Unser Weihnachtsengel

Dieses Thema im Forum "Geburtsberichte" wurde erstellt von Wintermädchen, 24. April 2003.

  1. Einige Wochen zuvor....
    ...langsam wurde es draußen immer früher dunkel und das hieß für mich die Tage meiner wundervollen Schwangerschaft sind bald vorbei.
    Viele Mamis berichteten mir, das in den letzten Wochen die Bewegungen des Kindes nicht mehr so doll sind, doch mein ungeborenes Kind war sehr aktiv, von der Ruhe vor dem Sturm, war nichts zu spüren.
    Alle waren im großen Weihnachtstrubel, heftig am Geschenke kaufen, doch ich trug mein schönstes Weihnachtsgeschenk unter meinen Herzen und so ging die ganze Hektik richtig schön an mir vorbei.
    Ich genoss es einfach schwanger zu sein.
    4 Wochen waren es noch bis zum voraussichtlichen Entbindungstermin (17.12.), also begab ich mich ins Krankenhaus, um uns anzumelden. Die dortige Ärztin stellte mich erst mal auf den Kopf, CTG, ein paar Fragen hier, ein paar Fragen da, Ultraschalluntersuchung, ihr kennt das ja. Sie verkündete mir mein Baby würde sicher früher kommen, der Mutterkuchen würde ihr das verraten. Davon hatte meine Frauenärztin noch nichts erzählt, sie war eher der Meinung später. Ich wollte mich nicht all zu verrückt machen, aber nun wurde es doch langsam Zeit die Tasche zu packen und auf den Moment zu warten den keine bereits Gebärdende so richtig später beschreiben kann, aber jede werdende Mama brennend interessiert...die Wehen, wie merk ich es, wann geht es los.
    Der Termin rückte immer näher, das CTG blieb ruhig.
    Nachdem alle vergeblich auf eine Nikolausgeburt gewartet hatten, wurde die Vermutung immer größer das wir ein Christkind bekommen. Meine Ärztin ging in den Weihnachtsurlaub und übergab mich dem Krankenhaus. Der voraussichtliche Termin war überschritten und so war ich täglicher Gast im Kreissaal zur CTG - Kontrolle.
    Jeder spekulierte tüchtig, was ich denn unter meinen Herzen verstecke, Junge oder Mädchen, schön wie andere sich so stundenlang beschäftigen können.
    Einige Tage später raste das kleine Herz des Babys mächtig und die Ärztin entschied uns vorerst nicht mehr nach Hause zu lassen. So blieben wir drei Tage im Krankenhaus, was im Nachhinein gar nicht so schlecht war, denn nun waren mir alle 4 Hebammen bereits bestens vertraut und auch in den Klinikalltag konnte ich hineinschnuppern. Nachdem unser Baby den Wehentest durch den Wehentropf bestanden hatte, durfte ich also wieder heim.

    Dann war es soweit....
    Nun war ich bereits eine Woche drüber und die Ärztin sagte mir Heilig Abend solle ich noch schön mit meinen Liebsten genießen, am 1. Weihnachtsfeiertag möchte sie mich wieder sehn.
    Und da lag ich am 1.Weihnachtsfeiertag im Krankenhaus, etwas traurig, da der Traum geplatzt ist, irgendwann zu Hause die Wehen zu bekommen und in aller Ruhe ins Krankenhaus zu fahren, na ja ...
    Man wolle die Geburt etwas ankurbeln, sagte mir die Ärztin, Gel einführen, vielleicht kommt ja das Baby dann recht bald oder es lässt sich noch etwas Zeit. Ich weigerte mich jetzt schon die Geburt in Gang zu bringen, was war denn mit den .....bis zu zwei Wochen später ist okay???? Das CTG war doch prima. Die Ärztin stellte mich vor die Wahl, entweder etwas nachhelfen auf ihre Verantwortung, oder nicht nachhelfen auf meine Verantwortung, dann müsse ich aber dafür unterschreiben.
    Und was macht eine werdende Mama?
    Sie sagt natürlich, gut, gut, dann das Gel...
    Wie soll es anders sein, 9 Tage nach dem errechneten Termin lag ich in der tiefen Nacht zum 26.12. in den Wehen, lieb umsorgt von der Hebi, meinen Mann an der anderen Seite.
    Der Duft vom Öl lag in der Luft, ich lag in der Wanne, trank Tee, wenn ich keine Wehe hatte und wenn ich eine hatte, dann versuchte ich mein bestes diese gut zu veratmen.
    Die Hebi machte Akupunktur und verwöhnte nicht nur mich, sondern auch den hungrigen Papa.


