Wenn Gäste da sind - Anstandsfrage

Dieses Thema im Forum "Ratgeber" wurde erstellt von Sally, 13. August 2003.

  1. Hallo Leute, ich habe mal eine Prinzipien- oder auch Anstandsfrage.

    Allgemein formuliert: Wie weit muss ich mich "verbiegen", d.h. von meinen Gewohnheiten abkommen, wenn Gäste kommen? Ich meine jetzt nicht nur für ein paar Stunden, sonder für ein paar Tage. Wie weit geht die Gastfreundschaft? Muss ich alles so machen, dass die Gäste sich wohlfühlen oder soll ich bei meinem eingefahrenen Lebensgwohnheiten bleiben, auch wenn ich weiß, dass es den Gästen nicht gefällt? Wo fängt "schlechtes Benehmen" als Gastgeber an?

    Hier mal zwei kurze Beispiele:

    Wie handhabt ihr es, wenn Gäste kommen mit euren Essgewohnheiten? Wenn ihr z. B. "ältere Semester" zu Besuch bekommt, die eher die "gutbürgerliche Küche" lieben, bekocht ihr sie dann so, dass es ihnen schmeckt? Oder bleibt ihr bei euren eigenen Gewohnheiten (z. B. vegetarisch kochen), obwohl ihr wisst das es den Gästen nicht so zusagt? (Wie gesagt, es geht um mehrere Tage. Wenn Gäste nur einen Abend vorbeikommen, habe ich auch kein Problem damit, so zu kochen, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Aber das geht nicht 5 Tage lang.)

    Oder wie ist es mit dem Aufstehen früh? Wenn ihr immer bis 8 Uhr schlaft, eure Gäste aber Frühaufsteher sind und immer schon um 6 Uhr aufstehen? Steht ihr dann aus Gastfreundlichkeit auch so zeitig auf und serviert das Frühstück? Oder bleibt ihr bis 8 Uhr liegen? Ist das dann schon zu egoistisch?

    Bin gespannt auch eure Meinungen.
     
  2. Birgit

    Birgit freches Huhn
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    Hi Sandra,

    Ich bin selber eine Frühaufsteherin und erwarte von niemanden das er mit mir aufsteht. :nein:
    Wenn ich weiss wo ich was zu Trinken finde reicht mir das. :jaja:

    Bei älteren Leuten und mehreren Tagen Urlaub bei Euch würde ich aber auch kleine Kompromisse eingehen. :jaja:
    Das macht das Leben und den Besuch einfacher. :jaja:

    Liebe Grüsse von
     
  3. Cornelia

    Cornelia Ex-Exilfriesin

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    Hallo,

    wenn ich Gast bin, meine ich, dass ich mich anpassen muss.

    In Deinem Fall meine ich, Ihr lebt Euer gewohntes Leben, steht um 8 Uhr auf usw. Beim Essen würde ich versuchen, Kompromisse zu machen, aber so, dass es in Euer Konzept passt, Eure Gäste aber nicht Hungerleiden müssen. Vielleicht kann man den Gast ja zum Mitkochen überreden?

    Bei uns ist das so üblich und meine Gäste kommen auch wieder :-D

    Liebe Grüße
     
  4. Danke für eure Antworten. Bei mir ist es eigentlich immer so, dass ich versuche, den Gästen alles recht zu machen und eher ein schlechtes Gewissen kriege, wenn ich es nicht mache...

    Andersherum, wenn ich manchmal einfach "mein Ding" mache, komme ich mir total mies vor.

    Mein Mann sagt, ich soll mir nicht so viele Gedanken machen. Er hat schon Recht, glaube ich.
     
  5. Hallo Sandra,

    ich glaub auch das Du Dir zuviel Gedanken machst...ich bin aber nicht besser.
    Ich finde es kommt ein wenig darauf an WER der Besuch ist. Wie gut man diejenigen kennt, usw....

    Wenn ich Gast bin, dann passe ich mich auch an, aber ich freue mich auch, wenn mir erstens entgegen kommt und zweitens sagt wo es langgeht. So finde ich es z.B. gut wenn man abends darüber redet wann es Frühstück gibt. So machen wir das...."ist es okay, wenn es um 9 Uhr Frühstück gibt" oder in der Art. Und da soll man einer was sagen...

    Kochen würde ich schon was Dir gefällt. Auch einen Fleischfresser bringt Vegetarisches nicht um. Andersrum schon eher....man kann ja Dinge kochen, die für jeden Gustus etwas sind. Überleg Dir vorher ein paar Rezepte und die zieh dann durch. Es wird schliesslich immer was geben was einem nicht schmeckt.

    Naja, Du wirst das schon meistern. Höflichkeit finde ich angebracht aber nicht unter Selbstaufgabe

    Viele Grüße
    Makay
     
  6. Hallo Makay,


    Stimmt genau. Wenn unsere besten Freunde oder meine Schwester kommen, mach ich mir gar keine Gedanken. Problemchen gibts z.b. eher bei den Schwiegis.

    Das habe ich bis jetzt auch immer so gemacht. Und dabei versucht auch immer Dinge zu finden, die allen schmecken. Doch es gab auch schon Fälle, wo das Essen nicht gegessen wurde ("sowas vertrage ich nicht")... Das ärgert mich dann.

    Liebe Grüße[/quote]
     
  7. Jesse

    Jesse sprachlos im Spreewald

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    Hallo Sally :winke:

    Tja, schwierig, schwierig :???: Also, wenn ich dabei so von mir ausgehe, dann wäre für mich als Erstes relevant, wie wichtig mir dieser Besuch ist. Auf gern gesehene Gäste geht man gerne rücksichtsvoll ein, ein Gast der einem ungelegen kommt, dem passt man sich dementsprechend auch nicht gerne an. Wobei ich immer so bin, das ich mich eigentlich immer nur mit Leuten/Gästen umgeben mag, in deren Gesellschaft ich mich auch wohl fühle. Dann gibt es wenig Reibereien und alle sind glücklich.
    Wenn Ihr diese Gäste allerdings zu Euch eingeladen habt, dann finde ich, gehört es auch zum "guten Ton" ein wenig auf die jeweiligen Bedürfnisse einzugehen. Damit meine ich nicht, das ihr Euch bedingungslos anpasst, sondern das Jeder sich so verhält, wie er es vom Anderen auch erwartet. Macht ihr nämlich einfach so wie immer Euer Ding, dann bekommen Eure "Gäste" sicher kein Gefühl von Gastlickeit zu spüren. (Und ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, sich als Last zu fühlen :-? .)
    Mein Rat also, wenn es Euch zu viel ist, lasst es lieber von vorn herein sein, denn sowas bringt nie was Gutes mit sich

    LG Jesse
     
  8. Hallo Jesse,

    danke für deine Antwort.

    Stimmt genau. So geht es mir/uns auch.

    Hier liegt wahrscheinlich der Hund begraben. Wir laden nicht unbedingt immer ein. Wie du vielleicht weißt, wohnen wir 500 km von der restlichen Familie entfernt. Ab und zu wollen uns eben auch die Schwiegereltern (um die geht es eigentlich vorrangig in diesem Posting) mal sehen... Es ist auch nicht so, dass dann schlechte Stimmung herrscht, wenn sie da sind. Wie gesagt, ich versuche schon ein guter Gastgeber zu sein. Aber den ihr Tagesablauf sieht etwas anders aus, als der unsere und ich weiß genau, dass ihnen da einiges nicht gefällt bei uns. Aber als Last hat sich bestimmt noch keiner gefühlt.
     

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