Rituale und Haare waschen

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von reykjaviksbaby, 11. Januar 2005.

  1. hallöchen ihr lieben,

    ich habe es bis jetzt verpaßt, bei unserem Pascal, geboren am 16.04.2003, wirkliche rituale einzuführen. ausser geregelten essensmahlzeiten dümpelt alles so vor sich hin. da ich aber immer öfter höre, wie wichtig rituale sind, wollt ich mal fragen, ob ich die grundlegenden dinge jetzt schon vermasselt habe???
    da ich immer davon ausging, dass ich ihn solange schlafen lasse, wie er es braucht, ist meisst der ganze tag im eimer, da er oft bis 11 od halb 12 schläft. er schläft auch sehr unruhig (wir sind schnullibenutzer, 1 im mund und 1 in der hand), geht meisst so gegen 21.00h od 21.30h ins bett. manchmal schläft er auch noch mittags (so 1 std bis 1 1/2), was ich finde, echt viel ist, aber die docs meinen, es sei noch im rahmen mit durchschnittlich 14-15 std. er ist sehr quirlig, rennt viel rum, hat kaum ruhe, kuschelt kaum und ich mache mir schon vorwürfe, dass es an meinen fehlern liegen könnte.
    ich habe mir jetzt mal nen plan zusammengestellt, bei dem ich ihn so gegen 9.30h wecken möchte, dann jeden morgen spazieren, nach dem essen vorlesen und dann schalfen legen, nach max 1 1/2std wieder raus und abends dann wieder vorlesen und dann immer zur gleichen zeit ins bett. habt ihr nicht tipps für mich was wirklich wichtig ist an routine und ritualen? mein mann hat mich belächelt und gemeint, der plan sei zu festgefahren und würde mir kaum flexibilität lassen?

    ausserdem habe ich dass problem bei ihm die haare zu waschen? sobald die brause kommt bekommt er angst, und weil ich dann besonders schnell sein willl, endet es meistens in einem heuldesaster...

    danke vorab für eure nachrichten
    bis bald
    ciao dani mit pascal
     
  2. JASMIN

    JASMIN Gehört zum Inventar

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    AW: Rituale und Haare waschen

    Hallo dani

    beim haarewaschen ist es wichtig es spielerisch anzugehen
    mache ein spiel daraus
    lobe ihn für seine tapferkeit
    benutze nicht die brause für die haare sondern ein großen becher oder kanne (plastik)
    viel ablenkung in die badewanne
    vorher spielen

    der tagesablauf sollte schon gewisse festigkeiten haben
    deiner steht spät auf und geht spät ins bett

    wenn du ihn früher ins bett bringst (meine gehen um 19.30 uhr schlafen ) steht er auch früher auf :jaja:

    essen tun wir auch zusammen (frühstück ohne große da schon in der schule)

    unser tag gestaltet sich recht variabel
    vormittags sind die mädels nicht da
    mein sohn und ich zuhause oder einkaufen oder bei doktoren

    mittags schläft er (meist meine aufräum/kochzeit)

    wenn alle daheim essen wir zusammen und es ist ruhe und hausaufgabenzeit

    nachmittags entweder raus (jenachwetter)
    spielen zuhause auch mit mama und papa (tobstunde)

    abendessen (zusammen)

    Bettrituale kannst du auch einführen
    waschen umziehen vorlesen kuscheleinheiten zudecken gutenachtkuss ect

    du siehst man kann trotz rituale einen variablen tag haben

    liebe grüße jasmin
     
  3. Vanessa mit Sebastian

    Vanessa mit Sebastian Haus- und Hofbäckermeisterin

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    AW: Rituale und Haare waschen

    Hallo Dani!

    Jasmin hat eigendlich schon das Grundlegende gesagt und ich bin ihrer Meinung! Vor allem würd ich versuchen ihn früher hinzulegenm, denn auch für dich ist es ja Stress pur!!!

