Prophylaxe bei KINDERN !

Dieses Thema im Forum "Zahnen" wurde erstellt von Mama, 19. Juni 2003.

Schlagworte:
  1. Prophylaxe beim Kind
    Allgemeines - Schwangerschaft - Säuglingsalter - Milchzähne - Daumenlutschen und Flaschennuckeln - Zahnwechsel - Zähneputzen bei Kindern - Ernährung - Fluoridierung - Regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt

    Allgemeines



    Die prophylaktischen Maßnahmen, die speziell Kinder betreffen, reichen vom richtigen Verhalten der Mutter in der Schwangerschaft über Maßnahmen im Säuglingsalter bis hin zu erzieherischen Richtlinien zahngesunder Ernährung sowie sinnvoller Mundhygiene.

    Schwangerschaft
    Die Prophylaxe beim Kind fängt schon während der Schwangerschaft der Mutter an, da in dieser Zeit die Zahnbildung beim Kind stattfindet (die Zahnanlagen werden gebildet) und die hierfür benötigten Nährstoffe durch richtige Ernährung aufgenommen werden müssen. Dabei beginnt ab der 6.Schwangerschaftswoche die Bildung der Zahnanlagen, vom 3. bis 4. Schwangerschaftsmonat werden Mineralsalze in die Zähne des noch ungeborenen Kindes eingelagert.

    Folgende Stoffe sind hierbei wichtig für den Aufbau der Zähne:
    Kalzium
    Phosphor
    Eisen
    Vitamine
    Spurenelemente, vor allem Fluoride
    Eiweiße
    Sie sind in folgenden Nahrungsmitteln enthalten:
    Milch und Milchprodukte (Joghurt, Käse, Quark, Sauermilch)
    Getreideprodukte (Vollkornbrot, Schwarz- und Graubrot, Knäckebrot, Hafer- und andere Getreideflocken)
    Gemüse
    Obst
    Salat
    Kräuter
    Fisch
    Dabei kommt es nicht auf einzelne Mengen der aufgenommenen Nahrungsmittel an, sondern eher auf eine gehaltvolle Zusammensetzung.

    Säuglingsalter
    Mit dem ersten Atemzug des Kindes nimmt auch die Besiedlung der Mundhöhle des Neugeborenen mit Bakterien ihren Anfang. Bis zum Ende des dritten Lebensjahres suchen sich ca. 250 Bakterienarten ihren Platz im Ökosystem Mundhöhle. Dabei ist die kariesverursachende (säureproduzierende) Bakterienart fast immer unter den Bakterienarten vertreten, da sie meist vom Mund der Mutter in den Mund des Neugeborenen übertragen wird. Wird diese Übertragung vermieden oder stark eingeschränkt, kann die Neigung zu Karies bei den Zähnen des Kindes vermindert werden. Wege der Übertragung von Mutter zu Kind sind hierbei meist liebevolle Gesten, wie Küssen oder den Löffel beim Füttern ablecken. Möchte die Mutter hierauf nicht verzichten, so kann der Zahnarzt die individuelle Gefährdung herausfinden und ggf. Vorschläge zur Behandlung machen.

    Milchzähne
    Die Milchzähne, die schon bei der Geburt des Kindes fast fertig sind, fangen ca. ab dem 4. Lebensmonat an, in die Mundhöhle durchzubrechen. Begleiterscheinungen dieses eigentlich natürlichen Prozesses können hierbei sein:

    Fieber
    Erbrechen
    Durchfall
    allgemeine Unruhe
    Verfrühter Zahndurchbruch ist dabei im Regelfall genauso unbedenklich wie verspäteter.

    Daumenlutschen und Flaschennuckeln



    Man sollte schon früh damit anfangen, die Kinder eher an das "Schnullern" anstatt "Daumenlutschen" zu gewöhnen. Daumenlutschen kann auch noch nach dem dritten Lebensjahr zu schwerwiegenden Fehlbildungen führen, die nur in sehr aufwendigen und langwierigen Behandlungen wieder zu beheben sind. Außerdem können sie sowohl die Aussprache des Kindes sowie richtiges Abbeißen und Kauen erheblich erschweren. Also lieber das Kind an einen guten Schnuller gewöhnen, als es Daumenlutschen zu lassen!

