Kind im Elternbett

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von schlork, 12. Oktober 2004.

  1. Meine Freundin mit ihrer 8jährigen Tochter und ich sind vor ein paar Wochen nach 1 jähriger "Bedenkzeit" zusammengezogen. Wir haben uns das im Vorfeld nicht "einfach" gemacht und eigentlich dachte ich dass wir uns bei allen Themen einig sind. Meine Freundin lebte davor, getrennt vom Vater des Kindes, 6 Jahre allein und während dieser Zeit schlief die Tochter meistens im Bett Ihrer Mutter. D.h. sie wird Abends in Ihr eigenes Bett gelegt und kommt dann irgendwann Nachts ca. 2:00 Uhr angelaufen. Als wir dann zusammen waren ging das nicht mehr da meine Freundin in Ihrer Wohnung nur ein 1.40m breites Bett hatte und das war einfach schon vom Platz her nicht möglich. Es gab während dieser Zeit immer Theater weil die Kleine es natürlich nicht gewöhnt war abgewiesen zu werden. Als wir nun zusammengezogen sind dachten wir es wäre in der Anfangsphase 1-2 Wochen schon OK dass sie irgendwann nachts zu uns ins Bett kommen darf, noch dazu ist es vom Platz her jetzt auch problemlos möglich. Ich habe dann aber angesprochen, dass es jetzt an der Zeit wäre dass die Kleine in Ihrem eigenen Bett schläft. Wir haben dann angefangen Sie wieder in Ihr Bett zurückzuschicken, was teilweise natürlich Tränen zur Folge hatte, aber es ging dann eigentlich recht gut. Ich bin allerdings relativ häufig geschäftlich unterwegs und übernachte dann im Hotel. Die Kleine darf dann wieder bei Mama schlafen und wenn ich dann am nächsten Tag wieder zu Hause bin geht das Theater von Neuem los. D.h. es bin immer ich der die Initiative ergreifen muss zu sagen "Heute Nacht schläfst Du wieder in Deinem eigenen Bett" Ich habe halt langsam das Gefühl, obwohl ich sonst sehr gut mit der Kleinen auskomme, dass sie langsam ein "Feindbild" gegen mich aufbaut. Heute Morgen beim Frühstück habe ich es wieder angesprochen, da sie heute Nacht ankam und die Mutter ihr erlaubt hat zu bleiben. Die Reaktion meiner Freundin war "Hat sie Dich gestört?" Nein Sie hat mich nicht gestört und ich habe auch nichts dagegen wenn die Kleine in wirklichen Ausnahmefällen und auch mal am Wochenende Morgens zu uns ins Bett kriecht. Aber ich bin halt der Meinung sie muss prinzipiell lernen in Ihrem eigenen Bett zu schlafen. Ich möchte dieses Thema nun vom Grundsatz her mit meiner Freundin besprechen, da ich aber kein eigenes Kind habe erhoffe ich mir hier von Euch Ratschläge. Liege ich falsch mit meiner Meinung?
     
  2. Miriam78

    Miriam78 Familienmitglied

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    Also ich bin ja eine, die sich am Familienbett nicht stört, im Gegenteil. In meinen Gedanken geht es aber um Vorschulkinder. Mit 8 Jahren sollte es möglich sein, alleine zu schlafen, was ja auch ohne allzuviel Kummer geklappt zu haben scheint.

    Der Knackpunkt ist wohl Deine Freundin. Toleriert sie es oder findet sie es schöner wenn ihre Tochter kommt? Ich denke Ihr müßt Regeln abssprechen. Am WE ja, unter der Woche nein, in Ausnahmesituationen (Alpträume, Krankheit, etc) ja.

    Das finde ich auch völlig vertretbar. Einen Joker hast Du aber auf aller Fälle. In ein paar Jahren will sie zumindest nicht mehr bei den Eltern schlafen.... :cool:
     
  3. Silvia

    Silvia Showtalent

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    Ist es nicht ein bißchen viel, wenn ein Kind sich an so viele Neuerungen auf Einmal gewöhnen soll? Es ist schon klar, daß ein Kind mit 8 Jahren im eigenen Bett schlafen soll, aber ich finde, man sollte eine solche Umstellung langsam angehen. Sie hat den allergrößten Teil ihres bisherigen Lebens mit ihrer Mutter alleine verbracht und in deren Bett geschlafen. Jetzt kommst Du, evtl. eine neue Umgebung, alles Umstellungen die ein Kind meiner Meinung nach erstmal verkraften muß. Laßt ihr doch einfach noch ein wenig Zeit und versucht es "schleichend" anzugehen, dann verschwindet hoffentlich auch ihr Feindbild.

    LG

    Silvia
     
  4. Sonja

    Sonja Integrationsbeauftragte

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    Ralph, mein Großer hat bei uns geschlafen, bis er 9 (und ich schwanger) war.

    Er hatte mich nie gestört, aber in der Schwangerschaft wurde es irgendwie zu eng bzw. mein Bauch hatte keinen Platz mehr.

    Aber wir wollten ihn auch nicht so mir nichts dir nichts "rausschmeissen", wenn das Baby kommt.

    Also haben wir eine ausklappbare Matratze gekauft, die wir neben unser Bett legten.

    Ralph kam sich nicht ausgeschlossen vor, aber es wurde ihm schnell zu ungemütlich :-> und seitdem schläft er freiwillig in seinem Bett.

    Ab und zu, wenn wir alleine sind, schläft er auch heute noch bei mir :jaja:

    Ich denke, die Tochter deiner Freundin könnte sich auch ausgeschlossen fühlen, wenn ihr sie so abrupt ausquartiert.

    Vielleicht mögt ihr ja mal das mit der Matratze versuchen?

    Viel Erfolg und liebe Grüße
     
  5. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    Ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen und wuerde nochmals das Gespraech mit Deiner Freundin suchen. Ich denke, Deine Freundin ist der Schluessel. Will sie langsam so etwas wie ein "Ehebett" etablieren und das Kind im Kinderbett wissen, dann muss sie konsequent bleiben und auch in den Naechten, in denen Du nicht zuhause bist, ihre Tochter (liebevoll) zurueck in ihr Bett bringen. Es sollte dann bei Ausnahmen bleiben, die nicht von Deiner Anwesenheit oder Abwesenheit abhaengen, sonst kriegst Du echt schnell eine doofe Buhmannrolle. Wenn sie ihre Tochter weiterhin so eng bei sich haben moechte, dann musst Du Dir ueberlegen, ob das fuer Dich ok ist oder nicht. Fuer mich persoenlich waere es wahrscheinlich nicht ok, regelmaessig mit einem "fremden Stiefkind" im Bett zu schlafen, nicht in dem Alter. Aber das ist wirklich Geschmackssache.
    Lulu
     
  6. Ich finde es a total nett dass so viele Antworten kamen. Vor Allem Eure "Frauensichtweise" hilft mir sicherlich besser zu verstehen. Es ist mir schon klar dass meine Freundin tief im Innersten sehr schwer Nein sagen kann, wenn die Kleine kommt und zu Ihr ins Bett will. Sie will schliesslich das "Beste" für ihr Kind und das immer in der momentanen Situation. Aber mir geht es ja auch nur um das Beste für Beide und nicht um meinen Egoismus. Und mir macht es eigentlich wirklich nichts aus. Meistens bekomme ich es nicht einmal mit, wenn sie kommt. Sie schläft auch so tief und fest im eigenen Bett von ca. 20 - 2 Uhr dass gewisse partnerschaftliche Verhaltensweisen problemlos, zumindest in diesem Zeitraum, möglich sind ;-). Nur ist es so dass die Kleine, mit ziemlicher Sicherheit bedingt durch die Trennung vom Vater, richtige Verlassenängste hat. Man darf sie nicht einmal 10 Minuten alleine zu Hause lassen um z.b. um die Ecke zum Bäcker zu gehen. Sie will dann mit, weil sie denkt man kommt nicht wieder. Andere Kinder in diesem Alter sind teilweise schon die ganze Nacht allein zu Hause, was ich im Übrigen auch nicht gut finde. Ich möchte ihr halt Stück für Stück zu einer gewissen "Selbständigkeit" verhelfen (bitte nicht missverstehen. Ich weiss Sie ist noch ein Kind und man darf sie nicht überfordern), weil ich denke im späteren Leben rächt es sich sonst. Und diese Sichtweise versteht meine Freundin auch. Nur wenn es dann darauf ankommt sagt ihr Mutterinstinkt das Gegenteil. LG
     
  7. Miriam78

    Miriam78 Familienmitglied

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    Mit diesem Hintergrund würde ich dem Instinkt Deiner Freundin vertrauen. Gerade wenn es Dich nicht stört und auch die partnerschaftlichen Verhaltensweisen (cooles Ausdruck!) gut möglich sind! Gib Deiner "Stieftochter" mindestens ein halbes Jahr, so daß die neue Wohnsituation "normal" ist. Und dann beginne mit dem "Selbständigkeits-Training". Wobei ich tagsüber anfangen würde. Nachts ist die Seele viel emfpfindlicher!

    Ach so, wir antworten gerne!!!
     
  8. hallo schlork,

    ich denke auch, dass die mutter der schlüssel ist. so wie du erzählst, ist kein wunder, dass die kleine so sehr an die mutter klammert und sie braucht. es muss nicht unbedingt in der nacht sein, aber wenn das so ist, kannst und sollst DU alleine das nicht ändern. mache dich nicht zum buhmann bei der kleinen, sondern zu ihrem freund. dann wird sie leichter das feld für die nacht dir alleine überlassen, weil sie im gegenzug dafür auch etwas bekommt. sonst hat sie eher den eindruck, sie muss ihre mama mit dir teilen und bekommt im gegenzug nichts als blöde veränderungen.

    du sollst auf jeden fall mit der mutter die vorgehensweise besprechen, bevor du die kleine aus dem bett "vertreibst". wenn die kleine bei mama schlafen darf in deiner abwesenheit, dann bist du schon der "feind in mamas bett" wenn du wieder da bist. die mutter könnte das problem aber auch so lösen, dass die kleine bei ihr schläft wenn du weg bist und sonst du alleine bei ihr. sozusagen eine mutter-tochter absprache. mit meiner tochter hat das bestens funktioniert, sie ist nie gekommen wenn mein damaliger freund bei mir geschlafen hat. ich habe ihr aber klar erklärt, dass ich auch ein recht auf meine privatsphere habe und dass das nicht mit der liebe zu ihr zu tun hat.

    sonst fällt mir der bett-trick noch ein. wenn die kleine sich schon lange ein neues bett wünscht oder neue bettwäsche, ein barbie-betthimmel oder sowas, dann könnte man sie damit in ihrem bett locken. sonst hilft geduld von deiner seite aus und vorallem konsequenz seitens der mutter. ihr solltet aber eins nicht tun: euch streiten wegen des kindes. wenn dich nicht mal stört, dass die kleine nachts kommt, dann geht das projekt ausquartieren langsam und behütsam an. ausquartieren würde ich sie auf jeden fall in dem alter, aber nicht auf ex und hopp, das geht nicht.

    grüsse,
    gabriela
     

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