Worte für die, die Abschied nehmen müssen

Dieses Thema im Forum "Gedichte & Gedanken" wurde erstellt von Britta, 29. Juli 2002.

  1. Himmelhoch wachsen die Bäume
    und kitzeln die Sterne
    Tausendschön blühen die Blumen
    und flüstern und lachen
    Wer pflanzte den Dornbusch?
    Wer säte die Disteln?
     
  2. Ich denke dafür ist auch der Liebe, manchmal auch "böse" Gott zuständig. Er holt sich die kleinen Engel, die er am liebsten hatte :-(
    Alles Gute Kareen
     
  3. Das kann man wirklich ausdiskutieren, aber ich werde es mir nicht anmaßen eine Mutter die grad Abschied nehmen mußte zu sagen, dass Gott doch eigentlich ganz lieb ist! Sind Deine Kinder wirklich 3 Monate auseinander??? :o
    Gruß
    Britta
     
  4. Hallo Britta,
    in unserer Familienvorstellung kannst Du unsere Geschichte in Kurzform nachlesen.
    Unsere Zwillinge kamen 12 Wochen zu früh zur Welt, Vincent ist uns geblieben, James starb nach 11 Tagen an einer Blutvergiftung. Beide kamen gesund zur Welt.
    Nach einem Jahr fange ich langsam an zu akzeptieren das wir ihn "verloren" haben.
    Aus Deinem Text war nicht zu erkennen, das Du gerade Dein Kind verloren hast. Als ich in Deiner Situation war (ich meine als es noch ganz frisch war) war ich nur auf der Seite von www.schmetterlingskinder.de
    Es geht mir nun ein bißchen besser und Vincent zeigt uns täglich, das Gott auch lieb sein kann.
    Der 15.06. in meiner Signatur ist das Geburtsdatum, der 04.09. der errechnete Termin. Wir haben nur diese zwei Kinder (Vincent und James)
    Ich wollte Dich auf keinen Fall mit meiner Antwort verletzen!
    Liebe Grüße Kareen
     
  5. Hallo,
    da habe ich mich wohl ganz falsch ausgedrückt! Ich habe kein Kind verloren aber mein Mitgefühl für Eltern die so etwas erleben ist so stark, dass mir richtig das Herz weh tut! Also entschuldige bitte wenn irgendwas falsch angekommen ist. Ich meinte, dass ich es in so einer Situation verstehen könnte, wenn Eltern Gott und die Welt in Frage stellen und das sagt der Text aus finde ich. Aber es scheint, als hätte bei Dir die Zeit und das Lächeln deines anderen Jungen die Wunden etwas geheilt und ich kann es nur bewundern dass Du Gott dafür wieder lieben kannst. Werde mir gerne Deine Familiengeschichte durchlesen und kann dir aber jetzt schon mein Mitgefühl versichern
    Ganz lieber Gruß
    Britta


    Als Trösterli noch eine kleine Geschichte:
    warum holst du mich jetzt zu Dir wo ich gestorben bin? Ich glaube, ich bin mein
    ganzes Leben lang ohne Dich ausgekommen. Ich habe nie etwas von Dir gemerkt."

    "Komm mit", sagt Gott, "ich will Dir etwas zeigen." Er führt den Mann zu einem
    großen Feld. Von dem einen Ende des Feldes führt eine Spur zum anderen Ende. Mal
    gerade, mal in Zickzack-Linien oder in großen Kurven, mal auf Umwegen, manchmal
    im Kreis. "Siehst Du die Spur?" fragt Gott den Mann. "Dein Leben hat diese Spur
    hinterlassen."
    "Ja ich erkenne die Spur", sagt der Mann, "aber woher kommt dieses zweite Paar
    Schritte neben meinen?"
    "Das sind meine Fußtritte", sagt Gott. "Ich bin die ganze Zeit neben Dir
    gegangen. Du hast es nur nicht gemerkt."
    "Aber hier", sagt der Mann, "siehst Du diese kurvige Strecke? Da ist nur ein
    Paar Schritte zu sehen. Gerade in der Zeit ging es mir so schlecht, und ich habe
    mich allein gefühlt. Damals hätte ich Dich wirklich gebrauchen können. Wo bist
    Du da gewesen?"
    In dieser Zeit", sagt Gott "als es Dir so schlecht ging, da habe ich Dich
    getragen"
     
  6. Sorry fehlt was

    Da wurde irgendwie der erste Satz der GEschichte abgeschnitten:

    Wo bist Du gewesen lieber Gott als es mir so schlecht ging? (Anne Christiansen)

    Ein Mann kommt zu Gott in den Himmel. "was soll hier bei Dir?" fragt der Mann.
    warum holst du mich jetzt zu Dir wo ich gestorben bin? Ich glaube, ich bin mein
    ganzes Leben lang ohne Dich ausgekommen. Ich habe nie etwas von Dir gemerkt."