    In diesem Zusammenhang sollte auch das immer noch verbreitete "Flaschennuckeln" mit gesüßten Tees, also das Dauernuckeln von Kindern an Fläschchen, die mit gesüßten Tees (häufig Instant-Tees) gefüllt sind, erwähnt werden. Hierbei werden die Zähne dauerhaft von konzentriertem "Zuckerwasser" umspült, was zu erheblichen Zahnschäden schon im Kleinkindalter führen kann. Daher sollte man ausschließlich zuckerfreie Tees bzw. Getränke verwenden und auch alle Instant-Getränke immer auf deren Zuckergehalt überprüfen.

    Zahnwechsel

    Röntgenaufnahme eines kindlichen Gebisses; die bereits angelegten Milchzähne sind zu sehen

    Der Zahnwechsel, bei dem die Milchzähne von den so genannten "bleibenden Zähnen" abgelöst werden, findet um das 6.Lebensjahr statt. Etwa 3 Jahre später ist auch der Zahnschmelz der durchgebrochenen Zähne voll ausgereift und widerstandsfähig.

    Zähneputzen bei Kindern
    Schon im Alter von 6-9 Monaten, also ab dem Durchbruch der Milchzähne, sollte damit begonnen werden, die Zähne des Kindes regelmäßig von den weichen Belägen zu befreien, die sich durch die gesüßte, breiige Kindernahrung an den Zähnen ablagern. Mit dem selbständigen Zähneputzen sollten die Kinder dann anfangen, wenn die ersten Milchbackenzähne durchgebrochen sind. Mindestens müssen die Eltern das Zähneputzen ihrer Kinder bis zum Schulalter überwachen und gegebenenfalls nachputzen.

    Es ist sehr wichtig, dass dem Kind schon in frühen Jahren die Bedeutung der Zahnpflege und Mundhygiene nahegebracht wird. In dieser Zeit wird der Grundstein für zukünftiges Verhalten bezüglich der Zahnpflege gelegt. Gerade für Kleinkinder werden in diesem Zusammenhang viele Produkte wie Bücher und Kassetten angeboten, die dem Kind die Bedeutung der richtigen Zahnpflege nahe bringen, indem sie ihm beispielsweise spielerisch die Entstehung von Karies verdeutlichen.

    Kinderzahnbürste

    Kinderzahnbürste

    Bei der richtigen Kinderzahnbürste sollte vorhanden sein

    rutschfester Griff: das Kind sollte diesen mit einem Faustgriff gut umfassen können
    kurzer, abgerundeter Bürstenkopf
    weiche, endgerundete Borsten
    evtl. farbige Aufdrucke, die den spielerischen Gebrauch nahe bringen
    Tipp: für viele Kinder ist, gerade in der Anfangszeit, eine elektrische Zahnbürste die bessere Wahl, da sie in der Handhabung wesentlich einfacher als die Handzahnbürste ist

    Kinderzahnpasta

    Kinder sollten immer eine spezielle Kinderzahnpasta verwenden. Wichtig ist hier vor allem der Fluoridanteil. Fluoride sind ein natürlicher Baustein des Körpers, die an Knochenbildung und Wachstum maßgeblich beteiligt sind. Bezüglich der Kariesprophylaxe hat sich herausgestellt, dass eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Fluoriden das Auftreten von Karies deutlich mindert.

    Die Wirkungen von Fluoriden sind in diesem Zusammenhang:

    Unterstützung der Remineralisation des Zahnschmelzes nach einem Säureangriff, wodurch die Bildung von Löchern vermindert wird
    Hemmung des Bakterienstoffwechsels und damit auch der Produktion von zahnschmelzschädigenden Säuren
    Eine ausreichende Fluoridzufuhr ist somit eine wirksame Methode der Kariesprophylaxe. Da die tägliche Fluoridaufnahme über Trinkwasser und Nahrung für einen sinnvollen Kariesschutz nicht ausreichend ist, muss dem Körper zusätzliches Fluorid zugeführt werden. Eine Möglichkeit der Fluoridaufnahme ist die Verwendung von fluoridhaltigen Zahnpasten.

