Wie straft Ihr Eure Kinder

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von Diana-maus, 5. November 2005.

  1. Hallo,

    also eine frage, wie bestraft Ihr Eure Kleinkinder?Bei mir ist es so, dass joshua zur zeit mächtig austestet und einen regelrechten Machtkampf mit mir hält. Wenn ich dreimal nein sage, handle ich, so wie ich es im Kindergarten mit den Größeren auch gemacht habe. z.B. nehme ihm das weg, bringe ihn aus der Situation (Raumwechsel) oder setze ihn in seinen Stuhl bis der Trotz etwas weg ist (meist kurze zeit später). Allerdings fruchtet bei ihm gar nichts. Meine Freundin (auch Erzieherin) setzt ihren marvin immer in den Laufstall für ganz kutze zeit, nimmt ihn raus und er macht nichts mehr. Vielleicht eine Minute länger nicht. ich will den laufstall nicht als Strafplatz mißbrauchen weil ich ihn brauche wenn zum Beispiel Kundschaft kommt, oder Postboote, oder ich Wäsche aus dem Keller hole, da er alle Türen aufmacht und weg läuft. Aber dass er gar nicht reagiert. Er lacht und lacht und macht immer weiter. Ich verstehe dass nicht. Er fasst an den herd. ich sage heiß, er spürt es, aber er macht es wieder, jeder andere würde weinen.
    Wenn ich mit ihm Spielen will auf dem Fußboden dann greift er mich an, zieht mit voller Wucht an meinen haaren, beißt mich in den Arm etc. Mir rennen oft die Tränen aber ich weiß es ist ein Kleinkind. Was soll ich denn noch machen?
    Es tut mr im herzen weh dass er so mit mir spielt. Beim wickeln schlägt er mir die Füße in den Bauch, ich rede mit ihm und schimpfe auch. Versuche ich ihn fest zu halten beißt er. Das Wicklen ist ein kampf. Von Klaps auf den Po oder Finger halte ich nichts. Mein mann gibt kleine Klapse auf die hand allerdngs nicht so dramatisch wie sich das amhört , aber er merkte dass das auch nicht hilft. Besser so. War das bei Euren auch so schlimm. Er ist erst 19 monate, wie wird das mit drei jahren??
    lg Diana
     
  2. Sonja

    Sonja Integrationsbeauftragte

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    Aber zu deiner Frage: Ich BESTRAFE !!! meine Kinder gar nicht und finde es auch nicht nötig bzw. völlig überflüssig.

    Tim lernt aus den logischen Folgen (falls es sie denn immer gibt) und natürlich schimpfe ich auch und äußere meinen Unmut.

    Aber bestrafen? Das hört sich ja nach Dressur an - wie bei einem Hund, der irgendwann nur noch das erwünschte Verhalten zeigt, weil es sonst Bestrafung gibt, aber nicht aus Einsicht (obwohl man einen Hund natürlich auch nicht wirklich bestrafen soll!!! - nicht, dass das jetzt falsch rüberkommt).

    Er möchte halt wisse, ob das, was du einmal, zweimal, dreimal gesagt hast, auch noch beim vierten Mal oder beim 50. Mal gilt. Hier gilt es, immer gleich zu reagieren, irgendwann weiß er: mein Verhalten a) zieht immer Mamas Verhalten b) nach sich. Schlecht wäre es, wenn du jedes Mal anders reagieren würdest.

    Das kenne ich auch und das ist wirklich eine Kraftanstrengung. Ich habe Tim dann halt schnell und auch mal etwas unsanfter gewickelt, also nicht, dass ich ihm absichtlich weh getan hätte, aber dadurch, dass es schnell gehen musste, konnte ich halt nicht so lasch hinlangen, sondern musste seine Beinchen etwas fester halten etc.

    Meistens habe ich es jedoch so gemacht, dass ich gesagt habe, ok hier liegen deine Klamotten, kommst du halt wieder, wenn du Lust zum Anziehen hast.

    Beißen ist natürlich blöd. Da würde ich jedes Mal mit fester Stimme sagen: NEIN, wir beißen nicht, bei uns wird nicht gebissen oder ähnliches. Auch sagen: Aua, das hat mir weh getan und ihn wegsetzen. Vielleicht dazu animieren, dass er pustet oder dich tröstet? Tim hat nie gebissen, jetzt weiß ich auch nicht, was ich in dem Fall konkret gemacht hätte.

    Nur soviel: sein Verhalten ist normal und Strafen halte ich für überflüssig.

    Liebe Grüße
     
  3. Miriam78

    Miriam78 Familienmitglied

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    Bei mir läuft es so wie Sonja. Auch Alina konnte gewaltig hinlangen. Ich habe ihr immer gesagt, daß es falsch ist, es mir weh tut und sie entweder zart mit mir umgeht oder gar nicht. Auch habe ich bei ihr immer gepustet und irgendwann auch gesagt, daß sie bei mir pusten soll. Es hat bestimmt 3 Monate gedauert, aber jetzt ist es rum.

    Ich erkläre mir aber wirklich den Ast ab. Alles wird mit dann folgt dieses, darum machen wir das usw. erklärt. Es wirkt. Alina ist gegen Veränderungen über ein gewisses Maß hinaus allergischk, aber wenn man das beachtet, gibt es keine Trotzanfälle.