    Mit einem bestimmten Ritual hab ich auch erst vor kurzem Angefangen und es klappt Super!!! Wenn es Zeit ist ins Bett zu gehen(18Uhr) Klatsche ich in die Hände und sage dabei rytmisch : Zähne putzen ; Schlafanzug und ab ins Bett ! Das ganze ist wie ein Spiel geworden und Sebastian weiss genau, wenn Mama das macht dann gehts in die Heia! Er streckt dann schon automatisch seine Hände aus damit ich ihn mit hochnehmen kann.

    Es ist echt etwas dran, dass die Kinder ihre Rituale brauchen, denn sie können selber noch keine Kontinualität in ihr Leben bringen - dafür sind sie einfach noch zu klein.
    Ich denke, es ist noch nicht zu spät mit Ritualen zu beginnen, auch wenn es am Anfang etwas sressig werden kann, bis sich alle Parteien daran gewöhnt haben!;-)

    Ich würde glaub ich die zu-Bett-geh-Zeit schrittweise nach vorne Verlagern, damit es für ihn eigendlich kaum auffällt. Natürlich schon direkt gepaart mit einem schönen Ritual, dass jeden Abend das gleiche sein muss.

    Für das Ritual lass einfach deine Phantasie spielen und bau etwas mit ein, was er gerne tut und was ihn beruhigt z.B. ein Buch anschauen oder vorlesen oder ein Fingerspiel (10 kleine Zappelmänner). Er mus dabei zur Ruhe kommen und sollte eher passiv dabei sein doch nicht gelangweilt.

    So nun hab ich dir meine eigen gestrickte Meinung und meine Ratschläge mitgeteilt und hoffe, dass ich dir etwas helfen konnte.
    Ich wünsche dir viel Erfolg und bin gespannt, obs klappt!
     
  4. Silly

    Silly Moni, das Bodenseeungeheuer

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    AW: Rituale und Haare waschen

    Hallo Dani,

    also ich kann mich erst einmal nur allen anschließen :jaja:

    Nur eines möchte ich Dir zum Bedenken schreiben ;-)
    Pascal scheint ein Kind zu sein, das viel Schlaf braucht.
    Wenn Du ihn nun morgens weckst, dann wird er mittags durchaus länger als 1,5 Std. schlafen. Ich würde ihn dann auch schlafen lassen, vielleicht nicht gerade 3 Stunden, aber etwas länger auf jeden Fall. Und ggf. würde ich ihn früher zum Mittagsschlaf hinlegen. Weil er abends ja auch früher ins Bett soll.
    Es wird eine Zeit lang dauern bis ihr Euch umgestellt habt, und diese Zeit wird auch nicht ganz unproblematisch vorrübergehen. Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg :prima:

    LG Silly
     
  5. Leo28.04.01

    Leo28.04.01 Gehört zum Inventar

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    AW: Rituale und Haare waschen

    Würde mich auch Jasmin anschliessen.


    Bei uns gibt es zwar auch Regelmässigkeiten, die aber dennoch genug Zeit für spontane Sachen lassen.
    Wenn morgens die Grosse in der Schule und die Kleine im Kiga ist, kommt mein kleines Tageskind und geht meist mit mir einkaufen oder wir spielen.
    Dann holen wir die Kleine um 12.00 Uhr aus dem Kiga ab und meine zweites Tageskind aus einem anderen Kiga. Anschliessend treffe ich die Mama vom Kleinen, die ihn in Empfang nimmt und ich bin gegen 12.45 Uhr wieder mit meiner Kleinen und meinem Tageskind zu Hause.
    Ich koche dann, während meine Kleine und das Tageskind spielen. Wenn meine Grosse um ca. 13.30 Uhr aus der Schule kommt und auch mein drittes Tageskind aus der Schule da ist, dann essen wir um 14.00 Uhr.
    Danach räume ich auf und spüle die grossen Sachen ab, um 15.00 Uhr machen die Grossen Hausaufgaben und ich ein bisschen Haushalt, saugen und so. Dann geht es bei gutem Wetter in den Garten oder wir spielen hier was, manchmal spielen auch die 4 Kinder alleine. Um 16.00 Uhr geht mein grosses Tageskind nach Hause, die andere wird um 16.30 Uhr abgeholt und mit der Mama trinke ich noch einen Kaffee.
    Dann hab eich Zeit für meine eigenen Kids!!! Das geniessen wir auch und spielen noch mal im Garten oder machen was anderes ( Dienstags, Freitags und Samstags hat die Grosse Schwimmen, Donnerstags Chor ).
    Mittwochs ist Badetag, weil da kein Tageskind am Nachmittag komt. Da treffen wir uns schon mal mit meiner Freundin.
    Um 17.30 Uhr sitzen die Kröten dann in der Wanne, um 18.00 Uhr gibt es Abendbrot, danach wird Zähne geputzt, Haare geföhnt und gelesen. Meine Grosse liest immer vor und um 19.00 Uhr geht es ins Bett!

