Engelchen und Bengelchen

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von Jenni, 9. November 2004.

  1. Jenni

    Jenni Gehört zum Inventar

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    Hauende Altersgenossen

    Hallo,


    wir waren heute bei einer Freundin, die zwei Kinder hat, der Große, Luca heißt er, nur wenige Tage jünger als Linus. Luca war schon immer etwas, wie soll ich sagen, unangenehm wild und aufdringlich, aber heute war es mir wirklich schon fast zu viel.

    Luca hat sich teilweise regelrecht auf Linus gestürzt, hat sich an ihm festgeklammert, an ihm rumgezerrt, ihn von Hockern geschmissen, hat angefangen zu schlagen 8O Linus mag es gar nicht umklammert zu werden und hat teilweise bitterlich geweint, weil Luca ihn nicht loslassen wollte.

    Daß kleine Rangeleien um ein Spielzeug bis zu einem gewissen Grad dazugehören weiß ich ja, aber Linus tut mir manchmal so leid! Er ist zwar auch ein eigentlich wildes Kerlchen kümmert sich aber auf der anderen Seite auch um alle anderen, verteilt Kekse an alle, tröstet und hilft. Wenn er dann aber wieder von einem anderen Kind einen Knuff bekommt - warum auch immer - sieht man ihm richtig an, daß er gar nicht versteht, warum das jetzt passiert.

    Linus zu sagen, er soll zurückhauen kann es doch aber auch nicht sein, er würde es wahrscheinlich eh nicht machen. Vielmehr ist es so, daß er geschubst wird und dann den Schubser tröstet :-?

    Seh ich das jetzt alles zu eng? Ich weiß nicht, ob ich Linus zu sehr zu behüten versuche. Was macht Ihr in solchen Situationen?

    Zerknirschte Grüße
    Jenni
     
    #1 Jenni, 9. November 2004
    Zuletzt bearbeitet: 12. November 2004
  2. Jenni

    Jenni Gehört zum Inventar

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    AW: Engelchen und Bengelchen

    Weiß niemand Rat?
     
  3. AW: Engelchen und Bengelchen

    Hallo Jenni!
    Was sagt denn Deine Freundin dazu, wenn Ihr Sohn so mit anderen Kindern umgeht?
    Das erinnert mich an viele Situationen, die ich so oder ähnlich mit unserem Großen hatte. Florian war auch immer sehr zurückhaltend und verkroch sich immer sehr schnell in "sein Schneckenhaus", wenn er derartig bedrängt wurde. Mir wird heute noch ganz anders, wenn ich daran denke, wie oft ich ihn in solchen Situationen "allein" gelassen habe. Eben weil ich auch nie wußte, wie reagiert man "richtig" und immer gehofft habe, daß die Mutter des jeweiligen Kindes einschreiten würde (was aber eben häufig nicht der Fall war).
    Heute mache ich das so, daß ich einschreite, sobald ich merke, daß mein Kind mit der Situation überfordert ist. Ist zwar oft nicht ganz einfach und trifft auch nicht immer auf Gegenliebe der anderen Mütter, aber in erster Linie muß es doch um die Belange des Kindes gehen. Schließlich hat doch jedes Kind das Recht, angstfrei und ungestört zu spielen.

    Liebe Grüße

    Bianca (31.08.1968) mit Florian(26.07.1997) und Friederike(13.12.200:relievedface:
     
  4. La Bimme

    La Bimme Leseratte
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    AW: Engelchen und Bengelchen

    Wir haben eine ganz ähnliche Situation mit der Nachbarstochter, die "wilde Tilde".
    Auch ohne dass Frido ein großer Kümmerer ist - er will einfach gerne mit ihr spielen, und das geht irgendwie überhaupt nicht, obwohl er sich für sie interessiert und sie überhaupt eines der wenigen Kinder ist, mit der er außerhalb der Kita engeren Kontakt hat.

    Ich hab auch kein ultimatives Rezept.
    Ich sage Fridolin, dass er (auf schwedisch) sagen oder noch besser schreien soll: "Nein, das will ich nicht, lass das sein!"
    Wenn Tilde das ignoriert, setz ich mich zu ihr, nehm sie in den Arm und sag ihr, dass sie dann einfach aufhören muss, wenn Frido nein brüllt. Dieses Vorgehen ist mir selber lieber als die Mutter, die auf Tilde meistens einmeckert.
    (Immerhin versucht sie - eine Woche jünger und einen halben Kopf kleiner, - ihn hochzuheben, fällt mit ihm zusammen um, und Frido knallt sonstwohin. Ich hab manchmal auch mit ihm Mitleid, wenn wir nach Hause gehen und Tilde war eigentlich nur grob).
    Noch zeigt das nicht so den durchschlagenden Erfolg. Deshalb weiß ich nicht, ob es auf Dauer was bringt. Ich leg es auch nicht drauf an, und der Kontakt dünnt aus.

