Stillen nur mit Überzeugung

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Tigermama

Hallo,

ich habe bemerkt dass schon lange keiner mehr hier seine Erfahrungen veröffentlicht hat, also geb ich meinen Senf mal dazu.
Also erstmal finde ich es ganz toll wenn ein Kind lange gestillt wird. Bei mir hat das überhaupt nicht funktioniert, ich habe ca. 8 Wochen gestillt, mein Kleiner war aber so hungrig, dass es nicht gereicht hat. Ich musste zufüttern! Ausserdem hatte ich ziemliche Probleme, da er mich regelreicht aufgebissen hat. Es war jedesmal die Hölle! Irgendwann hatte ich regelrecht Angst vorm nächsten Anlegen, weil die Schmerzen echt heftig waren. Daraufhin entschied ich mich abzustillen. Es war gar kein grosser Akt. Ich musste nicht abpumpen, oder ausstreichen, da ich ja sowieso nicht viel Milch hatte. Danach ging es mir und ich denke auch meinem Kleinen besser, da es viel entspannter war, Ihn zu füttern.
Meine Meinung zum Stillen ist, dass man voll und ganz überzeugt sein muss und dahinterstehen muss, dann klappt es auch. Ich hatte mir eigentlich von Anfang an vorgenommen nicht zu stillen. Die Hebamme im Krankenhaus allerdings wollte mit mir darüber das Diskutieren anfangen, während ich in den Wehen lag, und da gab ich einfach nach. Mir war einfach nicht nach Rechtfertigung in dieser Situation. Und ich denke das war der Fehler, deshalb gab es von Anfang an Probleme mit dem Stillen. Ich war nicht überzeugt, ja hatte es eigentlich nicht vorgehabt. Nur eines weiss ich ganz genau: Beim zweiten Kind werde ich hart bleiben, wenn mich jemand überzeugen will. Man kann ein Kind auch mit Flasche grossziehen und genausoviel Wärme vermitteln wie beim Stillen!
So, dass wollte ich nur mal loswerden!

Schönen abend
Tigermama mit Florian(23.06.01)
 
Hallo Tigermama,

ich kenne auch einige Frauen, die nicht stillen wollten, ich dagegen will es unbedingt machen, weil ich es mir sehr schön vorstelle und weil es ja auch viele Vorteile gegenüber der Flaschennahrung hat.
Aber ich finde es auch okay, wenn jemand nicht stillen will und dazu steht.

Aber bei deinem Posting ist bei mir jetzt die Frage aufgekommen, warum du eigentlich nicht stillen willst ? Ist es Dir unangenehm oder woran liegt es ?
 
Hallo Rike,

super dass so schnell jemand reagiert hat. Um auf Deine Frage zu antworten: Ich dachte damals einfach es wäre leichter mit der Flasche! Gerade im Alltag. Man ist unabhängiger, muss nicht immer standby sein, der Mann kann auch mal aufstehen usw. War also eigentlich ziemlich egoistisch gedacht, oder? Ausserdem hatte ich zwei positive Flaschenkinderbeispiele contra drei negative Stillkinderbeispiele im Familienkreis.
Vielleicht muss ich dazusagen, dass ich nach zehn Stunden per Kaiserschnitt entbunden habe. Und dass ich in den ersten Stunden und Tagen erst einmal kapieren musste dass ich jetzt Mutter bin. Es hat etwas gedauert, bis ich mich in mein Kind, auf dass ich mich riesig gefreut hatte, richtig verliebt hatte. Ich hatte meine Anlaufschwierigkeiten. Ich denke man hat von Anfang an einen anderen Bezug zu seinem Kind wenn man es auf normalem Weg und mit Schmerzen bekommt, als wenn man überhaupt nicht mitbekommt, wie es sich seinen Weg nach draussen bahnt
Als die Hebamme dann fragte, lenkte ich doch ein und probierte es aus. Erst dann merkte ich , dass noch viel mehr dazugehört, bzw. dass es eigentlich nichts schöneres gibt, zwischen Mutter und Kind. Doch dann tauchten Probleme auf, ich war in der ersten Zeit ziemlich unsicher ob mein Kleiner genügend trinkt und übervorsichtig, sodass ich selbst nicht an mich gedacht habe, d.h. ich habe das Essen vergessen usw. Das Gefühl nicht zu wissen wieviel mein Kleiner bei mir getrunken hat, ob es ausreichend für Ihn war hab ich nicht mehr los gekriegt. Ich konnte Ihn ja nicht jedes mal nach dem stillen auf die Wage legen.Und dann ist es klar dass keine Milch da ist, wo soll sie denn herkommen? Dann kam das Wundsein dazu und dann hab ich einfach aufgegeben. Wie schon gesagt ging es mir dann auch wieder besser. Wahrscheinlich hab ich das alles zu sehr dramatisiert. Wäre ich es ruhiger angegangen hätte es wahrscheinlich sogar funktioniert. Deshalb habe ich jetzt eben einfach für mich entschieden dass ich mir diesen Stress beim zweiten Kind nicht mehr machen möchte. Obwohl ich jetzt vielleicht mehr Erfahrung hätte, weiss ich doch dass es wieder nicht klappen würde.
Ich hoffe ich habe Dich nicht zu verwirrt, ich bin auch nicht irgendwie abgedreht oder so, es ist einfach so, dass Du mich genau erwischt hast mit Deiner Frage.

