Schläft nur noch in unserem Bett

Dieses Thema im Forum "Schlafprobleme" wurde erstellt von Brigitte, 9. Juni 2003.

  1. Brigitte

    Brigitte Für mich reicht kein Titel

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    Liebe Petra,
    seit einer Woche haben nun auch wir mal ein Schlafproblem.
    Maxi war bis jetzt eigentlich immer problemlos beim Schlafen. Er hat sich ohne Probleme ins Bett legen lassen, egal ob Mittags oder Abends.
    Und plötzlich, von einem Tag auf den anderen will er nicht mehr in seinem Bett schlafen. Ich weiss echt nicht, was los ist. Er hat die Tage davor ganz normal geschlafen, am Dienstag ist er dann mit großem Geschrei schon nach einer Stunde aus seinem Mittagsschlaf aufgewacht und seitdem passt gar nix mehr. Er legt sich zwar evtl. freiwillig in sein Bett, aber sobald wir zur Zimmertür rausgehen brüllt er wie am Spieß. Er will dann nur noch zu uns ins Schlafzimmer ins Bett.
    Wir müssen dann mit ihm ins Schlafzimmer, wo er aber auch nur dann einschläft, wenn wir danebenliegen. ich versteh das einfach nicht, er ist bisher immer ohne unsere Hilfe eingeschlafen (außer er hat Zähne bekommen). Zur Zeit bekommt er zwar auch Zähne, aber so schlimm wie jetzt mit dem Schlafen war es noch nie. Er macht totales Theater, sobald es in sein Bett gehen soll. Ich hab mir schon überlegt, ob er sich irgendwie mal im Schlaf angehauen hat, aber dasselbe Theater macht er mittlerweile auch bei Oma und Opa (die haben auch ein Gitterbett für ihn).
    Bin mit meinem Latein am Ende und optimistisch wie ich bin, sehe ich ihn auch in zwei Jahren noch in unserem Bett schlafen.... :-D Ich hab im Prinzip ja auch nix dagegen, dass er mal bei uns schläft, aber dieses Dabeiliegen bis er mal einschläft ist halt etwas nervig...

    Liebe Grüße
     
  2. Hallo Brigitte,

    Maximillian wird ja bald zwei Jahre alt.

    Also wenn jetzt Zähne kommen, sind es vielleicht die sogenannten Augen-Zähne? Sind besonders eklig. Und auch ein Backenzahn schiebt ganz anders als die ersten Zähne, ist vom Schmerz her garnicht miteinander zu vergleichen.

    Also wenn er eh immer schwer gezahnt hat, kann ich mir schon vorstellen, dass er es jetzt besonders schwer hat. Hau halt mal mit Osanit drauf, ob er sich beruhigt, Schmerzen sind ja oft beim Einschlafen viel präsenter, als wenn man abgelenkt ist durch Spielen und Toben.

    Ein zweiter Gedanke ist, dass er gerade eine "Ablöse-Schub" hat. Gibt es dafür Anzeichen? Will er plötzlich viel selber machen, lernt er etwas besonderes (zum Beispiel Zug bauen, neue Rollenspiele etc pp)

    Die Zeit der Ablösung reicht ja von etwa 1. bis etwa 2. Geburtstag (dann beginnt die Trotzphase). Und sie ist auch von Schüben geprägt. Er sucht die Selbständigkeit und vermisst Nähe und Geborgenheit und versucht das mit einem neuen Einschlafritual wettzumachen.

    Während der Ablösung ist es sowohl für die Kinder als auch für die Eltern schwierig, die Waage zwischen Selbständigkeit und Geborgeheit im Gleichgewicht zu halten. Das schwankt immer wieder phasenweise, ist ganz normal und typisch für das Alter.

    Mein Tipp ist immer, unter tag das Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz bewußt zu pflegen und genügend Geborgenheits- und Kuschelangebote zu geben. Die Kleinen sind ja oft so wuselig, dass man garnicht das Gefühl hat, sie würden Nähe vermissen.

