Wieviele Zugeständnisse beim Essen?

Dieses Thema im Forum "Ernährung ab dem 1. Geburtstag ins Kleinkindalter" wurde erstellt von RTA, 15. Oktober 2003.

  1. RTA

    RTA Blumenfee

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    HAllo,

    ich weiß nicht genau, ob wir ein Erziehungs- oder ein Essens-Problem haben, deshalb poste ich mal in beiden Foren :)

    Tabea war früher ein recht unkomplizierter Esser.
    Aber nun macht sie total Zicken. Und zwar geht es ums Gemüse (worum auch sonst ) :???:

    Sie mag rohe Tomaten und rote Paprika (in jeder Form) und das wars, zumindest behauptet sie das
    :-? Sie probiert jedesmal beim Essen schön artig ihr Gemüse und verzieht dann das Gesicht und sagt, sie mag es nicht.

    Ich gestehe ihr ja zu, daß sie nicht alles gerne ißt. Grünkohl oder Spinat mochte sie noch nie und braucht es auch nicht essen. Da koche ich dann auch extra für sie, das finde ich OK, aber alles andere???

    Wenn ich ihr nichts extra gebe und sie machen lasse, dann ißt sie nur Fleisch/Ei/Fisch, Nudeln und evtl. mal Kartoffeln Und das macht sie so lange, bis es wieder Paprika oder Tomaten gibt.

    Aber gerade im Winter, wenn diese Gemüse so teuer sind kann und will ich das nicht 2 mal pro Woche machen, nur damit sie etwas ißt.

    Wie soll ich denn nur damit umgehen?
    Reicht es aus, wenn ich sie gewähren lasse und ihr Obst als Ausgleich gebe? Da mag sie fast alles!

    Und wie mache ich das dann mit den Süßigkeiten? :???:
    Eigentlich gilt, bei uns, wer mittags nicht ordentlich gegessen hat, bekommt sowieso nichts.
    Aber zwinge ich sie damit nicht, etwas zu essen, was sie "angeblich" nicht mag? Das will ich eigentlich auch nicht, aber wie finde ich heraus, ob sie nur so tut, oder ob sie es wirklich nicht mag?

    Klar, manchmal kann ich ihr Gemüse untermogeln, in Tomatensoße kommt bei uns z.B. immer noch Möhre oder Kürbis rein Aber wie empfindet sie das dann? Sie sieht nicht, daß sie Gemüse gegessen hat (wenn ich ihr das sage, ißt sie es nicht) und bekommt trotzdem NAchtisch?

    Wir essen immer zusammen und auch alle das Gleiche.

    Ach mensch, so was Blödes

    Hat jemand ein paar Tips für mich?

    LG
    Regina
     
  2. hallo regina,

    das ist eine sehr schwierige frage. die gratwanderung zwischen erziehung und zwang oder desinteresse ist sehr schmal. meine grosse hatte phasenweise nur rotes oder grünes gemüse gegessen, eine totale abneigung gegen pilze usw. jetzt isst sie eigentlich fast alles, mal mehr, mal weniger gerne - ausser spargel, aber den mag ich auch nicht :) ein jahrelanger kampf um das essen habe ich schon hinter mir, jetzt bin ich schlauer und meine devise heisst: bloss kein stress! :)

    ich habe es so gehandhabt, dass flavia immer probieren musste und wenn es nicht geschmeckt hat, durfte sie das auslassen. sie durfte zb die tomaten aus der sosse herausnehmen, oder nur den kartoffelbrei mit fleisch essen und die tomatensosse auslassen, wenn es gerade etwas mit tomaten gab (tomaten hat sie viele jahre gehasst ABER den ketchup geliebt :eek:). "will ich nicht, schmeckt mir nicht" ohne zu kosten gibt es bei mir nicht! manchmal habe ich zweierlei gekocht, weil ich sehr gerne pilze mag und die zu der schwarzen liste von flavia gehörten. eine schwarze liste war erlaubt, d.h. ein paar speisen oder zutaten die sie gar nicht essen musste. wenn es diese speisen gab, hat sie etwas anderes bekommen.

    ich bin am besten gefahren mit teilgeständnissen, die lassen sich auch kochteschnisch am besten umsetzten. zb wenn es nudeln gab, durfte flavia, wenn ihr die sosse wirklich nicht geschmeckt hat, die nudeln mit ketchup essen (probieren vorher war die voraussetzung). weil ich die nudeln eh in butter geschwenkt hatte, hat das auch so gepasst ;-) oder wir hatten kartoffeln, dann durfte sie brokkoli dazu essen (das hat sie geliebt), anstatt mamas pilze. ich habe immer geschaut, dass zumindest eine sache dabei war, die flavia einigermasse gemocht hat, aber auch dass sie zumindest eine sache vom tisch isst und nicht alles verweigert. das ist mir wichtig, weil darauf kann man erzieherisch etwas aufbauen.

    die süssigkeiten habe ich eine zeitlang am guten essen mittags gekoppelt, dann aber nicht mehr. ich wollte sie nicht damit belohnen wenn sie gegessen hat. später (und heute bei laurin) galt: wenig gegessen=wenig nachtisch (kein essen=kein nachtisch). ich unterscheide auch zwischen nachtisch und nachtisch: ein keks, obst oder evtl. kuchen am nachmittag ist ok, auch unabhängig von der essmenge mittags, ein pudding, eis, bonbons oder schoko dagegen nicht. das heisst aber nicht, dass wenn die kinder auf sparflamme leben, sie keine süssigkeiten mehr bekommen sollen. wenn laurin phasenweise sehr wenig isst, gibt es schon schoko, aber nicht täglich.

    verstecke einfach das andere gemüse in einer tomatensosse, wo liegt das problem? oder du gibst auf jedem essen ein paar tomaten/paprikascheiben drauf. macht mal ein kompromiss (du kannst ruhig das thema "teuer im winter" erwähnen!), indem sie 2-3 löffel sonstiges gemüsse isst und den rest darf sie tomaten essen. sie probiert von allem und das finde ich wichtig, weil irgendwann wird sie anderes gemüse auch toll finden :jaja:

    ich glaube nicht, dass kinder "angeblich" etwas nicht mögen, sie mögen das zeug wirklich nicht. ich glaube daran, weil diese phasen wirklich lange dauern, was untypisch für kinder ist. ich glaube auch, die kindliche zunge samt geschmacksnerven ist ein selbstständiges organ, extra gemacht um eltern zu ärgern :-D

    liebe grüsse,
    gabriela
     

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