Stresstoleranz bei hoher Arbeitsbelastung

Dieses Thema im Forum "Das Leben mit Schulkindern" wurde erstellt von Stephanie, 29. Februar 2012.

  1. Stephanie

    Stephanie The one and only Mrs. Right

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    Ganz aktuell:

    Rübe, 9 Jahre, 3. Klasse, sitzt oben in ihrem Zimmer, heult, brüllt und tut sich selbst ganz furchtbar leid. Grund? Die Menge der Hausaufgaben.

    Ich hole mal ein bischen aus: Rübchens Lehrerin ist 'vom alten Schlag'. Strikt, streng, konsequent, mit hohen Erwartungen, aber humor- und liebevoll und mit einer gesunden Portion Menschenverstand. Alles in allem eine ganz wunderbare Grundschullehrerin, wie ich finde. Rübe mag sie auch gerne, geht eigentlich gerne zur Schule, lernt gut, Zeugnis war sehr gut.

    Was die Rübe aber immer wieder völlig aus der Fassung bringt, ist, wenn sie einen Berg Hausaufgaben vor sich hat - da verzweifelt sie schier, auch wenn die Aufgaben leicht lösbar sind. So auch heute (siehe oben). Und nun hockt sie da in ihrem Loch, bemitleidet sich selbst und jede Form von gutem Zureden oder 'in Häppchen packen' hilft nicht. Mit dieser Stimmung dauern die Aufgaben natürlich dreimal so lang, zumal sie vor lauter Trauer und Wut die Aufgaben nicht vollständig liest und dadurch Fehler einbaut oder die Hälfte vergisst.

    Ich bin echt ratlos und habe keine Ahnung, wie ich ihr helfen kann dass sie sich am Schopfe selbst da rauszieht und endlich einfach loslegt! Sie steht sich selbst so sehr im Weg... dabei kann sie das alles! Der Mangel an Stresstoleranz macht mir etwas Angst. Notentechnisch kommt Gymnasium nämlich durchaus in Frage, aber ich habe Angst dass sie - wenn sie es nicht bald lernt - bei hohem Arbeitspensum zusammenklappt :-(

    Habt ihr eine Idee?

    Liebe Grüsse,

    Stephanie
     
  2. Michi72

    Michi72 Gehört zum Inventar

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    AW: Stresstoleranz bei hoher Arbeitsbelastung

    Ich helfe Fabienne immer (2. Klasse ) , denn sonst würde sie den Berg an den Hausaufgaben garnicht schaffen. :( Ich weiß nicht, ob das an allen Grundschulen die normale Menge ist, aber Fabienne hat echt mehr Hausaufgaben als Jasmin und Michelle je hatten oder Eric jetzt auf der Realschule oder meine Grosscousine auf dem Gym :umfall:
    Fabienne heult immer, wenn Eric nach 15 Minuten "fertig" sagt und Fabienne hat gerade die zweite Seite im Buch von Mathe fertig und hat noch 2 vor sich....

    Ich persönlich kann die Kids schon verstehen, das sie an der Menge der Hausaufgaben verzweifeln
     
  3. belladonna

    belladonna Tolle Kirsche

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    AW: Stresstoleranz bei hoher Arbeitsbelastung

    Jepp, ist bei Johannes genau das gleiche! :jaja: Christina in der 5. Klasse ist oft ratzfatz fertig, weil sie sich zum einen besser organisieren und auch fokussieren kann und zum anderen in letzter Zeit oft auch recht wenig aufhat bzw. oft einen Teil schon in der Schule erledigt hat. Johannes dagegen bekommt zum einen ordentlich was auf (ist aber immer noch im Rahmen, war bei Christina im 3. Schuljahr genauso viel) und läßt sich zum anderen von jedem Staubfussel, der an ihm vorbeischwebt, ablenken - kein Wunder, dass er da ewig braucht... :umfall:

    Ich ziehe mich aber inzwischen - nach Absprache mit der Klassenlehrerin - komplett raus. Die Lehrerin meinte nämlich, dass es überhaupt nichts bringt, wenn man sich neben die Kinder setzt und ihnen dauernd hilft oder sie anfeuert - dann lernen sie es nie, von allein in die Puschen zu kommen. Irgendwo hat sie da auch Recht, denn seit ich ihm nicht mehr helfe (was ich bis zu den Herbstferien auch immer noch gemacht habe, schließlich will man ja den Nachmittag auch noch was anderem verbringen!), kommt er in der Schule auch in der Stillarbeit/Freiarbeit besser zurecht. Er bringt längst nicht mehr soviele Arbeitspläne zum Nacharbeiten mit, weil er in der Schule nicht fertig geworden ist!

    Von daher würde ich die Rübe in ihrem Zimmer heulen lassen, auch wenn Dir dabei das Mutterherz blutet. Das hatten wir hier auch oft genug, v.a. da ja auch noch eine kleine Schwester da ist, die gleich spielen darf, ohne überhaupt Hausaufgaben machen zu müssen. Aber seit Johannes ein paar Mal das Glücksgefühl erlebt hat, das sich einstellt, wenn er sich dann - nach viel Gemotze und Gezeter - überwunden und seine Aufgaben selbstständig erledigt hat, werden die Motztiraden immer weniger und er ist immer öfter erstaunlich schnell fertig. Auch wenn immer noch Tage dabei sind, wo er nach dem Abendessen noch was machen muss, weil er den ganzen Nachmittag nicht in die Pötte gekommen ist... Aber Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden! :zwinker:

    Nichtsdestotrotz schlage ich mich mit den gleichen Bedenken rum wie Du: vom Hirn her würde ich Johannes sofort aufs Gymnasium schicken, aber ich bezweifle, ob er mit dem Arbeitspensum dort klarkommt, zumal bei ihm ja noch erschwerend dazu kommt, dass er ein Grenzfall hinsichtlich LRS ist.

    LG, Bella :blume:
     
  4. Steffi14

    Steffi14 Emotionsknödel

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    AW: Stresstoleranz bei hoher Arbeitsbelastung

    Stephanie, lass das Kind das alleine durchstehen, auch wenns schwer fällt. Es wird - wie Du weißt - nicht weniger und sie muss sich dran gewöhnen. Auch wenn Tränen kullern. Sag ihr, sie könnte fragen, wenn sie Hilfe braucht, aber ansonsten lass sie damit allein. Du kommst in Teufels Küche, wenn Du immer Gewehr bei Fuß stehst. Sie muss sich selbst ein Konzept machen. Vielleicht erst die Sachen, die schnell gehen oder vielleicht ist sie eher der Typ, der zuerst die dicken Brocken wegschaffen will? Wenn das geklärt ist, dann soll sie ranklotzen. Je eher sie fertig ist, desto eher geht's raus zum Spielen. Das muss doch Anreiz sein... (Bei meiner Tochter ist es so. Sie ist auch in der 3. Klasse. Und sie stöhnt auch über viel zu viele Hausaufgaben.)
     
  5. Su

    Su Das Luder

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    AW: Stresstoleranz bei hoher Arbeitsbelastung

    Baoh, wenn ich das so lese, bin ich soooo froh um unsere Ganztagesklasse. Gymnasium nehmen wir auch das Ganztagesmodell.

    Ansonsten schicke ich einen lieben Gruß an die fleißigen Mäuse .

    LG
    su
     

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