Schulwahl

Dieses Thema im Forum "Schulzeit" wurde erstellt von Susala, 9. Mai 2009.

  1. Susala

    Susala Prinzessin auf der Palme

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    Ich habe das Thema bisher etwas vernachlässigt, weil ich so viel mit mir uns meiner Arbeit zu tun habe.

    Nächstes Jahr wird Marek eingeschult. Hier wird früher eingeschult als in vielen anderen Bundesländern und so wird er regulär mit 5 Jahren eingeschult. Er wird also relativ jung sein. Da er laut Kinderärztin und Kita in allen Bereichen gut entwickelt ist, könnte das gut klappen.

    Die für uns zuständige Grundschule ist allerdings künstlerisch orientiert und hat nur eine sehr kleine Turnhalle.
    Marek ist sehr bewegungsfreudig und seine Bilder sind so, dass ich die Erzieherin gefragt habe, ob das altersgerecht sei. Bei den Kindern, die ich sonst so kenne, sehen die Bilder weniger abstrakt aus. :oops: Sie fand es aber normal und er könne auch gut fädeln und schneiden und den Stift halten, außerdem sind alle Körperteile dran am Menschen, wenn es auch nicht so perfekt aussieht.
    Ich finde die Schule also für ihn unpassend.
    Außerdem wird dort sehr viel gerauft, was er nicht so mag, außerdem wird er recht jung sein und ist eher schmal gebaut.

    Zudem stört mich der Stundenplan. Teilweise haben die Erstklässler Mathe nur in der 5. und 6. Stunde. Das ist zwar nicht in allen Klassen so, aber das finde ich für einen 5 jährigen zu spät. Außerdem gibt es in den altersgemischten Klassen immer wieder Kinder, die untergehen. So gibt es ein Kind, dass die erste Klasse zum dritten Mal machen muss. :umfall:

    Dafür ist die Schule sehr nah. Er müsste nur über eine sehr kleine Straße gehen.

    Eine andere Schule gefällt mir sehr gut. Sie ist aber sehr beliebt und ich weiß nicht, ob wir da einen Platz bekommen. sie ist aber weiter weg und er müsste in den ersten Jahren mit dem Auto gebracht werden (entgegen meiner Arbeitsrichtung im Stau) und viele Freunde könnte er nicht alleine besuchen.
    Sie hat auch altersgemischte Klassen, aber sehr viele Angebote auch nachmittags. Es ist auch eine öffentliche Schule.

    In unserer Nähe gibt es auch eine Privatschule. Sie wäre für ihn noch zu Grundschulzeiten gut selber zu erreichen. Laufweg 5 Minuten. Er müsste nur zwei kleine Straßen überqueren, mit dem Auto wären es zwei Minuten in die Richtung, in der ich zur Arbeit fahre. 250€ plus Hort plus Essen....vielleicht 400-500€ :umfall: Er kennt ein paar Kinder, die da Hingehen werden. Es gibt "normale" Klassen, Mathe und Deutsch vormittags, dafür nachmittags kreative Fächer, an 4 Tagen Sport oder Bewegung/Tanz. Es gibt Zensuren, was es an den anderen Schulen nicht gibt. An 3 von 5 Tagen nach einer Mittagspause Unterricht bis 16 uhr. Es sind 22Kinder in jeder Klasse und für die Hauptfächer wird die Klasse in zwei Gruppen unterteilt, das heißt es sind dann nur 11 Kinder pro Lehrerin.

    Etwas absurd modern albern finde ich Schach und arabisch oder chinesisch ab der ersten Klasse. Englisch finde ich hingegen gut. Unpassend für mein Kind finde ich die Mittagsruhe. Ich weiß nicht, ob wir dort noch einen Platz bekommen werden.

