Von den Kindern (Khalil Gibran)

Dieses Thema im Forum "Gedichte & Gedanken" wurde erstellt von cloudybob, 5. März 2003.

  1. cloudybob

    cloudybob Ich bin ich :)

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    Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

    Sie sind Soehne und Toecheter der
    Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.

    Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
    und obwohl sie bei euch sind, gehoeren sie euch doch nicht.

    Ihr duerft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
    denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

    Ihr duerft ihren Koerpern ein Haus geben,
    aber nicht ihren Seelen.

    Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
    das ihr nicht besuchen koennt, nicht einmal in euren Traeumen.

    Ihr duerft euch bemuehen, wie sie zu sein,
    aber versucht nicht, sie euch gleich zu machen.

    Denn das Leben geht nicht rueckwaerts,
    noch verweilt es im Gestern.

    Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder
    als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

    Der Schuetze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit
    und Er spanne euch mit Seiner Macht,
    damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

    lasst euren Bogen in der Hand des Schuetzten Freude bedeuten:
    denn so, wier ER den Pfeil liebt, der fliegt,
    so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

    aus: Khalil Gibran: Der Prophet

    ... dieses Gedicht hat uns unsere Hebamme zu Jan-Lucas Geburt mitgebracht.

    Alles Liebe,
    Claudia
     
  2. wie wahr wie wahr......... :jaja:

    klasse gedicht :bravo:

    LG Désirée :bussi:
     
  3. jackie

    jackie buchstabenwirbelwind
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  4. cloudybob

    cloudybob Ich bin ich :)

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    @ Jackie

    Ja, scheint mir auch so - so weit hatte ich nicht zurueckgeblaettert :oops:

    Alles Liebe,
    Claudi & Co.
     
  5. @jackie,
    kennst Du das auch?

    „Ihr wollt die zeit messen, die doch maßlos und unermesslich ist.
    Ihr wollt euer verhalten und sogar den lauf eures Geistes nach stunden und Jahreszeiten ausrichten.
    Aus der zeit wollt ihr einen Fluss machen, an dessen Ufer ihr sitzen und ihn beim fließen zusehen möchtet.
    Doch das ewige in euch ist sich der Zeitlosigkeit des Lebens bewusst und weiß, dass das gestern nur die Erinnerung des heute ist , und das morgen der Traum von heute.
    Und das, was in euch singt und sinnt,
    verharrt noch in den grenzen jenes ersten Tages, der die Sterne im Weltraum verstreute.
    Wer unter euch spürt nicht das seine kraft zu lieben grenzenlos ist?
    Und doch wer fühlt nicht, dass eben diese Liebe, wenn auch grenzenlos, im Kern seines Wesens umschlossen ist und nicht von einem Liebesgedanken zum anderen springt,
    noch von einem Liebeswerk zum nächsten?
    Und ist nicht die zeit wie die liebe ungeteilt und stufenlos?
    Aber wenn ihr schon in eurem denken die zeit in Jahreszeiten messen müsst, dann lasst jede davon die andere umfassen,
    Und heute möge die Vergangenheit mit Erinnerung und Zukunft voller
    sehnen umarmen.

    Khalil Gibran
     
  6. Jea

    Jea

    so weise Worte

    von K. Gibran

    Wir hatten sie auf Javans Geburtsanzeige an die Verwandtschaft und Freunde gedruckt.

    Leider haben es Viele nicht verstanden

    LG,
    Jeannine
     
  7. jackie

    jackie buchstabenwirbelwind
    Moderatorin

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    @ claudia

    :winke: no need 2 blush!

    @ silke

    nein kannte ich noch nicht, ist aber wie alles von ihm einfach nur schön und wahr!

    @ jeannine

    kann ich mir gut vorstellen, dass viele damit nix anfangen können. erstens die poesie der sprache, die nicht jedermann liegt und zweitens, die message, für die muß man sich schon öffnen.

    ich kenne diesen text von khalil gibran (so bin ich auf gibran aufmerksam geworden) aus dem vorwort, das erich fromm für a.s.neill's das experiment summerhill-theorie und praxis der antiauthoritären erziehung geschrieben hat. fromm kannte ich damals als einzigen schon, mittlerweile zählen alle drei zu meinen "gurus"

    ligrü
    jackie
     
  8. Evelyn

    Evelyn Bibi Blocksberg

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Stichworte:

  1. khalil gibran kindergedicht

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