Habt ihr auch...

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von derpirnaer, 10. Juni 2004.

  1. ein "taubes" Kind?

    Ich weiß nicht was ich noch machen soll, aber Max reagiert in keinster Weise auf :Geh da weg!, oder: Komm jetzt bitte hierher!

    Man hat das Gefühl, daß es an einer Mauer vor ihm abprallt, da hilft auch kein lautes Reden oder so.

    Hilfe!! Bitte!!


    Jan
     
  2. Unseres ist nicht taub. Aber ob ein freches "Neehee" so viel besser ist ... :???: 8O
     
  3. :winke: Jan,

    ich hoffe, ich kann ein bisschen helfen, Hannah ist auch gerne mal auf einem Ohr taub gewesen.

    Erstens benutze ich diese Anweisungen nur im Ernstfall, also wenn ich nur möchte, dass sie zu mir kommt, dann frage ich nur nett, ob sie mal hier her kommen kann. Das kann sie selbstverständlich auch ablehnen. Aber wenn ich sage: Hannah, komm bitte hierher, dann muss sie auch kommen, sonst hole ich sie ohne einen Kommentar ab, worauf sie ganz allergisch reagiert. Das klappt inzwischen sehr gut, sie kann an meiner Formulierung erkennen, worum es geht.

    Zweitens: wenn es um etwas Gefährliches geht (in Steckdosen fassen, etc.), dann brülle ich auch schon mal ein NEIN, VORSICHT. Da erschreckt sie sich furchtbar, und ich kann ihr erklären, dass das Aua macht. Das kann sie gut verstehen (denn was Aua ist, weiß sie ja schließlich) und hält sich daran. :jaja:

    Kati
     
  4. :jaja: habe ich auch :)

    Das einzige Indiz, daß mit ihrem Gehör alles stimmt ist ein gelegentliches "Nein - Kopfnicken"
    Wenn alles Reden nichts hilft und es um etwas Wichtiges geht, muß ich halt härtere Geschütze aufziehen und zwar wird mein Kleines dann kurzerhand vom Ort des Geschehen entfernt oder hochgenommen, meist wird meine Tat sofort mit riesigem Gebrüll und Wutausbruch honoriert und untermalt.

    LG
     
  5. Ihr Lieben,

    dazu kann ich nur sagen:
    nur sowas sagen, wenn es unbedingt nötig ist, sonst setzt die "Muttertaubheit" ein. Eine schlimme Krankheit, die Kinder entwickeln, wenn man zuviel an sie ranlabert :)
    Bei meiner Tochter ist es auch so, dass das Wort "bitte" einen Satz nicht so "ernst"macht. Wir Deutschen sagen zu allem gerne "bitte" und "danke" und "bittedanke" auch wenn´s gar nicht nötig ist. Ein freundliches "Komm her, ich möchte dir die Schuhe zubinden" reicht völlig aus.
    "Geh da weg" finde ich auch ziemlich unhöflich, wenn man dazu nichts mehr sagt. "Geh zur Seite, ich möchte die Lade zumachen" ist doch viel mehr aussagend, als ein "Geh weg."

    Grüßles Kerstin
     
  6. Ich denke, das kennt Jeder von uns früher oder später. Ob es nun "ein nicht hören wollen" ist oder nicht, ich würde auf jeden Fall erst einmal das Gehör überpfüfen lassen, und nie eine böse Absicht unterstellen.

    Manchmal sind die Kinder so vertieft in ihre Tätigkeit, dass sie um sich herum nichts wahrnehmen. Das ist grundsätzlich eine gute Eigenschaft, denn sie ist Vorbedingung für ein gutes Konzentrationsvermögen.

    Manchmal steht ein so fester WILLE dahinter, ein Drang, etwas zu erkunden, dass sie auf akustische Signale nicht reagieren. Das ist auch grundsätzlich eine gute Eigenschaft, denn durch ihre Neugierde entdecken die Kinder die Welt und lernen sie kennen.

    Kleine Kinder reagieren oft nicht auf akustische Signale und es steckt keine böse Absicht dahinter. Meistens muss man erst bewussten Kontakt herstellen: muss man einfach hingehen, sie berühren, ihnen damit zeigen. dass man sie anspricht, Blickkontakt aufnehmen...

    Ich empfehle als Lektüre: Deutlich reden wirksam handeln von Frau Defersdorf.

    http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3451048299/qid=1086945612/sr=2-1/ref=sr_aps_prod_1_1/302-5020205-7675244/schnullerfami-21

    In einem Kapitel schreibt sie sehr schön: Die drei A's: Ansprechen, Anschauen, Atmen. Das bedeutet: Das Kind ansprechen, anschauen oder sonst irgendwie sicherstellen, dass das Kind aufnahmebereit ist für das, was man ihm sagen möchte (Eine Frage der Konzentration, der Hinwendung) und einmal atmen, bevor man zu dem Kind spricht. Das geht auch aus der Ferne, ohne anschauen: Rufen, Nachfragen, ob das Kind zuhört und erst dann sprechen. Dann reicht einmal sagen und es ist angekommen.

    Probiert es mal aus, das geht erstaunlich gut.

    In Gefahrensituationen hat man dazu natürlich keine Zeit, da muss schnell gehandelt werden. Um so wichtiger ist es, nicht zu oft zu laut und viel auf die Kindern einzureden, denn dadurch stumpfen sie dafür ab.

    Liebe Grüße
     
  7. La Bimme

    La Bimme Leseratte
    Moderatorin

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    Ich kriege einen Satz ohne "bitte" gar nicht raus :)
    Ehrlich, wenn ich das mal versuche vor mich hin zu sprechen, Kerstin, dann hab ich das deutliche Gefühl, es fehlt was. Ich bin echt deutsch in der Beziehung!

    Ich behalte das bitte auch deshalb bei, weil ich möchte, dass Fridolin auch eher so spricht.

    Wir machen es exakt wie Kati und haben damit gute Erfahrungen. Er kommt mittlerweile tatsächlich (meistens). Dass manchmal der letzte Stein noch auf den Turm raufmuss oder so, toleriere ich, solange er dann wirklich gleich danach kommt.
    Nur da "Vorsicht"-Brüllen lässt ihn kalt.

    Liebe Grüße
     
  8. Kenne ich. Am schlimmsten ist es, wenn sie mir mal wieder die Blätter von den Blumen abpflückt. :jaja:

    Gruß Melanie :muh:
     

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