Was mache ich nur mit diesem Dickkopf?

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von JuniorsMa, 9. November 2003.

  1. Hallo,

    mein Kleiner wird nun nächstes Wochenende 1 Jahr alt und ist schon sooo dickköpfig.
    Wenn ihm was nicht in den Kram passt , er nach 10x Schrank ausräumen ein säuerliches ´nein´von Mama zu hören bekommt oder ich ihn gar wegsetzte/stelle um ihn mit anderen Sachen abzulenken...fängt mein Hannes an wie am Spieß zu schreien. Er fährt sich dann so hoch, das er mit den Beinchen absichtlich ganz derb auf den Boden schlägt und ich anhand des extremen Geschrei´s das Gefühl habe, als ob ich ihn gerade geschlagen hätte.
    Also ich bin wirklich mit meinem Latein am Ende und weiß garnicht so richtig was ich weiter tun soll.
    Ich denke mit 1-nem Jahr können die Kinder doch schon lernen wo ihre Grenzen sind, was sie dürfen und was nicht, oder?
    Ich habe auch schon hin und her überlegt was ich noch machen könnte aber mehr als nein sagen und ihn an andere Stelle abzulenken fiel mir nicht ein.
    Irgentwie kann man ihm auch nichts recht machen, immer wird gleich gemeckert und geschrien.
    Wie macht ihr das denn?
    Habe so langsam das Gefühl als hätte ich mit Erziehungstechnischen Sachen eher beginnen müssen!

    Hoffe auf Tipps.
    Danke schonmal an alle

    Grüßchen Christiane
     
  2. Hallo, schau doch mal bei dem "Wichtig Thema Wutanfälle". Vielleicht findest du da Hilfe!

    Grüße Kerstin
     
  3. Liebe Christiane,

    mich hat da was irritiert:

    Vielleicht hab ich ja was falsch verstanden, aber für mich klingt das so, dass du ihn erst ausräumen lässt und dann irgendwann, wenn es dir zuviel wird, NEIN sagst, und das auch nicht bestimmt, sondern "säuerlich"?

    Kinder fordern uns direkt heraus, ihnen Grenzen zu setzen. Sie merken, dass es Regeln gibt, von denen wir wollen, dass sie sie einhalten, müssen aber erst lernen, welche das sind.

    D.h. wenn du eine Grenze setzt, dann sollte diese Grenze fix sein, also Schrank ausräumen zum Beispiel ist einfach nicht erlaubt und aus!
    Wenn dein Kind das eine zeitlang darf und auf einmal nicht mehr, dann ist es verständlicherweise darüber verärgert.

    Ein klares NEIN mit Tief-in-die-Augen-Schauen ist im Übrigen auch wichtig, und Wegsetzen, wenn es nicht hilft. Aber nach einiger Zeit, wenn noch immer abgetestet wird, auch dem Kind nach dem NEIN selbst die Gelegenheit geben, von sich aus aufzuhören oder wegzugehen.

    Ich schreib das jetzt aus meinen eigenen Erfahrungen mit meinen Worten, vielleicht hilft dir das ja weiter.

    Alles Liebe
     
  4. Guten Morgen Elke,

    danke erstmal für dein Posting. Mir ist gestern so einiges bewußt geworden.
    Ich weiß das ich viel zu nachgiebig und auch zu nachlässig in Sachen ´Grenzen setzen´bin.
    Habe an dem Abend als ich das Posting hier rein setzte nun überlegt was ich befürworten kann, sprich was er eben darf und was eben nicht.
    Soweit so gut.
    Seid gestern nun sage ich ihm bestimmend und vorallem auf Augenhöhe ´nein´wenn er am Computertisch steht und die Tastatur umher zerren will.
    Das ganze Spielchen fand nun gestern sehr häufig statt und Hannes wehrt sich auch mit schreien nd strampeln dagegen.
    Mir tut es ganz schön weh ihn so wehleidig jammern zu sehen aber ich denke nur so kann er Grenzen lernen.
    Ich meine es ist nun nicht viel was er nicht tun soll, z.B meine Blumen hat er noch nie in Beschlag genommen(wer weiß was noch kommt)aber eben der Computer , Toilettenbürste(mit der er mir oft entgegen gekrabbelt kam :shock: )sind nun eben tabu.
    Wenn ich Betten mache oder so im Schlafzimmer aufräume find ich es nicht schlimm wenn er meine Unterwäsche ausräumt(früh übt sich :D )oder was meinst Du?
    Sollte ich ihm das auch untersagen?
    Er soll ja nun auch die ein oder andere Dummheit ausleben dürfen aber ich möchte ihm auch weiterhin eine lieben Mami bleiben die nicht 24 h am Tag nein sagt.
    Genauso wenig möchte ich das er mir irgentwann auf dem Kopf rumtrampelt aber was ist da nun richtig oder falsch?

