Hoerspiele im Vorlesealter?

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von Charlie1965, 29. April 2005.

  1. Guten Abend!

    "Eigentlich" gehoeren wir ja zu den Eltern, die "vorm Lesealter keine Medien (ausser Musik)" praktizieren. Aber unser Kleinster ist so begeistert von dem alten Raeuber-Hotzenplotz-Buch (Band 1) von seinem grossen Bruder und von den Hotzenplotz-Liedern! Er will sie unentwegt hoeren.
    Unsere Grossen haben die Hotzenplotz-Geschichten jahrelang mit Leidenschaft geliebt - und wir auch (ich war als Kind schon Fan von Hotzenplotz). Wir hatten (als sie jedoch aelter waren und die Buecher schon selbst lasen) auch alle Cassetten, und ich fand diese Hoerspiele mit den schoenen Stimmen wunderschoen und lebendig und zauberhaft.
    Jetzt spiele ich mit der Idee, mir fuer meinen Kleinen (und die Grossen... und meinen Mann... und MICH) eine einzige CD (unsere schoenen Cassetten sind alle vom vielen Spielen kaputt) zu goennen. Ich haette ja solche Lust, das mit ihm mal zu hoeren.
    Was meint Ihr dazu?
    Schaden Hoerspiele in diesem Alter (Zweieinhalb), wird er womoeglich vom Buecherwurm zum Medienfreak? Ich neige bei diesem Thema immer zu Panik und Horrorvorstellungen. Mir gefiele es nur, wenn das Hoerspiel eine Ergaenzung zum Vorlese-Buch waere und noch mehr Lust aufs Vorlesen und Nachspielen machen wuerde.
    Hat vielleicht jemand schon Erfahrungen mit Hoerspielen bei so kleinen Kindern gemacht?
    Ueber jede Antwort, Anregung etc. wuerde ich mich freuen!

    Einen schoenen Abend wuenscht
    Charlie.

    P.S.: Mein Kleinster singt schon wieder "Wir sind keine Dummen, der soll nur weiterbrummen"...
     
  2. Cornelia

    Cornelia Ex-Exilfriesin

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    Hallo,

    Annika hört viel Hörspiele auf CD - zum Entspannen, Abschalten oder für Nebenbei. Sie "liest" aber auch weiterhin viel und gerne und lässt sich weiterhin viel und gerne vorlesen. Oft blättert sie auch paralell zum Hörspiel in dem gleichen oder ähnlichen Buch. Ich sehe in ihrem Hörspielhören auch ein wenig den Grund, dass sie sprachlich immer sehr weit war.

    Vielleicht hilft dir ja die Antwort ein wenig.

    :winke:
     
  3. Da kann ich Conny nur bestätigen - bei uns ist es genauso. Es hat auch keine Verlagerung von Lesen zu Hören stattgefunden.

    Alles Liebe, Kati
     
  4. Sehe ich auch so.

    Ich habe als Kind auch viele Cassetten gehabt (und habe auch heute noch welche :jaja: ) und lese trotzdem sehr viel! :)

    Sheena
     
  5. Jacqueline

    Jacqueline Ohneha mit der Lizenz zum Löschen
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    Ich sehe die Hörspiele als Vorstufe zum Lesen, als Ergänzung zum Vorlesen.

    Ich habe hier lauter Bücherliebhaber, die aber auch viel Hörspiele aller Couleur hören - angefangen mit "pingu" und "bob der baumeister" beim Kleinen, aber auch Bibi Blocksberg oder die drei Fragezeichen oder Tigerteam usw., aber auch Jim Knopf, Märchen usw....

    Kasetten/CD Hören ist (in meinen Augen) eine Ergänzung zum Vorlesen und Selberlesen, kein Ersatz und kein Vorgreifen.

