wie kann ich ihn unterstützen? lang

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von Steffi, 10. Januar 2008.

  1. Steffi

    Steffi Gehört zum Inventar

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    hallo,

    ich brauch mal eure meinung.
    janto ist zu hause ein "ganz normaler" junge.
    in neuen situationen hat er aber probleme.
    beispiel kiga:
    er mochte am anfang nicht dort hin, hat sich mit händen und füßen gesträubt. nach einiger zeit ist es aber ok gewesen und nun geht es gerne hin.
    ABER er steht immer noch eher abseits und beobachtet die kinder. die "wilderen" kinder machen ihm immer noch angst. im kiga können die kinder wenn sie wollen nach draußen gehen um dort zu spielen, janto hat dieses angebot bisher (seit september 07) nicht genutzt. auch können die kinder nach oben gehen in den bewegungsraum, auch dort geht er nur selten alleine hoch (also ohne erzieherin).
    er hat sich bisher noch nicht verabredet. die anderen kinder machen das. wenn ich ihn frage mit wem er gespielt hat, sagt er mir meistens mit niemanden (auch wenn es nicht stimmt)

    ein anderes beispiel:
    meine freundin kommt mit ihren kindern zu besuch (7 und 11 jahre) janto mag die beiden mädchen total gerne und spielt auch richtig toll mit denen. nun hat die jüngere eine freundin mitgebracht, auch ein total liebes ruhiges mädchen. janto hat sich geweigert mit denen ins spielzimmer zu gehen. ichweiß, dass er total gerne gegangen wäre, aber nicht konnte wg dem fremden mädchen.

    noch ein beispiel
    wir waren bei verwandten zu einem kindergburtstag eine geladen.
    das mädchen hatte 2 kinder eingeladen die janto fremd waren und deshalb ist er nicht zu den kindern gegangen.
    später war dann ein jongleur da, janto war die ganze zeit bei mir oder einem verwandten auf dem arm. er war total ängstlich und hatte auch stress. wir wurden dann zum mitmachen angehalten. runa und ich haben es auch versucht, aber janto hat so stark geklammert, dass war für uns beide echt anstrengend. dieser mann hat dann noch diese luftballontiere gemacht. die kinder mussten sich anstellen und durften sich dann ein tier wünschen. das ging bei janto gar nicht. ich hab mich dann mit ihm angestellt und er hat mir das tier genannt damit ich es für ihn organisiere.

    oder:
    wird er zb. beim einkaufen von fremden angesprochen verkriecht er sich und guckt sie böse an, manchmal "schlägt" er nach ihnen nach dem motto lass mich in ruhe, geh weg.

    das sind jetzt nur ein paar beispiele ich die liste mit noch so vielen dingen füllen.

    ich weiß nicht wie ich dem begegnen soll.
    manchmal denke ich, ich bin für ihn da und zeige ihm wie man so eine situation meistern kann, sollte
    manchmal denke ich, nee da muss er jetzt durch, wie will er sich denn behaupten wenn ich ihm alles abnehme.

    es tut mir immer so leid, zu sehen wie er sich selber im weg steht und dadurch so viel verpasst..

    kennt es jemand von euch? wie verhaltet ihr euch? wie helft ihr euren kindern?

    ich hoffe es ist nicht zu wirr geschrieben :(

    steffi
     
  2. Elchen

    Elchen Aufraffbremse

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    AW: wie kann ich ihn unterstützen? lang

