Thema Tod

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von Stephanie, 20. Februar 2007.

  1. Stephanie

    Stephanie The one and only Mrs. Right

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    Hallo :winke:

    Ich stecke mal wieder kopfmässig fest und brauche eure Gedankenanstösse.

    Vivi hat schon seit einer Weile (mehrere Monate) sehr viele Ängste.
    Vor Monstern, vorm alleine sein und vor allem vor dem Tod. Sie bringt das sehr oft zur Sprache, gerne mit Sätzen die mir die Füsse weghauen wie "ich will mit dir im gleichen Beet (Grab) sterben" oder "wenn du sterbst will ich auch sterben, Mama".

    Zudem spricht sie sehr oft über meinen Vater, den sie nie kennen gelernt hat aber aus Erzählungen kennt und fragt fast immer dieselben Fragen (wieso er gestorben ist, ob er uns noch sehen kann, warum wir ihn nicht mehr sehen können, etc.). Wir gehen gelegentlich zum Friedhof um sein Grab und das meines Opas zu pflegen, legen Blümchen hin usw.
    Sie möchte dort immer dabei sein und daher lasse ich sie.
    Meine Oma geht auch recht offen mit dem Thema um wenn Vivi sie fragt, sie sagt dann dass sie alt ist und nicht mehr so lange Leben wird.

    Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass ihre Angst mit jedem Gespräch grösser wird und eher geschürt wird. Vivi fängt öfter mal unvermittelt an zu weinen und wenn ich sie frage warum sie gerade so traurig ist sagt sie, weil sie nicht sterben will, weil der Opa Wolfgang gestorben ist oder ähnliches, sie steigert sich da regelrecht rein!

    Das ist ein ganz grosses Thema, eine ganz grosse Angst momentan und ich wünschte, ich könnte ihr mehr Sicherheit vermitteln. Ich möchte dass meine Süsse Spass am Leben hat und nicht permanent Angst vor dem Tod :( Obwohl ich natürlich weiss dass die Auseinandersetzung mit diesem Thema ganz wichtig und natürlich ist. Doch derzeit nimmt es irgendwie Überhand.

    Was würdet ihr tun?

    Ratlos,

    Stephanie
     
  2. Minibi

    Minibi Dauerschnullerer

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    AW: Thema Tod

    Guten Morgen Stephanie,

    das hört sich meiner Meinung schon nach Angst an und ist nicht mehr nur eine normale Auseinandersetzung mit dem Tod.

    Ich würde mir Hilfe von Beratungsstellen holen, möglicherweise ein Hospitz oder psycholog. Stellen, die geben vielleicht auch telefonisch Auskunft.

    Hier noch etwas Literatur für Eltern und Kinder:
    "Abschied von Opa Elefant - Eine Bilderbuchgeschichte über den Tod",
    "Wenn Kinder nach dem Sterben fragen. Ein Begleitbuch für Kinder, Eltern und Erzieher",
    "Wohnst du jetzt im Himmel? Ein Abschieds- und Erinnerungsbuch für trauernde Kinder"



    Alles Gute für euch.
    LG
    Bianca
     
  3. Vinny

    Vinny Gehört zum Inventar

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    AW: Thema Tod

    Das Thema "Tod" wird bei uns momentan auch oft angesprochen. Und ich kann damit gar nicht gut umgehen.
    Die erste Zeit habe ich versucht, meine Kinder abzulenken, aber das klappt jetzt nicht mehr. Gerade heute früh, auf dem Weg zum Kiga fragt mich meine Tochter, wieviel Tage ich noch lebe. 4 oder 5? Stirbt sie dann gleich nach mir? und Lars ja dann mit ihr zusammen, weil sie ja gleich alt sind. Und Papa stirbt einen Tag vorher, weil er ja älter ist als Mama. So geht das oft eine halbe Sunde lang, dann beginnt sie zu weinen, dass sie nicht sterben will. Und wenn Mama und Papa sterben, wird sie jeden Tag weinen.
    Aber heute meinte sie zum Abschluß, dass sie dann mein Auto haben könnte, wenn ich tot bin. So braucht sie nicht so viel Geld sparen.

