Anonyme Bewerbungen, wie soll das denn gehen...

helenahg

Familienmitglied
8. April 2009
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Wo auch schon die alten Römer waren
Anonyme Bewerbungen
Bewerbung ohne Namen, ohne Bild und ohne Alter:
http://www.golem.de/1008/76995.html

Kann mir ja nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Muss man dann in seinen Arbeitszeugnissen persönliche Daten schwärzen? Und ist es besser, wenn die Diskriminierung dann erst nach dem Vorstellungsgespräch statt findet? Dann hat man demjenigen wenigstens erst mal unnötige Hoffnung gemacht.

OK, es mag ein paar Ausnahmen geben, die sich so gut im Gespräch verkaufen können, dass sie trotzdem genommen werden. Aber wahrscheinlich gibt es auch welche, die nicht mehr genommen werden, weil das freundliche Lächeln auf dem Foto fehlt.
 

lulu

Königin der Nacht
21. Juni 2002
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AW: Anonyme Bewerbungen, wie soll das denn gehen...

Ich bin dafuer :jaja:.

Mein neuer Arbeitgeber hat "halbanonyme" Bewerbungen. Das Geburtstdatum ist irgendwo in den standartisierten Bewebungsforumlaren anzugeben, der Name auch, aus dem ja oft das Geschlecht abzulesen ist, und die Daten der berufsqualifizierenden Abschluesse auch. Allerdings wird grossen Wert darauf gelegt, das Geburtstdatum nicht als pro oder kontra Kriterium zu benutzen. Ich finde das gut so, so haben mir weder meine drei Kinder noch meine jahrelange "nur"-Teilzeit-Berufstaetigkeit im Weg gestanden, sondern viel wichtiger war, dass ich in einem aehnlichen Bereich schon lange Erfahrung vorweisen konnte.
Arbeitszeugnisse wurden gar nicht angefragt. Erst nach der Zusage fuer die finale Gehaltseinstufung (die auf Jahren Berufserfahrung basiert).


Lulu
 

helenahg

Familienmitglied
8. April 2009
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Wo auch schon die alten Römer waren
AW: Anonyme Bewerbungen, wie soll das denn gehen...

Wenn es so läuft, ist es ja toll. Ich würde mich freuen, wenn mehr Unternehmen auf solche Sachen keine Wert legen. In Deinem Fall haben sie sich das ja selbst auferlegt, weil sie der Meinung sind, dass Alter und Geschlecht keine Rolle spielen. Aber leider denkt nicht jeder so, und dann ist es doch spätestens bei der Begrüßung zum Gespräch schon gelaufen.

Ich denke nur, dass es schwierig ist, die in dem Artikel angesprochene Anonymität zu realisieren. Da braucht man ja ein Postfach, denn wie soll man sonst eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen, ohne Namen?
 

lulu

Königin der Nacht
21. Juni 2002
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AW: Anonyme Bewerbungen, wie soll das denn gehen...

Ohne Namen ist es natuerlich schlecht. Aber z.B. P. Meyer waere ja doch moeglich, oder? Die Einladung zum Gespraech koennten dann lauten "Sehr geehrte(r) KandidatIn Meyer" :hahaha:.

In unserer und der Schwesterabteilung, etwa 90 MitarbeiteInnen zusammen, arbeiten etwa 2/3 Frauen. Ich schaetze, das liegt auch an der Art der Arbeit, dem Jobprofil. Unsere Abteilungsleiter, allerdings, sind Maenner. Das liegt vermutlich auch an dem Profil, das fuer diese beiden Stellen gesucht wurde. Vorherige Karriere, Managementerfahrung etc.

Jetzt interessiert es mich schon, wie das Geschlechterverhaeltnis der Interviewten ist. Ob von Anfang an mehr Frauen eingeladen werden, weil sie eher relevante Joberfahrungen haben, oder ob sie sich im Gespraech besser verkaufen.

Lulu
 
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helenahg

Familienmitglied
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Wo auch schon die alten Römer waren
AW: Anonyme Bewerbungen, wie soll das denn gehen...