Viele Grüsse
Tigermama mit Florian (23.06.01)
 
Hallo,

da ich ja noch kein Kind habe, habe ich in Bezug auf Geburt so gut wie gar keine Erfahrung .. :)

Hmm, ich denke, vielleicht lag es ja auch daran, dass Du nicht so gut informiert warst, wie es wahrscheinlich die meisten Frauen sind, die sich schon lange vorher überlegt haben zu stillen. Du hast es also einfach gemacht und dafür hat es ja dann sogar total gut geklappt. Und vier Monate stillen, das ist doch auch was, finde ich.
Ich persönlich habe das Buch "Das Stillbuch" von Hannah Lottrop, da steht alles sehr gut beschrieben, auch die Probleme die auftreten können usw, mir hat es so gut gefallen, dass ich mir vorgenommen habe, später mal zu stillen.
Ich hoffe, dass ich es dann auch schaffe genug zu trinken usw, das wird dann wohl schon eine kleine Umstellung, aber trotzdem...

Jedenfalls, du kannst dich ja noch mal z.B. über Bücher informieren, und wenn Du dann trotzdem keine Lust hast zu stillen, dann würde ich mich auch nicht dazu zwingen.
 
Hallo nochmal,

vielen Dank für Deinen Büchertipp, ich werde es mir überlegen!
Habe allerdings acuh noch Zeit, das zweite Kind ist noch nicht so zeitig geplant, vielleicht wenn Florian 2 oder 3 ist. Aber mit dem Planen ist immer so eine Sache!
Wie weit bist Du? Weisst Du schon was es wird? Und Hut ab. Ich finde es toll wie positiv und zuversichtlich Du an das Thema rangehst. Ich bin überzeugt, das kann nur klappen!
Melde Dich doch mal wieder !

Gruss
Tigermama mit Florian(23.06.01)
 
liebe tigermama

ich kenn die probleme, die du beschrieben hat, ich hatte bei meinem kleinen auch panik, dass er zu wenig kriegt, noch dazu war er eine woche nach der geburt (3360g) auf 3kg unten, vom geburtsgewicht also weit entfernt.

wir haben dann zugefüttert (des war eine geschichte! ich, das baby am busen, mein mann mit den flascherln hantierend, braucht er noch was zusätzlich oder nicht) ausserdem hatten sie mir im kh auch noch einreden wollen, ich hätt nicht genug milch und meine brustwarzen seien auch ungeeignet zum stillen.

heut kann ich darüber nur lachen...

anfang der 2. woche hab ich meine hebamme vom geburtsvorbereitungskurs gebeten, zu mir zu kommen. ich war völlig am ende, jan nahm nicht zu und ruhig war er nur, wenn er am busen war d.h. hab ihn 45min pro seite angelegt (wirklich!), er hat nur rumgenuckelt und nach einer stunde hat er schon wieder zum weinen angefangen.

ruth (meine hebamme) hat mich gerettet.
1) hat sie gemeint, meine brustwarzen seien rekordverdächtig und bestens fürs stillen geeignet *ggg*
2) hat sie jan untersucht (fontanelle u so) - er bekommt genug flüssigkeit, kein grund zur sorge
3) hat sie mir erklärt, dass es bis zu drei wochen dauern kann, bis das geburtsgewicht erreicht ist!!! dass die meisten babys schon mit geburtsgewicht heimgehen, liegt oft daran, dass in den khs zugefüttert wird.
babys sind aber darauf eingerichtet, am anfang länger mit weniger auszukommen, weil die milch erst einschiessen muss und auch weil die natur wohl weiss, dass mutter und kind das stillen erst lernen müssen.

wir haben dann bis zur ca 8 woche noch zwiemilch gefüttert und dann war mir die fläschchen kocherei zu blöd. ausserdem hatte ich in der zwischenzeit viel übers stillen gelesen und dachte mir, das werden wir doch hinkriegen.