    Aaalso, wo fang ich an? Yannick ist ja schon über 5 und bei ihm verhält es sich fast genauso. Inzwischen spielt er mit anderen Kindern und verabredet sich auch, aber nur 2-3 verschiedene Kinder. Bei uns in der Straße wohnen noch etliche Kinder, auch in seinem Alter, die treffen sich immer auf der Straße zum Kreide malen, Kettcar fahren etc, nur Yannick fehlt. Wenn sie ihn holen wollen, verkriecht er sich und sagt."Keine Lust." Aber fremde Kinder (z.B. im Urlaub) gehen gar nicht. Dann klebt er nur an mir. Das schlimmste ist, wir ziehen nächste Woche 400km weit weg. Da geht er auf keinen Fall in den KiGa und zur Schule will er sowieso auch NIEEE! (seine Worte) Ich weiss auch nicht was ich mit ihm machen soll. Ich habe auch nicht wirklich die Zeit, und auch nicht die Lust, mich den ganzen Tag mit ihm zu beschäftigen. Ich weiss damit habe ich dir nun nicht wirklich geholfen, aber du siehst, es gibt auch andere Kinder die so sind. Und mich persönlich "beruhigt" sowas immer ein wenig!
     
  3. Steffi

    Steffi Gehört zum Inventar

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    ja es tut gut zu wissen, dass es noch mehr "solcher" kinder gibt.
    mir fehlen manchmal echt die nerven dieses klammern zu ertragen. es hift auch nicht, um ihm die situation zu erleichtern..
     
  4. Elchen

    Elchen Aufraffbremse

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    Bei Yannick habe ich manchmal das Gefühl, er möchte wieder in mich reinkrabbeln. Selbst wenn er nicht klammert, sondern nur TV guckt o. ä. hängt er mir so nah an der Pelle, dass ich fast Platzangst kriege. Er will auch noch ganz viel an der Hand laufen. Dabei kann er auch anders sein, nämlich frech und wild und laut... halt "normales" KInd! (zwar selten wenn ich dabei bin, aber....)
     
  5. Lucie

    Lucie Lohnt sich! Wehmiowehmioweh

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    viel zu weit weg vom Meer
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    Hallo,
    ich hatte auch "so einen"... er ist Jahrgang 03, also ein Jahr älter wie Janto... es kommt mir vieles bekannt vor aus Deinen Schilderungen, oder aber wir hatten austauschbare Situationen z.B. alle Kinder aus der Nachbarschaft spielen in seinem Spielhaus - er bleibt draussen, ist ihm zu viel, zu laut, zu eng, zu unübersichtlich...
    "hatten" aber deshalb weil es sich sehr gelegt hat... mehr oder weniger von alleine, einfach durch die zunehmende Reife und auch den Kindergarten...

    am Anfang hat er sich im Kiga auch nur abseits gehalten, Angst vor Älteren insbesondere lauten Kindern. Verabredungen trifft er bis heute noch nicht. Da gibts aber viele Kinder, ich glaub die Verabredungstypen sind in diesem Alter eher noch die Ausnahme...
    neue "fremde" Kinder... ganz schwierig. Da mal lieber bei Mama bleiben. Inzwischen nicht mehr, aber er zeigt dann Abwehrhaltung.
    Vieles hat sich von ganz alleine gegeben. Er brauchte die Zeit, zum Beobachten und Abschätzen.
    gib ihm einfach das Gefühl, es ist o.k. wie es und wie er ist... es gibt nun mal introvertiertere Kinder. Aber diese beobachten in der Regel sehr genau und haben ein gutes Gespür, auf wen sie sich dann am Ende einlassen.
    Ich fand das einesteils zwar auch ab und an lästig aber andererseits freute es mich auch, dass er sich nicht überall kritiklos reinfügte sondern erst mal sondierte. Heut tritt er meist sehr selbstbewußt auf und spielt mit sogut wie jedem - egal ob das Jemand ist, der ihm liegt oder nicht. Früher nannte er zwei- drei Kinder maximal seine Freunde. Heut ists grad jeder... ich weiß noch nicht, was mir besser gefällt :rolleyes:
     
  6. AndreaLL

    AndreaLL Fernsehbeauftragte

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    Hallo Steffi,

    mir kommt auch vieles sehr bekannt vor :heilisch:.

    Und ich kann mich auch mal mehr, mal weniger gut damit abfinden, dass Max für sich den schwereren Weg durch's Leben gewählt hat.

