Waldorf

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von Ignatia, 30. September 2004.

  1. Ignatia

    Ignatia die mit dem Efeu tanzt

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    ich denke es gehört eher hierhin als in den Kaffeklatsch.
    ich habe heute mittag einen Bericht über Waldorfschulen gesheen und weiß nicht genau wa sich davon haten soll.
    Auf der einen Seite finde ich die Methoden gut, rausgehen, viel Kreativität, Förderung der Begabungen.
    Auf der anderen Seite stört mich das sie oft so locker sind. Kommen die Kinder später gut mit? Was ist wenn sie dann auf einmal in der Lehre benotet werden etc.
    Hat hier jemand seine Kinder auf einer Waldorfschule oder in einem Kindergarten? Wie ist da so?
     
  2. Tulpinchen

    Tulpinchen goes Hollywood

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    So ganz intensiv hab ich mich mit dem Thema noch nicht befaßt, von daher ist das, was ich hier kundtue, eher Laienwissen.

    Was den Kindergarten angeht, finde ich Waldorf gut und würde mich freuen, wenn Marlene dort einen Platz bekommen könnte.
    Was die Schule angeht, muß man das schon etwas individueller sehen. Ich würde Marlene nur auf eine Waldorfschule schicken wollen, wenn sie selbst von sich aus schon recht ehrgeizig ist. Wenn man es "zu etwas bringen will" (gruseliger Ausdruck), muß man auf einer Waldorfschule schon sehr viel Eigeninitiative mitbringen (Eltern wie Kinder), was das Lernen angeht.

    Ich habe mal gelesen, daß Waldorf-Schüler in der Regel sehr gerne eingestellt werden, weil sie im Schnitt sehr teamfähig, kreativ und innovativ sind.

    Soweit ich weiß, gibt es in Waldorfschulen mittlerweile auch Noten. Die Leute plumpsen also nicht ins eiskalte Wasser, wenn sie eine Lehrstelle antreten. Und es ist ja nicht so, daß die Erziehung dort völlig weltfremd abläuft...nur eben anders.
     
  3. ina

    ina Dauerschnullerer

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    Also ich u. mein Mann waren selbst Waldorfschüler, abe der 8.Klasse, da früher in der DDR verboten, u. ich fands Klasse, aber es kommt da ganz auf die Schule an, keine Waldorfschule ist wie die andere es gibt ziemliche Unterschiede.
    Zensuren gibt es übrigens die letzten Schuljahre auch, sprich 11.-13.Klasse. Auch werden dort normale Prüfungen abgelegt, bzw. etwas schwerere, da Schulfremdenprüfungen, sprich, ein paar Fächer mehr.
    Sonst sagt mir die Schule eben zu , da dort etwas mehr als nur Wissen gepaukt wird, sondern die Kinder sollen verstehen was sie lernen, so gehts normalerweise erst an den Computer, nachdem dieser erklärt u. teilweise nachgebaut wurde, so wars zumindest bei uns.
    Sonst werden Waldorfschüler gerne eingestellt, aus den Gründen wie Tulpinchen schon schrieb, so hat mein Mann ohne Probleme eine Lehrstelle bekommen u. ich auch eine Ausbildung als Krankenschwesetr u. bei mir wurde ausdrücklich gesagt, das es wegen der Schule ist, da dort grade in den letzten Schuljahren, sehr viel wert gelegt wird auf selbstständiges Arbeiten , ähnlich eigentlich wie später im Studium, also nicht nur von Tafel abschreiben wie sonst an Schulen üblich.
    Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung auch per PN .

    LG Ina
     
  4. Also,
    ich habe meine Kinder in der Waldorfschule und Nimu wird in den Kindergarten gehen.
    Ich finde manches dort merkwürdig, die Ideologie ist nicht so ganz meine, und auch mit manch christlicher Botschaft hab ich so meine Probleme.
    Aber ich finde genug postives um meine Kinder dort zu lassen. Sie werden wie Menschen dort behandelt. Ich habe ziemlich schlechte Erfahrungen mit dem staatlichen Schulsystem hier in der Gegend gemacht. Mein mann ist ja Schulsozialarbeiter einer von zehn. Die Erfahrungen die er so macht sind- :o 8O :heul:

    Eine Alternative für mich wäre die Montessoripädagogik, eigentlich entspräche sie uns sogar noch mehr, aber hier ist keine Schule erreichbar, oder nur mit sehr, sehr viel Fahrzeit.

    Silke
     
  5. Gaby

    Gaby Süße Schnecke

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    Hm,

    Waldorf das ist für mich im Moment so eine Sache.

    Eigentlich kann ich mit Waldorf-Pädagogik nichts anfangen. Daniel hat dort mal Probeunterricht gehabt. Ich fand es sehr befremdlich und habe mich dort überhaupt nicht wohlgefühlt.