Ohne Namen ist es natuerlich schlecht. Aber z.B. P. Meyer waere ja doch moeglich, oder? Die Einladung zum Gespraech koennten dann lauten "Sehr geehrte(r) KandidatIn Meyer" :hahaha:.

Nette Variante, hört sich irgendwie doof an. Aber mal im Ernst, bei M. Yilmaz hat man das Problem der Diskriminierung ja möglicherweise auch wieder.

In unserer und der Schwesterabteilung, etwa 90 MitarbeiteInnen zusammen, arbeiten etwa 2/3 Frauen. Ich schaetze, das liegt auch an der Art der Arbeit, dem Jobprofil. Unsere Abteilungsleiter, allerdings, sind Maenner. Das liegt vermutlich auch an dem Profil, das fuer diese beiden Stellen gesucht wurde. Vorherige Karriere, Managementerfahrung etc.

Jetzt interessiert es mich schon, wie das Geschlechterverhaeltnis der Interviewten ist. Ob von Anfang an mehr Frauen eingeladen werden, weil sie eher relevante Joberfahrungen haben, oder ob sie sich im Gespraech besser verkaufen.

Lulu

Ich vermute mal, dass es einfach mehr weibliche Bewerber auf das Stellenprofil gibt (was macht die Schwesterabteilung?). Es gibt halt einfach typische Männerdomänen und Frauendomänen. Bei meinem Studiumgang war der Frauenanteil damals 7 %. Im Job spiegelt sich das ebenfalls wieder.

Und was natürlich gerade die Leitungsfunktionen betrifft, ist es eben oft noch so, dass da häufiger Männer sitzen. In vielen Firmen ist ja noch die Meinung vertreten (ob bewußt, oder unterbewußt), dass Frauen schwanger werden können. Und wenn man mal eine Babypause (oder mehr) hatte, ist es auch nicht leichter an entsprechende Positionen zu kommen. Da interessiert leider nicht, dass (Mehrfach-)Mamas gelassener und besser organisiert sind, bzw. auch Männer zuhause bleiben können.
 

Jaspis

Golden Girl
12. März 2008
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AW: Anonyme Bewerbungen, wie soll das denn gehen...

Ich bin absolut dafür :jaja:

Hab mal vor ner Weile gelesen, dass es in gewissen Ländern schon Standard ist halbanonyme / anonyme Bewerbungsverfahren zu machen.

:winke: J.
 

helenahg

Familienmitglied
8. April 2009
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Wo auch schon die alten Römer waren
AW: Anonyme Bewerbungen, wie soll das denn gehen...

Gut fände ich das auch. Besser fände ich, wenn Vorurteile aus den Köpfen verschwinden. Denn wie gesagt, wenn man niemanden will, der über 50 ist, weiblich oder nicht deutsch, dann hilft das leider nicht, denn beim Vorstellungsgespräch wird spätestens gesiebt.
 

lulu

Königin der Nacht
21. Juni 2002
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AW: Anonyme Bewerbungen, wie soll das denn gehen...

Ich vermute mal, dass es einfach mehr weibliche Bewerber auf das Stellenprofil gibt (was macht die Schwesterabteilung?).
Nee, ganz so ist das nicht. Die zum Interview Eingeladenen werden aus Datenbanken, fuer die sie sich qualifiziert haben, herausgefiltert. Bei den Testverfahren, um in diese Datenbanken zu kommen, sind die Jobprofile noch so vielseitig, dass ich mir keinen Frauenueberschuss vorstellen kann. Bei uns arbeiten Menschen aus allen moeglichen (akademischen) Sparten von der Ingenieurin bis zum Historiker. In den Sekretariaten sitzt tatsaechlich nur ein Mann, und die interne Post, wird auch von einem Mann gebracht und abgeholt. Und der Teppich im Eingangsbereich wird von einem Mann gesaugt. Bei der Security hingegen sieht man nur eine Frau.

Lulu