Justin Luca 26.5.04 - Marienhospital GE-Ückendorf

Dieses Thema im Forum "Geburtsberichte" wurde erstellt von moonlena, 1. Dezember 2005.

  1. Geburtsbericht:

    Am 26.05.2004 hat sich Justin-Luca auf den Weg gemacht. Allerdings ersteinmal heimlich still und leise. Morgens um 3:20 Uhr hatte ich ein paar Wehen...oder soll ich Weh-weh-chen sagen? Ich sagte Robby Bescheid und ging ersteinmal in die Badewanne...ups- da waren sie wieder weg. Also ging ich wieder in´s Bett. Schmerzen hatte ich nicht, nur ein leichtes Ziehen im Rücken, daß das Schlafen etwas unangenehm machte. Morgens um 7:00 stand ich auf. Nichts zu merken - Robby fuhr also zur Arbeit und meine Ma´brachte mich um 9:30 zu Doc Schneiders bei dem ich einen Termin hatte aber nicht mehr selber so weit Auto fahren wollte. Am CTG tat sich nichts - nicht eine einzige Wehe wurde aufgezeichnet. Doktor Schneiders grinste: "Sind Sie sicher, daß da was drin ist?". "Also eigentlich schon...ich mag nicht mehr ! Wir sind doch schon 6 Tage über dem Termin und jetzt kommt das Pfingstwochenende...".

    "Ich sehe dann mal nach...", sagte er und teilte mir mit, daß der Muttermund bereits 3cm geöffnet ist. Das Fruchtwasser ist auch noch o.k. "Ich gebe Ihnen dann jetzt eine Überweisung für die Klinik mit...mal sehen ob Die die Geburt vor den Feiertagen noch einleiten, aber lange kann es nicht mehr dauern."



    Meine Mutter brachte mich nach Hause. Unterwegs hatten wir noch einen kleinen Unfall, bei dem eine Frau einfach die Fahrertür öffnete und Mama´s Auto traf. Als die Formalitäten mit der Polizei erledigt waren und wir endlich zu Hause waren, haben wir in aller Seelenruhe ersteinmal Kaffee getrunken und auf Robby gewartet, den ich von unterwegs bereits angerufen hatte. Auch "Tante Silke" war bereits informiert, weil sie sich schon Sorgen machte und ich sie ebenfalls als Vertrauensperson und Unterstützung zusammen mit meinem Schatz dabei haben wollte. "Ruf mich an wen die im Krankenhaus 8cm Öffnung bescheinigen, dann bin ich sofort da!", sagte sie.



    Um 14:30 waren Robby und ich im Marienhospital in Gelsenkirchen. Nachdem die Hebamme die Aufnahmeformalitäten erledigt hatte kamen wir zur ersten Untersuchung (und dem Einlauf). Da wußte ich warum Männer beim Frauenarzt nicht mit zur Untersuchung dürfen. Als der Arzt untersucht hat, habe ich das Gesicht von Robby gesehen, der schräg hinter ihm saß. Es sprach Bände: "Mach bloß nichts kaputt!". Ich mußte lachen. " 5cm...", sagte der Doc, " Wie haben Sie das denn gemacht ohne großartige Wehen? Wenn das so weiterläuft ist das doch prima. Laufen Sie mal noch ein bisschen herum und wir sehen uns in ca. 2 Stunden wieder."

    Gesagt..getan...Robby und ich gingen 2 Stunden um´s Krankenhaus herum spazieren und das Einzige was ich merkte, war ab und an ein leichtes Ziehen im Rücken, was aber schnell wieder nach ließ. "Wie fühlt sich das denn an?", fragte Robby. ""Ach wie eine leichte Nierenbeckenentzündung die anch vorne zieht...halb so wild", lächte ich.

    Als wir um 17 Uhr wieder im Untersuchungsraum waren merkte ich wieder nichts mehr, aber der Arzt sagte: "Schön 7-8cm...das ist ja super!". Alle stellten sich seelisch auf eine leichet und schnelle Geburt ein. "Wir müssen dann nochmal telefonieren..." sagte ich und wir gingen nochmal raus um Silke anzurufen. Die war aber schon da und kam uns mit einem Lächeln entgegen.

    Um 18:00 Uhr ging ich dann in die Gebärwanne, an meiner Linken mein Schatz Robby, an meiner Rechten meine mittlerweile beste Freundin in Wanne - Silke. Das Wasser war angenehem, ich machte noch Witze: "Fehlt nur noch der Sarrotti-Mohr mit dem Palmwedel..krieg´ich ´nen kalten Kakao?" Prompt bekam ich den auch von der Hebamme.Auch ein Eis hat mir Silke noch besorgt, welches ich ganz cool in der Wanne lutschte.



    Das CTG zeigte jetzt reichlich Wehen an...die Abstände wurden immer kürzer. Gegen 20:00 sprengte die Hebamme die Fruchtblase weil sich da noch nichts tat Mir wurde immer heißer..."Jetzt ein Eis..." witzelte ich, und was macht Sille? Läuft los und holt mir Eines. So kam es, das ich noch in der Wanne friedlich ein Calippo-Cola lutschte. Weh tat mir da noch garnichts...die Hebammen hatten in der zwichenzeit Schichtwechsel und Hebamme Christine und eine junge Ärtzin übernahmen die Kontrolle über meine Geburt.