    Die "Verabredungskiste" habe ich auch sehr beobachtet, unwillkürlich "vergleicht" man ja doch :-?. So gab es bei Max in der Löwengruppe (für Dreijährige!) einen Jungen, der hier angerufen hat, um sich zu verabreden :umfall:. Max weigert sich heute noch, zu telefonieren. Ich habe dann von mir aus Spielverabredungen getroffen, um Max weitere Kontakte zu ermöglichen. Hat Janto denn Spielkameraden im Kindergarten, die er auch nachmittags gerne treffen würde? Vielleicht kannst du ihm ja auf diesem Weg etwas helfen, und Kontakte anbahnen :heilisch:.

    Spricht er mit anderen? Du hast eine Einkaufssituation geschildert. Wie ist es im Kiga? Wie verhält er sich, wenn Kinder ihn ansprechen?
    Bei Max konnte man beobachten, dass er gerne mitspielen wollte, für sich aber keinen Weg gefunden hat, in das Spiel einzusteigen. Die Erzieherinnen haben Max daraufhin über einen längeren Zeitraum geholfen, in laufende Spielsituationen hineinzukommen. Jetzt funktioniert es besser.

    Max bester Kiga-Freund ist auch ein sehr ruhiges Kind. Bei ihm war/ist stark ausgeprägt, dass er nur mit ausgewählten Leuten (seinen Eltern, Verwandten) spricht. Im Kiga war Max lange Zeit sein "Vermittler", denn mit den Erzieherinnen hat er ebenfalls nicht gesprochen. Die Eltern (nicht die Ärzte :ochne:) haben festgestellt, dass viele Anzeichen des "selektiven Mutismus" für ihren Sohn galten.
    Ein Testverfahren hat den Verdacht bestätigt, und Max' Freund macht jetzt eine Art Verhaltenstherapie. Seine Fortschritte sind toll.

    Jetzt habe ich auf die Schnelle geschrieben, was mir so dazu eingefallen ist. Ich melde mich nachher nochmal,

    liebe Grüße, Andrea
     
  7. Su

    Su Das Luder

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    Entschuldigung das ich mich kurz einmische, aber unsere Yannicks sind dann doch ganz gegensätzlich, Yannick würde zwar auch gerne in mich reinkrabbeln, aber das nur mal zischendurch oder abends, Freundeskreis und kennen tut er glaube ich mehr Kinder als ich :hahaha: er ist da total offen und wäre am liebsten nur unterwegs und hat sofort mit jedem fremden Kind Kontakt.



    Deswegen kann ich leider auch nciht viel helfen in dem Thread meine Kinder sind das genaue Gegenteil....

    LG
    Su
     
  8. Janine83

    Janine83 nette arschige Rolle

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    Ganz ehrlich? Ich hab mir so noch gar keine Gedanken darüber gemacht.
    Ich habs irgendwann akzeptiert,muß ich gestehen.

    Als Joèlle damals in den Kindergarten kam,war sie am ersten direkt weg. Super,ohne Tschüß. Hat sich aber immer mehr mit sich selbst beschäftigt.
    Dieses Laute, hektische (was im KiGa gerade zur Abholzeit herrscht) gefällt ihr gar nicht. Sie wird richtig -ja fast- grantig,wenn jemand neben ihr richtig aufdreht und schreit,quietscht o.ä.