    Interessant ist, dass die Erzieherinnen in der Kita sagen, dass Tilde dort recht ruhig und ausgeglichen sei. Nur zu Hause eben nicht. Das zur Ehrenrettung dieser wilden Kinder - wer weiß, was dahintersteckt, dass sie zu Hause so sind.

    Liebe Grüße
     
  5. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    AW: Engelchen und Bengelchen

    Vielleicht dass sie im KiGa sozial so gefordert sind, dass sie sich unmoeglich zuhause auch noch an alle Regeln halten koennen. Hat man doch oft: Kind ist in KiGa oder Schule vorbildlich und laesst dann zuhause all die unterdrueckten Gefuehle, Verhaltensweisen etc raus, eben weil es sich dort sicher weiss und "wueten" kann. Schoen ist das nicht fuer die Eltern, aber eigentlich ein Kompliment.
    Lulu
     
  6. Cornelia

    Cornelia Ex-Exilfriesin

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    AW: Engelchen und Bengelchen

    Hallo Jenni,

    so recht habe ich auch keinen Rat, da Annika sich wehrt bzw. deutlich zeigen kann, dass sie etwas nicht möchte. Ich denke, ich würde auf eine Art einschreiten - und zwar in dem ich die beiden trenne und mit dem anderen Kind spreche, dass das so nicht geht. Erklären und hoffen, dass auch mein Kind aus meinen Erklärungen was lernt. Gleichzeitg noch mal mein Kind drauf hinweisen, wie es sich wehren kann. Und wenn es immer wieder mit dem gleichen Kind passiert und mein Kind nicht glücklich scheint, würde ich wohl versuchen den Kontakt der Kinder zu reduzieren oder mal deutlich Worte mit der Mama reden, dass sie sich auch mal ihr Kind vorknöpfen sollte.

    :winke:
     
  7. Frau Anschela

    Frau Anschela OmmaNuckHasiAnschela

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    AW: Engelchen und Bengelchen

    Hallo Jenni,

    wenn jemand - und dabei ist mir egal ob Erwachsener oder Kind - ganz offensichtlich die Grenzen meines Kindes überschreitet und ich merke, mein Kind ist mit der selbständigen Wahrung seiner Grenze überfordert, dann schreite ich ein und wahre diese Grenze für mein Kind. Ich finde auch nicht, dass das was mit Überbehüten zu tun hat. Überbehüten wäre meiner Ansicht nach, wenn man sofort und permanent einschreiten würde, ohne dem Kind eine Chance zu geben, die Sache selbst zu regeln. Aber einschreiten, wenn man merkt, das Kind läuft auf, das finde ich schon okay.

    LG
    Angela
     
  8. Jenni

    Jenni Gehört zum Inventar

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    AW: Engelchen und Bengelchen

    Danke für Eure Antworten!

    Wenn sie es sieht, versucht sie schon, ihn darauf hinzuweisen, daß Linus das nicht mag, allerdings recht erfolglos... Das Problem ist aber (meiner Meinung nach), daß Luca so ziemlich tun und lassen kann, was er will ohne Konsequenzen befürchten zu müssen bzw. es wird einfach gar nichts gesagt.

    Kleines Beispiel: Wir saßen gemeinsam am Tisch, Luca hat sich aus einer offen stehenden Packung Würfelzucker ein Stück Zucker geschnappt und wollte ihn essen. Beide Elternteile sehen es. Lucas Papa zu M.: Er hat sich ein Stück Zucker genommen. M.: Er soll aber keinen Zucker essen! Lucas Papa: Soll ich ihm den Zucker wegnehmen? Danach schweigen im Walde, Luca sitzt da und stopft sich den Zucker in den Mund. Beim zweiten Stück Zucker hab ich ihm dann gesagt, er soll den Zucker zurücklegen (was er dann auch ohne weiteres gemacht hat).

    Ich habe an dem Mittag versucht nur dann einzuschreiten, wenn Linus mich ruft. Das war für mich ein deutliches Signal, daß er alleine nicht mehr klar kommt. Es gab aber noch zahlreiche Momente, in denen ich gerne eingeschritten wäre, aber abgewartet habe.

    Mein Mann meinte übrigens, das wir doch besser den Kontakt abbrechen sollten, Linus wäre immer so verstört, wenn wir wieder mal beim Luca waren... Ich selbst finde allerdings nicht, daß Linus nach unseren Besuchen dort verstört ist, eher extrem aufgedreht.

    Momentan schaff ich es irgendwie nicht, meine Gedanken zu dem Thema zu sortieren, sorry, wenn alles etwas verwirrt geschrieben ist. Vielleicht sollten wir doch die Besuche reduzieren, mir selbst geht Lucas Art auch wahnsinnig auf die Nerven.

    Müde Grüße
    Jenni
     

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