    "Komm mit", sagt Gott, "ich will Dir etwas zeigen." Er führt den Mann zu einem
    großen Feld. Von dem einen Ende des Feldes führt eine Spur zum anderen Ende. Mal
    gerade, mal in Zickzack-Linien oder in großen Kurven, mal auf Umwegen, manchmal
    im Kreis. "Siehst Du die Spur?" fragt Gott den Mann. "Dein Leben hat diese Spur
    hinterlassen."
    "Ja ich erkenne die Spur", sagt der Mann, "aber woher kommt dieses zweite Paar
    Schritte neben meinen?"
    "Das sind meine Fußtritte", sagt Gott. "Ich bin die ganze Zeit neben Dir
    gegangen. Du hast es nur nicht gemerkt."
    "Aber hier", sagt der Mann, "siehst Du diese kurvige Strecke? Da ist nur ein
    Paar Schritte zu sehen. Gerade in der Zeit ging es mir so schlecht, und ich habe
    mich allein gefühlt. Damals hätte ich Dich wirklich gebrauchen können. Wo bist
    Du da gewesen?"
    In dieser Zeit", sagt Gott "als es Dir so schlecht ging, da habe ich Dich
    getragen"
     
  7. Obwohl ich einen gesunden Jungen habe (ich könnte ständig auf den Knien rutschen vor Dankbarkeit) kenne ich die Schmetterlingsseite und div. andere zum Thema verwaiste Eltern. HIER wimmelt es von mitfühlenden Menschen aber manchmal denke ich, ich bin fast krankhaft mitfühlend. Ich habe es mir echt schon mal angetan an einem freien Abend ohne Mann (man hätte endlich mal Schnulzen im TV gucken können bis zum Abwinken) mein Sohn schlummerte friedlich im Bett, die Flasche Rotwein war geöffnet und ich habe auf der Schmetterlingsseite bis spät in die Nacht bitterlich um jedes Kind und seine Geschichte geweint, was nicht mehr auf Erden ist. Habe zwar indirekt vieles erlebt... mein Neffe wurde in der 29. Woche mit 4-5 Wochen Wachstumsrückstand durch Plazentaauflösung mit 570 Gramm geboren. Doch schon direkt, schließlich das Kind meines Bruders... ich habe 15 kg abgenommen vor Angst um das Kind... andere Freunde mußten eine Frühgeburt beerdigen, eines war eine Fehlgeburt und die letzte Frühgeburt brabbelt jetzt glaub ich fröhlich vor sich hin... für all diese Kinder habe ich unzählige Tränen geweint als wären es meine eigenen. Mein Neffe ist übrigens heute ein kerngesunder 6 jähriger der schon 8 km Fahrrad fahren kann... und wieder könnte ich nur auf den Knien rutschen vor Dankbarkeit... aber ich wünsche mir oft eine dickere Haut...
    Warum ich solche Texte habe? Auch ein bißchen krank von meiner Mama und mir... wir setzen uns intensiv mit unserem Tod auseinander, ich weiß jetzt schon welche Lieder meine Mama sich auf ihrer Beerdigung wünscht (sie ist 54 und quicklebendig!) und wenn wir einen schönen Text bei einer Todes- oder auch Geburtsannonce sehen, werden die halt ausgeschnitten. Etwas krank, ja? Aber ich habe vor zehn Jahren ganz plötzlich eine Freundin verloren, da war so vieles ungesagt... so dass ich daraus gelernt habe 1. zu Lebzeiten wichtigen Menschen zu sagen wie lieb ich sie habe und 2. mich mit meinen nächsten Angehörigen über den Abschied auseinanderzusetzten... jetzt komme ich von Hölzchen aufs Stöcksken...
     

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