Was macht ein Ergotherapeut eigentlich?

Dieses Thema im Forum "Das Leben mit Schulkindern" wurde erstellt von La Bimme, 30. Dezember 2007.

  1. La Bimme

    La Bimme Leseratte
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    Hallo!
    Von Euch ist bestimmt die eine oder andere mit dem Kind bei einer Ergotherapie gewesen.
    Was machen die da eigentlich? Wie muss man sich das praktisch vorstellen?
     
  2. Sonja

    Sonja Integrationsbeauftragte

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    AW: Was macht ein Ergotherapeut eigentlich?

    Die tun gar nix, die spielen nur :mrgreen:

    Nein, im Ernst - wie erkläre ich das jetzt?

    Z. B. hatte Tim doch eine taktile Wahrnehmungsstörung. Also, er mochte nix Ekliges, Matschiges, Sandiges anfassen.

    Also hat die Ergotherapeutin z. B. ganz viel Rasierschaum auf einen Tisch gesprüht und Tim bekam so ein kleines Schneeschieberauto in die Hand gedrückt und durfte den Rasierschaumschnee wegschieben.

    Dann mochte er auch nicht schaukeln oder so etwas. Er musste sich auf den Bauch legen auf so eine viereckige Platte, die an vier Seilen hing. Dann bekam er eine Angel in die Hand gedrückt (mit Magneten) - die Ergotherapeutin hat dann außen rum Fische verteilt und ihn angewiesen, welchen Fisch er angeln soll.

    Es waren auch Hindernisübungen dabei - oder Papier reißen und dann kleistern.

    Also alles in allem tolle Sachen, die man "eigentlich" zum Teil auch zu Hause machen könnte, aber a) weiß man als Laie ja oft nicht, wo man ansetzen soll, b) hat man nicht soo die Möglichkeiten wie in der Therapie und c) machen die Kinder dort erfahrungsgemäß auch besser mit.

    Alles in allem hat das Tim sehr gut getan (mir auch, weil ich eine kompetente Ansprechpartnerin hatte) und ich würde das immer wieder in Anspruch nehmen, wenn ich ein Rezept für Tim bekommen würde (bekomm ich aber nicht mehr :) ).

    :winke:
     
  3. Davids_Mama

    Davids_Mama Gute Fee

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    AW: Was macht ein Ergotherapeut eigentlich?

    Ganz genau so war es bei David. Immer wieder Witzig wie ähnlich unsere sind. Aber ganz mit dem Matschigen hat er immer noch nicht. Außer in der Sandkiste. Schaukeln ist es ihm seit ca. 1 Jahr nie hoch und Wild genung. Vor Rutschen hatte David auch Angst, davor hat er immer noch Respekt, lag aber glaub ich mehr an einen Unfall den er mal auf einer Rutsche hatte. David darf es ja im KiGa Ergo kostenlos genissen. :bravo:

    LG Kathrin
     
  4. AW: Was macht ein Ergotherapeut eigentlich?

    Katja, das kommt darauf an, was das Kind hat. :-D

    Grundsätzlich greifen Ergos therapeutisch in den Kreislauf Wahrnehmung - Motorik ein und je nachdem , welche Wahrnehmungskanäle "dran" sind, wird auch der Behandlungsplan darauf abgestimmt. Manche Arbeiten nach der Sensorichen Integration, das heißt, dass die Aufnahme, Verarbeitung und Sinngebung der Wahrnehmungsreize durch spezielle Spiele im Gehirn angeregt wird. Sie stellen Nervenbahnennetzwerke her, damit die Reizverarbeitug besser fuktioniert. Das hat dann Auswirkungen auf die Haltung, Spannung, Motorik, indirekt dann auch auf Konzentration, Aufmerksamkeit, Sprache usw.. Die Wahrnehnungsbereiche sind insbesondere: taktil-kinästhetisch, auditiv, visuell, Gleichgewicht, Körperschema, usw.

    War das jetzt zu theoretisch?

    Sonja hat es gut zusammengefasst: Sie spielen nur.

    :winke:
     
  5. ich-bin-mama

    ich-bin-mama Familienmitglied

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    AW: Was macht ein Ergotherapeut eigentlich?

    Hallo,

    also ich weiß, dass mein Bruder früher auch Ergotherapie hatte. Er hatte nur Fäuste und keine Finger, er hat immer überall gleich draufgehauen. Da wurden dann so übungen für die Feinmotorik gemacht, z. B. kneten.

    Er ist auch nicht gekrabbelt, sondern gleich gelaufen. Ich hab auch mal gehört, dass Kinder, die nicht gekrabbelt sind, keine so gute Feinmotorik haben.
     
  6. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    AW: Was macht ein Ergotherapeut eigentlich?

    Katja,
    bei Levin hat die Ergotherapeuthin eigentlich immer nach dem gleichen Muster gearbeitet: Zum Aufwaermen eine grobmotorische Aktivitaet, meist eine der vielen tollen, verrrueckten Schaukeln, bei der auch die Haende zum Einsatz kamen, damit sie warm werden. Dann haben die beiden etwas gespielt, wobei der Pinzettengriff und/oder andere feinmotorische Dinge trainiert wurden (etwas zusammen stecken und schrauben, Karten spielen z.B.) und schliesslich haben sie konkret mit dem Stift (oder in den Anfaengen auch Kreide und Wachsmaler) gearbeitet: malen, nachmalen, ausmalen etc. Bei Levin ging es ja explizit nur darum die infantile Stifthaltung zu korrigieren.
    Lulu :winke:
     

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