Wie lernen eure 13 jährigen?

Dieses Thema im Forum "Das Leben mit Schulkindern" wurde erstellt von BiancaundMilena, 15. Juni 2015.

  1. BiancaundMilena

    BiancaundMilena Dauerschnullerer

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    Hallo zusammen.

    Ich bin total ratlos. Milena muss für gute Noten lernen, sie ist nicht dumm,aber es fällt ihr nichts in den Schoß.
    Sie hat selber keinen Ehrgeiz, sie freut sich zwar über eine gute Note,aber sie findet es auch nicht schlimm, wenn eine 4 oder so ins Haus flattert.

    In den letzten Monaten habe ich mich immer wieder hingesetzt und beaufsichtigt, dass sie sich für die Arbeiten vorbereitet und abgefragt. Hab ich gerne gemacht , aber sie muss doch auch selbständig werden und einen eigenen Rhythmus entwickeln.
    Ich habe ihr gestern gesagt, dass ich mich raus halte, sprich, nicht immer drängelt und trizen. Sie kann mich jederzeit fragen und ich helfe ihr, wenn sie fragt. Aber ich habe große Angst, dass Milena total "abschmiert"
    Sie ist in der 7.klasse einer Oberschule.

    Wie ist das bei euch? Habt ihr noch Ideen?

    Viele Grüße, Bianca
     
  2. Cornelia

    Cornelia Ex-Exilfriesin

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    AW: Wie lernen eure 13 jährigen?

    Das hilft dir jetzt gar nicht - aber bei uns ist das Selberlernen in die Hose gegangen. Nächstes Schuljahr wird das hier anders abgehen - allerdings auch mit eigenständigen Lernen und Nacharbeiten - aber dafür wird das von mir auch kontrolliert. Wenn die Noten nicht besser werden, werden die Privilegien eingeschränkt. Anders funktioniert das nicht bei uns. 13 ist halt ein doofes Alter. Da ist alles andere spannender ;-)
     
  3. finchen2000

    finchen2000 Gehört zum Inventar

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    AW: Wie lernen eure 13 jährigen?

    Das gilt auch für fast 12 :umfall:

    Ich habe mich sehr zurückgezogen, was das ewige Hinterhergefrage und "Generve" angeht.
    Bei uns ist es zweigeteilt, da ein Kind eh kaum lernen muss, er kann´s einfach, egal ob Mathe oder Sprachen.
    Das Andere tut sich schwerer und ist dementsprechend von 1ern und 2ern mind. eine Note abgerutscht.
    Aber es ist alles im grünen Bereich - bisher.

    Nur für die morgige mündliche Englischprüfung haben wir jetzt echt 1 Woche geübt - da bin ICH ehrgeizig :crazy: und hab sie samt Übungspartnern hier "strammstehen" lassen. Mal sehen...

    Grundsätzlich wird freiwillig nur das aller, aller, allernötigste getan - von Beiden.

    LG
    Heike
     
  4. Daniela

    Daniela Gehört zum Inventar

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    AW: Wie lernen eure 13 jährigen?

    Caro ist zwar erst 11 1/2, aber trotzdem ist das bei uns seit dem Wechsel auf's Gymnasium im Sommer ein Thema.
    Ich setzte mich auch idR mit dazu, wenn sie lernt.
    Hausaufgaben hat sie meist nie auf, weil schon in der Schule gemacht, aber auch ihr fällt nichts zu und wir müssen immer ein bisschen Nacharbeiten und üben vor Klassenarbeiten.
    Ich habe damals auch ein ähnliches Thema eröffnet und der Tenor war, dass man den Kids nichts vorkauen muss, sondern sie durchaus lernen müssen zu lernen.
    Ok, kann ich nachvollziehen. Aber bei Caro klappt das halt nicht so. Sie träumt vor sich hin, wenn ich sie alleine machen lasse und am Ende ist nichts dabei rum gekommen.

    Wir werden es nun im nächsten Schuljahr so handhaben, dass wir täglich besprechen, was in der Schule durchgenommen wurde und immer gleich alles klären, was nicht verstanden wurde. Dann werde ich ihr vor Arbeiten ein paar Aufgaben zusammen stellen, die sie abarbeiten muss.
    Ob es klappt, kann ich Dir erst dann sagen, aber bei uns ist das völlig selbständige Lernen erstmal in weite Ferne gerückt.

    Viel Erfolg
    Daniela
     
  5. belladonna

    belladonna Tolle Kirsche

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    AW: Wie lernen eure 13 jährigen?

    Meine 13-jährige (8. Klasse IGS) lernt völlig selbstständig und das klappt eigentlich auch ganz gut. Sie hat mittlerweile ihr Ziel "gymnasiale Oberstufe" fest vor Augen und weiß, wann sie sich wieder auf den Hosenboden setzen muss, damit sie ihre Noten halten kann. Da halte ich mich komplett raus, weil sie sich eh nichts mehr reinreden lässt - wenn sie Hilfe braucht, kommt sie schon von allein.