    Viele Grüße Christiane mit
     
  5. Liebe Christiane!

    Ich kenne das, hab anfangs auch nicht gerne NEIN gesagt. Aber glaub mir, früher oder später wächst dir das über den Kopf und dein Kind ist dir dankbar, wenn es jetzt schon von dir erfährt, was es darf und was nicht und nicht später ständig ein NEIN kriegt, weil du keine Nerven mehr hast.
    Man gewöhnt sich dran!!
    Ich hab Tobias immer kurz erklärt, warum er was nicht darf. Natürlich versteht er das nicht (immer), aber er merkt so, dass ich einen Grund dafür habe.

    Ob er deine Unterwäsche ausräumen darf oder nicht, kann dir keiner beantworten. :D Du musst selbst wissen, ob du Lust hast, immer wieder einzuräumen oder ob du meinst, du kannst ihn bald dazu bringen, es selbst zu tun.

    Ich habe die meisten Laden und Schränke in Kinderhöhe zugeschlossen (mit so einem Schnappverschluss, den wir leicht, Tobias aber nicht aufbekommt), damit T. erst gar nicht in Versuchung kommt. Das hab ich mir zuliebe gemacht, weil ich nicht immer nachräumen will.
    In der Küche hat Tobias eine Lade, die er ausräumen darf, die mit den Plastikbehältern. Hat er eine andere aufgemacht, hab ich immer gleich gesagt: "Tobias, wo ist DEINE Lade?", dann hat er sie von selbst zugemacht und ganz stolz seine geöffnet.

    Ja, das läuft eigentlich ganz gut.

    Wirst sehen, in ein paar Monaten ist dein Kleiner auch schon ein bisschen verständiger - bis zum richtigen Trotzalter, oder seid ihr da etwa schon drin? :o
     
  6. Shun-kun

    Shun-kun Rising Sun

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    Das kommt mir doch sehr bekannt vor?! Shun hat so eine Macke, er will immer den Muelleimer ausraeumen, ich schnauze ihn dann ordentlich an, und wenn er trotzdem weitemacht und mich auch noch angrinst, dann schlepp ich ihn in sein Laufgitter....sowas kommt von sowas....Dann gibts zwar ein gewaltiges gemecker, aber ich lege ihm Buecher mit rein (Winnie Puuh, Der kleine Maulwurf etc) Das hilft.
    Bei uns hat jetzt glaube ich die Trotzphase angefangen. Wenn Shun etwas gegen den Strich geht, dann stampft und trampelt er mit den Fuessen, und/oder schmeisst sich auf den Fussboden. Ich lasse ihn dann (egal wo, auch in der Oeffenbtlichkeit!) liegen und ignoriere und gehe langsam weiter. Das hilft! Schwuppdiwupp steht der Knirps wieder auf, und laeuft schnell zu mir...
     
  7. Ich lese mich gerade durch einige Beiträge ... habe so wenig Zeit fürs Forum im Moment. Deshalb als verspätete Antwort noch:

    Es sind Phasen ... sie kommen und gehen, und manchmal kommen sie auch wieder.

    Meine Hummel hatte diese Grenzen-Austesten-ich-schmeiß-mich-auf-den-Boden-vor-Wut-Phase auch das erste Mal mit etwa einem Jahr :jaja:

    Ich war immer hin- und hergerissen. Einerseits hat mich meine Protest-Hummel schwer amüsiert, und ich musste mich sehr zurückhalten, nicht zu lachen :-D

    Andererseits musste ich mich ja durchsezten - und das war mir ganz wichtig. Ich bin mit ignorieren immer gut gefahren. Bis heute handhabe ich das (meistens) so.

    Ansonsten könnte ich Kerstins Tipps nichts hinzufügen :winke:
     

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