Wie vor Gefahren warnen??

Dieses Thema im Forum "Das Leben mit Schulkindern" wurde erstellt von Biggi, 22. Juli 2005.

  1. Hallo in die Runde,

    aus aktuellem Anlaß (in unserer Gegend ist eine 16jährige auf dem Weg zum Freund ermordet worden) wollen wir unsere Große noch einmal "belehren" im Umgang mit Fremden. Und das Ganze so, daß sie keine Angst bekommt und sich nicht mehr raustraut.

    Heute abend kamen wir nämlich auf das Thema (ließ sich leider nicht verheimlichen). Die Folge war ein weinendes, verängstigtes Kind, das nicht mehr alleine irgendwohin gehen will.
    Und da nützen auch Ratschläge nicht wie: "wenn Dir etwas komisch vorkommt oder jemand mit dem Auto neben dir herfährt oder Dir etwas anbieten will, dann läufst Du ganz schnell weg".
    Das hatte der Papa nämlich gesagt, aber ich bin mir nicht sicher, ob das realistisch ist und für sie wirklich verständlich war.

    Was wäre denn richtig? Und wie erklärt man es richtig? Sie soll ja auch nicht vor jedem Angst haben, der ihren Weg kreuzt oder nur etwas fragen will.

    Das sie von Fremden nichts nehmen darf und auch nicht mitgehen oder ins Auto steigen, das weiß sie logischerweise schon lange.
    Wir haben ihr gesagt, daß sie sich laut bemerkbar machen muß, wenn ihr jemand zu nahe kommt und sie Hilfe bei anderen Erwachsenen einfordern soll (in den nächsten Laden, Hauseingang und klingeln oder Passanten ansprechen).

    Ich finde es total schwierig, die absolute Gratwanderung: nicht zuviel und nicht zu wenig. :-?
    Sie soll keine Angst haben, aber mit offenen Augen durch die Welt gehen und wissen, daß es nicht nur gute Menschen gibt - aber eben auch nicht nur böse. Und wie man sich angemessen verhält.

    Noch ist Sophie ja ziemlich behütet *zugegebeneGlucke*, aber die Zeit kommt bald, daß sie alleine draußen spielen wird und ich nicht genau weiß, WO sie gerade ist (Schulweg, Brötchen kaufen, kurze Wege etc. erledigt sie schon alleine, aber "ich gehe spielen und komme um sechs nach Hause" - so weit sind wir noch nicht).

    Habt Ihr vielleicht auch eine Buchempfehlung? Etwas Kindgerechtes zum Vorlesen und Anschauen?

    Liebe Grüße
     
  2. Hallo Biggi!

    Ich habe einen 10 jährigen Sohn und bin nicht ganz so ängstlich - was sicherlich auch am Geschlecht liegen mag! Felix darf draußen spielen, auch mit dem Fahrrad im Feld rumfahren, allerdings nicht allein!
    Thema sind Kinderansprecher immer mal wieder bei uns - aber nicht so dass die Kinder verunsichert werden. Meine Kinder sind sehr offen gegenüber Fremden, was ich nicht unbedingt unterdrücken möchte. Sie sollen möglichst frei und doch beschützt aufwachsen - aber nicht verängstigt! Meine Oma hatte uns Kindern immer die Horrorstorys aus der Bildzeitung ausgeschnitten und an den Küchenschrank geklebt!!

    Ich denke Aufklärung über die Gefahren ist wichtig, aber so dass die Kinder sich trotzdem noch sicher in ihrer Umgebung fühlen!!

    Liebe Grüße Ela
     
  3. Da gebe ich Dir hundertprozentig recht - sehe ich genauso.

    Die Frage bleibt aber: WIE mache ich das am besten?

    Deswegen hätte ich gerne eine Informationsbroschüre oder einen Kinderratgeber o.ä., der mir erklärungstechnisch auf die Sprünge hilft. Und der eben auch aufzeigt, wie ein Kind richtig handelt, sollte es tatsächlich mal in eine solche Situation kommen.