    Ich hab mal gelesen, dass dieses Thema so mit 5 Jahren bei fast jedem Kind in den Vordergrund tritt.

    Naja, eine Hilfe war ich Dir jetzt wohl nicht gerade. Aber Du bist nicht allein!:bussi:
     
  4. Helga

    Helga Frau G-Punkt

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    AW: Thema Tod

    Stephanie, ich bin sonst nicht so schnell mit diesem Rat, aber hier sage ich aus vollem Herzen: Geh mit ihr zum Kinderpsychologen. Angst ist was ganz fieses. Es kann Dir den Atem rauben und die Lebenslust. Ich habe meine schlimmste Zeit, hoffentlich, hinter mir. Auch ich habe und hatte Angst; vor allem vor Krankheit oder Tod. Wenn ich schon dran denke, wird mir schlecht und ich merke, wie mein Herz wieder anfängt zu bumpern !

    Wenn ich dann lese, dass Vivi bereits JETZT damit kämpft, dann gehts mir noch schlechter.

    Das Thema Tod ist zu komplex, als das man da mit einem Buch o.ä. helfen kann. Vor allem, wenn es so stark ist wie bei Vivi !

    Hast Du meine Nummer noch ?? Gerne können wir wieder telefonieren !

    :bussi:
     
  5. Stephanie

    Stephanie The one and only Mrs. Right

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    AW: Thema Tod

    Hallo ihr :winke:

    danke für eure Gedanken und Ratschläge. Wenn ich mich so umhöre bekomme ich aus dem Bekannten- und Freundeskreis mit, dass das in dem Alter wohl ein aktuelles Thema ist. Allerdings weiss ich eben wirklich nicht wieviel und wie intensive Auseinandersetzung mit dem Thema ist noch 'normal'? :-?

    Kinderpsychologe... Uffz. Das ist ein Schritt vor dem ich auch n bisserl Angst habe, weil ich nicht weiss wie ich einen vertrauenswürdigen, kompetenten und einfühlsamen Kinderpsychologen finden kann und Angst habe, an jemanden zu geraten der vielleicht eher was kaputt als heile macht.

    Aber was ich sicherlich machen werde ist mal unseren Kinderarzt darauf anzusprechen. Ihm vertraue ich sehr und er hat mir (und ihr) schon oft in ähnlichen Fragen weiterhelfen können.


    Ich hatte ein Buch darüber bestellt dass irgendwo sehr empfohlen wurde, meine Mutter hat es für mich abgeholt und so hatte ich es vorher noch nicht gesehen. Das war ein Fehler, denn das Buch ist vom Text her zwar sehr schön und kindgerecht, doch die Abbildungen finde ich sehr düster und teilweise recht bedrohlich. Daher liegt dieses Buch ungenutzt im Schrank.

    Ausserdem habe ich zur Zeit den Eindruck, damit eher Angst zu schüren als zu nehmen :-?

    Damit kein falscher Eindruck entsteht: das Thema Tod ist nun nicht 12 Stunden täglich ein Thema bei uns. Aber sie spricht es mindestens 1-2mal wöchentlich an. Ich frage mich, ob es sie vielleicht auch deshalb so sehr belastet weil ich ihre einzige Bezugsperson bin und sie keine Geschwister hat, so dass sie quasi alleine wäre, wenn ich nicht mehr da wäre.

    Sehr verzwickte Sache, sehr belastend.

    Liebe Grüsse,

    Stephanie

    P.S. Helga, danke für dein Angebot :bussi:
     
