Zum Thema Hochbegabung......

Dieses Thema im Forum "Das Leben mit Schulkindern" wurde erstellt von Mimi, 27. Januar 2007.

  1. Mimi

    Mimi Familienmitglied

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    Guten Abend (Nacht...;) ) Ihr Lieben!

    Erst einmal, ich weiss nicht, ob ich hier ganz richtig bin, "Erfahrungsaustausch" hätte sich auch noch angeboten, aber ich versuch es jetzt erst mal hier!

    Es geht um meinen Grossen, der dieses Jahr eingeschult wird!

    Er war immer ein "helles Köpfchen", kann supergut Zusammenhänge aller Art erkennen, Verknüpfungen herstellen und seine ganz grosse Begabung ist sicher die Mathematik!

    Ich habe hier alte Threads zu dem Thema gelesen und kann nur sagen, so, wie es hier manche beschrieben haben, war Benji nie: er konnte mit 2 1/2 weder gut sprechen, und schon gar nicht lesen oder schreiben oder irgendetwas aussergewöhnliches. (doch Puzzeln und komplizierte Legowerke konnte er ca. 3-4 Jahre früher bauen, als auf der Packung angegeben! (Bsp: Puzzel mit 100 Teilen mit 3 1/2, komplizierte Lego-Rennwagen für Kinder ab 7 mit 4 locker!))
    Er war einfach immer sehr "aufgeweckt", was allen Menschen auffiel, mit denen wir je zu tun hatten.

    Das Wort Hochbegabung fiel mal in der Kinderkrippe, auch im Bekanntenkreis und nun hat mir letzte Woche seine Kindergärtnerin dringend geraten, dies abzuklären, damit er in der Schule keine Probleme bekommt!

    Und nun kommen wir zum eigentlichen "Problem", bzw. zu meiner Fragestellung: es geht nun weniger darum, ob Benji denn nun "hochbegabt" ist oder nicht (in 2 Wochen wird diesbezügl. ein Test gemacht!).
    Hier zu Hause erlebe ich ihn meistens motiviert ( und immer sehr wissbegierig) , aber hier gibt er sich ja auch fast nur mit Dingen ab, die er mag!
    Laut seiner Kindergärterin ist es aber wohl so, dass Benji, wenn er sich gefordert fühlt, sensationelle Leistungen erbringt, wenn er hingegen etwas "bubileicht" (sein Zitat) findet, dann zeigt er eine "Null-Bock"-Haltung oder stellt sich an wie der letzte Mensch! (das habe ich auch schon erlebt, wenn auch nicht so oft)

    Und er wird sich in der Schule ganz sicher langweilen und sich mindestens in den ersten 2 Jahren nicht gefordert fühlen, so viel ist sicher!
    Daher jetzt auch die Abklärung, denn dann könnte er evtl direkt in die 2. Klasse und bekäme etra noch eine Art "Förderunterricht" für Hochbegabte in einem Verein mit anderen Kindern zusammen, um den Wissensdrang einigermassen zu stillen!

    Jetzt endlich meine Frage (sorry, hoffe, das hier ist nicht zu wirr!): haben hier andere ähnliches erlebt?
    Was gibt es für Möglichkeiten, mein Kind zu motivieren, auch wenn er sich komplett unterfordert fühlt und eigentlich gar keine Lust hat!
    Was sind noch "anregende" Freizeitgestaltungen, Unternehmungen, Sportarten....., mit denen andere gute Erfahrungen gemacht haben?

    So, ich hoffe, irgendjemand kämpft sich hier durch....;-)
    (an jemanden habe ich mich ja auch schon per PN gewandt, ich hoffe, da kommt noch was.....;-))
    Liebe Grüsse und danke für jeden Tip!
    :winke:
     
  2. Jacqueline

    Jacqueline Ohneha mit der Lizenz zum Löschen
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    AW: Zum Thema Hochbegabung......

    :umfall:

    Ich wusste, da war noch was :cool:


    Ich melde mich morgen - versprochen, heute bringe ich weder in diesem Thema noch per PN was sinnvolles mehr zusammen.
    Sorry - wenn ich was nicht sofort beantworten kann, geht es dann schon mal auch unter.

    Liebe Grüsse und gute Nacht,
    Jacqueline
     
  3. Mimi

    Mimi Familienmitglied

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    AW: Zum Thema Hochbegabung......

    Danke!!;-)
    Bin schon gespannt! Und Gute Nacht! :winke:
     
  4. Jacqueline

    Jacqueline Ohneha mit der Lizenz zum Löschen
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    AW: Zum Thema Hochbegabung......