    Aber wegen Marvin werde ich mich wohl damit auseinandersetzten müssen. Ich möchte Marvin ja in unserer Grundschule in der Montessori-Klasse anmelden. Eine Weiterführende Schule mit Montessori-Pädagogik gibt es bei uns aber nicht. Also kommt eventuell dann nur eine Waldorf-Schule in Frage.

    Da es sich abzeichnet das Marvin Schwierigkeiten in der Schule bekommen könnte, möchte ich es ihm so einfach wie möglich machen.
    Und bevor uns irgendwelche "Sonderschulen" um die Ohren geschmissen bekommen (nur über meine Leiche) würde ich ihn halt in eine Waldorf-Schule schicken. Das wäre für mich das kleinere Übel.
     
  6. Onni

    Onni Sprücheklopfer

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    Ich denke auch das ein Kind sehr viel Eigenmotivation mitbringen muß um auf diese Schule zu gehen. Meine Nichte war dort, hatte diese Motivation überhaupt nicht und ist kläglich untergegangen: sprich sie hat die Schule mittendrin gewechselt und kann heute mit 12 kaum Lesen und Schreiben :???:
     
  7. Was mich an Waldorf stört ist, dass es eben nicht nur um Pädagogik geht (wie bei Montessori), sondern dass ein bestimmtes Weltbild dahintersteht, nämlich die Anthroposophie, personifiziert in Rudolf Steiner.

    Von einer befreundeten Familie, deren Tochter Waldorf-Schülerin ist, weil sie an der staatlichen Schule unterzugehen drohte, wurde mir ein bisschen berichtet über die Praxis in unserer Schule hier, und da hat es mir doch die Schuhe ausgezogen. Es fand eine regelrechte Indoktrination der Kinder statt, von Toleranz keine Rede. Wenn sie sich nicht den Regeln beugten, wurde mir Schulausschluss gedroht. Z. B. war es, wenn ich mich recht entsinne, verboten, mit einem bestimmten Material zu zeichnen, ich glaube Kreide. 8O Das Mädchen wurde dann von dieser in eine andere Waldorfschule umgeschult, und dort geht es ihr jetzt gut.

    Es hängt wohl - wie überall - viel von der Schule und den Lehrerpersönlichkeiten ab.

    Ich kenne den Musiklehrer der hiesigen Waldorf-Schule: Er ist sicher ein super intelligenter und gebildeter Mensch, aber ich möchte ihn wirklich nicht auf mein Kind loslassen. Seine Ansichten und Ideen kann man alternativ nennen, man kann aber auch verschroben sagen...
     
  8. La Bimme

    La Bimme Leseratte
    Moderatorin

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    Du hast ja ne süße Nicht, Peggy! :-D

    So sehe ich das auch. Das gilt übrigens auch für die Kindergärten, denn ich habe mit Waldorf nicht das Problem, ob da vielleicht nicht genug Leistung abverlangt wird. Sondern:
    Ein Nicht-Pädagoge und Nicht-Vater entwirft anfang des Jahrhunderts als Kind seiner eigenen Zeit (unter vielem anderen) ein pädagogisches Konzept, dem eindeutig ein ziemlich rigides Entwicklungsmodell des Kindes zugrundelegt: In dem Alter ist dies, in dem Alter jenes....
    Darauf baut die Pädagogik auf, die dementsprechend in diesem Alter dieses, in dem Alter jenes schädlich findet und deshalb vermeidet. So kommt eben auch so was zustande wie "nicht mit xy Jahren mit yz malen dürfen". Das betrifft Kindergärten genauso.

    Ja.
    Allerdings will eine Waldorfschule ja auch eine Waldorfschule sein. Die Anthroposphen selber stehen ja ständig vor dem Problem, dass sie die Weltsicht Steiners auch an die aktuellen Realitäten anpassen müssen. Das ist für Waldorfschulen ziemlich schwierig hinzukriegen: Das Steiner-Konzept nicht allzusehr zu verwässern, aber auch undogmatisch zu sein. Deshalb gibt es bei den Anthroposophen intern sehr viele Strömungen und Streitigkeiten, die schon auch mal in eine Schule reingetragen werden. (@Silke: Frag mal nach bei der Potsdamer Waldorfschule, ob ihr Personal denn inzwischen stabil ist :eek: )

    Für viele Kinder ist es wahrscheinlich tatsächlich die bestmögliche Schule, z.B. deren Stärken weniger in den intellektuellen Fähigkeiten, sondern mehr im handwerklich-musischen liegen und dort sicher gut gefördert werden. (Ich kenne einen Legastheniker, der auf einer sog. Arbeitsschule war - nicht Waldorf - und der jetzt diplomierter Biologe ist. Der wäre auf einer normalen Schule untergegangen.)

    Für viele Eltern ist es auch einfach das geringste Übel angesichts der verfügbaren Möglichkeiten. Denn Staatsschule heißt ja auch nicht automatisch, dass mit dem Leistungswillen und dem Leistungsvermögen der Kinder besonders klug umgegangen wird.

    Liebe Grüße
     

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