    Und auch wenn es so scheint, er denkt sich nicht "wie ärgere ich Mama am besten!" er denkt sich "Ist es wirklcih immer so? Kann ich mich darauf verlassen, daß Mama immer gleich ragier? Alles verändert sich so schnell, kann ich mich hierauf verlassen?"

    Auf, daß es bald vorbei ist, mir dieser Phase...
     
  4. Blatthaar

    Blatthaar Dauerschnullerer

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    Ich würde Lieschen nie bestrafen. Okay, sie hat momentan die Trotzphase und sie testet ihre Grenzen aus, aber schlagen? Neee! Es gibt da draußen genug "Eltern", die so etwas tun. Läßt Püppi etwas wütend fallen, sehe ich sie an und sage: "und nu?" Worauf Lieschen schnell das Zeugs mit einem: "ups" aufhebt. Hört sie trotzdem nicht, nenne ich sie ganz langsam bei ihren vollständigen Namen.
     
  5. Coffeeinchen1

    Coffeeinchen1 Geliebte(r)

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    Hi!
    Genau sowas frag ich mich manchmal auch.....wobei Strafen das "falsche"Wort ist...Lukas ist so extrem....wenn er seinen Willen nicht bekommt oder er selbst etwas noch nicht schafft dreht er voll durch.....wirft mit Gegenständen,wirft sich auf den Boden,schlägt seinen Kopf aufs Parkett oder gegen den Schrank!!!!!!!!Ich weiß nicht mehr wie ich reagieren soll...Schläge/Klapse gibts bei uns nicht...wegsetzen etc.fruchtet nicht...ich erwisch mich ab und zu beim rumblöken......aber das kann doch nicht korrekt sein.....??????Wenn er sich schmei0t bekommt er kein Mitleid von mir.....(pass schon auf das er sich sein kleines Trotzbirnchen nicht kaputt macht)...Zuneigung kann er bei seien hysterischen Anfällen eh nicht ertragen(auch schon probiert)....was nun????
    Genauso ratlose Grüße Nadine!
     
  6. Rina

    Rina Miss Brasilia

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    Hallo Nadine,

    ich kann Dich gut verstehen. Meine Kinder waren auch so. Das Problem ist, daß er Dich noch nicht komplett verstehen kann und er sich seinerseits noch nicht anders äußern kann. Er kann Dir noch nicht erklären, was und warum es ihm nicht paßt.

    Laß ihm noch etwas Zeit. Je mehr er versteht und sich verständlich machen kann, desto besser wird ist.

    Ich habe auch zum Teil gedacht, daß Tamino oder Jonalia bei solchen "Ausrastern" sich richtig weh tun. Aber anscheinend gehört es dazu.

    Gib ihm einfach Zeit und es wird besser. Hab noch etwas Geduld mit ihm.

    Liebe Grüße
    Corinna
     
  7. Hallo

    vielen dank für Eure Antworten. "Strafen" ist auch das falsche Wort, ich meinte damit auch: wie ihr reagiert. Das habt Ihr ja erklärt. Ich erkläre ihm auch jedesmal "Das tut der Mama weh" oder " Das ist spitz, Du kannst Dich damit schneiden, das räumt die Mama weg" etc. Ich erkläre ihm eigentlich immer alles was ich mache. Mir ist auch klar dass es die Suche nach Sicherheit ist, also ob wir als Eltern beim 50 mal auch noch genauso reagieren. Es ist auch ein schwerer Kampf Grenzen zu setzen als alles durch gehen zu lassen (antiautoritär) oder zu schlagen (wie es leider viele Eltern tun) aber dafür hat man ja in der Regel irgendwann feste Grenzen und Harmonie und die Kinder Sicherheit. Das sagt mir mein fachliches Wissen.
    Die Realität ist anders. Es ist schon schwer, gelassen zu bleiben und vor allem ruhig wenn man gebissen oder geschlagen wird, nur weil man mit ihm spielen wollte oder ihn wickelt. Es sind kleine Kämpfe, aber ich habe durch Eure Antworten Mut bekommen es weiter durch zu halten. Danke nochmals und es tut gut dass es nicht nur bei uns so ist..

    lg Diana
     
    #7 Diana-maus, 6. November 2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. November 2005
  8. Hallo!

    Ich hab Marlene in dem Alter viel im Stehen gewickelt, die nassen Windeln halt...
    Oder ich hab gesagt, "Ich möchte dich wickeln, komm wenn du soweit bist." Dann durfte sie den Zeitpunkt bestimmen und war dann meist auch kooperativer.

    Ansonsten war bei uns in der Zeit Ablenkung das Zaubermittel, um unerwünschtes Verhalten abzustellen. Wenn man ne interessante Ersatzbeschäftigung anbietet, ist das "Austesten" schnell vergessen und man kommt nicht erst in einen dieser "Machtkämpfe" bei denen jeder Angst hat sein Gesicht zu verlieren und sich die Lage dadurch immer mehr zuspitzt.

    lg und gute Nerven,

    Johanna
     

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