    Nach ein paar Wochen hatte sie einen freund gefunden.Ruhig,auch oft in der Leseecke. Das Problem: In diesem Jahr wurde er ein Maxikind. Somit hatten wir nach einem Jahr das *Problem*,das M. in die Schule kam. So standen wir wieder am Anfang.
    Ich muß sagen,das in diesem Kindergarten das Verhältnis deutsch/türkisch sehr ausgeglichen ist.
    Die Mädchen in ihrer Gruppe sind hauptsächlich türkisch,was schon zu einer "Cliquenbildung" führt. Als deutsches Mädchen also keine Chance. Auch die erzieherinnen können das leider nicht durchbrechen,weil diese Mädchen auch nachmittags oft zusammen sind.
    Bleiben also die Jungs, die typisch für das Alter Cowboys und Piraten sind und toben. Schon gar nicht ihr Fall.
    Bleiben noch 2 Mädels über. Wobei C. die Anführerin (oder sagen wir: das Prinzesschen) ist. Sie bestimmt und punkt. Dort hatte es Joèlle dann versucht und hat sich ein Jahr lang rumschubsen lassen.

    Seit diesem Jahr hat sie nun *ihren* Jamil gefunden.
    Auch von Liebe und Heirat ist die Rede.:hahaha: Nun muß ich sagen,das die beiden wie A*** auf Eimer passen.Er ist ruhig,kein Raufbold, ja fast schüchtern.
    Und so hängen die beiden immer zusammen. Auch ihm sind die Jungs zu laut und Mädchen -bis auf Joélle- natürlich voll blöd. :zeitung:

    Das zum Kindergarten, sie wollte einfach nicht,wenn man sie an die Hand nahm. Jetzt hat sie sich selbst ihren Weg gesucht und ihren Freund gefunden.

    Bei Fremden war es größtenteils ebenso. Anfangs war es mir immer unangenehm.
    Seit sie im Einkaufwagen sitzen konnte,hat sie fremde Leute mit dem Po nicht angesehen. Sie knurrte sogar,wirklich wahr.:oops: das war mir immer peinlich,echt. Irgendwann dachte ich mir, hat nen Vorteil,sie wird nicht mit fremden mitgehen. :zeitung: kann sie ja schlecht prügeln,die Leute nett anzugrinsen.

    Das hat sich gelegt,teilweise. Ich glaube,ein entscheidener Punkt ist meine Arbeit.
    Wenn sie mich abholen bekommt sie mit,wie ich mit "fremden" rede und wir hatten schon einige Diskussionen mit ihr,warum ich mit denen spreche,obwohl ich sie nicht kenne. Nun passiert es schon,das sie die Leute zutextet, aber erst nach einer kurzen Aufwärmphase.
    Vorgestern beim Friseur...zuerst nur gemurmel,kopfnicken und kurz darauf hat sie die Frau zugelabert,mein Gott. In diesem 10 Minuten wusste die Dame,wie sie heißt,wie alt sie ist,das sie in die Schule kommt,das sie einen Bruder möchte,das wir umgezogen sind,das Mama ein Tattoo hat,bla bla.

    Anderes Beispiel: Unser Weihnachtsmarkt,dort standen weiß gekleide und geschminkte Engel,die sich bewegt haben,wenn man ihnen Geld in die Büchse warf.
    Mein Kind total begeistert...angesehen und wollte auch was geben. Gut,drücke ihr 20cent in die hand und gehe mit ihr dorthin.
    Auf einmal nimmt die Anlauf,schmeißt dem das Geld in die Dose,dreht sich um,reißt sich los und rennt zu Stefan und ab auf den Arm.Das Kind am heulen, mama total verwirrt,die Leute am lachen. :umfall:
    Jaaaa,sie hatte Angst. War ja ein fremder. :umfall: Muß ich nicht verstehen,oder?!:zeitung:

    So,und was macht man jetzt? das Kind dazu bringen nett zu allen zu sein?
    Schön und gut,aber wie erkläre ich ihr dann im Gegenzug,das nicht alle Erwachsenen nett sind und sie mit keinem mitgehen soll?!
    Die Erzieherin meinte zu mir,das sie nunmal ruhig und schüchtern ist.
    (Außer zuhause-da hat sie ne meterdicke Klappe)
    Und ehrlich gesagt,ich war früher auch so. das ging bis zu meiner Ausbildung,da wuchs mein Mundwerk nach. :heilisch:
     

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