Mir fehlt was....

Dieses Thema im Forum "Geburtsberichte" wurde erstellt von Norma, 12. Juli 2005.

  1. Meine Schwangerschaft verlief eigentlich so richtig nach Bilderbuch, keine Übelkeit, keine seltsamen Dinge die ich aß oder sonst irgendsowas. Dafür verlief die Geburt von Norma Jeane einfach nur schrecklich. Ich will hier keinem Angst einjagen, von wegen Geburten sind schlimm, nein, ich möchte einfach nur mitteilen, wie schlimm es für mich gewesen ist, und dass es da ein paar Dinge gibt, die mir ein Leben lang fehlen werden.....
    Es war der 27. Februar 05 halb fünf am Morgen, meine Wehen setzten ein. Lange vorher habe ich mich gefragt, ob ich das wirklich weiß wann es Wehen sind und wann nicht, aber ich wusste es sind Wehen. Ich habe ganz vorsichtig meinen Mann geweckt und ihm gesagt, dass es wohl losgehe. Um kurz nach fünf ist dan die Fruchtblase gesprungen und ja es nahm seinen Lauf. Ich habe meine Hebamme angerufen, die dann auch bald kam und bestätigte, dass es losging. Um acht Uhr war ich im Krankenhaus, alles war noch soweit im grünen Bereich, außer, dass meine Kleine schräg im Becken lag. Doch die Ärzte hofften darauf, das die Kleine Norma Jeane es wohl alleine um die Kurve schaffte. Meine Schmerzen wurden unerträglich, mein Wunsch in der Wanne zu entbinden wurde immer unwahrscheinlicher. Schließich verschlechterte sich mein Zustand so rapide ( Gestose, also Schwangerschaftsvergiftung und Eklampsie(Krampfgefahr)) mein Blutdruck ging nicht runter, Schmerzmittel auch PDA halfen nicht wirklich. Mein Mann war der Verzweiflung nah und ich kämpfte laut Ärzten ums Überleben. Um 15.00 Uhr hat man sich dann endlich erbarmt einen Notkaiserschnitt zu machen. War auf der einen Seite das Beste aber auf der anderen Seite werde ich nie wissen wie es war als sie das erste Mal geschrien hat, ich weiss nicht wie es war als sie gemessen und gewogen wure. Diese Dinge werden mir ein Leben lang fehlen und ich knabbere noch heute, nach fast fünf Monaten daran. Die ersten Minuten in Ihrem Leben kenne ich nicht und es wäre so wichtig für mich gewesen dies alles zu erleben.
    Aber nun ja, sie ist das wunderbarste Geschöpf auf der Erde, wir lieben sie über alles und das wichtigste sie ist gesund und gedeiht prima. Das wollte ich nur mitteilen. Wenn jemand unter Euch ist, der auch eine schlimme Erfahrung gemacht hat, würde ich mich freuen eine Nachricht zu bekommen, vielleicht kann man sich dann darüber austauschen.... Bis bald dann :-(
     
  2. Das tut mir ja leid, das deine Geburt ein so schreckliches Erlebnis für dich war. Hatte auch Angst vor einem Kaiserschnitt, oder vielmehr das ich genau das nicht mitbekomme in den ersten doch so kostbaren Minuten.

    Trotz alledem solltest du froh sein, das dein Kind gesund ist. Leider ist das auch nicht mehr selbstverständlich. Genieße die Zeit mit deinem Kind.
     
  3. Hallo Norma,

    ich kann das voll verstehen. Mein Adrian ist inzwischen etwas mehr als 7 Monate alt und ich habe auch immer noch das Gefühl, daß mir etwas fehlt.
    Ich hatte auch eine fiese Geburt (habe hier Anfang Juni auch einen Geburtsbericht geschrieben), nach Einleitung, geplatzter Fruchtblase, langen Wehen, Pressversuchen, Versuch einer Zangengeburt und letztendlich einem Notkaiserschnitt unter Vollnarkose war alles dabei.
    Mir fehlt auch der Moment der Geburt, die ersten Momente im Leben meines Sohnes, genau genommen fehlen mir die ersten 12 Stunden seines Lebens.

