Von Null auf Hundert in einer Sekunde

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von Heiko, 24. März 2005.

  1. Hallo,
    mein erster Forenpost hier. Hoffendlich in ich hier richtig und finde hilfe.
    Es geht um meinen Zwei Jahre alten Sohn Jean Pascal. Ich frange mich im Moment ernsthaft ob der noch ganz richtig "Tickt". Den was ich hier im Forum gelesen habe geht, was mein kleiner macht, weit über das normale trotzverhalten hinaus.
    Klar er schmeißt auch Sachen durch die Gegend aber dafür macht er auch nichts anderes bis er die wieder aufgehoben hat. Und das kann dauern, eine echte Geduldsprobe für uns Eltern.
    Zurück zu meinem eigendlichen Anliegen. Das wir seit ein paar Monaten haben.
    Ein beispiel:
    Heute Nacht ca. 01.00 Uhr höre ich wie mein kleiner aufwacht ( er hat im moment Husten und wird dadurch wach. ) Er ruft : "Papa!" Ich gehe hin, werde schon an der Kinderzimmerür erwartet und frage ob er zu mir hoch kommen will. Sofort sagt er : "Nein, nein.... !" Und legt den Rückwertsgang ein. Er steht da , der ganze Körper zittert vor anspannung. Und er schreit. Aber er beruhigt sich auch nicht mehr. Also laß ich ihn in ruhe gehe wieder aus seinem Zimmer raus und mach die Tür zu. Dann wird getrommelt und getreten das ich denke: Gleich fliegt die Tür aus dem Rahmen. Und , egal wie oft, ich ihn ins Bett lege er kommt immer wieder raus. Auch wenn ich mich an sein Bett setze damit er nicht alleine ist, wird mit aller Macht gegen mich gekämpft und versucht das Bett zu verlassen. Ich verließ sein Zimmer und hab mir gedacht : Laß ihn schreien. Aber er hat immerwieder das Licht angemacht, damit er warcheinlich besser sehen kann was er da...... was weiß ich. Also habe ich die Glühbirne rausgedreht. Ergebniss: 20Min. höre ich klick, klack,klick, klack...... und seine Wutschreie wollen und wollen nicht enden.Er ruft nach Mama und Papa aber wenn wir kommen werden wir aus seinem Zimmer "geschuppst" gekratzt, bespuckt, geschlagen, alles unter einem wirklich erstaunlichem Kraftaufwand. Wenn er merkt das das alles keinen Erfolg hat, wirft er sich auf den Boden und fängt an seinen Kopf mit aller Kraft auf den Boden zu schlagen. Das ist der Zeitpunkt wo meine Frau oder ich dann logischer weiße eingreifen. Wir wissen uns nicht anders zu helfen als ihn, unter einem riesen geschreihe, festzuhalten bis er sich wieder beruhigt hat oder vor erschöpfung wieder einschläft. Er wollte was trinken. Also habe ich ihm ein Glass Wasser gebracht. Ich reiche es ihm und er schreit wieder : "Nein, nein... !" Ich stelle das Glas auf den Boden, er kommt angerannt und schüttet es mit voller absicht um. Da hat er von mir ein paar "gefangen". Aber darauf erfolgte keine Reaktion.Meine Frau hat ihn dann noch über eine Std. im Bett festgehalten bis er sich beruhigt hatte.
    Das haben wir, wenn auch nicht alzu häufig, in verschiedenen Situationen. Heute Nacht als er aufgewacht ist. Einmal als wir vom Kindergarten nach hause gekommen sind, einmal als er einfach in seinem Zimmer gespielt hat usw, usw.
    In diesen Momenten fühlen wir uns so hilflos.
    Hat jemand eine Ahnung was das sein kann ?
    Danke im Vorraus
    Heiko
     
  2. Hallo Heiko!

    Erstmal willkommen im Forum!

    Mein erster Eindruck nach dem Lesen deines Postings war, dass ihr vielleicht zu streng mit eurem Sohn seid? Könnte das sein, dass ihr ihm für sein Alter vielleicht zuviel abverlangt? Das soll hier natürlich keine Kritik sein, nur ein Denkanstoß, also nicht böse sein ;-) !

    Ich meine du schreibst z.B.:
    Es ist schon gut, wenn man klare, deutliche Grenzen setzt und die dann auch mit Konsequenzen ahndet, aber vielleicht übt ihr zuviel Druck auf euren Kleinen aus. In der Trotzphase entdecken die Kids ihren eigenen Willen und das ist gut so, weil die Kleinen so lernen, sich durchzusetzen und nicht gleich aufzugeben. In dem Alter gibt es so viele Rückschläge für die Kinder, weil sie für vieles noch zu klein/zu ungeschickt usw. sind und durch den eisernen Willen hat die Natur quasi vorgesorgt, das die Kinder daran nicht verzweifeln und es immer weiter versuchen und nicht die Freude am Lernen verlieren. Dieser Trotz hat also durchaus auch seine positiven Seiten.