    Der Unterschied zu einer "Erwachsenen-Zahnpasta" besteht darin, dass bei Kindern die Fluorid-Konzentration dem jeweiligen Alter angepasst ist. In der ersten Zeit (Alter bis 3 Jahre) sollte das Kind nur mit Wasser oder einer Zahnpasta ohne Fluorid und Tenside die Zähne putzen, da am Anfang noch zu viel Schaum verschluckt wird. Für Kinder ab 3 Jahren gibt es Zahncremes für die speziellen Anforderungen von Milchzähnen mit einem geringen Fluoridanteil. Für Kinder mit bleibenden Zähnen sind Zahncremes mit höheren Fluoridanteilen verfügbar. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde empfiehlt folgende Fluoridanteile in den Zahncremes:

    bis zu einem Alter von 6 Jahren (ausgenommen das erste halbe Lebensjahr) Verwendung einer Zahncreme mit 500 ppm Fluorid
    ab 6 Jahren Verwendung einer Zahncreme mit 1000 - 1500 ppm Fluorid
    Die Empfehlungen gelten aber nur, wenn nicht zusätzlich Fluoridtabletten gegeben werden.

    Richtiges Zähneputzen
    Die Eltern müssen dem Kind schon sehr früh das richtige Zähneputzen beibringen. Dabei muss das Kind zunächst lernen, in einem Spiegel die Zähne zu betrachten, die es putzen will und den Putzvorgang auch immer im Spiegel mitzuverfolgen. Die Eltern bzw. ein Elternteil stellt sich am besten immer hinter das Kind und hilft, die Zahnbürste richtig zu führen, indem über die Kinderfaust gegriffen wird.

    Im folgenden wird die so genannte KAI-Methode vorgestellt, anhand derer das Kind entsprechend den altersbedingten Fähigkeiten nach und nach das Zähneputzen erlernt:

    K=Kauflächen
    Zunächst wird lediglich auf den Kauflächen hin und her geschrubbt, wobei immer am hintersten Zahn angefangen wird: erst rechts unten, dann rechts oben, dann links unten und dann links oben.

    Wenn die Kinder die Kauflächen richtig putzen können, was meist mit ca. 4,5 Jahren der Fall ist, kann der nächste Schritt beigebracht werden.

    A=Außenflächen
    Bei leicht geöffnetem Mund werden die Zahnaußenflächen in kreisförmigen Bewegungen gereinigt, es werden "Kreise und Bälle auf die Zähne gemalt".

    Gleiches Schema: erst rechts unten, dann rechts oben, dann links unten und dann links oben.

    Ältere Vorschulkinder können mit dem 3.Schritt beginnen:

    I=Innenflächen
    Hierbei wird die Zahnbürste an den Zahninnenflächen von "rot nach weiß", also vom Zahnfleisch in Richtung Zahn geführt.

    Gleiches Schema: erst rechts unten, dann rechts oben, dann links unten und dann links oben.

    Alle drei Schritte nacheinander ergeben ein kindgerechtes Putzschema.

    Ernährung
    Gerade das Thema Süßigkeiten ist ein sehr wichtiger, aber auch schwieriger Punkt bei der zahngesunden Ernährung von Kindern. Dabei geht es jedoch nicht darum, den Kindern generell Süßes zu verbieten, was oftmals lediglich die Gefahr erhöht, dass sie heimlich Naschen. Es reicht, einige einfache Regeln bezüglich Süßes und Naschen den Kindern nahe zubringen.

    Süßigkeiten-Regeln:

    Zähneputzen nach dem Frühstück
    zuckerfreier Vormittag
    Nachmittags nicht häufig kleine Portionen naschen, lieber eine große Portion als viele kleine über einen längeren Zeitraum verteilt
    nach dem abendlichen Zähneputzen keine zuckerhaltigen Getränke und Lebensmittel
    weitere Tipps für die Eltern:

    am besten schon im Babyalter ungesüßte Kost verwenden, damit die Kinder sich nicht gleich an einen süßen Geschmack gewöhnen
    keine Flaschenernährung mit zuckerhaltigen Getränken (z.B. Instant-Tees)
    viele Lebensmittel enthalten versteckte Zucker: Bananen, Getränke mit Fruchtfleisch, Joghurt, Müsli, Produkte mit Honig; auch Ketchup und Chips sind sehr zahnschädigend
    Kaugummikauen nach Mahlzeiten unterstützt die mechanische Reinigung der Zähne und fördert den positiv wirkenden Speichelfluss
    lieber ab und zu "viel" Süßes auf einmal und am besten danach Zähneputzen, als hier und da eine kleine Portion
    auch augenscheinlich kinderfreundliche Produkte wie Milchschnitte oder Kinderschokolade enthalten viel Zucker; daher den Zuckergehalt immer auf den Packungsangaben überprüfen
    auch Produkte "ohne Zuckerzusatz" können Zucker enthalten
    zu empfehlen sind Süßigkeiten mit dem "Zahnmännchen mit Schirm"-Logo, das für zahnfreundliche Produkte steht
    Achtung auch bei sauren Obstsorten: der übermäßige Verzehr kann den Zahnschmelz angreifen. Daher sollte man nach der Aufnahme von Obst und Fruchtsäften immer einige Zeit mit dem Zähneputzen warten, bis die Säure auf natürlichem Weg durch den Speichel neutralisiert wurde
    Fluoridierung
    Die Versorgung der Kinderzähne mit Fluor ist durch regelmäßige Anwendung von Kinderzahnpasta sowie der Benutzung von fluoridiertem Salz im Haushalt zwar ausreichend, sollte jedoch trotzdem mit dem Zahnarzt abgesprochen werden, der ab einem bestimmten Alter auch zusätzliche Maßnahmen wie hochkonzentrierte Fluoridgelees oder Anwendung von Fluoridlacken verschreiben kann. Auch die Behandlung mit Fluorid-Lutschtabletten, die mit dem Zahnarzt abgesprochen wird, ist in manchen Fällen sinnvoll.

    siehe hierzu auch unsere spezielle Seite Fluoridierung Mundhygiene.

    Regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt
    Halbjährliche Kontrollen der Zähne durch den Zahnarzt sind auch im Kleinkindalter schon zu empfehlen. Der erste Zahnarztbesuch sollte schon nach dem vollständigen Durchbruch der Milchzähne, also im Alter von ca. 2 Jahren, stattfinden. Hierbei geht es auch darum, die Angst vor dem Zahnarzt zu nehmen bzw. sie gar nicht erst entstehen zu lassen, indem das Kind langsam und ohne Schmerzen an die Geschehnisse in der Zahnarztpraxis herangeführt wird. Warten die Eltern mit dem Gang zum Zahnarzt, bis das Kind das erste Mal Zahnschmerzen hat und eine Behandlung mit dem Bohrer notwendig ist, so ist der Grundstein für Angst vor Zahnarztbesuchen bereits gelegt.
     
  2. Wichtiger Diskurs. Schoen, das das mal nachzulesen ist :bravo:

    ich habe eine Frage:
    ab wann kann man denn die elektrische Zahnbürste benutzen ? Und kann man da die normale Elternzahnbürste nehmen oder gibt es für Kinder SpezialElektrozahnbürsten ?

    Bisher hat sie erst 4 Beisser, die mach ich noch mit Kinderbürste und Mull sauber, aber je früher desto besser....zumal sie meine elektrische ja auch viel viel interessanter findet.

    makay
     
  3. Hallo

    Hallo

    also ich denke Du kannst eine ELEKTRISCHE schon nehmen ...aber Du musst halt noch putzen ...

    Es sei den das Dein Knuffel schon so eine Motorik ausgeblidet hat ..das er/sie es alleine schafft

    Empfehlenswert sind Elektrische keine Frage
    mein Chef sagt aber immer den Mamis das die Kids erstmal das Putzen mit der Nomalem Bürste erlernen sollen und dann auf eine Elektrische greiffen sollen

    Auch ist es wichtig das man dann eine Kinderbürste (elektrisch )nimmt...da die Erwachsenden zu viel Power für das Kindergebiss/Zahnfleisch haben

    Liebe Grüsse
    Yvonne

    P.S meine Kinder sind Mai 99 und Juni 00 geboren
    und beide haben sie mit 2 und 3 Jahren bekommen ..
    nachdem sie erstmal die Normale Bürste erlernt hatten
    Aber ich denke das ist Deine Entscheidung und kommt auf das Kind an ..
    Oft putzen Kinder mit einer Normalen Bürste miserabel aber mit der ELEKTRISCHEN PERFEKT
    Probier es mal aus und wenn Dein Kind damit klaro kommt warum net ...
    Schaden tuen sie net ..
     

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