Abstillen, wie?

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Nehlsen

Hallo Ute,

schweren Herzens habe ich mich entschlossen nicht mehr zu stillen, sondern die Flasche zu geben. Durch eine Gebährmutterentzündung muß ich Medikamente nehmen und nun wird meine Milch immer weniger bzw. schwankt in der Menge. Meine Brust tut nur weh, ich fühl mich völlig gestreßt, da der Lütte (am 19.12.02 geboren) alle 2 bis 2 1/2 Stunden Hunger hat (auch Nachts) und nach einer Stunde stillen immernoch Hunger hat und brüllt.

Nun meine Frage: wie stille ich ab?

Gruß Katja
 
Liebe Katja,

:herz: lichen Glückwunsch zum Baby und willkommen im Forum.

Wenn Du jetzt eine Gebärmutterentzündung hast schlaucht dich das ungemein - zumal nach Schwangerschaft und Entbindung sowieso die Uhren völlig anders ticken und der Körper viel Ruhe und auch Zeit nötig hat.

Vielleicht wäre ein Kompromiß im Moment die idealste Lösung. Zwischen ausschließlich stillen und abstillen gibt es einen sehr guten gangbaren Weg. Die Zwiemilchernährung. Das würde bedeuten, Du legst regelmäßig an, lässt die vorhandene Milch in Ruhe austrinken und fütterst dann mit dem Fläschchen eine pre Nahrung nach. Jetzt wo Du durch die Entzündung sehr mitgenommen bist übernimmt dein Mann die Abendflasche und kommt dein Schätzchen in der Nacht wirst Du genug Milch haben zum stillen. Denn bei einem erholsamen Schläfchen bildet sich auch schön die Milch nach. Sobald Du dich von der Entzündung erholt hast und der Stress nachgelassen hat wird sich sicherlich ein erfreulicher Rhythmus einstellen.

In dem Moment wo Du die Stillmahlzeiten hinaus schiebst und Flasche bevorzugt gegeben wird, stillst Du langsam aber sicher ab. Sollte der Abstillwunsch sehr sehr groß sein, kannst du dieses Bewusst steuern. Koche dir täglich zwei Tassen Salbeitee und halte Quark für kühlende Wickel bereit. Siehe www.babyernaehrung.de/wickel.htm :ute:

Wenn Du noch eine kleine Chance für euch siehst eine zufriedene Stillbeziehung eingehen zu können, dann versuche es ein paar Tage wie ich es oben vorgeschlagen habe. Regelmäßig einige Minuten stillen und bei Bedarf nachfüttern. Du wirst sehen nach ein zwei ruhigen Nächten (Papa soll zwischendurch mal Fläschchen geben) sieht die Welt viel rosiger und freundlicher aus. Auch die Brust(warzen) und Brüste gewöhnen sich an die Stillerei. :jaja:
Die ersten 4 - 6 Wochen sind einfach die härtesten - und wenn man eine Entzündung im Körper hat ist es dreifach schwer. Gönne dir viel Ruhe und nimm alle Hilfe an die Du bekommen kannst.

Gute Besserung und liebe Grüße
Ute
 
Hallo Ute,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Deinen Vorschlag mit der Zwiemilch Ernährung machen wir schon seit einigen Tagen. Mein Mann unterstützt mich total, macht die Flasche nachts fertig und füttert den Kleinen, beruhigt ihn wenn er schreit, geht sogar mit ihm aus dem Schlafzimmer, damit ich wenigstens ein bißchen schlafen kann. Trotzdem bin ich fix und fertig und kann nicht mehr. Wir haben miteinander gesprochen und ich nun werde ich abstillen. Ich glaube, es ist das Beste für uns. Der Lütte hat nach dem Stillen noch 50 ml aus der Flasche getrunken; seitdem schläft er tief und fest.

Wie sieht es eigentlich mit Abstilltabletten aus? Nimmt man diese einmal und die Milch ist weg? Wenn ich eine Mahlzeit auslasse, spannt meine Brust ziemlich doll und tut sehr weh. Auf jeden Fall werde ich Morgen Quark und Salbeitee kaufen.