    Ich finde solche festen Zeiten für die Kinder auch wichtig, allerdings sieht es bei uns so aus, dass wir am Wochenende dann schon mal viel unternehmen, wir besuchen Freunde und gehen viel raus, da ist es etwas lockerer als unter der Woche!

    LG, Steffi
     
  6. AW: Rituale und Haare waschen

    hallo ihr lieben,

    erstmal tausend dank für eure vorschläge und aufmunternden worte.
    das mit dem haare waschen haben wir eigentlich auch schon alles versucht,erst spielen und planschen, dann mit nem kleinen eimer, giesskanne, waschlappen und und und an die haare ran. irgendwie scheint er mir "traumatisiert". er spielt auch immer mit der brause, daher dachte ich, er weiss was kommt. aber da werden wir nochmal ganz langsam von vorne anfangen müssen...

    was das schlafen angeht, werd ich auf alle fälle die zeiten langsam vorschieben. unserer "Löwe", eine handpuppe bringt ihn dann zum wickeln, waschen, liest ihm ne geschichte vor und legt sich dann selbst ins bett. dann flüstern wir, dass der löwe nicht mehr aufwacht, und dann geht paco ins bett. seit wir das machen, schläft er auch problemlos ein. und das ser so unruhig schläft, liegt sicher auch an den schnullis. mal schuan, ob wir die bald irgendwie weg bekommen

    was den rest betrifft, habt ihr mich jetzt schon beruhigt und motiviert. vielen lieben dank dafür. bin mal super gespannt, was die nächsten woochen bringen.

    bis bald
    ciao dani mit paco
     
  7. AW: Rituale und Haare waschen

    Hallo Dani,

    viele kleine Kinder mögen die Brause nicht, weil sie auch einen weichen Strahl als "prasselnd" empfinden. Gerade wenn er hier als Baby schon schlechte Erfahrungen gemacht hat (da sind ja sogar die Fontanellen nur von Haut verschlossen) schlage ich vor: schaff sofort das Duschen ab. Haare ausspülen geht mit einem Becher genauso.

    Außerdem habe ich bei Sandra gute Erfahrungen mit einem Spiegel gemacht, so dass sie sich "selber" die Haare waschen kann oder zumindest "helfen". Auch Ausspülen macht sie inzwischen selber.

    Bei Sandra ist es immer ganz wichtig, dass sie sich einer Situation nicht hilflos ausgeliefert fühlt, sondern das Gefühl hat selber steuern und eingreifen zu können. Deshalb sind für Sandra auch Rituale ganz wichtig - mehr dazu weiter unten.

    Sie ist immer noch kein Fan von Wasser überm Kopf, aber mit viel Selber-Machen und viel Schwimmen im Schwimmbad ist es um Klassen besser geworden.

    Zu Deiner Frage zu Ritualen:

    Dein Mann ist hier völlig falsch gewickelt. Gerade weil Kinder so spontan sind und so im Hier-und-Jetzt leben, sind Rituale dringen nötig. Ein Kind kann nicht wie ein Erwachsener planen und kann keinen Zeitraum überschauen. Weder in der Zukunft noch in der Vergangenheit. Daraus entsteht gerade beim Kleinkind oft der Eindruck, dass Eltern sich "willkürlich" verhalten. Da gerade beim Kleinkind ja bekanntermaßen der eigene Wille sich prägt, kommt es dadurch zu heftigen Konflikten (Trotz-Phase).

