Dumme Angewohnheit beim Einschlafen...

Dieses Thema im Forum "Schlafprobleme" wurde erstellt von Bo, 3. Mai 2003.

  1. Bo

    Bo

    Hallo,

    Mein Kleiner (Niklas) ist im April 1 Jahr alt geworden und hat bisher immer in unserem Schlafzimmer geschlafen. Unser Grosser (3 Jahre alt) schläft in seinem eigenen Zimmer. Unser Schlafzimmer ist sehr klein und Niklas Bettchen passt gerade so rein. Ich muss allerdings immer vom Fussende des Bettes reinklettern (wg. Platzmangel) was mich ziemlich nervt. Ich habe das bisher immer in Kauf genommen, aber so langsam finde ich, dass er zu seinem Bruder ins Zimmer umziehen könnte. Dort wäre auch genügend Platz. Allerdings hat Niklas eine dumme Angewohnheit: Wenn er einschläft oder nachts aufwacht, schreit er meistens zuerst einige Minuten und dann schlägt er seinen Kopf rhythmisch auf die Matratze ans Bettende oder an die Gitterstäbe bis er wieder eingeschlafen ist. Ich habe das schon meiner Kinderärztin erzählt. Die sagte mir jedoch nur, das das normalerweise nur Heimkinder machen würden. Ich solle doch versuchen ihn zu beruhigen. Wenn er in unserem Ehebett schläft, macht er es nahezu nicht bzw. beruhigt sich ganz schnell. Da wir jedoch ein Wasserbett haben, habe ich immer ein schlechtes Gewissen, da das ja nicht so gut für den Rücken sein soll. Kann mir jemand Tips geben, wie ich ihm diese Angewohnheit wieder abgewöhnen kann?

    Bin für jeden Rat dankbar!

    L.G.

    Britta
     
  2. Hallo Britta,

    obwohl ich jetzt mehrmals gelesen habe, ist mir nicht klar, ob Niklas das erst macht seit er bei seinem Bruder schläft, oder ob er das auch bei euch im Zimmer macht?

    Was ich weiß ist folgendes: Viele Kinder machen diese rhythmischen Bewegungen vor dem Einschlafen. Nicht nur Heimkinder, so ein Quatsch. Insofern ist es nicht weiter bedenklich, wenn er nur diese Bewegungen macht. Was mich mehr verwundert ist das Schreien?? Wie lange schreit er denn? Wirklich einige Minuten?

    Und wie geht es euch sonst? Ist Niklas munter und zufrieden? Läuft er schon oder dauert das noch? Fremdelt er noch? Hat er ein Kuscheltier? Nimmt er das auch unter tag überall mit hin? Stillst Du noch? Trinkt er noch Fläschchen? Hat er einen Schnuller? Braucht er ihn auch unter tag?

    Komische Fragen gell? Ich versuche mir ein Bild zu machen, in wie weit sich Dein Sohn schon in der sogenannten Ablöse-Phase befindet. Die beginnt nämlich mit etwa einem Jahr. In dieser Phase gewinnen viele Kinder an Selbständigkeit und wollen sich von der Bezugsperson trennen. Gleichzeitig fällt ihnen diese Trennung schwer, sie sind oft hin und hergerissen zwischen Distanz und Nähe.

    Zum Beispiel wollen viele Kinder auf den Arm genommen werden um sofort wieder losrennen zu wollen und nach wenigen Minuten wollen sie wieder auf den Schoß. Oder sie schleppen ein Kuscheltier mit sich, um in der großen weiten Welt einen vertrauten Halt zu haben, auch ohne die Mama.

    Grundsätzlich halte ich 12 Monate für ein unglückliches Alter um so eine Trennung von der Mama her einzuführen. Es ist für Dein Kind eine aufregende und unsichere Phase und viele Kinder brauchen in dem Alter die Nähe in der Nacht dringender als vielleicht mit 6 Monaten.

    Erzähl doch mal mehr von euch und wir denken nochmal drüber nach, ok?

    Grüssle
    Petra
     
  3. Bo

    Bo

    @Petra

    Hallo Petra,

    danke für die schnelle Antwort.

    Und nun zu deinen Fragen:

    Niklas schläft noch nicht bei seinem Bruder, sondern noch immer bei uns im Schlafzimmer. Ich würde sein Bettchen gerne in Saschas (sein Bruder) Zimmer stellen, habs aber bisher wegen der unruhigen Nächte noch nicht getan.

    Niklas schreit vielleicht 2-3 min. bevor er mit diesem "Kopfschlagen" anfängt. Meistens gehe ich dann noch ein paar mal rein (stündl.) und beruhige ihn. Aber erst wenn er dieses Kopfschlagen ca. 15 - 20 min. um 23 Uhr ohne Stören machen konnte, kann er einschlafen und schläft bis 6.30 Uhr durch. Aber bis ca. 23 Uhr ist er total unruhig - ausser ich nehme ihn mit zu mir ins Bett. Er geht übrigs um 19.30 Uhr ins Bett und schläft meistens schnell ein ... bis 20.30 Uhr ...

