ein paar Elternabendgedanken

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von Kathie76, 29. Oktober 2004.

  1. Hallo zusammen,

    der Grund warum ich mich hier angemeldet habe ist, dass die Eindrücke die ich auf dem Elternabend diese Woche Dienstag irgendwie niergends sonst hinpassen.

    Ich möchte Euch kurz davon erzählen und bin sehr gespannt, was Ihr dazu meint.

    Meine Tochter geht in die 4. Klasse wobei dies eine Doppelklasse also 4./5. Klasse ist. Wir leben halt noch auf dem Dorf :)
    Die Lehrerin hat die Klasse neu übernommen und eines der Themen gleich zu Beginn des Schuljahrs war "erstelle einen Steckbrief von dir".
    Diese Steckbriefe hingen beim Elternabend aus. Mein Mann und ich waren mit Abstand die ersten die dort waren und hatten genug Zeit alle Steckbriefe anzusehen.

    Dort gab es eine Rubrik "was mich traurig macht". Und eine Vielzahl der Kinder schrieb "Wenn meine Eltern streiten" oder "Streit" - zweimal lass ich was von Scheidung Eltern/Paten.
    Irgendwie haben sich mir da die Nackenhaare aufgestellt. Ich fand das sehr erschreckend.
    Bei meiner Grossen stand übrigens "der Tod von Familienmitgliedern". Unsere Ururomi war kurz vorher von uns gegangen.

    Dann hat die Lehrerin die Mathe-Unterrichtsmaterialien sprichwörtlich an den Pranger gestellt. Sie ist der Auffassung, dass man es den Kindern zu leicht macht. Es gibt Aufgabenheftchen, wo man nur noch ausfüllen muss. Die neuen Lehrbücher sind zu 50 % irgendwelche Geschichten die man ausdiskutieren soll. Aber so richtig rechnen, wie wir das gelernt haben, tun die Kinder nicht mehr.
    Sie sagt, die Kinder kommen zu ihr in die 4./5. Klasse und können weder das kleine 1x1 richtig noch sind sie dann in der 5. Klasse fähig einen einfachen 3-Satz aufzuschreiben, weil sie es nur gewohnt sind auszufüllen.
    Jetzt hat sie mit der 4. Klasse das schriftliche Addieren geübt und ein Aufgabenblatt für zu hause mitgegeben, wo die Kinder die Aufgaben ins Heft übertragen hätten sollen um sie eben schriftlich auszurechnen, aber 90 % der Kinder hat es auf den Blatt gelöst. Wie das ist ihr auch ein Rätsel. Sie sind halt ausfüllen gewöhnt.

    Das ganze hält sie für sehr problematisch und prophezeit nichts gutes für die Zukunft.

    Seht Ihr das auch so?
     
  2. Jacqueline

    Jacqueline Ohneha mit der Lizenz zum Löschen
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    Hallo Kathie,

    ich werde dieses Posting gleich in den Erfahrungsaustausch verschieben, dort ist es richtig aufgehoben. Denn darum geht es Dir wohl mit diesem Posting :)
    Liebe Grüsse, Jacqueline
     
  3. Silly

    Silly Moni, das Bodenseeungeheuer

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    Hallo Kathie,

    die Sache mit dem Steckbrief finde ich einerseites gut und andererseits eher schlecht :-?

    Gut finde ich, daß die Lehrerin dadurch die Kinder schneller kennenlernt, weiß was den Kindern wichtig ist und daher besser auf die eingehen kann.
    Andererseits finde ich den Famliliären Teil bedenklich. Das dort oft steht, daß die Kinder den Streit der Eltern mitbekommen ist weniger schön. Ich finde es nicht gut, wenn Eltern ihre Differenzen VOR den Kindern austragen bzw. diese so LAUT austragen, daß die Kids sie mitbekommen. Ich persönlich finde es eine Verletztung meiner Privatsphäre, wenn die Lehrerin solche Steckbrief öffentlich zugänglich aufhängt. :jaja: und würde das so als betroffener Elternteil nicht hinnehmen.

    Zum Unterricht:
    nun es liegt wohl nicht unbedingt in der Hand der Lehrerin das Material einfach sooo zu ändern, auch wenn es sinnvoll wäre. Bei uns ist das so geregelt: die Lehrer besprechen, was sinnvoll ist (Buch, Arbeitsheft....) und das wird dann gekauft.
    Sebastian ist nun in der zweiten Klasse und in Mathe machen sie nur noch sehr wenig im Arbeitsheft. Eigentlich arbeiten sie mit Buch und kariertem Rechenheft. Die Lehrerin achtet sehr darauf, daß sauber gearbeitet wird, der Abstand zwischen den Aufgaben eingehalten wird und die Ränder nicht überschrieben werden.
    Wenn Schüler in der 4./5. Klasse nicht fähig sind das kleine 1 x1 aufzusagen, dann finde ich das schon SEHR bedenklich, schließlich ist das Stoff der 2. Klasse. Das zeigt mir irgendwie, daß es die bisherige Lehrerin nicht fertig brachte die Kinder zu motivieren das zu lernen - oder gar nicht fähig war es den Kinder überhaupt beizubringen. Das gleiche gilt für die 3-Wort-Sätze.