    Liebe Grüße
     
  4. Hallo Biggi,
    es gibt inzwischen wohl ganz gute Bilderbücher zu dem Thema. Wir haben immer mal wieder das Thema aufgegeriffen und Felix erklärt wie er sich verhalten könnte. Das große Problem bei Kindern ist: Menschen die nett zu ihnen sind und sie mit Süßigkeiten locken und Geschenken locken können ihrer Meinung nach nichts Böses im Schilde führen. Felix ist sogar mit 10 Jahren noch nicht so weit. Böse ist wer Böses sagt oder tut. Das ist gaaanz schwierig. Ich finde es auch nicht gut, die Absichten von Sexualstraftätern bis ins kleinste Detail mit Kindern zu erörtern. Sie verstehen das nicht und werden verunsichert.
    Wir plädieren immer auf: gehe nie allein, über Deinen Körper bestimmst Du, Du darfst NEIN sagen, darfst Dich wehren, es gibt gute aber auch böse Geheimnisse die man verraten muss etc.
    Das Problem ist, dass sexueller Missbrauch vor allem von Bekannten/ Verwandten der Familie - sehr selten von Fremden verursacht wird. In diesen Fällen sind Kinder eher erpressbar und erzählen nichts zuhause, aus Angst vor den Drohungen.

    Ein schwieriges Thema das man nicht tabuisieren darf!!

    LG Ela
     
  5. Vielleicht hilft so ein Alarmgerät für Kinder? Es gibt welche, die jaulen schrecklich laut los, wenn man daran zieht - so etwas an der Jacke oder am Schulranzen gibt vielleicht mehr Sicherheit als schreien und weglaufen?

    Ich habe (noch) keine Erfahrungen mit Büchern, aber von einem habe ich mir immerhin den Titel gemerkt: [ISBN]3401082302[/ISBN]

    :???: Wird allerdings in den Leserrezensionen nicht gerade gelobt. :-?

    Das war jetzt wohl keine große Hilfe. :oops:
     
  6. Trotzdem Danke :) !

    Das Alarmgerät werde ich im Hinterkopf behalten...
     
  7. Ich denke wichtig ist den Kindern schon von Anfang an beizubringen das sie das Recht haben *Nein* zu sagen und auf ihr Gefühl der Ablehnung vertrauen dürfen.
    Ich hab jetzt mal aufs Alter deiner Tochter geschaut- in dem Alter wird doch schon kindgerechtes *Selbstverteidigungstraining* angeboten. Da wird den Kindern sehr schön erklärt auf was sie achten müssen, wie sie sich richtig verhalten. Und es ist gut fürs Selbstbewusstsein, auch wenn sich die Kinder gegen Erwachsene nicht wirklich verteidigen können. Trotzdem gilt es als erwiesen das ein Kind das sich heftig wehrt und lautstark agiert den Täter einerseits verunsichert - andererseits die Aufmerksamkeit der Umgebung auf sich zieht.

    Außerdem habe ich meiner Tochter früh eingeschärft mich anzurufen wenn es mal später wird. ;-)
     
  8. lulu

    lulu Königin der Nacht
    Moderatorin

    Registriert seit:
    21. Juni 2002
    Beiträge:
    16.333
    Zustimmungen:
    65
    Punkte für Erfolge:
    48
    Speziell zum Thema sexueller Missbrauch haben wir ein gutes Buch von pro Familia, es heißt glaube ich "Mein Körper gehört mir". Das hat mit guten und schlechten Körperkontakten und mit Nein-Sagen zu tun, ohne nun explizit sexuell zu werden. Ich finde es sehr gut. Ab 5 Jahre (offiziell), ab 6 finde ich, je nach Kind halt.
    Dieses Buch sagt allerdings nichts zum Thema Mitgehen.
    Lulu
     

Diese Seite empfehlen

Die Seite wird geladen...