    Er hat mehrere Kuscheltiere in seinem Bettchen; ein kleines Häschen als Lieblingskuscheltier, mit dem er jedoch nur nach dem Aufwachen spielt.

    Er wollte nie einen Schnuller. Ich hab ein paar zuhaus, mit denen spielt er ab und zu, nimmt sie aber nie zum schnullern.

    Ich habe ihn 11 Monate gestillt. Musste dann abstillen wg. einer Brustentzündung. Die Umstellung ist ihm sehr schwer gefallen. Er wollte jedoch nie seine Milch aus dem Fläschen trinken. Ich musste sie am Anfang mit dem Löffel geben. Jetzt trinkt er aus der Tasse oder dem Trinklernbecher.

    Er ist ansonsten ein ganz munterer fröhlicher kleiner Bursche, der allerhand anstellt. Er fremdelt kaum (ganz im Gegensatz zu seinem Bruder früher). Er kann schon ein paar Schritte alleine laufen (gestern das erste mal 5 Schritte!!!). Tagsüber schläft er schön und macht dieses Kopfschlagen vor dem Schlafen nur 1-2 Minuten oder auch gar nicht.

    Ich hoffe, es war jetzt nicht all zu verwirrend und ich hab all deine Fragen beantwortet.

    L.G.

    Britta
     
  4. Bo

    Bo

    @Petra Nachtrag

    Hi Petra,

    hab vergessen zu erzählen, dass er dieses Kopfschlagen schon sehr lange macht. Wann genau, weiss ich nicht mehr. Vielleicht so ab dem 3. Monat, nur eben noch nicht so heftig. Ausserdem hab ich ihn dann immer gestillt, und dann war alles wieder in Ordnung.

    L.G.

    Britta[/quote]
     
  5. Hallo Britta,
    ich denk drüber nach, hab auch schon eine Idee.
    Sag mir noch, wieviel er über tag schläft. Und wie sein Essverhalten ist: ist er schon selber mit Löffel, ist er vom Tisch mit?
    Danke
    Petra
     
  6. Bo

    Bo

    @Petra

    Hallo Petra,

    Niklas wacht morgens um 6.30 Uhr auf und schläft dann das erste mal ab ca. 8 Uhr (manchmal auch etwas später) bis genau 9.30 Uhr (da kann man die Uhr danach stellen). Mittags ist er um 12.00 Uhr nach dem Mittagessen total müde. Da kann ich ihn aber noch nicht schlafen lassen, da ich Sascha um 12.30 Uhr vom Kiga abholen muss. Wenn wir um 12.40 Uhr wieder zuhaus sind, schläft er dann gleich ein bis so ca. 14.00/14.30 Uhr. Manchmal schläft er dann um so gegen 17.00 Uhr nochmal eine halbe Stunde ein, wenn wir z.B. Auto fahren oder er im Kinderwagen geschoben wird. Aber meistens bin ich mit den Zweien auf dem Spielplatz und beide spielen dort bis so gegen 18 Uhr. Um 19.30 Uhr geht er dann abends ins Bett.

    Alleine isst er noch nicht. Er schiebt sich lediglich einen leeren Löffel in den Mund. Er braucht immer was zum Spielen während dem Essen. Nur Kekse oder Brezeln isst er alleine. Er isst mitunter wie ein Spatz, mag kein Obst ausser einer Banane abends im Brei. Er ist dementsprechend leicht (8690 g/75 cm). Hatte bei der U6 leichtes Untergewicht.

    Bin gespannt, was für eine Idee du hast!!

    Bis bald,

    Britta
     
  7. Hallo Britta,

    habe mehrere Denkansätze gefunden auf die ich Dich hinweisen möchte, was Du daraus machen kannst, können wir gemeinsam diskutieren, musst aber Du nach Mutterinstinkt entscheiden. Ein Patentrezept oder ein Beispiel: so hat es super geklappt für solche Verhältnisse habe ich leider nicht.

    Erstmal schläft Dein Kleinster erstaunlich lange für das Alter. Im schlimmsten Fall können da 17 Stunden am Tag zusammenkommen, rechne mal nach. Es gibt ja den Grundsatz, solange ein Kind fidel ist, stimmt auch die Schlafmenge. Aber da ich weder das Kopfschlagen noch das Schreien als fidel interpretiere, vermute ich dass er insgesamt zuviel Zeit in seinem Bett verbringt.

    Das kann man auf zwei Arten lösen: Tagschlaf kürzen oder abends später hinlegen. Du wirst jetzt vielleicht sagen: aber ich leg ihn nur hin, wenn er müde ist, er ist sonst unausstehlich. Das wäre typisch für das Alter. Die Kinder brauchen weniger Schlaf und haben vor Mitternacht oder auch um vier Uhr früh plötzlich Wachphasen. Mit etwas Geduld und Spucke kann man solche Wachphasen dann auf angenehmere Zeiten verschieben. Überlege mal wo es Dir angenehm wäre, Schlaf zu kürzen. Und mach mal einen Versuch: 1 Stunde weniger oder so in der Art, was dann passiert.
    Ich kann Dir da jetzt nicht die genaue Anleitung geben, da ich ja weder Dein Kind noch eure Familie kenne. Da musst Du ein wenig überlegen und vielleicht auch experimentieren. Eine Veränderung des Schlafverhaltens sollte innerhalb 7 bis 14 Tagen eintreten.