Liebe Grüße
Katja
 
Liebe Katja,

wenn die Brust zwischen den MZ dolle spannt zeigt es eigentlich dass du gaaaanz toll Milch produzierst ......

Mit den Abstilltabletten würde ich persönlich auf keinen Fall arbeiten. Sie gehen total auf den Kreislauf und haben noch weitere heftige Nebenwirkungen. Ich habe im Sommer in einer Hebammenzeitungen einige Fallberichte gelesen (leider nicht kopiert) mit wirklich schlimmen Beschreibungen der Nebenwirkungen. Lass es lieber :-?

Trinke einfach einige Tassen Salbeitee, packe dir Quark zur Kühlung auf die Brüste - wie beschrieben - und beim Duschen den kalten Wasserstrahl über die Busen laufen lassen - ganz kurz nur - hilft einmal beim Druck und zum anderen reduziert es etwas die Milchbildung.

Und Ruhe, Ruhe, Ruhe einhalten. Klasse dass Du die volle Unterstützung durch deinen Mann hast. Lass dich also weiter verwöhnen. Fläschchen geben ist für die Vater-Kind-Beziehung gut :-D

Versuche ganz relaxt die Stillmahlzeiten zu geben - und wenn Du das Gefühl hast die Brust ist leer einfach abdocken, andere Seite austrinken lassen usw. ...... Und so wird jeden Tag weniger gestillt, seltener angelegt. Es dauert einige Tage bis Du abgestillt hast .... aber das schafft ihr gut. Einfach loslassen und verwöhnen lassen.

Lege die nächsten Tage in gestreckten Abständen an ...... die Nachfrage lässt die Milchmenge steigern oder senken.

Du kannst ja mal einen Zwischenbericht abgeben :jaja:

Liebe Grüße
Ute
 
Noch was,

der kurze 2 Stundenrhythmus zwischen den Mahlzeiten ist altersgerecht. Auch bei Fläschchen geben. Ein Baby kann, muss aber nicht länger durchhalten. Also nicht wundern :-D stillen/füttern :jaja:

Mamas und Papas holen :schnarch: am besten am Tag die fehlende Nachtschlafzeit nach .....

:winke: Ute
 
Hallo Katja,

bitte gib noch nicht auf.
Gönn dir einfach mal Ruhe und gehe das Stillen ruhig und entspannt an.
Du siehst, es wird sich einpendeln. :jaja:

Ein guter Weg im Moment ist für dich wirklich die Zwiemilchernährung. So wie sie dir Ute beschreibt. Das gibt dir die nötige Ruhe und nimmt dir den Stress.
Wie es danach aussieht, wenn du wieder zu Kräften gekommen bist, kann ich dir auch nicht genau sagen, aber eine Möglichkeit könnte sein, dass du doch irgendwann voll stillen kannst - alles ist möglich. Wirklich!


Dein Baby ist jetzt gerade mal 12 Tage alt, nicht?
Da kann sich noch nicht alles eingespielt haben. Das dauert seine Zeit.
Und es ist durchaus normal, dass ein Baby alle 2 Stunden kommt. Manche kommen alle drei Stunden, selten kommen so Kleine alle 4 Stunden, es gibt auch Mamas, die stündlich stillen. Auch hier ist alles möglich.

Ich habe, als meine beiden so klein waren, immer so gestillt:
ca. 20 Minuten an einer Brust, dann habe ich gewickelt, damit sie wieder wach wurden, und dann 20 Minuten die andere Brust.
Vielleicht trinkt er 1 Stunde, da er eindöst?
Lass Papa dazwischen mal wickeln, für dich eine kleine Pause und für den Kleinen zum Aufwachen. Vielleicht wird es so besser.

Welche Stillposition hast du?
Sehr angenehm fand ich das Stillen im Liegen! :jaja: Ich drehte mich im Bett auf die Seite und legte mein Baby Bauch an Bauch und stillte es. Dabei kannst du auch schön entspannen und ein wenig wegdösen.
(Als unsere Stillbeziehung schon weiter fortgeschritten war, schlief ich sogar richtig ein und wachte irgendwann mit einem schlafenden baby an meiner Seite wieder auf. :-) )



Wenn ich eine Mahlzeit auslasse, spannt meine Brust ziemlich doll und tut sehr weh. Auf jeden Fall werde ich Morgen Quark und Salbeitee kaufen.
Das zeigt eindeutig, dass du viel Milch hast! :jaja:
Kaufe dir Quark, zum Kühlen der Brust.
Den Salbeitee würde ich lassen. Und Stilltee, zur Milchbildung brauchst du auch nicht, sonst würde die Brust nicht spannen. Du hast Milch!!!