    Liebe Mira,


    so, nun :wink:

    Alles, was ich hier schreibe, erhebt keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, sondern kommt nur aus dem, was ich selber erfahren habe durch mich, meinen Sohn und der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema.

    Du schreibst, Du seist Dir sicher, er werde sich in den ersten zwei Jahren in der Schule langweilen.
    Woher weisst Du das? (Gib die Antwort nicht mir, gib sie Dir!).

    Angenommen, Dein Sohn IST hochbegabt : dann wird es _immer_ in seinem Leben Fächer und Situationen geben, die ihn langweilen, die Routine sind, die "nullbock-Stimmung" hervorrufen.
    Angenommen, er ist nicht hochbegabt - dann gilt genau das gleiche :-D

    Ein Kind direkt in die zweite Klasse einzuschulen halte ich persönlich für sehr gefährlich.
    Grade in der ersten Klasse, nach dem Kindergarten, da lernen die Kinder weit mehr als nur schulische Inhalte. Ich stimme damit überein, dass clevere Kinder schulische Inhalte leicht nacharbeiten können, ich sehe aber auch, dass Dinge wie "lernen lernen", Diszipliniertheit, die Umstellung aufs Schulleben statt Kindergarten ein nicht zu unterschätzendes Lernpotential beinhalten, das für die Kinder und ihre ganze weitere schulische Karriere essentiell sind.

    Ausserdem:
    nicht jedes aufgeweckte oder hochbegabte Kind ist ein potentieller Problem-Fall, der durch Unterforderung ins schulische Aus rutscht. Natürlich liest man im Zusammenhang mit Hochbegabung nicht selten von diesen Kindern, aber daneben gibt es eine breite Masse, die sich ihren Input selber holen kann, die wirklich problemlos durch die Schulzeit kommen.
    Und bevor Ihr es nicht habt drauf ankommen lassen, wisst Ihr das nicht.
    Hochbegabte Menschen, die (wie jeder andere Mensch auch) in ihrer Einzigartigkeit und ihren Bedürfnissen ernstgenommen werden, haben keine sonderliche Veranlassung, zu Problemfällen zu werden und kommen, geborgen in der Liebe ihrer Familie, gut damit klar, das nicht alles immer so fürchterlich spannend ist.

    Mein Grosser wurde eher zufällig getestet, die beiden anderen haben wir bisher nicht testen lassen und werden es auch nur dann tun, wenn Schwierigkeiten oder Situationen auftreten, die sich nicht mit etwas anderem erklären lassen.


    Womit fördern?
    Ich könnte Dir zwar hier eine Liste aufschreiben von Dingen, die meinen Sohn neben der Schule interessiert haben, aber eigentlich halte ich wenig davon, denn so individuell wie auch sonst jedes Kind ist, so sind es auch hochbegabte Kinder.
    Und Kinder wissen meist ganz genau, was sie interessiert und was nicht. Was nützt das, wenn ich Euch Klavierspielen empfehle, wenn Dein Sohn so gar keinen Zugang dazu hat?

    Nicht zuletzt : ein guter Begabungstest zeigt nicht am Schluss einfach einen IQ-Wert, der über oder unter der "magischen" Grenze liegt, sondern schlüsselt sehr stark auf, wo die besonderen Fähigkeiten liegen und wo die Schwächen.
    Ein Kind mit eher durchschnittlichen Werten im visuo-motorischen Bereich für Origami zu begeistern, dürfte schwierig sein, auch wenn ihm die Übung vielleicht guttun würde....

    Spür Deinen Sohn - er hat die Antwort auf (fast *g) alle Deine Fragen!
    Und gib ihm Gegelegenheit, den "normalen" Einstieg in die Schule zu finden.

    Und zur Diagnosefähigkeit von Kindergärtnerinnen:
    *räusper*
    Sagen wir es mal so: dazu sind sie eindeutig nicht qualifiziert, auch wenn sie sich gelegentlich so aufführen und gerne eine Schublade suchen für Kinder, die aus irgendwelchen Gründen nicht dem Durchschnitt entsprechen.
    Wenn ich nach unserer Kindergärtnerin gegangen wäre :umfall:


    Hier noch Links:
    http://www.ehk.ch/
    http://www.begabungsfoerderung.ch/
    http://www.hochbegabt.ch/


    Liebe Grüsse, Jacqueline
     
  5. Mimi

    Mimi Familienmitglied

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    AW: Zum Thema Hochbegabung......

    Liebe Jacqueline, erstmal vielen Dank für Deine Antwort!
    Natürlich weiss ich, dass alle Kinder verschieden sind, ich suche ja auch kein Patentrezept, sondern bin einfach interessiert, andere Erfahrungen zu dem Thema zu hören!