    Mein 12-jähriger (6. Klasse G9) lernt im großen und ganzen mittlerweile auch selbstständig. Mathe fliegt ihm eh zu, und die Nebenfächer, die ihn interessieren sind auch kein Problem. In den Fächern, die ihn weniger interessieren, schafft er es immerhin auf 'ne 3, da kann man auch nicht meckern. Seine Schwachstelle sind die Sprachen; bislang hat er nur Englisch als Fremdsprache und da bin ich echt hinterher, kontrolliere, dass er mit Phase 6 Vokabeln lernt und setze mich vor den Arbeiten mit ihm hin und übe. Da macht er aber auch noch halbwegs freiwillig mit, weil er letztes Jahr erfahren hat, dass er ohne Unterstützung ratzfatz abgerutscht ist - und bevor er in Nachhilfe geht, lernt er lieber mit mir. Mal sehen, wie's in Latein wird nächstes Jahr, das sollte ihm eigentlich leichter fallen, aber Vokabeln lernen muss er trotzdem. In Deutsch hält er sich auch ohne Hilfe auf 'ner guten 3, weil er seine Rechtschreibprobleme durch seine Grammatikkenntnisse und durchs Mündliche ausgleichen kann.

    Ich kann mich also wirklich nicht beschweren; sie sind beide auf einem guten Weg und ich bin froh, dass ich nie auf das Gerede anderer Mütter von wegen "zuviel einmischen" gehört habe. Ich hab' geholfen und kontrolliert (und tue es noch), wo es nötig war/ist und toleriert wurde/wird, ansonsten lasse ich sie allein laufen. Dazu gehört aber auch, dass sie beide die Erfahrung machen durften, notenmäßig erstmal abzurutschen, wenn man ganz plötzlich der Meinung ist, alles allein hinzukriegen - und dabei die Lernzeit mit mir 1:1 durch Chill-Zeit ersetzt... Das war für beide sehr heilsam! :) Allerdings habe ich sie nicht einfach vor die Wand laufen lassen, sondern stand in der Zeit immer in engem Kontakt mit den Lehrern, damit die wussten, was los ist, und den Kindern (und mir) entsprechend Feedback geben konnten.

    LG, Bella :blume:
     
  6. Kathi

    Kathi Dino

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    AW: Wie lernen eure 13 jährigen?

    Wir haben seit Weihnachten die Regelung, dass Tim (seit Samstag ist er 1:relievedface: allein für sich und seinen Schulkram verantwortlich ist, er aber immer, wenn er Hilfe braucht, zu uns kommen kann.

    Aber: Das klappt natürlich nicht oder nur halb. Ich lasse mir schon ab und zu mal seine Hefter zeigen, weil sonst die Lose-Blatt-Sammlungen immer unübersichtlicher werden würden. Dann entdecke ich natürlich auch Noten, die er mir trotz täglicher (!!!) Nachfragen nie oder fast nie erzählt. Tim scheint alles, was Schule betrifft, zu Hause komplett auszublenden :umfall: . Seinen Planer schaue ich auch einmal pro Woche mindestens an, weil die Schule verlangt, dass die Eltern am Wochenende immer unterschreiben. dann entdecke ich natürlich Ankündigungen für Tests, Klassenarbeiten o.ä. Und dann frage ich natürlich auch nach, ob er denn lernen müssen.

    Meistens wird das verneint, denn zu Hause zählen nur Dinge, wie Fernsehen, Konsole spielen, Youtube-Filmchen schauen :umfall:
    Dann passiert es natürlich auch, dass er der Meinung ist, für einen Chemie-Test zum Brenner alles zu wissen. Ergebnis: 3. Oder Arbeitsaufträge in der Schule werden nicht geschafft, zu Hause natürlich nicht nachgearbeitet, eingesammelt und Bingo! Andererseits hat er nichts für die Englisch-Klassenarbeit getan und trotzdem eine 2 geschafft, das gleiche bei der Russisch-Klassenarbeit: zweitbeste Arbeit der Klasse, mit einem halben Punkt an der 1 vorbei und das nur, weil er luschig geschrieben hat (und bei Russisch kommt es nunmal auf die Schrift an).

    Bis auf die Russisch-Zwei (da hat er sich echt geärgert, wo er es aber gar nicht musste) ärgern ihn aber Noten wie 3en und 4en nicht. Ich habe ja auch gedacht, dass er einfach mal auf die Nase fallen müsse. Aber dazu ist es eben nicht schlecht genug. :umfall:

    Es fällt mir echt schwer, mich da zurückzuhalten, mein Mann ist da sschon cooler. Nun kommt natürlich sowieso dazu, dass ich aufgrund meiner Masterarbeit wenig Zeit für das Familiäre hatte. da drück auch das schlechte Gewissen. In der 8. Klasse werden wir uns was anderes überlegen, aber was, weiß ich noch nicht :) .

