und geistige (ich halte mich schon fuer halbwegs intelligent ;-)) Entwicklung angeht, kann ich mich nicht beschweren.
    Wenn ich mir dazu noch ueberlege, dass meine Mutter mich damals nach der Uhr gefuettert hat und mal schreien lassen hat (sind noch keine 4 Stunden um, kann/darf noch keinen Hunger haben!), waere es ja eigentlich erstaunlich, dass aus uns Flaschenkindern von damals was geworden ist! Selbst Stillen wurde damals nach der Urh gemacht, frag mal unsere Eltern und Grosselterngeneration...

    Also mich hat das beruhigt, auch wenn cih ab udn zu immer noch traurig bin, dass ich meinen Kleinen nicht stillen kann.

    Liebe Gruesse, Karina
     
  3. im Nachhinein betrachtet...

    Hallo Fabulette,
    mein Sohn ist inzwischen zwei Jahre und ich habe mich sieben Monate lang unter Druck gesetzt wegen des Stillens. Ich mußte von Anfang an zufüttern, weil wir sehr schwierige Bedingungen hatten (Frühchen, Trinkschwäche etc.) und da hats halt nicht mehr geklappt. Ausserdem hatte meine Mumi so wenig "Gehalt", dass er sowieso nicht richtig satt davon wurde. Trotzdem habe ich mich immer wieder unter Druck gesetzt um wenigstens so lange wie möglich zu geben, was halt ging. Und habe getrauert und mich mies gefühlt, als ich dann nach sieben Monaten die Federn gestreckt habe.

    Jetzt mit dem Abstand von anderthalb Jahren ziehe ich das Fazit, dass es vielleicht besser gewesen wäre, mich weniger wegen des Stillens zu stressen und dafür entspannter zu sein und die Stunden, die ich mit Abpumpen beschäftigt war, besser auszuruhen oder mit ihm zu spielen. Und DAS hätte unserer Bindung und seinem Urvertrauen bestimmt nicht geschadet.
    Mein Sohn war nach dem endgültigen Abstillen nicht häufiger krank (er war so und so häufig krank...) und unsere Beziehung war bestimmt nicht schlechter als vorher - vielleicht sogar besser, weil ich ausgeglichener ohne den Stillstreß war. Der Sohn meiner Freundin wurde 11 Monate voll gestillt und unsere Jungens sind beide innerhalb ihrer Entwicklung völlig alterskonform und Jeder hat seine Talente.
    Es gibt noch unendlich viele andere Faktoren, die die psychische und körperliche Entwicklung eines Kind beeinflußen als das Stillen und so ein komplexes Thema kann man nicht so platt verallgemeinern, dass Nichtgestillte Kinder weniger Urvertrauen hätten (so eine Sch*...behauptung...)... wer weiß, vielleicht hätte es mir und meinem Sohn besser getan, wenn ich mich nicht so unter Druck gesetzt hätte?
    Nä, ich kann mich karina nur anschließen - wenns so einfach wäre, dann hätten wir eine Generation völlig verkorkster Menschen. Da galt nämlich die Flaschennahrung als das Beste, was gibt
    liebe Grüße
    Steffi
     
  4. oh, mach dir jetzt mal bloß nicht solche gedanken.


    klar ist stillen gut. aber doch nur, wenn es geht. und wenn es die kraft der mutter zulässt.

    die behauptung, dass es gut für die geistige entw. eines kindes ist, hatten wir hier schon mal. angeblich gibt es so eine studie zw. gestillten und ungestillten kindern und deren iq. (aber wer von uns hat die schon gelesen?) sicher ist an den punkten, die du genannt hast, auch irgendwas dran.

    aaaaber: wer betrachtet bei irgendwelchen studien sonstige rahmenbedingungen? lebensumstände? die genauso wichtig für die entwicklung (auch die geistige) eines kindes sind? wie wurden die studien dadurch beeinflusst?

    ein kind, dass nur unter großen schwierigkeiten gestillt wurde o. sogar mit innerlicher abwehr der mutter hat auch ganz sicher nicht zwangsläufig eine stärkere bindung zur mutter als ein flaschenkind.

    dein kind wird ganz sicher nicht dumm o. dümmer sein, nur weil du es nur kurz stillen konntest.

    guck mal: ich könnte mir sagen, mein kind war eine ks-geburt. soll ja auch nicht so gut sein für das urvertrauen.... anfangs konnte ich auch nicht stillen. ihm ging also die wertvolle vormilch verloren. die soll ja auch gaaanz wichtig sein. etc...

    lass dich also nicht verunsichern. so, wie es ist, ist es nun mal. hätte, wäre und könnte sind sachen, die einen im nachhinein, wo man es eh nicht ändern kann, keinen schritt weiter helfen und kraft rauben.
    ich hoffe, meine gedanken zum thema helfen dir etwas. auch wenn ich jetzt keine erfahrungen mit einem flaschenkind o. beiden fällen gleichzeitig habe.

    liebe grüße.
     
  5. Das war früher mal, als es in den Säuglingsmilchen keine langkettigen Fettsäuren gab. Inzwischen ist das aber nicht mehr so. Der einzige Unterschied von Mumi zu Flaschenmilch ist, dass in der Mumi Immunglobuline sind.

    Liebe Grüsse

    Rachel
     
  6. siehste, da gehts schon los.
    nun müsste man also noch wissen, wann dieses buch geschrieben wurde. und auf welche studien sich die behauptungen darin beziehen. (also von wann die waren.) ;-)
     
  7. übrigens, meine Grosse ab der 8 Woche ein Flaschenkind ist ein sehr pfiffiges Mädel. Mein 4. Kind, vollgestillt bist 5,5 Monate, teilgestillt bis 17 Monate hat ein neurologische Leiden und ist Sprachverzögert.

    Liebe Grüsse

    Rachel
     
  8. Danke für Eure Worte. Das baut auf. Ich weiß, dass ich es nicht mehr rückgängig machen kann und wenn nur unter Umstaänden unter denen Ava leiden würde (Relaktation mit Pumpe). Es tut halt nur immer irgendwie weh stillende Mütter (und da gibt es in unserer wirklich sehr stillfreundlichen Stadt sehr viele-was ja auch gut ist) zu sehen und Bücher zu lesen, in denen nochmal die Nachteile der Säuglingsmilch dick und fett erläutert werden. Zudem war ich vorher (vor Schnullerfamilie) irgendwie im für mich falschen Forum unterwegs, in denen sich Stillmütter ständig auf die Schulter klopften, wie lange sie schon stillen und Flaschenmamas die waren, die zu bequem, ungebildet oder egoistisch zum Stillen sind. (Was an Flasche so bequem sein soll, habe ich bis heute nicht begriffen?) Ich wollte auch unbedingt stillen. War vorher auch so eine "perfekte Schwangere". Nur Avas erste Krankheit mit 4 Wochen hat mich so überrascht und getroffen...:-( Und mein Umfeld hat mich was das Stillen angeht auch nicht gerade unterstützt....

    Naja, dank Euch. Vielleicht muss ich aber wirklich mal professionelle Hilfe für mich heranziehen, da ich schon stark depressiv deswegen bin.

    Liebe Grüße
     

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  1. haben stillkinder eine stärkere bindung zu mama

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