also hab ich jan 1 woche lang (das war die frist, die ich mir gesetzt habe) alle 2 bis 3 stunden angelegt, darauf geachtet, dass er ordentlich trinkt und kein fläschchen mehr gegeben.
und wir haben es geschafft!! wirklich, wie es sich gehört, die brust hat mehr milch produziert und jan ist satt geworden. er ist immer noch einer, der kleine und viele mahlzeiten bevorzugt, aber soll so sein, ist halt seine art.

stillen ist so viel praktischer, weil man das essen immer dabei hat, immer die richtige temperatur, man muss nix sterilisieren, es fördert die bindung zum baby durch den innigen kontakt und es stärkt die abwehrkräfte (von baby und mutter). ausserdem macht das oxitocin (stillhormon) die gebärmutter schneller wieder klein und es macht gute laune! :-) stillen ist nicht nur fürs baby gut, sondern auch für die mutter so angenehm, finde ich.

so, und jetzt nach dem langen epistel *schäm* wieder zu dir.

so wie du deine symptome beschreibst - baby wird nicht satt, schmerzende brustwarze - würd ich per ferndiagnose sagen, dass dein kleiner die brustwarze nicht richtig tief rein bekommen hat. dadurch kriegt er mehr von der durstlöschenden milch und kann die milchseen, wo die fettreiche und hunger stillende milch ist, nicht ordentlich ausleeren. und die brustwarze wird total gestresst, weil nur die spitzen gezuzelt werden -> entzündung! dadurch, dass die brust nicht gut ausgeleert wird, bildet sie beim nächsten mal schon weniger milch und so geht der kreislauf weiter.

das stillbuch kann ich auch sehr empfehlen, aber am allerbesten ist eine hebamme deines vertrauens, die dir genau zeigt, worauf es ankommt.

die hebamme, die dich quasi zum stillen gezwungen hat, find ich unmöglich!

letztendlich bleibt es entscheidung der frau, wie sie ihr kind ernährt.

und liebe rike: herzlichen glückwunsch (ist es denn schon so weit?)

liebe grüsse
jacqueline
 
Hallo,

nein, es ist noch nicht soweit :) :) :).

Ich habe das Buch mal vor einigen Jahren gekauft, weil ich es einer guten Bekannten geben wollte, die vorhatte zu stillen, bzw. noch am überlegen war. Bevor ich ihr das Buch gegeben hatte, habe ich es erst mal selber gelesen. :) Deswegen kenne ich es auch.
Jetzt liegt es hier halt rum, weil sie es mir, nachdem sie es nicht mehr gebraucht hat, wiedergegeben hat.

Sorry, ich hatte gedacht, die meisten wüßten, dass ich noch kein Kind habe und auch nicht schwanger bin, aber ihr seid auch noch nicht so lange angemeldet und habt das wahrscheinlich noch nicht mitbekommen, macht ja auch nichts.

Viele Grüße, Rike
 
Hallo liebe Tigermama!

Ich kann Dich voll und ganz verstehen,denn ich habe keines meiner Kinder gestillt. :jaja: Nicht weil ich es nicht wollte,sondern weil es nicht geklappt hat.Ich hatte nämlich so gut wie keine Milch,da wäre jedes Baby verhungert :heul: Meine grosse Tochter wurde direkt nach der Entbindung in die Kinderklinik verlegt und ich hatte extreme Probleme mit der Gebärmutterrückbildung :( Deshalb musste ich damals auch Medikamente einnehmen,diese wiederum hemmten die Milchbildung :o Kein Wunder also dass damals nichts ging. :jaja: Um so mehr hatte ich mich dann bei meinem 2. Kind darauf versteift.Und ein Stück weit fühlte ich mich auch von meinen Mitmenschen dazu gedrängt. :???: Aber die Rechnung hatte ich ohne meine kleinen Vielfraß gemacht. 8) Marc trank nämlich bereits am 3. Lebenstag 100ml pro Mahlzeit.Ich habe damals sogar in der Klinik erlebt dass eine Mutter untersagt hat dass ihr Kind Industriemilch bekommt.Sie hat vor lauter Stillwahn sogar in Kauf genommen dass ihr Baby deshalb in die Kinderklinik verlegt werden musste. :-? Trotz Marc´s Gefräsigkeit habe ich nicht locker gelassen.Auch die Kinderschwestern waren sehr bemüht um mich.Ich bekam sogar ein Nasenspray welches die Milchbildung in Gang setzen sollte und Milchbildungstee habe ich ohnehin schon Literweise getrunken so dass ich fast nur auf der Toilette zu finden war :D Geholfen hat letztendlich alles nichts.Und wie man in meiner Familienvorstellung sehen kann ist Marc trotzdem gross geworden. :D Bei Leonie habe ich es erst garnicht versucht.
Mein Fazit daraus ist: Mutterliebe misst sich nicht in der Gabe von Muttermilch. :jaja:

Liebe Grüsse
Andrea
 
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