    Darum ist es auch wichtig, dass sich die Kids in den Bereichen und Situationen, in denen es für euch Eltern möglich ist, auch durchsetzen "dürfen" und entscheidungsfreiheit haben. Und das man ihnen so weit es geht auch entgegen kommt.

    Vielleicht liege ich mit meiner Theorie komplett am Holzweg, aber es könnte sein, dass euer Jean Pascal nachts im Halbschlaf seine "unterdrückte" Wut vom Tag nochmal spürt und deshalb so "komisch" reagiert. Er scheint ja richtig zwischen seinen Gefühlen hin und hergerissen zu sein. Einerseits möchte er eure Nähe, andererseits stoßt er euch von sich weg. Ich denke für ihn fühlen sich diese nächtlichen Situationen sehr schlimm an. Besonders wenn sich kleine Kinder in ihrer Wut selber verletzen (mit dem Kopf gegen den Boden schlagen), heißt das für mich, dass Jean Pascal mit dem großen überwältigenden "Gefühl Wut" nicht fertig wird. Eure Reaktion mit dem Festhalten finde ich dabei eigentlich ziemlich gut. Nur so kann er innerlich wieder zur Ruhe finden. Allein würde er es wohl nicht schaffen.
    Es nützt der Situation auch ziemlich wenig, wenn du als Vater auch wütend reagierst und Jean Pascal "ein paar fängt", das verschlimmert nur.

    Vielleicht versucht ihr wirklich mal tagsüber so gut und so promt es geht auf Jean Pascals Bedürfnisse einzugehen. Vielleicht hilft es eurem Sohn, wenn er eine extra Portion eurer Aufmerksamkeit tagsüber "tanken" kann, dass er nachts wieder besser schläft.
    Wenn sich aber auch dadurch nichts ändert würde ich an eurer Stelle einen guten Kinderpsychologen aufsuchen. Wie gesagt, für mich hören sich eure nächtlichen Kämpfe wirklich schlimm an.

    lg, Johanna

    P.S.: Ich hoffe ich habe eben nicht zuviel mutgemaßt. Ich weiß ja nicht mehr von euch, als im Ausgansposting steht :-? .
    Ach ja, nochwas wollte ich sagen. Jean Pascal sieht total süß aus auf eurem Avatarbild.
     
    #2 Giovanna, 24. März 2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24. März 2005
  3. Ich glaube nicht das wir zu streng sind was das aufheben von herrunter geworfenen Sachen sind. Im Kindergarten , in den er seit ein paar Monaten geht funktioniert das doch auch. Da heist es : "Aufheben was man runterschmeißt !" Und mein kleiner hebt es auf ohne irgend einen Ton zu meckern. Nur zu hause klappt das nicht. Er kann wenn er will. Nur will er nicht.
    Was die zuneigung angeht, kommt er auch nicht zu kurz. Er kommt um 14.00 Uhr aus dem Kindergarten (wird von der Oma abgeholt) und gegen 15.00 Uhr bin ich zu hause. Da wird sich dann mit meinem kleinen (klar nicht immer) beschäftigt, weil man ja eh zu nix anderem kommt bis er ins Bett geht.
    Und was die Ohrfeige angeht (die war schon etwas fester aber natürlich nicht so fest das ihm der Kopf wegfliegt), hätte ich die mir lieber selbst gegeben wenn es was gebracht hätte aber schlimmer ist es dadurch auch nicht geworden. Die reaktion war gleich null.
    Was mich interresiert ist die Frage: Sind das jetzt wirklich nur irgendwelche Reaktionen auf die Erlebnisse des Tages oder handelt es sich dabei um irgendwelche besorgnisserregende Anfälle.
    Wenn ich den Kinderarzt frage sagt er das ist normal aber...... ich weiß nicht.
    Ich mache mir Sorgen das mit meinem Baby was nicht stimmt.
     
  4. Na dann war ich wohl doch am Holzweg mit meiner Theorie... Tut mir leid, das klang alles so "streng" für mich :?.
    Leider kann ich euch dann auch nicht weiter helfen :-? .

    lg, Johanna
     
  5. JASMIN

    JASMIN Gehört zum Inventar

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    du sagst es ist dein BABY er ist 2 jahre alt er entwickelt sich muss sich mitteilen können (wieviel spricht er schon?? )

    versuche was zum finden wo er seine akressionen und wutausbrüche rauslassen kann (z. b. trommel wutsack ect.)

    versetzt euch mehr in eurer kind rein versucht ihn zu verstehen setzt aber klare grenzen (ohne schlagen zimmer einsperren allein im dunkel lassen)

    das mit dem kopfschlagen könnt ihr lösen indem ihr ihm sobald er es macht einen helm aufzieht sagt ihm auch ihr möchtet nicht das er sich wehtut gleichzeitig ihm eine andere form der akresionen ablassen suchen
    vor allem nicht darauf eingehen und nervengestört werden

    ich denke das sich das kind absolut nichtverstanden fühlt
    und nach deinem schreiben zu urteilen ihr ihn auch nicht versteht :nein:


    liebe grüße jasmin
     
  6. Silly

    Silly Moni, das Bodenseeungeheuer

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    Hallo Heiko,

    ich habe mir jetzt nochmals in Ruhe Dein Posting durchgelesen.