    Die Kindergärtnerin war nicht die erste, die dieses Thema ansprach, aber sie war die erste, die Benji nun schon öfters in dieser "Absolut-Kein-Bock-Phase" erlebte.
    Und da schrillen bei mir etwas die Alarmglocken: genau das habe ich erlebt: ich war ein glückliches, aufgewecktes Mädchen, das schon viel konnte, kam in die Schule und war dort erstmal nur noch schlecht, der Lehrer hinterfragte sogar die Einschulung!
    Selber kann ich mich an mein erstes Schuljahr überhaupt nicht erinnern, wohl aber an die Zeit davor und danach!
    Es wurde fast ein Jahr lang Zeit "vertrödelt", bis ich endlich getestet, als "hochbegabt" befunden wurde und durch wenig Extraförderung und Sonderaufgaben, an denen ich immer Riesenspass hatte (kann mich vor allem an die 3. und 4. Klasse erinnern) wieder ein glückliches und motiviertes Mädchen wurde!

    Natürlich kann Benji ganz anders sein, es könnte in der Schule gar kein Problem sein, dann bin ich froh, und das Thema ist kein Thema mehr!!
    Aber falls es nicht so sein sollte, dann möchte ich mir einfach schon ein paar Gedanken gemacht haben und kein ganzes Jahr verlieren, in denen mein Sohn als schlecht und "dumm" und unmotiviert (so war es bei mir!!!) abgestempelt wird!

    Ich bin hier einfach neugierig auf andere Erfahrungen!!!
    Genauso ist es mit der Freizeit. Benji spielt schon Klavier, wir sind viel draussen....... auch hier suche ich nicht krampfhaft nach Anregungen, sondern ich bin einfach nur neugierig, wie es bei anderen aussieht....;)
     
  6. sonnenblume06

    sonnenblume06 Gehört zum Inventar

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    AW: Zum Thema Hochbegabung......

    ich habe zwar keine Ahnung von hochbegabten Kindern, aber der Gedanke, daß dein Kind die 1. Klasse überspringen soll, hat mich sehr erschreckt.

    Ich finde gerade die erste Klasse sehr wichtig, das ist der Einstieg in ein anderes Leben und hier lernst du langsam, was das heißt.
    In der 2.Klasse wird das nicht mehr so stark geübt, was es heißt, seinen Schulkram zusammenhaben, lernen "lernen", Hausaufgaben etc. das wird dann vorrausgesetzt. Und gerade das erste Jahr, halte ich nicht für "vertrödelte" Zeit in Sinne vom "sozialen Lernen", was Inhalte anbelangt ist das vielleicht anders.

    Vielleicht wäre es besser, erstmal die erste Klasse zu nehmen, spezielle Förderung "nebenbei" in einem Förderverein o.ä. und dann eventuell die näxte Klasse überspringen, wenn er eher auf inhaltliches Lernen ankommt.

    Ich drücke dir die Daumen, daß sich alles zur Zufriedenheit deines Sohnes findet, ob nun hochbegabt oder "nur" überdurchschnittlich normal.

    Erzähl einfach mal, wies bei euch weitergeht.

    gespannte Grüße
    Simone
     
  7. Mimi

    Mimi Familienmitglied

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    AW: Zum Thema Hochbegabung......

    Ja, so ist es auch gedacht! Das mit der 1. Klasse überspringen war ein Vorschlag von aussen, der uns aber auch nicht so gefällt. Ich gebe Dir und Jacqueline da in allen Argumenten recht!

    Bin selber gespannt.....;-)

    :winke:
     
  8. Davids_Mama

    Davids_Mama Gute Fee

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    AW: Zum Thema Hochbegabung......

    Ich sehe das wie Jac. David ist im Lesen und rechnen schon so weit das er in der 1. Klasse wohl sich entweder Langweilen wird, oder und wie es mir die KiGärinnen in Davids Gruppe auch bestädigen den anderen Kids unterstützen. Sie suchen sich dann ihre Aufgaben selber. Außerdem besteht die möglichkeit mit den Lehrer zu reden und zusatz Aufgaben zu geben. Oder halt Lernschächere Kids zu helfen. Was 1. das gelernte festigt und das Lernschächere Kind unterstütz

    Außerdem lernen die Kids immer was neues in der Schule, weil sie halt es anders machen als zu Hause. Und wenn sie halt schon dies oder das können, kann man sie anregen es schöner und sauber zu machen. z.B. schreiben

    Außerdem ist Hochbegabt nicht gleich Hochbegabt. Es gibt Kinder die einfach schneller Lernen aber nicht gleich Hochbegabt sind.

    LG Kathrin
     

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