    Liebe Grüsse, Jacqueline
     
  6. belladonna

    belladonna Tolle Kirsche

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    Ist bei uns auch so! :jaja: Wir hören nicht viel Hörspiele, das einzige, wo meine Kinder halbwegs dabei bleiben, sind die Conni-Kassetten. Da ist es aber auch eher so, daß Christina dann das Buch dazu haben möchte und das dann ständig vorgelesen haben möchte. Im Auto hören wir immer die CD vom kleinen Wassermann (von Otfried Preußler), die ist auch total niedlich gemacht und ich könnte mich immer kringeln, wenn meine Kinder das dann zu Hause nachspielen! :-D Ich habe auch schon angefangen, Christina einzelne Kapitel aus dem Buch dazu vorzulesen, aber das ist ihr wohl doch noch zu lang und mit zu wenigen Bildern (ist ja auch erst ab 6 Jahren gedacht).

    Alles in allem stehen bei uns die Bücher weit höher im Kurs als Kassetten oder CDs und das ohne jeden Zwang von meiner Seite. Ich bin halt selber so ein Bücherwurm und lebe meinen Kindern das auch vor - und freue mich natürlich, daß sie sich genauso dafür begeistern können.

    Wir haben übrigens auch die Hefte von der Sesamstraße abonniert und es ist immer noch so, daß die Kinder lieber die Hefte angucken als die eigentliche Sendung im Fernsehen!

    LG, Bella :blume:
     
  7. Vielen, vielen, vielen Dank!
    Eure Erfahrungen beruhigen mich voellig. (Ich oute mich auf diesem Gebiet als ziemlich hysterische Mutter...)
    Werde JETZT sofort Amazon.de bemuehen und kann's nicht mehr abwarten, bis die CD bei uns ist.

    Noch mal ganz herzlichen Dank und ein wunderschoenes Wochenende wuenschen
    Charlie und
    kleiner Hotzenplotz-Fan Raul, der Euch sicherlich noch dankbarer sein wird als ich.
     
  8. La Bimme

    La Bimme Leseratte
    Moderatorin

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    Na, dann viel Spaß mit der CD! Welche bestellst Du denn nun? Den Hotzenplotz?

    Aber mal ganz ab davon, ob Hörspiele jetzt Kindern schaden oder nützen oder was auch immer:

    Ich persönlich habe was gegen "Hörspiele" (die ich so gar nicht nennen würde), falls sie so aufgemacht sind, dass das Kind sie nur komplett versteht, wenn es auch das Buch kennt.

    Erstens ist das in meinen Augen zum gut Teil einfach Verkaufsstrategie.

    Zweitens ist "Hörspiel" für mich wirklich ein eigenes Genre, egal ob für Kinder oder für Erwachsene. Durch die Hörbücher (die allerdings gerade für Hausfrauen und Mütter ein echter Segen sind) wird es noch mal mehr in den Hintergrund gedrängt, was ich total schade finde. En richtig durchchoreographiertes Hörspiel mit guten Sprechern, durchdachten Dialogen, passenden Geräuschen, stimmungsvoller Musik - das ist noch mal eine andere Klasse als ein "Hörstück als Ergänzung zum Buch".

    Für 2 1/2-Jährige ist das wahrscheinlich zu hoch gegriffen. Aber in einer Geschichte mitzugehen, wo es wirklich nur übers Hören geht und selbst Erzählerparts (in guten Hörspielen) oft ziemlich reduziert sind - das ist doch ganz einzigartig! Und hat mit Lesen überhaupt nichts zu tun.

    Unsere erste Hör-CD habe ich übrigens auch gerade bestellt:
    "Der Holzwurm der Oper erzählt die Zauberflöte."
    Bestimmt auch kein "Hörspiel", wie ich es eben angepriesen habe. Aber mal gucken. Zumindest muss dann nciht mehr ich die Arie der Königin der Nacht trällern.

    Also in diesem Sinne - ich wollte keineswegs Dogmatismus verbreiten. Mir tun nur einfach die Hörspielmacher (die echten!) leid.
    Und Fridolin soll bestimmt mal Hörspiele kriegen, zu denen es KEIN Buch gibt. (wenn sich so was für Verlage dann überhaupt noch lohnt.)

    Liebe Grüße
     

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