@Florance: Unterschied Milchunverträglichkeit / Milcheiweissallergie

Dieses Thema im Forum "Kinderkrankenpflege" wurde erstellt von Mücke, 5. Juni 2005.

  1. Hallo,
    Jakob hat Neurodermitis. Nachdem er abends den Ha-Brei gut vertragen hat, habe ich es mal mit Miluvit-mit- Folgemilchbrei probiert, im guten Glauben, das er, weil Ha ohne Probleme, keine Milcheiweissallergie haben kann.
    Nach 3 Löffeln fing er zu schreien an, röchelte und würgte und erbrach sich schliesslich, und nach ca. 30 Minuten schwoll sein rechtes Auge fast zu und sein Ekzem im Nacken wurde richtig quaddelig.
    Mein Kinderarzt spricht nun von einer Unverträglichkeit, nicht von einer Allergie, da er den Ha-Brei ja verträgt. Wo ist jetzt der Unterschied ? Kann ich nun Sojanahrung verwenden oder ist die Gefahr einer Sojaeiweissallergie nun auch erhöht ?
    Ach so, ausser dem Mittags- und Abendbrei wird er ausschliesslich gestillt.
    Während einer Kur mit Schüssler-Mineralsalzen meinerseits, Trägerstoff Milchzucker, hat er auch mit einer Hautverschlechterung reagiert.

    Dankbar für jede Hilfe grüsst
    Andrea
     
  2. Florence

    Florence Hautärztin

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    Hallo Andrea,

    Für mich klingt es eher nach einer Allergie: Allergien richten sich gegen das Eiweiß der Milch (wobei es in der Milch verschiedene Eiweiße gibt, man kann nur gegen eins oder auch gegen alle drei reagieren). Allergien zeigen sich meist nicht nur am Verdauungssystem, sondern auch an der Haut, an den Luftwegen etc. Allergien sind nicht dosisabhängig, sondern treten nach dem Kontakt zu Kleinstmengen des Eiweißes bereits auf.

    Unverträglichkeiten dagegen richten sich meist nicht gegen Eiweiß, sondern gegen andere Bestandteile, bei der Milch gegen den Milchzucker. Bei der Laktoseintoleranz (so der Fachbegriff für die Milchzuckerunverträglichkeit) gibt es ausschließlich Verdauungsprobleme (Blähungen, krampfartige Schmerzen, Durchfälle). Unverträglichkeiten sind dosisabhängig, jeder Betroffene hat seine eigene Toleranzschwelle, bis zu der er den fraglichen Stoff ohne Probleme verträgt.

    Bei Euch könnte es sein, daß die grobe Spaltung des Milcheiweißes bereits reicht, daß keine Allergiesymptome auftreten. Es kann allerdings sein, daß trotzdem dadurch im Körper die Erinnerung an das Allergen aufrecht erhalten wird und sich keine Besserung der Allergie damit einstellen kann (was bei vollständiger Meidung des Allergens oft beobachtet wird, gerade bei Kindern verschwinden Allergien oft spurlos wieder).
    Auch wenn es eine Allergieneigung bei Jakob gibt, würde ich bei einer Milcheiweißallergie dann trotzdem auf Soja-Säuglingsnahrung(-Brei) umstellen. Vorher würde ich beim Hautarzt/Allergologen allerdings durch eine Blutentnahme feststellen lassen, ob es spezifische Antikörper gegen Milcheiweiß gibt und damit die Allergie beweisen lassen (gelingt allerdings nicht zu 100 % immer).
    Liebe Grüße, Anke
     
  3. Vielen Dank !
    Wäre dann SOM in Ordnung oder müsste es Pregomin sein ?
    Mein Kidoc wollte kein Blut abnehmen, da er meinte, wir hätten den besten Test mit dem Brei gehabt. Er empfieht eine milchfreie Ernährung für die ersten zwei Lebensjahre, was sich mit dem Ha irgendwie ja wiederspricht...
    Ich habe vor Soja halt etwas Angst, Angst, dass er diesmal heftiger reagiert und mir zuschwillt, aber vielleicht klappt es ja. Wir müssen ja auch nicht jede Allergie mitnehmen...

    Liebe Grüsse und nochmals vielen Dank von Andrea
     
  4. Achso, er hat auch obstruktive Bronchitis und ständig Stockschnupfen, passt alles zusammen.
    Tschüss !
     
  5. Florence

    Florence Hautärztin

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    Du hast recht, milchfrei und HA beißt sich. Es ist natürlich schwierig, jetzt zu entscheiden, ob SOM oder Pregomin - SOM ist nicht so fein hydrolysiert wie Pregomin. Auf Pregomin sollte es eigentlich keine Reaktionen geben, bei SOM ist durchaus eine Allergisierung auf Soja möglich. Allerdings ist Pregomin schwieriger zu besorgen und teurer... Da Du ja Soja gegenüber vom Gefühl auch eher skeptisch bist, würde ich eher Pregomin empfehlen (man soll ja auf sein Bauchgefühl hören), wenn es Euch finanziell machbar ist.

    Liebe Grüße, Anke
     
  6. Hallo Anke,
    eigentlich hat mein Bauchgefühl mit Beginn der Beikost immer SOM geflüstert, ich habe schon immer das Gefühl gehabt, dass die ND mit dem Milcheiweiss zusammenhängt. Zum Glück bin ich kein Milchtrinker, esse aber gerne Käse, was ihn wohl nicht so stört.Ich habe bloss richtig Angst gehabt, ich bin Krankenschwester und habe in der Notaunahme gearbeitet, und die sind ja sowieso am hysterischsten.....!
    Danke, ich bin so froh über dieses Forum und die tolle Arbeit dir ihr hier leistet !!!!!!

    Liebe Grüsse,
    Andrea
     

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