    Jedenfalls könnte Tim, wenn er ein wenig Energie in die Schule stecken würde, nur 1en und 2en haben. Er muss nicht viel tun, aber mehr als jetzt.

    Du bist also nicht allein. Und ich weiß kein Patent-Rezept.
     
  7. BiancaundMilena

    BiancaundMilena Dauerschnullerer

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    Ammerland
    AW: Wie lernen eure 13 jährigen?

    Ach Kathi , besser hättest du Milena nicht beschreiben können, haha.
    Leider bringt Milena ohne üben schlechte Noten nach Hause, mündlich ist sie gut beschäftigt -mit den Sitznachbarn,grummel.

    Infos erhalte ich auch meistens seeeehr spät.
    Daher musste sie auch zum Plattdeutsch-Vorlese-Wettbewerb , sie hatte sich qualifiziert und die Abmeldefrist verdaddelt, haha
     
  8. Lucie

    Lucie Lohnt sich! Wehmiowehmioweh

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    viel zu weit weg vom Meer
    AW: Wie lernen eure 13 jährigen?

    es ist hier nicht anders, ein schlaues Pferd springt nicht höher als es muß. Das Großkind tut sich ja auch grundsätzlich relativ leicht mit lernen nur ohne wirklich den Ehrgeiz wirds halt auch nur Halbes... muß ich mich mit abfinden. Letzt hat er mich sogar ganz klar angeschaut und hat gesagt: mama willst du das ich einser schreibe oder dass ich beliebt bin?
    ich glaube tatsächlich dass auch das Standing in der Klasse teilweise eine Einflußgröße habt, leider.

    Darüber hinaus hat es viel mehr mit Lernkultur und Struktur des Kindes zu tun als man glaubt, egal ob Hb wie bei uns oder normal... ohne Disziplin und ständiges Wiederholen der Vokabeln festigt sich nix, entsteht keine Buchhaltung im Kopf auf die die Kinder zurückgreifen können und deshalb bleibe ich auch zu einem gewissen Maß dahinter weil auch mein kind mir gezeigt hat dass er mit der Freiheit zu lernen nur bedingt umgehen kann... sicher würde er nicht völlig abstürzen aber da er nicht so gerne lernt als dass er so viel Stoff aufholen wollte lass ich es erst gar nicht so weit kommen.

    ich war letzt auf nem Vortrag bei der Leitung einer Montessorischule und die gehen doch tatsächlich einmal die Woche mit den Siebtklässlern auf einen Bauernhof weil sie festgestellt haben dass in der Altersstufe der Pubertät man eigentlich ein Schild ans Gehirn kleben könnte mit der Aufschrift: wegen Umbau geschlossen :kicher:

    und so isses dann tatsächlich aber auch, in der Neuropädiatrie weisen genügend Hinweise darauf hin dass mit der eingehenden Pubertät auch eine Kognitive Re-organisation stattfindet die die Kinder vorübergehend tatsächlich in ihrem lernvermögen beeinträchtigt und dass man diese Phase am besten übersteht in dem man einfach als Standart für ein-zwei jahre festlegt dass durchkommen schon gewonnen ist :mrgreen:

    danach gehts ja wieder bergauf. :)


    "Basierend auf neuroanatomischen Befunden und funktionellen Bildgebungsstudien (23, 24, 30, 31) geht dieses Modell davon aus, dass es bei Jugendlichen durch eine vergleichsweise frühe Reifung subkortikaler Hirnareale und eine verzögerte Reifung präfrontaler Kontrollareale zu einem Ungleichgewicht kommt (Grafik :relievedface:, so dass bei Jugendlichen in emotionalen Situationen das weiter gereifte limbische System sowie das Reward-System sozusagen die Oberhand über das noch nicht ausgereifte präfrontale Kontrollsystem gewinnen. Dabei sollte beachtet werden, dass Adoleszente nicht per se unfähig sind, rationale Entscheidungen zu treffen, sondern dass in emotionalen Situationen (zum Beispiel bei Anwesenheit von Gleichaltrigen, bei Aussicht auf Belohnung) die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass Belohnung und Emotionen stärker die Handlung beeinflussen als rationale Entscheidungsprozesse (23, 24, 32). Dies wurde in einer Reihe von empirisch-experimentellen Studien überprüft (Kasten). " ...aus:
    http://www.aerzteblatt.de/archiv/141049/Hirnentwicklung-in-der-Adoleszenz-Neurowissenschaftliche-Befunde-zum-Verstaendnis-dieser-Entwicklungsphase

    http://neurowissenschaften.blogspot.de/2008/02/pubertt-2-das-adoleszente-gehirn.html

    ja, manchmal tröstet mich dieses Wissen. Wenn ich mich grad dran erinnere dass es so ist :kicher:
     

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