Gedichte & Gedanken Warum holst du mich jetzt?

D

Désirée

"Warum holst du mich jetzt zu Dir, Gott, jetzt, da ich gestorben bin?" fragt der Mann, der bei Gott angekommen ist. "Ich glaube, ich bin mein ganzes Leben lang ohne Dich ausgekommen. Ich habe nie etwas von Dir gemerkt."
"Komm mit", sagt Gott, "ich will Dir etwas zeigen." Er führt den Mann zu einem großen Feld. Von dem einen Ende des Feldes führt eine Spur zum anderen Ende. Mal gerade, mal in Zickzack-Linien oder in großen Kurven, mal auf Umwegen, manchmal im Kreis. "Siehst Du die Spur?" fragt Gott den Mann. "Dein Leben hat diese Spur hinterlassen."
"Ja, ich erkenne die Spur", sagt der Mann, "aber woher kommt dieses zweite Paar Schritte neben meinen?"
"Das sind meine Fußabdrücke", sagt Gott. "Ich bin die ganze Zeit neben Dir gegangen. Du hast es nur nicht gemerkt."
"Aber hier", sagt der Mann, "siehst Du diese kurvige Strecke? Da ist nur ein Paar Schritte zu sehen. Gerade in der Zeit ging es mir so schlecht, und ich habe mich allein gefühlt. Damals hätte ich Dich wirklich gebrauchen können. Wo bist Du da gewesen?"
"In dieser Zeit", sagt Gott, "als es Dir so schlecht ging, da habe ich Dich getragen."

--> ich finde diesen text sowas von schön bekomme immer wieder Gänsehaut :jaja: :bravo: !
hoffe er gefällt euch auch?!?
 
E

Elke L.

Ging mir eben genauso. Hab total die Gänsehaut bekommen.
Ich finde den Text auch sehr schön :jaja:

LG Elke
 
A

Anonymous

echt der Wahnsinn, sollte man sich öfter mal vor Augen führen...

Liebe grüsse, Bine
 
Hallo Desiree,

wir hatten eine zweite Version als Tauftext fuer Jan-Luca:

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fusspuren im Sand, meine eigenen und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt frage ich Jesus: "Herr als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich alleine gelassen, als ich dich am meissten brauchte?"

Da antwortete er: "Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen."

Margaret Fishback Powers

Als Taufthema hatten wir "Erste Schritte gehen... mit Gott".

Alles Liebe,