Und nu?

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von Märilu, 14. September 2004.

  1. Elias hat Geburtstag und Oma ruft ihn an, gratuliert ihm und sie erzählen sich noch was. Dann macht sie einen Fehler: Sie fragt Elias "Willst Du jetzt auch noch den Opa sprechen?" Elias ist ehrlich und sagt "Nein!"

    (Meine Mutter ist Meisterin der indirekten Sprechakte, die korrekte Äußerung wäre gewesen: "So, und nun möchte Opa auch noch mit Dir sprechen!")

    Nun gut, meine Mutter gibt den Telefonhöreer trotzdem weiter und ignoriert Elias Antwort. Opa gratuliert seinem Enkel, Elias legt daraufhin ohne ein weiteres Wort auf. Elias bricht in Tränen aus (meine Vermutung: einerseits weil Oma ihn gefragt hat aber eigentlich keine ehrliche Antwort wollte und ihn ignorierte, andererseits, weil er weiß, dass seine Reaktion nun auch nicht richtig war.)

    er möchte Opa den ganzen Tag lang nicht wieder anrufen, um das abgebrochene Gesppräch weiterzuführen. Seine Begründung: Wenn Oma ihm gratuliert, dass reicht das für Oma und Opa zusammen, sie spricht ja für Opa mit.

    Was würdet Ihr an meiner Stelle tun?
     
  2. UTE UE

    UTE UE Gehört zum Inventar

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    Ich glaub, ich würde bei so einer logischen Erklärung dem Kind recht geben und später selber mit der Oma reden und es ihr erklären. Ich denke, daß die Oma und auch der Opa alt genug sein sollten, das zu verstehen und mit dem Kind kann man immer noch bei passender Gelegenheit mal darüber reden, aber so ganz ohne den Druck des Anrufenmüssens und Entschuldigungsagens.
    Ich finde die Erklärung von deinem Kind einfach klasse.

    LG UTE
     
  3. Ja, Ute, mein Dilemma:

    eigentlich finde ich, opa sollte Elias Rückmeldung über sein Verhalten geben.
    Eigentlich finde ich Elias Reaktion okay, er war ehrlich, hat es aber nicht bös gemeint und er liebt Opa ja auch sehr!!

    Die andere Seite:
    Opa ist sicherlich total entsetzt über das unhöfliche Verhalten und empört sich, fühlt sich auch zurückgewiesen und "weniger geliebt"
    Bei unserem nächsten Gespräch (Opa - ich) kommt der "Das ist doch Erziehungssache"-Spruch (Siehe gleichnamigen Thread in diesem Forum) und ich geh wieder auf die Palme.

    Meine Eltern legen so viel Wert auf liebevollen und höflichen Umgang, aber ob der echt ist, ist ihnen egal "weil man das so macht".
    Ich habe keine Lust, mich dazwischenzustellen, zu vermitteln und die Fronten zu klären, das sollen die beiden unter sich ausmachen.

    Zu Elias hab ich gesagt, dass es unhöflich war, das Telefonat abzubrechen, wenn Opa noch mit ihm sprechen wollte und dass ich finde, das Elias ihn noch einmal anrufen kann. Elias hat sich geweigert. Er würde dann wieder auflegen. OKay, find ich schade. Mehr misch ich mich nicht ein.

    :-?
     
  4. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    Kerstin,
    ich würd mich schon einen Tick mehr einmischen und versuchen Elias am nächsten Tag, wenn sich alles ein bißchen beruhigt hat *trötufftata*, dazu zu bewegen und beim Opa anzurufen (und sich am besten noch fürs Auflegen ohne Worte zu entschuldigen). Außerdem würde ich ihm sagen, daß es für Opa eben nicht egal ist, ob nur Oma gratuliert. Opa liebt in sehr und würde selber gerne Glückwünsche aussprechen. Die beiden empfinden sich in diesem Fall nicht als Großelternfront, sondern wollen ganz persönlich das Geburtstagskind zumindest am Telefon hören. Es war bestimmt für sie schon doof genug, nicht zum Kuchenessen kommen zu können. Das sollte er eigentlich einsehen können. (Ich weiß, die Sache mit der Einsicht und Elias :eek:...).
    Wenn er morgen immer noch nicht zum Telefonat bereit ist, dann würde ich unüberhört Opa zumindest erzählen, daß das Kind nach seiner verpatzten Aktion in Tränen ausgebrochen ist. Dann schiebt man es vielleicht nicht auf Deine Erziehung sondern schlicht und ergreifend mangelnde Reife, die ja durchaus ein kindliches Recht ist ;-).
    Lulu
     
  5. :eek: Lulu, Du hattest nicht zufällig meinen Thread "Verzeihung" im Stübchen gesehen? Du hattest mir doch sogar geantwortet, oder?

    Naja, mal schauen, was morgen geht.

    Ich schätze mal, nichts.
     
  6. Tulpinchen

    Tulpinchen goes Hollywood

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    Eigentlich finde ich Elias' Ehrlichkeit und seine Geradlinigkeit in der Durchführung gut. Klar müssen Kinder auch lernen, was Höflichkeit ist (und höflich wäre in diesem Falle wohl mindestens gewesen, zu sagen, daß er bereits erwähnt hat, daß er den Opa nicht mehr sprechen möchte), aber allein dem Prinzip halber dürfen Erwachsene nicht alles von Kindern fordern.

    Leider ist das wohl manchen Großeltern schwer zu erklären (weil man ja dann gleich die komplette Erziehung vermurkst hat).

    Ich kann verstehen, daß Du die beiden ihr Ding selbst ausfechten lassen möchtest, aber vielleicht kannst Du für Elias doch eine Lanze brechen, indem Du dem Opa seine Erklärung übermittelst. Oder Ihr schreibt gemeinsam einen Brief an den Opa?
    Dann ist der erste Schritt getan, die Oma weiß, daß sie demnächst ihre Fragen anders stellen soll (oder statt Frage gleich eine Ankündigung rüberschiebt) und Elias muß dem Opa gegenüber kein schlechtes Gewissen mehr haben, zumal er einer Diskussion über "gute Manieren" mit dem Opa wohl ohnehin nicht gewachsen wäre...
     
  7. Arrgh, das Blödste an der Geschichte ist ja immer noch, dass es alles kein Thema wäre, wenn Muttern sich mal einer für dieses Kind angemessene Kommunikationsweise bedienen würde...

    Seit drei Jahren antwortet Elias schon NEIN, wenn sie danach fragt, ob er nun auch Opa sprechen möchte. Langsam müsste sie doch mal kapieren, dass sie IHN das nicht fragen darf!

    :(
     
  8. lulu

    lulu Königin der Nacht
    Moderatorin

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    Doch. Deswegen ja in Klammern :).

    Weißt Du in Klaas KiGa haben sie versucht beizubringen, daß man nicht nur mit körperlichem Einsatz wehtun kann sondern auch mit Verhalten und Worten Gefühle verletzen. Allein das verbalisieren können "to hurt someone's feelings" hat uns eine Menge geholfen in Punkto Einsicht :jaja:.
    Eine Endlosdiskussion würde ich da auch nicht draus machen, aber den Opa-Standpunkt schon noch mal darlegen. Auch wenn er sich entscheidet nicht anzurufen, dann hat er wenigstens noch mal reflektiert.

    Lulu
     

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