    Allerdings finde ich, wenn man solche Defizite bei einer Klasse feststellt, dann muß man ganz klar auch die Eltern bei der Aufarbeitung des Verpassten mit einbeziehen, sonst wird die Klasse immer hintendran bleiben. Und das ist der Zukunft auf einer weiterführenden Schule nicht förderlich. Schließlich MUSS man gewisse Voraussetzungen erfüllen, wenn man auf eine "gute" Schule will.

    Versteh mich nicht falsch, aber ich finde eine grundlegende schulische Ausbildung gerade in der heutigen Zeit (Arbeitslosigkeit....) extrem wichtig. Da kann man eigentlich gar nicht gut genug in der Schule sein.

    LG von Silly,
     
  4. Hallo Kathie,

    das mit den neuen Schulmaterialien ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe eine kleine Tochter in der 2. Klasse und meine Große ist im Gymnasium 6. Klasse. Früher gab es Bücher und man machte seine Aufschriebe eben ins Heft und jetzt gibt es für alle Fächer Arbeitshefte und das oft nicht nur eins.
    Bei unserem letzten Elternabend hat sich die Klassenlehrerin 2. Klasse beklagt/bejammert wie sie den das alles schaffen soll! Die neuen Lehrpläne wären alle sehr offen, es wäre im ermessen des Lehrers was wichtig ist. Ich habe das Gefühl sie sieht sich ziemlich hilflos weil sie keine genauen Vorgaben hat und kann sich schlecht an neues gewöhnen. Sie ist kurz vor der Rente, wobei das bestimmt nichts mit dem Alter zu tun hat.
    Meine Große war Anfang der 2. Klasse auch schon viel weiter im "sogennannten Lehrplan".
    Vielleicht kann ist hier irgendwo eine Lehrerin die sich uns mitteilen könnte.
    Ich kann nur sagen in der weiterführenden Schule, wird das alles noch besser. Da will niemand mehr wissen wie und wo man das gelernt hat, da muß man es einfach können.
    Die Steckbriefe finde ich gut, da erfährt man oft Dinge die mein Kind mir nicht so einfach sagen würde, weil sie denken man weiß das schon. Oft sind es Sachen die wir einfach nicht beachten.

    Liebe Grüße
     
  5. Hallo Kathie,

    das mit den neuen Schulmaterialien ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe eine kleine Tochter in der 2. Klasse und meine Große ist im Gymnasium 6. Klasse. Früher gab es Bücher und man machte seine Aufschriebe eben ins Heft und jetzt gibt es für alle Fächer Arbeitshefte und das oft nicht nur eins.
    Bei unserem letzten Elternabend hat sich die Klassenlehrerin 2. Klasse beklagt/bejammert wie sie den das alles schaffen soll! Die neuen Lehrpläne wären alle sehr offen, es wäre im ermessen des Lehrers was wichtig ist. Ich habe das Gefühl sie sieht sich ziemlich hilflos weil sie keine genauen Vorgaben hat und kann sich schlecht an neues gewöhnen. Sie ist kurz vor der Rente, wobei das bestimmt nichts mit dem Alter zu tun hat.
    Meine Große war Anfang der 2. Klasse auch schon viel weiter im "sogennannten Lehrplan".
    Vielleicht kann ist hier irgendwo eine Lehrerin die sich uns mitteilen könnte.
    Ich kann nur sagen in der weiterführenden Schule, wird das alles noch besser. Da will niemand mehr wissen wie und wo man das gelernt hat, da muß man es einfach können.
    Die Steckbriefe finde ich gut, da erfährt man oft Dinge die mein Kind mir nicht so einfach sagen würde, weil sie denken man weiß das schon. Oft sind es Sachen die wir einfach nicht beachten.