Eine Info möchte ich dir geben: Stillen folgt nach dem Prinzip: Angebot und Nachfrage. Und das klappt nicht sofort. Das muss dein Körper/deine Brust erst lernen. So richtig toll hat sich dieses Prinzip nach ca. 5 Monaten eingespielt, denn dann wird die Brust wieder "nur" weich und produziert nur noch die tatsächlich benötigte Milchmenge. Das habe ich zweimal bei mir und auch schon öfters bei Freundinnen so beobachtet.
Gib euch Zeit!
Ich kenne keine Frau, bei der das Stillen in den ersten vier Wochen auf Anhieb super und optimal geklappt hat. Beide müsst ihr es lernen - Du und dein Baby.


Zu deiner Brustwarze: Ja, das kann ganz schön weh tun! :jaja:
Hast du eine Nachsorge-Hebamme? Wenn ja, bitte sie um eine Salbe.
Sehr gut hilft die von der Firma Medela Purelan 100 heißt sie. Die bekommst du auch in der Apotheke.
Nach einiger Zeit gewöhnt sich die Brustwarze an das Stillen.
Eine gute Stillposition kann auch die Schmerzen lindern. Probiere es im Liegen aus!
Oder wenn du im Sitzen stillst: Achte darauf, dass das Baby Bauch an Bauch liegt. Dann muss es den Mund gaaanz weit aufmachen (vielleicht am Kinn vorher kitzeln) und dann muss es Brustwarze + Warzenhof in den Mund nehmen. Nicht nur die Warze allein. Ohr, Schulter und Hüfte sollten beim Kind eine gerade Linie bilden. Dann liegt es entspannt und zerrt nicht an deiner Brust.
Zum Lösen schiebst du deinen kleinen Finger in den Mundwinkel und löst das Vakuum. Dann erst das Baby wegnehmen - das schont auch die Brustwarze.


Und falls du heute schon Salbeitee getrunken hast und du doch weiterstillen möchtest: kein Problem!
Das spielt sich trotzdem wieder ein!


Falls du noch Fragen hast, kannst du dich gerne an mich wenden!!!
Ich helfe dir gerne!

Vor allem: Mach dir keinen Stress, gönn dir Ruhe und Entspannung! Das brauchst du jetzt!

Lieben Gruß Tati
 
Hallo Ute,

vielen Dank für Deine Tipps.

Seitdem ich mich entschieden habe nicht mehr zu stillen, gehts mir seelisch schon besser.

Meine Brust schmerzt nur noch und beim Stillen tut es am Anfang höllich weh und der Rest der Zeit ist sehr unangenehm. Deshalb pumpe ich tagsüber ab, das ist nicht so schmerzhaft.

Seit der Kleine die Flasche bekommt, ist er sehr friedlich und schläft gut. Nach dem Stillen hat er oft noch gebrüllt, ich denke mal, weil er Hunger hatte.

Ich werde versuchen so abzustillen, wie Du mir geraten hast. Am Donnerstag gehe ich lieber zu meinem Frauenarzt und lasse ihn die Brust mal kontrollieren, nicht dass sie entzündet ist.

Ich wünsche Dir einen guten Rutsch ins nächste Jahr.

Viele Grüße
Katja
 
Hallo Tati,

Danke für Deine lieben Worte.

Ich hab alles versucht, stille im liegen und sitzen, die Milch wird nicht mehr und meine Brust schmerzt nur noch. Die Milch wird leider auch nicht mehr, der Kleine hat danach immernoch Hunger. Für uns ist bestimmt das Beste, wenn er die Flasche bekommt, was nützt eine aufgelöste Mutter?

Ich wünsche Dir einen guten Rutsch ins nächste Jahr.

Gruß
Katja
 
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