Wieviel Quengeln ist normal?

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von caprice73, 16. September 2003.

  1. Hallo Ihr Lieben,

    Laurin ist ja jetzt 15 Monate alt und ich habe den Eindruck, er wird von Tag zu Tag quengeliger und weint mehr, als vor mehreren Monaten. Ich dachte, das wird besser, wenn sie älter werden :-?

    Heute abend dachte ich auch schon, ich verzweifel mit diesem Kind noch. Er ist im Moment (vor allem abends) sowas von quenglig, trotzig und motzig... Echt schlimm. Ich frage mich schon, was ich alles falsch mache, daß dieses Kind so unglücklich ist. Komme aber auch zu keinem Ergebnis. Klar haben wir auch Tage an denen er ein echter Sonnenschein ist, aber auf die warte ich jetzt schon seit längerem :heul:

    Heute abend wollte er nicht essen, nicht in seinen Hochstuhl, nicht auf den Arm, nicht runter zum spielen, er war einfach mit GAR NICHTS zufrieden. Er wehrte sich gegen ALLES! Auslöser war, daß Oma und Opa weggefahren sind. Da ich echt mit meinem Latein am Ende war, haben wir ihn einfach eine Weile schreien lassen. Er saß dabei bei uns im Hochstuhl und wir "versuchten" zu essen und ihn abzulenken. Aus der Weile wurde dann eine ganze Stunde . Er beruhigt sich dann auch nicht von alleine oder so (ja doch, nach 1 Stunde...). Was mache ich bloß in solchen Momenten? Laurin läßt sich echt durch rein gar nichts ablenken. Und solche Situationen sind echt häufig im Moment.

    Ist er wütend, weil er etwas nicht bekommt, schmeißt er mit den nächstbesten Sachen um sich und die Schreierei fängt von vorne an. Ich kann bald nicht mehr!!! Bei seinen Wut- und Trotzattacken beruhigt er sich auch erst nach Ewigkeiten und auch nur, wenn ich ihn total in Ruhe lasse.

    Habt Ihr Tips, wie er ein glücklicheres Kind werden kann? Mir tut er schon leid, daß er so viel weinen "muß"... Aber ich habe keine Idee mehr. :(
     
  2. Bei uns hilft singen und dazu festhalten und schaukeln. Ablenken klappt auch oft.

    Liebe Grüße
     
  3. Hallo Nicole,

    bei uns hilft:

    - neue Aufgaben stellen (alleine anziehen, Zähne putzen oder irgendwas Sinnvolles was er noch nicht aber bald alleine kann)

    - Inseln der Ruhe unter tag (gerade das Gemotze am Abend ist am schlimmsten wenn wir sie unter tag zu wenig bekuschelt haben)

    - Frische Luft

    Gute Nerven wünscht
    Petra
     
  4. hallo nicole,

    das was petra sagt finde ich auch sehr wichtig. über- oder unterforderte kinder werden schnell quengelig, vielleicht braucht er mehr beschäftigung oder mehr ruhezeiten. einiges ist aber auch temperamentsache. was bei uns hilft:

    1) die frustschwelle nicht soweit aufkommen lassen.

    wenn laurin zb. versucht sich alleine anzuziehen und einen wutanfall bekommt, weil die hose nicht so will wie er, helfe ich ihm und lobe ihn genauso, wie wenn er alles alleine geschafft hätte. ein bein er, ein bein ich, dann zieht er alleine die hose hoch - und schon ist er nicht mehr SO frustriert und hat das gefühl etwas erreicht zu haben. er probiert erneut alleine, ist aber nicht jedes mal am :heul: ich nehme laurin keine arbeit ab, aber dort wo es voraussehbar ist, dass er überfordert ist, helfe ich ihm. dort wo er es alleine schaffen könnte, helfe ich ihm nur verbal wenn er nicht weiter kommt. zb wenn er mit dem stuhl etwas erreichen will, der stuhl sitzt am flaschen platz und laurin wütet, sage ich ihm dass er noch ein bisschen drehen muss, probiere nochmal, gleich hast du es - und schon klappt es. in manche situationen mische ich mich überhaupt nicht ein, dort wo ich weiss, die frust wird von kurzer dauer sein weil er alleine das problem lösen kann. er muss schliesslich auch lernen, alleine mit der frust klar zu kommen.

    2) die situation entschärfen, BEVOR einen richtigen wutanfall entsteht.

    wenn laurin weltschmerz hat, also nichts sichtbares was wir/er verändern/erreichen könnte, dann lenke ich ihn ab schon bei dem ersten anzeichen von trotz. entweder ich zeige ihm etwas was ablenken könnte, oder ich bringe ihn zum lachen, ich kitzle ihn, ich bringe ihn vom tatort weg. wenn er zb sich auf dem boden schmeisst, weil er mit einem stift in die steckdose fummeln wollte und mama nein gesagt hat, dann packe ich ihn an den beinen und drehe ihn kopfüber. er liebt das, vergisst dann seine wut und geniesst lachend die perspektive. wenn ich ihn wieder auf den boden stelle, hat er die steckdose vergessen. wenn nicht, dann drehe ich ihn eine runde im kreis (karussel), mit dem kopf nach unten, das ist das absolute highlight für ihn und danach ist garantiert ruhe (für ein paar minuten :)). inzwischen kommt er von sich aus zu mir wenn er frust hat und will gedreht werden, anscheinend merkt er, dass es hilft.

    wenn oma und opa wegfahren und dein laurin so an sie hängt, ist ganz wichtig ihn auf die abfahrt vorzubereiten und ihn aufzufangen, wenn er danach leidet. wenn er versteht, dass oma und opa wieder kommen, dann ist er nicht mehr so traurig und frustriert, dass die situation eskaliert. winkt lange dem auto nach, sag ihm, oma kommt bald wieder; bastelt schnell etwas für oma, für den nächsten besuch; sucht zusammen etwas was oma für ihn versteckt hat und anschliessend ruft sie an usw... mach einfach ein ablenkendes spiel daraus, kehre die traurige situation in einer hoffnungsvollen um.

    starke nerven wünscht,
    gabriela
     
  5. @Gabriela

    Vielen, vielen Dank für den Tip mit dem "Rumschleudern". Darauf bin ich ja noch gar nicht gekommen, aber unsere Laurins scheinen sich zu gleichen :jaja: Damit konnte ich jetzt schon so manche Situation "entschärfen" *ganzglücklichbin*

    Insgesamt hat er aber im Moment wieder eine Phase, in der er generell eher gut gelaunt ist *zumGlück*

    Trotzdem: Nochmal Danke, das war Goldrichtig *freu*
     

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  1. baby 15 monate nur am quengeln und trotzig

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