    Liebe Grüße
     
  6. Hallo Kathie,

    das mit den neuen Schulmaterialien ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe eine kleine Tochter in der 2. Klasse und meine Große ist im Gymnasium 6. Klasse. Früher gab es Bücher und man machte seine Aufschriebe eben ins Heft und jetzt gibt es für alle Fächer Arbeitshefte und das oft nicht nur eins.
    Bei unserem letzten Elternabend hat sich die Klassenlehrerin 2. Klasse beklagt/bejammert wie sie den das alles schaffen soll! Die neuen Lehrpläne wären alle sehr offen, es wäre im ermessen des Lehrers was wichtig ist. Ich habe das Gefühl sie sieht sich ziemlich hilflos weil sie keine genauen Vorgaben hat und kann sich schlecht an neues gewöhnen. Sie ist kurz vor der Rente, wobei das bestimmt nichts mit dem Alter zu tun hat.
    Meine Große war Anfang der 2. Klasse auch schon viel weiter im "sogennannten Lehrplan".
    Vielleicht kann ist hier irgendwo eine Lehrerin die sich uns mitteilen könnte.
    Ich kann nur sagen in der weiterführenden Schule, wird das alles noch besser. Da will niemand mehr wissen wie und wo man das gelernt hat, da muß man es einfach können.
    Die Steckbriefe finde ich gut, da erfährt man oft Dinge die mein Kind mir nicht so einfach sagen würde, weil sie denken man weiß das schon. Oft sind es Sachen die wir einfach nicht beachten.

    Liebe Grüße
     
  7. irgendwie ist da jetzt was schief gelaufen 8-O
     
  8. @silly

    Ich habe wegs der Steckbriefe auch gemischte Gefühle. Es ist gut, wenn die Lehrerin die Kinder so besser kennenlernt und hab da im Prinzip überhaupt nichts dagegen.
    Ich fand es einfach so wahnsinnig erschreckend, dass so viele der Kids geschrieben haben "Streit". Klar überall gibts Differenzen überall kommt es zu Meinungsverschiedenheiten und ich denke, Kinder in dem Alter können auch ruhig eine sachliche Diskussion einer Meinungsverschiedenheit der Eltern mitbekommen. Wobei ich das "sachliche Diskussion" betonen möchte. Denn die Kinder müssen ja lernen, dass man Meinungsverschiedenheiten weder laut noch handgreiflich löst sondern eben das ganze ruhig und sachlich diskutieren tut.

    Unsere Lehrerin arbeitet mit 2 verschiedenen alten Büchern für die 2 Klassen. Das Buch der 5.klässler findet sie noch besser als das der 4.klässler. Und sie erschien mir gefrustet, dass sie genau diese Bücher im Unterricht gebrauchen Muss.
    Sie kramt wohl ständig noch ältere Blätter raus von vor Urzeiten, damit die Schüler eben was abschreiben müssen in die Hefte - auch wenn das oft falsch verstanden wird :-?

    Ich finde es auch sehr sehr bedenklich. Unsere jetzige Lehrerin schob die "Schuld" nicht den alten Lehrern der Schüler sondern der Art des Matheunterrichts in der heutigen Zeit zu.


    Das ist ganz meine Meinung. Aber das setzt vorraus, dass die Eltern auch bescheid wissen.
    Wenn ich z.B. nicht ständig hintennach wäre, würde ich kein Heft, kein Buch und nichts sehen. Das ist nicht mehr wie früher bei mir, dass man den Schulsack packt und das benötigte für den Tag mit zur Schule nimmt. Jetzt ist es umgedreht, man nimmt nur noch das benötigte was man zu Hause braucht mit Heim. :-?
    UND ich habe in den ganzen 4,5 Jahren seit die Grosse in die Schule geht genau 3 Elternabenden beigewohnt. Bitte nicht falsch verstehen - ich habe nicht geschwänzt oder ähnliches sondern es gab schlichtweg nicht mehr!!! Z.B. die Lehrerin die sie in der 2. und 3. Klasse hatte, hat NIE einen Elternabend gemacht.
    Um die Lehrer kennenzulernen und mich über den Stand meiner Tochter und der Klasse im allgemeinen zu erkundigen, rücke ich den Lehrern immer von Zeit zu Zeit mit einem persönlichen Gespräch auf die Pelle.

    Diese Meinung teile ich 100%ig!

    Und dann noch etwas was zu Januschka's Posting passt:
    Wir haben beim Elternabend in der 1. Klasse von der Lehrerin gesagt bekommen, dass die Kinder soooooo arme sind und der Schulstoff soooo anstrengend, dass sie es den Kindern nicht antun möchte alle Buchstaben im 1. Schuljahr durch zunehmen sondern ein paar wird es erst in der 2. Klasse geben :-? Sonst wäre das zu anstrengend und viel

    Jess hat dann die Schule gewechselt und die Kinder der Klasse dort haben schon Geschichten geschrieben und Diktate!!!!

    Und dann versuch mal als Elternteil eben so zwischendrin die Lücken zu füllen :-?
     

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