  6. Florence

    Florence Hautärztin

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    AW: Thema Tod

    Stephanie, ich würde, wenn sie das nächste Mal auf das Thema kommt, mit ihr versuchen, auf die Schiene zu kommen: Wann sterben Menschen (meist erst dann, wenn sie ganz alt sind, selten auch Kinder, wenn sie sehr krank sind), was passiert nach dem Tod (der Körper wird beerdigt, wo man dann hingehen kann und wo man einen Ort hat, an die Toten zu denken - ob und was Du ihr zum Verbleib der Seele sagen willst, hängt von Eurem Glauben, Eurer Weltanschauung ab - ansonsten so argumentieren "Die Toten leben in unserer Erinnerung weiter."), was würde mit ihr passieren, wenn Du stirbst (das scheint mir ihre zentrale Angst zu sein - entwirf ein realistisches Szenario, zu wem sie dann gehen könnte, mit wem sie dann weiter aufwachsen könnte, daß Du trotzdem aus der unendlichen Ferne auf sie aufpassen wirst, daß sie in Gedanken weiter mit Dir sprechen kann).
    Ich denke, wenn Kinder sich mit diesem Thema beschäftigen, haben sie zunächst ein sehr neutrales Verhältnis zu dem Thema. Die Ängste, die sie später zeigen, sind eigentlich unsere eigenen... Deswegen sollte man versuchen, den Kindern zu vermitteln, daß der Tod zum Leben gehört. Zeig Vivi jetzt im Frühling, daß zwischen den alten, toten Blättern des Herbstes neues Grün, neues Leben wächst. Bei uns haben Urzeitkrebschen das Thema zunächst recht schnell vorübergehen lassen - sie krochen aus ihren Eiern, lebten ein paar Wochen, starben - aber sie haben neue Eier hinterlassen, aus denen wieder neue Krebschen wuchsen...
    Stephanie, was bedeutet der Tod für Dich? Du mußt hier nicht antworten, es soll nur ein Denkanstoß sein - was vermittelst Du bewußt und unbewußt Vivi zu diesem Thema?
    Liebe Grüße, Anke
     
  7. Frauke

    Frauke die aus dem Computer

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    AW: Thema Tod

    Ich sehe das ganz genau so, wie Anke auch.

    Bei uns ist das Thema Tod auch oft Gesprächsthema. Mein Vater ist auch schon tot, unsere Tagesmutter, die Oma und der Opa sind in den letzten drei Jahren gestorben und wir sind stets offen damit umgegangen.

    Es ist aber auch einfach das Alter, in dem die Fragen kommen. Die Welt verändert sich für die Kinder und alles weitet sich aus. Nicht nur das unmittelbare Umfeld spielt eine Rolle in der Entwicklung der Kinder.

    Die eigenen Ängste spielen sicher auch eine Rolle.
    Wie stellst du dir den Tod und die Zeit danach vor? Was möchtest du deinem Kind vermitteln?

    Bei uns ist es so, dass alle im Himmel sind und als Stern auf uns aufpassen. Manchmal leuchten sie hell, manchmal sind sie auch versteckt, aber sie sind da.
    Und im Himmel sind nicht die Menschen, sondern nur die Seele - "sonst bräuchten die da oben ja auch Klos ..."
    Auch meine Tochtet bricht hier und da ganz unvermittelt in Tränen aus. :umfall: Aber ein Fall für einen Kinderpsychologen ist sie noch nicht, da bin ich sicher.
    Ein sehr schönes, nicht düsteres Buch ist z.B. "Leb wohl, lieber Dachs" :)

    [ISBN]3219102832[/ISBN]

    Wir lesen es oft. Immer dann, wenn die Frage nach dem Tod kommt.

    Meine Tochter hat aber auch schon geklärt, dass sie mein kleines Milchkännchen erben möchte, wenn ich tot bin... :ochne:

    Liebe Grüße

    Frauke
     
  8. AW: Thema Tod

    Ein ernstes und schweres Thema für die Kleinen.
    Auch bei uns ist der Tod Thema, zu einem, weil mein Vater schon vor Max-Janeks Geburt gestorben ist, zum anderen, weil ältere Verwandte ihm zwischenzeitlich gefolgt sind.
    Bei uns geht man dann eben "zu den Englein, man wird ein Engel" (obwohl wir nicht gläubig sind, aber ich denke daß der verharmlosende Vergleich das kleine Köpfchen auf nicht ganz so dustere Gedanken kommen läßt.)
    Ein Fall für den Psychologen ist deine Tochter aber für mich nicht, in dem Alter sind Ängste sicher auch normal.
    Alles Gute für Euch

    Jan

    Alles Gute für euch
     

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