    Rituale strukturieren den Tag, die Woche, das Jahr. Sie geben Orientierung im Strom der Zeit, sind Meilensteine. Je ritualisierter ein Tagesablauf ist, umso weniger Konflikte wird es geben. Denn Rituale sollen garnicht einengen, sie sollen Halt in einer Welt geben, die übervoll ist von Reizen und Erleben.

    Übrigens entstehen die heftigsten Trotz-Reaktionen oft in Situationen, in denen ein Erwachsener nicht erkannt hat, dass das Kind ein Ritual ablaufen lassen will und "willkürlich" in den Ablauf eingegriffen hat.

    Außerdem dienen Rituale auch dem Zusammen-Halt von Gruppen (und eine Familie ist eine starke Gruppe). Rituale müssen nicht starr ablaufen, man kann auch mal Ausnahmen machen. Je älter ein Kind wird umso wichtiger wird, dass es auch den Ablauf eines Rituals mitbestimmen darf.

    Wenn ihr euer Kind genau beobachtet, werdet ihr eine Vielzahl von Ritualen entdecken, die es selbst eingeführt hat. Meine Tochter etwa steht morgens auf und singt immer ein Lied und reißt sich den Schlafanzug vom Leib. Das ist ihr selbst erfundenes Aufsteh-Ritual.

    Auch Dein Mann hat sicher viele Rituale in seinem Leben - er ist sich ihrer nur nicht bewußt: frag ihn mal ob er sich erst die Zähne putzt und dann duscht oder umgekehrt. Und dann frag ihn mal ob er das jeden Tag gleich macht. Die meisten Menschen reagieren extrem aggressiv, wenn sie diese Reihenfolge mal nicht einhalten können. ;-)

    Es ist auch nicht wichtig, ob eure Familie Rituale lebt, wie sie alle oder die meisten leben. Es ist wichtig, dass es Rituale gibt und dass man zulässt, dass Kinder Rituale entwickeln. Das machen sie nämlich ganz von selbst, wenn man sie nicht stört. Rituale sind in allen Familien verschieden und das soll auch so sein, das ist gut so.

    Rituale helfen Kindern auch zu lernen: wenn das Anziehen ein Ritual ist und immer in der gleichen Reihenfolge läuft, lernt ein Kind es viel schneller, was die "sinnvolle" Reihenfolge beim Anziehen ist, und kann es früh selber "ablaufen" lassen.

    Wenn der Aufenthalt im Bad ein Ritual ist, also die Reihenfolge waschen-zähneputzen-kämmen-eincremen immer gleich ist, wird Dein Kind schneller lernen, sich selbst zu versorgen, ohne einen Schritt zu vergessen. Sandra fragt immer nach der Mütze, auch wenn es draußen warm ist. Die Mütze gehört einfach zu ihrem "wir-gehen-raus-Ritual". Lieber zieht sie sie draußen aus, als sie garnicht erst aufzusetzen. Sie hängt an diesem Ritual, es gibt ihr Halt.

    Wenn Eltern Rituale nicht zulassen würden, würden sie ihr Kind regelrecht "zwingen" ein Baby zu bleiben. Denn ein Kind kann nicht planen. Somit sich nicht regelrecht selbst versorgen. Es braucht Rituale, um die ersten Schritte in die Selbständigkeit zu schaffen. Rituale sind keine Zäune, keine Grenzen, sie sind Brücken in die Selbständigkeit.

    Alles Liebe
    Petra
     
  8. AW: Rituale und Haare waschen

    Hallo!


    Ich denke, alles wichtige zum Tagesablauf ist geschrieben, wir haben auch feste Zeiten, und die Geschichte im Bett. Seit wir das haben geht alles irgendwie glatter, außerdem ist Junior jetzt schon ein ziemliches Gewohnheitstier, daß an dei Zeiten gewöhnt ist.

    Haarewaschen war bei uns auch ein Thema, phänomenal und ohne Tränen geht es mit diesem Schutzschirm (Babywalz, glaub ich) und vor der Brause hat Max auch Angst, da findet man eben einen Becher oder Badewannenspielzeug, das geht prima!

    Grüße

    Jan
     

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