    Oder Du gehst einfach auf seine Bedürfnisse ein und legst Dich zu ihm. Viele Eltern machen das und haben damit gute Erfahrungen. Die Angst, dass er nun immer und ewig bei euch schlafen will, ist unbegründet. Es sind immer nur Phasen. Der Mehraufwand kann halt für Deinen Sohn schon lohnend sein, wenn er ein Geborgenheits-Defizit empfindet. Das musst Du nicht verstehen, wenn er es so empfindet, empfindet er es eben so und kann auch nicht raus aus seiner Haut.

    Wenn es Dir auch phasenweise zu streßig ist, kannst Du die Stuhlmethode probieren. Stuhl nebens Bett, dabei bleiben bis Kind eingeschlafen. Nach und nach den Stuhl immer weiter weg vom Bett stellen. So lernt das Kind wieder alleine einzuschlafen.

    Auch ein sogenanntes Übergangs-Objekt kann in der Ablöse-Phase hilfreich sein. Ein Kuscheltier, das Dein Kind nicht nur nachts sondern auch tags begleitet. So wird es zum Gefährten und Freund und hilft schwierige Situationen (dazu kann auch das Einschlafen gehören) zu meistern, auch wenn Mama nicht da ist.

    Grüsse und meld Dich wenn noch Fragen oder andere Ideen
    Petra
     
  3. Brigitte

    Brigitte Für mich reicht kein Titel

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    Wenn du mit den Augenzähnen die Eckzähne meinst :-D , die bekommt er nämlich gerade.
    Aber deinen zweiten Gedanken finde ich total interessant. Er ist nämlich seit ca. 2 Wochen viel selbständiger, wuselt daheim nur noch rum, fährt ewig alleine mit seinem Holzzug, spielt konzentriert....(auch ohne mich)
    Genau so, wie du es sagst. Er schmust zwar auch untertags noch, aber hat nicht mehr so viel Zeit dafür wie früher :-D Du hast recht, ich habe im Moment auch den Eindruck, er braucht das Kuscheln tagsüber nicht so, er holt es sich dann wohl abends.
    Es beruhigt mich echt total, dass es auch bei anderen so ist :-D
    Danke für deinen Gedankenanstoß :bravo: Ich war mir nämlich schon unsicher, ob ich ihn jetzt wirklich jeden Tag bei uns einschlafen lassen soll, oder ihn eben unter Gebrüll trotzdem in sein Bett legen soll, was aber weder uns noch ihm was gebracht hat, er hat sich nämlich nur noch mehr reingesteigert.
    Das mit dem Stuhl ist auch eine gute Idee. :bravo:
    Danke nochmal für deine Hilfe, hat mir wirklich gut getan :bravo:

    Liebe Grüße
    von Brigitte, die sich jetzt zu Maxi ins Schlafzimmerbett kuscheln wird :-D
     
  4. Hallo Brigitte,

    jau eben die hab ich gemeint. :-D

    Schönes Kuscheln wünscht
    Petra
     
  5. Evelyn

    Evelyn Bibi Blocksberg

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    Hallo Brigitte,

    jetzt bin ich endlich dazugekommen, das hier zu lesen.

    Auch ich finde Deinen Denkansatz, Petra, super!

    Mir hat das keiner gesagt, als wir seit ca. Franzis 2. Geburtstag bis vor wenigen Monaten massive Ein- und Durchschlafprobleme hatten.

    Franziska kuschelt eh meist nicht so gern.

    Ich habe immer zu meinem Mann gesagt: "Sie braucht die Nähe und sucht die Kuscheleinheiten, die sie sich unter Tags nicht holt".

    Also lag ich richtig!

    Nun geht's wieder sehr gut mit der Schlaferei, wir haben auch ein neues Abendritual eingeführt.

    Liebe Grüße an Euch und danke für diese interessante Ausführung, Petra.
    Und Du, Brigitte, hör' einfach auf Dein Gefühl und für Maxi alles Gute für die Zähne.

    :winke: Evelyn
     

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