    Nach drei Stunden, der Muttermund war bereits richtig weit auf,
    die Fruchtblase geplatzt, ich kurz vor den Presswehen, wurden die Herztöne des Babys immer schwächer. Ich hatte Angst, Angst mein Kind zu verlieren.
    Der Gedanke daran mein Kind gerne im Wasser zu gebären und das der Papa die Nabelschnur durchtrennen kann, erlosch . Die Ärztin zögerte nicht lange und entschied sich für einen Notkaiserschnitt unter Vollnarkose.
    Sie gaben mir ein wehenhemmendes Mittel, um das Baby nicht weiter zu strapazieren.
    Ein letzter Kuss von meinen Mann und man fuhr mich in den OP.

    Mein Mann versprach mir unser Baby sofort in den Empfang zu. Der stolze Papa berichtete mir, das er gesehen hat, wie sie unsere Tochter aus meinen Bauch hoch genommen haben. Keana M. hatte die Nabelschnur um die Beine und wenn sie immer ein Stück weiter in die große Welt wollte, zog sie sich die Nabelschnur straff und verminderte so die Sauerstoffzufuhr. Gott sei dank ging es ihr gleich bestens, es macht mich glücklich zu wissen, das wenigstens mein Mann ihren ersten Schrei hören konnte, er nahm wie versprochen Platz auf dem Geburtsbett und kuschelte mit ihr bis ich aus der Narkose erwacht bin,
    Zwei Stunden später konnte ich Keana Montaine endlich in die Arme nehmen, mir liefen die Tränen.
    Unser schönstes Weihnachtsgeschenk ist unsere Tochter Keana Montaine, unser Weihnachtsengel mit einem Geburtsgewicht von 3040g und 50cm Länge.
    Das ist nun 4 Monate her und ich liebe sie wahnsinnig.

    Imke
     
  2. Gratulation zur Tochter

    also erst einmal Glückwunsch zur Namenswahl find ich Megaklasse und nur so am Rande bemerkt mein Geburtstag ist der 26.12 :bravo:

    Tina
     
  3. Madlen

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    Hallo Imke

    Hast du super geschrieben nur schade das du einen Kaiserschnitt hattest Oder??

    Und der Name deiner Maus gefällt mir auch

    liebe Grüße
     
  4. @Tina: Hey, das find ich ja Klasse. Wie lebt es sich denn so als Weihnachtskind? Danke für das Namenskompliment. :-D

    @Madlen:Ja, irgendwie ist es schon schade so kurz vor dem Endspurt doch noch Kaiserschnitt......aber wenn ich dran denke, was wäre passiert vor noch einigen Jahrzehnten? Oder noch heute in afrikanischen Ländern?
    Dann wären wir beide, Keana und ich.....naja, du weißt schon.....

    LG, I.
     
  5. Pucki

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    Das hast Du schön geschrieben :jaja: Joel sollte ja auch fast ein Christkind werden. ET war der 27.12. Aber er entschied sich dann doch dafür vier Wochen eher zu kommen.
     
  6. Hallo Pucki,
    schön das dir mein Geburtsbericht gefällt, habe ihn ganz schön geschrumpft, hätte noch so viel mehr schreiben wollen, aber das wichtigste ist geschrieben :-D
    lG, I.
     

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