    Ich wurde immer unruhiger und gegen 21:00 wußte ich was echte Wehen bedeuten...wechselte bestimmt tausendmal die Position in der Wanne. Ich wurde sauer, weil ich das Gefühl hatte die Hebamme und die Ärztin waren immer weg wenn wir sie brauchen...rein ..raus...es waren ja noch andere Frauen im den Kreißsälen. Robby´s Nacken und Silke´s Hände waren gut zum festhalten. "Ich will nicht mehr..ich brauch was gegen die Schmerzen!" Die Hebamme überhörte mein Flehen ganze galat fünfmal bis sie mir nach nochmaliger aufforderung von Silke endlich etwas in den mund schob. Geholfen hat´nicht viel, aber in dem Moment versetzt der Glaube Berge und es hätte in dem Moment auch Traubenzucker sein können...es hat beruhigt.- Der Muttermund lag von vor dem Köpfchen und die Hebamme versuchte immer wieder den Weg für Justin-Luca frei zu machen. Ich presste und presste, aber ich merkte, daß da was nicht stimmte...das Baby gig nicht raus und die ganze Prozedur nicht weiter. Immer noch 8cm...

    "Ich muß hier raus!"...mit diesen Worten wechselte ich mit Hilfe der Hebamme, Robby und Silke in den gegenüberliegenden Kreißsaal. Es war 21:50 Uhr.

    Auf dem Kreißsaalbett angekommen sagte die Hebamme "Ich sehe schon das Köpfchen, ..sie haben es gleich geschafft...wollen sie mal fühlen?" Robby und Silke beugten sich nach vorne um zu gucken..ich stöhnte nur "Nee...ich mach erst fertig...". Alles tat mir weh und ich wollte nur das es aufhört. Man kann sich vor einer Geburt immer vornehmen nicht zu schreien...ES KLAPPT NICHT! Die Sache mit "..sie haben es gleich geschafft..." war ein Trugschluß. Was bis zu Justins Geburt um 23:15 Uhr passierte habe ich selber kaum mitbekommen. Ich wollte nicht mehr...Justin hatte gleich 2x die Nabelschnur um den Hals und kam nicht von alleine raus...ich hatte Angst...meine Kräfte verließen mich...mein Kreislauf ging weg...ich hatte keine Wehen mehr...Hebamme und junge Ärztin waren völlig überfordert und holten sich Unterstützung...Justin steckte fest und konnte nicht raus... der Chefarzt und eine Schwester kamen hinzu...Dammschnitt...er befreite den Kleinen mit der Hand von der Nabelschnur...es ging vieles schief...der Wehentropf lief nicht.... Justin kam ganz blau angelaufen auf die Welt, nachdem der Chefarzt ihn rausgedrückt hatte indem er sich auf meinen Bauch legte.. "Ich sah Silke und Robby mit Tränen in den Augen an: "Was ist es?" "Ein Junge...". "MEIN BABY"...hauchte ich und dann verließen mich im wahrsten Sinne des Wortes die Geister. Jetzt mußte es schnell gehen und man mußte sich erstmal um mich kümmern. Ich bekam ein Herzmittel...der OP war schon vorbereitet...ich verlor fast die Hälfte meines Bluthaushaltes. Ich verdrehte die Augen und sah Robby kurz an..." Sorry, ich geh´dann jetzt...." ,mein Kreißlauf war im Keller...Robby und Silke hatten Angst. Silke tätschelte mir erst in´s Gesicht..half nicht..Robby sah mich an und rief "Laß mich jetzt nicht alleine!" und holte mich mit einer Ohrfeige die ich garnicht merkte wieder etwas zurück.

    Wir können froh sein, daß wir das Beide überlebt haben. Die Zeit im Kreißsaal habe ich mir dann hinterher nochmal erzählen lassen. Und um das wiederzugeben werden hier demnächst vielleicht die Berichte von Robby und Silke stehen, die wirklich Angst um uns hatten. "Der beste Horrorfilm ist ein Dreck dagegen"..diese Aussage reicht eigentlich schon aus um den roten Zustand im Kreißsaal zu beschreiben. Die Hebamme fragte mich noch "Hatten Sie zuviel Streß und Aufregugn in der Schwangerschaft?" Das ein Kind einmal die Nbelschnur um den Hals hat, kommt vor...aber gleich zweimal...

    Ich möchte keiner Schwangeren Angst machen, denn so wie in meinem Fall kommt es wohl nur sehr selten vor. Hauptsache ist: Mutter und Kind sind hinterher wohl auf und nach dem ersten Lächeln eines Kindes ist alles fast vergessen !!! Versprochen...egal wie eine Geburt verläuft..es lohnt sich! Nur eines: Lasst Euch - für Euer Kind - in der Schwangerschaft nicht ärgern oder stressen!!!

    Mit Bildern könnt iHr den Bericht auch lesne, einafch unter Justin Luca/ Schlüpfmoment auf http://www.mieske.de.vu gucken.
     
  2. AW: Justin Luca 26.5.04 - Marienhospital GE-Ückendorf

    hallo,
    erstmal nachträglich alles Gute zur doch sehr aufregenden aber gutgegangenen Geburt. hoffe ihr habt viel Spass und Freude mit eurem Sonnenschein.
    Habe meine beiden Kinder auch in Ückendorf entbunden, bei dem ersten wars auch super kritisch und daher bin ich heute immer noch froh mich damals fürs Marienhospital entschieden zu haben - was die ärztliche Kompetenz angeht.
    Das du dich bei den Hebammen irgendwie "niht gut aufgehoben" gefühlt hast - na ja meine zweite Geburt dauerte über 30 Stunden und da kam ich mir auch teilweise abgeschoben vor, dauernd andere Hebammen, selbst während der Schichten,aber wie gesagt bin froh dort entbunden zu haben.
    lieben gruss
     

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