    Zum Glück geht es uns beiden jetzt so richtig gut. Über den letzlich notwendig gewordenen Kaiserschnitt bin ich nicht wirklich traurig, ging eben nicht anders.
    Schade ist eben nur, den ersten Schrei nicht gehört zu haben, den Kleinen nicht gesehen zu haben, wie er aus dem Bauch kommt.

    Aber vielleicht gibt es ja noch ein Zweites, bei dem dann alles besser wird.
    :)
     
  4. Hallo,
    ich habe mal gelesen, daß Frauen mit Kaiserschnitt eher zu Wochenbettdepressionen neigen . Ich kann dem voll zustimmen. Ich hatte auch einen Kaiserschnitt und mir fehlen auch diese kostbaren Minuten mit meinem Kind. Ich wollte sehen, wie das Kind aus mir rauskam, ich wollte es nackt im Arm halten noch ganz verschmiert, den ersten Schrei hören etc.
    Ich war total fertig und hatte lange daran zu nagen.
    Ich hatte auch die ganze Zeit das Gefühl, daß ich meinem Kind sagen muß, daß ich das bin bei dem es die ganzen Monate im Bauch war. Er wurde mir ja sozusagen entrissen. Das Gefühl blieb bestimmt ca 2 Wochen. Das Stillen hat mir dann sehr geholfen. Ich wurde wieder eins mit meinem Sohn.
    Heute , nach fast 2 Jahren, sehe ich das viel nüchterner. Ich habe einen gesunden Jungen ! Ein Prachtexemplar! Die blöde Geburt ist in die Ferne gerückt. Gäbe es keinen Kaiserschnitt, gäbe es vielleicht ihn nicht.
    Er ist das Beste, was mir je in meinem Leben gelungen ist!
    Gruß
    Claudi
     
  5. Glace

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    Hallo Norma,
    ich kann dich gut verstehen. Ich hatte nach eingeleiteter Geburt Blasensprung durchgemachter Nacht etc, einen Kaiserschnitt, per PDA. Ich war schon Geknickt, das es leider nicht Spontan ging. Kevin passte einfach nicht durch mein Becken und hatte schon eine Delle im Kopf. 20 Stunden etwa nach dem Blasensprung wurde der KS gemacht...
    Ich war jedoch froh das es per PDA geschah, so konnte ich seinen ersten schrei hören, aber das Gefühl, sein Kind jetzt gerne auf dem Bauch liegen haben zu wollen und es auf der Welt zu Begrüßen das bleibt einem auch verwährt.
    Auch die Tage danach fand ich seelisch sehr Schmerzlich, ich konnte mich nicht selbst um ihn Kümmern und ihn selbst aus dem Bettchen nehmen, das empfad ich sehr schlimm, selbst in der Zeit Zuhause viel mir vieles sehr schwer, wir Wohnen über 2 Etagen und die Treppen waren echt ein graus für mich. Kevin hatte Kolliken und ich war allein mit ihm, das will ich nicht noch einmal erleben.
    Trotzdem, ich kann Glücklich sein, das uns in der Heutigen Zeit die möglichkeit eines KS gegeben wird. Ohne das, ich weiß nicht währen wir vielleicht beide nicht.

    Und Trotz diesen Erlebnisses möchte ich noch ein Kind, wer weiß wie das wird, aber mein kleiner Schatz ist mir das wert gewesen und das ist es mir auch nochmal wert.


