Gedichte & Gedanken Der stählerne Himmel

Buchstabensalat

Lebenskünstlerin
16. Juli 2003
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ganz dicht vorm Monitor
www.portraitfee.de
Der Himmel lastet schwer auf meinen Rücken,
er ist aus Stahl, mit Wänden rundherum,
die Wände kann man nicht verrücken,
der Druck des Himmels macht mich stumm.

Sie hat die Welt mir zugeschlossen,
den Weg hinaus mit Angst versperrt,
wenn ich davon wollt' mich zurückgestoßen,
und in die Zweifel mich gezerrt.

Sie sprach, mir könne nichts gelingen,
ich konnte alles, reichen tat es nicht.
ich wollte ihre Liebe doch erringen,
doch ihre Hand traf hart in mein Gesicht.

Ich hab gekämpft, gebeten und gebettelt,
ich hab ihr meine Liebe doch geschenkt!
Sie sagt, ich hätt den Streit doch angezettelt,
und außerdem sie furchtbar noch gekränkt.

Sie kann nichts tun, sie ist nicht mehr mein Meister,
der Himmel müßt' nicht stählern sein,
doch was sie tat, das wirkt mir nach viel dreister:
denn selber halt ich mich heut klein.

Und ja, vielleicht ist's wehleidig' Gewimmer,
vielleicht war alles noch normal,
bestimmt geht's vielen noch viel schlimmer,
und doch, für mich war es -
 
Zuletzt bearbeitet:

Heidi

coole Mama
14. Dezember 2003
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AW: Der stählerne Himmel

Mir fehlen die Worte, du hast es so wunderbar ge(be)schrieben.........

Ein weiterer Schritt DICH zu befreien, du schaffst das!

Fühl dich gedrückt.

Heidi
 
E

Enie

AW: Der stählerne Himmel

Lass' Dich mal drücken. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, besonders für die nächste Zeit - dass der Himmel lichter und leichter wird.
 

Susala

Prinzessin auf der Palme
14. Juli 2004
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AW: Der stählerne Himmel

:heul: :bussi:

So traurig. So klare Worte und so gut zu verstehen auch für jemanden, der das Glück hat es sonst nicht zu verstehen. Danke, dass Du es uns lesen läßt.
 
P

Paulchen

AW: Der stählerne Himmel

Meine Güte, du bist so unglaublich kreativ, kannst mit malen, bildhauern, schreiben und dichten deine Gefühle so wunderbar ausdrücken. Ich freue mich schon mal für dich im voraus auf die Zeit, wo der stählerne Himmel in die Ferne rückt und du nur noch ab und zu einen ungläubigen Blick auf ihn wirfst.

Ich find dich einfach wunderbar - hab ich dir das eigentlich schon mal geschrieben?

:bussi: Katja
 

Wölfin

Gehört zum Inventar
29. Juni 2008
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in einer wunderschönen Landeshauptstadt
AW: Der stählerne Himmel

Ich find dich einfach wunderbar - hab ich dir das eigentlich schon mal geschrieben?

*unterschreib*

Du schaffst es, du hörst auf dich selber klein zu halten und irgendwann wirst du sehen, dass der Himmel genauso wunderschön ist wie du selber, wie dein Leben!
Es ist, als hätte man eine Brille auf, die einem jemand anderes aufgesetzt hat. Man sieht das, was der andere sieht, gefiltert durch diese fremde Brille.
Irgendwann nimmst du vorsichtig die Brille ab und siehst, dass es gar nicht so ist, wie man dir immer sagte. Du hast immer genug geben, nie zu wenig. Und du hast nie Prügel verdient, es war die Hilflosigkeit des anderen.

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit.