Kaja und Keke

Dieses Thema im Forum "Geburtsberichte" wurde erstellt von Ruth, 30. April 2004.

  1. Ruth

    Ruth s'Ruth

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    Na, wenn alle von ihren Geburte erzählen, will ich auch mal.
    Bei Kaja hatte ich am 17.8.00 Termin und morgens ging es auch schon mit Wehen im 3 Min. Takt los. Wir sind also in die Klinik gefahren, Mumu war auf 3cm. Erst mal in die Wanne zwecks Entspannung, aber da war`s mir so heiß (draussen waren 30Grad) und auch unbequem( ich fand irgendwie keine richtige Stellung), also wieder raus. Mit dem Mumu ging`s nicht weiter, aber jede Menge Wehen undSchmerzen :( . Mittags meinte die Hebamme, ob ich den eine PDA wolle. Während der Wehen dachte ich: Ja her damit! und wenn die Wehe dann rum war, dachte ich: So ein Quatsch, das ist ja gar nicht so schlimm!! Mittags um 14.00 bekam ich dann eine und der Mumu ging dann innerhalb 1 Std. komplett auf. Allerdings betäubte die PDA nur die linke Hälfte,rechts war noch heftig dabei.
    Die Wehen waren aber etwas abgeflaut und wurden dann per Tropf angekurbelt um den Geburtsverlauf voran zu treiben. Um 16.00 wirkte die PDA nicht mehr, nachspritzen half auch nicht und Kaja steckte im GEburtskanal fest( irgendwie hatte sie den kopf verdreht :? ). Nichts ging mehr, ich preßte wie verrückt, aber es kam gar nichts unten an. Nachdem die Ärztin immer rief, ich solle doch mein Kind loslassen und es auch wollen- ja was glaubte die denn, was ich will- kam irgendwann der Oberarzt,guckte auf das CTG und die Herztöne und rief: Das Kind muß da raus!! KLASSE. Er kam zu mir nach oben,nahm meine Hand und sagte: Mädchen wir zwei machen das jetzt!. Dann wurde Kaja mit der Zange entbunden, mit einem Riesenschnitt quer durch die Schamlippen. Die wäre alleine nie da raus gekommen, weil sie sich so verdreht hatte. Irgendwie lief das alles nur wie ein Film bei mir ab, ich war überrollt von diesen ganzen Dingen und dann war sie auf meinem Bauch. Ich konnte sie gar nicht so richtig wahrnehmen. Aber später schon.

    Ich hatte ganz lange ein Kopf- Problem damit, weil ich sie nicht " selbst" herausbekommen hatte und auch weil ich die Geburt nicht als traumhaft, sondern als grauenhaft empfand. Ich hatte mich auch nicht so recht wohl mit den wechselnden Hebammen gefühlt- irgendwie nicht geborgen. Dem Oberarzt war ich dankbar, weil er so beherzt eingegriffen hatte- die andere Ärztin würde heute noch rufen: Sie müssen das Kind nur wollen!!!

    Bei Keke habe ich mir eine feste Hebamme genommen und mit ihr darüber gesprochen, das ich richtige Versagensgefühle hatte nach Kaja`s Geburt. Sie hat mir sehr geholfen. Bei Keke wurde die Geburt mit einem Gel eingeleitet, nachdem der Termin überschritten war. Ich ging noch zur Akupunktur und mir ging`s klasse. Dann ging`s von einer auf die andere Sekunde los, das ich beim Spazieren gehen erst mal auf die Knie ging. Und dann sollte ich wieder hoch in den 3. Stock in den Kreissaal. Ich bin auf jeder Treppe sitzen geblieben, so rasch kamen die Wehen und auch so heftig. Als ich endlich im Kreissaal war, nach 3 Aufstehanläufen, haben Cecil( die Hebamme ) und Markus( mein Mann) sich nur verlacht. Irgendwie waren die super gelaunt und auch mir ging`s trotz der Heftigkeit besser als bei Kaja. Irgendwie gelockerter. ich bekam eine PDA, nach 2 Std. war der Mumu auf. Ich wollte noch auf die Bettpfanne für ein Pipi- wieder Lacher von Cecil und Markus wegen meiner akrobatischen Übungen kurz vor der Geburt. Dann bin ich sprichwörtlich von der Pfanne gefallen und Keke kam angeschossen wie eine Rakete. Zack, war sie vorne am Ausgang. Cecil mußte sie mit der Hand bremsen, sonst hätte sie mich ganz zerrissen. Ich habe noch 2x gepreßt und da war sie. Ich kann dieses Erlebnis gar nicht beschreiben, ich habe alles wahrgenommen, sie selbst zur Welt gebracht und das Geburtserlebnis hat mich mit der Geburt von Kaja( die für mich einfach fürchterlich war) versöhnt. Ich war so gut drauf, ich hätte glatt aus dem Bett springen können.
    Ich bin meinem Mann sehr dankbar, das er beide Male dabei war. Er selbst sagt, das die erste Geburt für ihn ein richtiger Schock war, die zweite empfand er auch als wesentlich entspannter. Auch meiner Hebamme bin ich dankbar, sie hat mich echt gut gestützt.

    Ich bin froh, meine beiden Mäuse zu haben und das ich gesehen habe, das es nicht nur schlimm sein muß ein Kind zu kriegen. Jede Geburt ist anders und nicht vergleichbar miteinander.

    Lg Ruth :bravo:
     
  2. Heidi

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    bin schon richtig hier
    Schön zu lesen, dein Bericht.
    Und für mich auch gut zu sehen, dass es anderen Müttern genauso ging - ich hatte auch erst den Horror und dann eine super Geburt.
    Der Bericht dazu wird eines Tages auch geschrieben...
     

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