    LG Katja
     
  6. hallo norma,

    auch ich kann sehr gut nachempfinden, wie du dich fühlst. meine tochter wurde nach 12 stunden wehen mit der saugglocke geholt und dann sofort den kinderärzten übergeben, ich hab sie gar nicht richtig gesehen. ausserdem wurde ich auch gleich in vollnarkose versetzt, weil eine ausschabung gemacht werden mußte. mir fehlt auch 1 stunde ihres lebens. ich habe das gefühl sie gar nicht richtig geboren zu haben, denn als ich sie bekam war sie schon gewaschen und angezogen.

    aber auch von den momenten in denen ich noch wach war, fehlt mir einiges an erinnerung, als ob mein gehirn das vorsichtshalber gelöscht hat. ich weiß zwar, was alles mit mir gemacht wurde, aber es ist, als ob das jemand anders passiert wäre und ich hätte bloß zugesehen.

    naja, jetzt nach 6,5 monaten find ich die geburt auch gar nicht soooo tragisch, schließlich wäre ich ohne die medizinische hilfeleistung wahrscheinlich verblutet oder hätte mein großes kind gar nicht erst herausgewuchtet bekommen.

    ich liebe meine ronya über alles!

    lg doreen
     
  7. Mensch, das tut mir leid, dass die Geburt so traumatisch verlaufen ist.....Man bereitet sich ja innerlich auf was anderes vor, auch wenn der Verstand einem sagt, ja, es kann irgendwas passieren, dass es halt nicht so läuft, wie man sich wünscht....aber so richtig vorstellen kann man sich das ja nicht vorher (ist ja auch ganz gut so, eigentlich)....

    Du hast wirklich schlimme Erfahrungen machen müssen. Einerseits, ja, man ist froh, wenn es einem selber wieder soweit gut geht und man ein gesundes Kind hat. Aber man muss ja selber damit klar kommen. Dieses Gefühl braucht echt Zeit...

    Eric wurde per Saugglocke geholt und unmittelbar nach der Geburt abrupt abgenabelt und weggebracht. Ich hatte ihn zumindest nochmal kurz auf dem Arm - ja -, und auch das wiegen und messen hab ich ansatzweise mitgekriegt. Mir ist ein KS mit Vollnarkose zwar erspart geblieben...Aber er war für 5 Std. von mir getrennt zur Beobachtung im Wärmebettchen, wegen dieser Zeit hab ich mir nachher viele Gedanken gemacht. Dass ich auch nicht auf die Idee kam, meinen Mann mal dahinzuschicken, und ich mir auch erstmal keine großen Gedanken ums Baby gemacht hab, weil ich noch sehr mit mir und der vorangegangenen Geburt beschäftigt war, das hat mir dann ein richtig schlechtes Gewissen bereitet. Auch wenn man weiß, es ist alles OK gewesen, und andere müssen noch ganz anderes mitmachen und so....

    Dieses Gefühl hat nach ca. 6-7 Mon. nachgelassen. Am 1. Geburtstag war es nochmal ganz intensiv. Und jetzt.....ich kann ganz nüchtern drüber reden (meistens). Im Nachhinein ist mir manches über den Geburtsablauf bewußter geworden und auch über Erics Verhalten (Anfangsschwierigkeiten beim Stillen, schlimme Koliken und so).

    Ich hab meinen Frieden in Bezug auf die Geburt gefunden, aber was Eric und ich erlebt haben, hat uns sehr verbunden.

    Es ist gut, wenn Du Dich mit Deinem Erlebnis beschäftigst. Es ist nicht einfach. Ich wünsche Dir, dass Du es bald verarbeitet haben wirst, aber gib Dir Zeit, vielleicht ein Jahr.

    Ich wünsch Dir alles Gute! *Autsch, das war lang*;-) Vielleicht bin ich doch noch mehr mit Erics Geburt beschäftigt, als ich oben geschrieben hab....

    LG
    Verena
     
  8. hallo,

    da bekommt man ja richtig gänsehaut beim lesen....
    brrr....
    aber nun hast du es ja geschafft. und wenn du dann das gesicht deiner süßen siehst, ist alles vergessen. übrigens: schöner name
     

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