    So nun zum Kopfschlagen: es gibt zwei Denkansätze. Entweder es ist eine Marotte, der Du bisher zuviel Beachtung geschenkt hast. Oder es ist seine merkwürdige Art, sich die benötigte Aufmerksamkeit zu verschaffen. So als Zweitgeborener muss man halt manchmal merkwürdige Wege gehen, das ist ganz normal.

    Ich würde an Deiner Stelle mal versuchen, was passiert, wenn Du am frühen Abend einfach nicht hingehst, wenn er mit dem Kopf schlägt. Schläft er dann vielleicht einfach wieder ein? Wäre eine Möglichkeit.

    Oder er schreit sich dann in Rage. Dann weißt Du: es geht ihm um Deine Aufmerksamkeit, die er sich so erbetteln muss (aus seiner Sicht).

    Eine Rückfrage zum Fremdeln hab ich noch: fremdelt er nicht mehr oder hat er noch garnicht gefremdelt? Fremdeln ist nämlich ein Reifezeichen und wir müssen überlegen, wie weit er in seiner Entwicklung schon ist.

    Ab von allen Entwicklungsfortschritten verstehe ich nicht richtig, warum Du die Schlafsituation verändern möchtest? Ich geh auch jeden Abend über das Fußende ins Bett, was stört Dich da wirklich dran? Musst Du es unbedingt ändern, ist es für Dich notwendig? Versteh mich nicht falsch, Du hast jedes Recht zu sagen: ich will das so nicht mehr. Aber Du musst halt auch bereit sein, eventuell Kämpfe auszufechten. Wenn Du Dir ohnehin nicht sicher bist, ob Du das notfalls auch ausfechten willst, dann lass es lieber gleich sein und hoffe, dass es sich im Laufe des nächsten Jahres von selbst gibt.

    Und ab von allen Entwicklungen hätte ich noch eine andere Idee: Pack ihn einfach ins Zimmer vom Bruder und schau was passiert. Vielleicht könnt ihr es euch für eine Übergangszeit einrichten, dass sein Bett zwar beim Bruder steht, aber für den Notfall eine kleine Matratze in eurem Zimmer. Dann wärst Du schonmal gut gerüstet. Ich vermute nämlich, dass der Umzug ins Zimmer des Bruders wahrscheinlich viel besser klappt, als Du jetzt vielleicht befürchtest. Es ist doch ein Zeichen von Gross-Sein und das haben doch die meisten Kinder gern. Würde er vehement dagegen protestieren, würde ich vermuten, dass er im Ablöseprozess einfach noch nicht soweit ist, und da helfen dann auch keine Tipps und Tricks, das bringt nur die Zeit.

    So jetzt grübel mal ein bischen. Und melde Dich zurück, welchen Ansatz Du zunächst mal weiterverfolgen möchtest, dann helf ich Dir ausknobeln wie man am besten vorgehen könnte.

    Gruss
    Petra
     
  8. Bo

    Bo

    @Petra

    Hallo Petra,

    vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

    Die Idee es einfach mal auszuprobieren, ihn ins Kinderzimmer zu legen, hatten wir schon vor einiger Zeit und haben es auch schon mehrmals ausprobiert. Und da unsere Nachbarn gestern abend Grillparty hatten und es deshalb im Schlafzimmer ziemlich laut war, haben wir es gestern wieder mal ausprobiert (das Kinderzimmer ist auf der anderen ruhigeren Seite). Und siehe da, Niklas hat durchgeschlafen ... von 19.30 bis 7 Uhr!!! :bravo: Um 23 Uhr hat er wieder 5-10 min mit dem Kopf geschlagen aber ohne vorher zu schreien. Dafür ist Sascha um 23.30 Uhr in unser Bett gekrochen. Mal sehen ob das so bleibt, oder ob es eine Ausnahme war. Jedenfalls finde ich das jetzt schon mal super und wir bleiben am Ball.

    Niklas fremdelt schon ein wenig, d.h. er will sofort wieder auf Mamas oder Papas Arm, wenn er bei Leuten auf dem Arm ist, die wir nicht so häufig sehen. Oder manchmal klammert er sich auch ganz an mir fest, wenn er mal kurz zu Bekannten auf den Arm soll. Aber das ist auch schon alles. Unser Grosser (Sascha) hat jedesmal wie am Spiess geschrien, wenn wir nur zu Bekannten zu Besuch waren, die wir nicht häufig sehen.

    Ich habe auch das Gefühl, dass Niklas gerade einen riesen Entwicklungsschub durchmacht. Er läuft jetzt immer öfter mal einige Schritte ganz allein!! Bestimmt hat er es bald gepackt und läuft ganz frei!!

    Alles Liebe,

    Britta
     

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