    Und ich möchte Dir einen von :herz: gut gemeinten Rat geben: suche bitte mit Deinem Sohn einen Kinderpsychologen auf.
    Was Du beschreibst, finde ich nicht mehr im Rahmen des normalen Verhaltens eines 2-3 jährigen Kindes.

    Ich habe den Eindruck, daß Jean Pascal vor irgendetwas große Angst hat. Und da er weder Dich noch Deine Frau an sich ran lässt und sich auch nicht beruhigen lässt wäre ich sehr vorsichtig mit den Konsequenzen, die Ihr ihm aufgrund der Situation angedeihen lasst.
    Außerdem geht mir dabei noch etwas anderes zu den Kopf: Kinder sehen mit anderen Augen! - damit will ich sagen (auch auf die Gefahr hin, daß Du mich jetzt für verrückt erklärt :-D ) Kinder sehen oft Dinge die Erwachsene nicht mehr sehen.

    LG Silly
     
  7. Su

    Su Das Luder

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    Hmm,

    ich lese jetzt schon zum 3.ten Mal und komme nicht klar. Ich werde auch irgendwie das Gefühl nicht los (ist natürlich schwer, wenn man nur liest und natürlich mehr vermutet) das ihr zu hart seid.

    Yannick hat seid einigen Monaten wirklich Probleme im dunklen, auf die Idee ihm die Glühbirne rauszudrehen bin ich aber noch nie gekommen. Bitte überleg doch mal der Kerl macht wahrscheinlich aus Angst Licht und Du steckst ihm ins Dunkle und machst noch die Tür zu. Auch wenn er Euch vorher abgewiesen hat. So geht das nicht. Er kann noch nicht so rationell denken wie ein Erwachsener. Wie gesagt Yannick hat auch Angst im dunklen, er kann nicht mal sagen vor was genau. Dann las ich halt das Licht im Flur an oder er schläft bei uns im Bett.

    Bei Wutanfällen hilft bei uns Kind im Arm halten, Fenster aufmachen und gemeinsam tief Luft holen.

    Auch wenn er Euch abweist, last ihn nicht alleine, bleibt auf alle Fälle im Zimmer.

    Ich bin mir sicher er macht das nicht um Euch zu ärgern. HELFT IHM!

    Sorry, wahrscheinlich etwas wirr aber ich werde schon wieder gebraucht, melde mich später nochmal
    Su
     
  8. also soll ich ihn alles rumwerfen lassen und hofen das er es irgendwann aufräumt ?
    Nein wir haben ihn nicht gefragt . Das ist in diesen Momenten auch überhaupt nicht möglich.
    Es ist kein Angstschreien. Er steht da und hat alle Muskeln angespannt. Deshalb zittert er.
    Es ist kein Angstschreien. Es ist reine Wut.
    Zum Teil macht er selber die Tür zu wenn er uns aus seinem Zimmer "geworfen" hat.
    Zum Teil machen wir die Tür zu weil wir das geschreie nicht mehr ertragen und er uns eh nicht bei sich haben will.
    Das mit der Glühbirne war heute Nacht das erste mal. Ich dachte einfach, wenn das Licht aus ist.... schläft er hoffendlich wieder ein weil er sich im Dunkeln nicht mit seinen Spielsachen beschäftigen kann. Jetzt im nachhinnein sehe ich ein das es dumm von mir war weil er in diesen Momenten eh nicht mit seinen Sachen spielt. ( Hört sich an wie ne blöde Ausrede von mir. Aber in diesen Momenten würde ich alles versuchen )
    * Jetzt habe ich ein schlechte Gewissen* Aber die Tür ist nie verschlossen. So gesehen ist er ja nicht eingesperrt. ( Ich habe schon wieder das Gefühl das dies eine blöde ausrede von mir ist )
    Bestraft ?! Wie denn ? Er wacht mitten in der Nacht auf und macht Terror !
    Besrafe ich ihn wenn er von Kindergarten kommt und ich nicht weiter machen will als seine Schuhe ausziehen ? Das ist keine Reaktion auf eine Bestrafung !
    Er wollte etwas trinken. Nach dem Zähneputzen geben wir ihm nur Wasser. Das weiß er aber.
    Ich weiß. Tut mir auch furchbar leid.
    Was sollen das denn für Gefühle sein die so eine heftige Reaktion bei ihm auslösen ?

    Irgendwie komme ich mir jetzt furchtbar mies vor. Ich wäre so gerne ein guter Daddy, aber wie? Irgendwie ist immer alles falsch. *seuftz*
     

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