    Mir wäre am liebsten eine normale Grundschule, mit Klassen 1-6, mit Zensuren ab der ersten oder zweiten Klasse (ich fand es selber als Kind sehr unangenehm keine Zensuren zu bekommen) und einem hort, der viel Bewegung anbietet. Sowas habe ich aber noch nicht gefunden...

    Wie habt ihr Euch entschieden? Worauf würdet ihr bei der wahl einen Schule schauen???
     
  2. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    AW: Schuhlwahl

    Liebe Susala,

    wir haben uns ganz einfach fuer die Nachbarschaftsschule entschieden. Ich moechte meine Kinder nicht als Fahrschueler irgendwoanders hinfahren, und die eine Privatschule im Ort, die mir superspitzengut gefaellt, ist von der finanziellen Belastung bei drei Kindern einfach zu anstrengend fuer uns als Eltern.

    Ich weiss, dass die Regelschule um die Ecke nicht optimal ist, aber sie hat viele Vorteile fuer uns:
    *Kinder laufen zu Fuss und sind nicht auf uns Eltern zum Transport angewiesen --> weniger Stress fuer uns
    *Viele pfiffige Kinder, hoher Bildungsgrad der Eltern und entsprechende Haltung zur Schule
    *Tolle Gemeinschaft, die Schule sozialisiert die Nachbarschaft. Durch die Kinder kennen wir Hinz und Kunz, das erhoeht die Lebensqualitaet fuer die ganze Familie

    Lulu :winke:
     
  3. Wölfin

    Wölfin Gehört zum Inventar

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    AW: Schuhlwahl

    Susala, ich bin eigentlich sehr für Freie Schulen/Private Schulen.
    Aber was du beschreibst, das würde mich sehr nachdenklich machen. Erstmal ist die Schule zu teuer - selbst in einer neu gegründeten Schule, die noch keine Zuschüsse vom Land bekommt, ist eine Summe von 180-200 Euro völlig ausreichend.
    Arabisch oder Chinesisch - das würde mich stutzig machen, ganz ehrlich.
    Hat die Schule eine Homepage? Wie sieht das Konzept aus - womit erklären sie die Notwendigkeit dieser doch recht ungewöhnlichen Sprachen (zumindest für die Grundschule).

    Wir haben ja eine ziemliche Odysee mit Felix hinter uns - Waldorfschule mit hohem Gewaltpotential, Freie Schule mit sehr guten Erfahrungen, Öffentliche Schule mit viel Gewalt und merkwürdigen (vermutlich rechtsgerichteten) Lehrern, jetzt eine Montessorischule, an der eben auch immer Kinder landen, die an anderen Schulen keine Chance hatten und sehr aggressiv sind. Die Lehrer sind aber gut und Felix kommt mit der Art des Unterrichts sehr gut klar.

    So wie ich dich verstehe, ist der einzige Nachteil der Öffentlichen Schule, die etwas weiter weg ist, der Weg dorthin. Hast du dich mal erkundigt, ob es einen Fahrdienst gibt? Wenn ihr bereit wäred, 250 Euro für eine private Schule zu zahlen, wären vielleicht 40-50 Euro für die öffentliche Schule für den Fahrtweg auch akzeptabel, oder?
    Eine künsterlisch orientierte Schule fände ich auch für nicht so begabte Kinder erstmal nicht so schlimm - denn es geht ja nicht um "hübsche Bilder" sondern um die Förderung der Kreativität. Was mich an der Schule aber stören würde wäre, dass dort Kinder untergehen können, das geht einfach gar nicht. Und wenn dein Sohn meinem ähnlich ist, dann wir er es nicht einfach haben, sollten die Lehrer bei Gewalt nicht eingreifen.

    Anderseits muss dein Sohn irgendwann lernen sich zu wehren. Vielleicht ist er aber auch gar nicht der Typ dafür, in eine "Opferrolle" zu gehen, da kennst du deinen Sohn am besten und weißt, ob du ihm das zutrauen kannst oder ihm noch ein paar Jahre "Ruhe" in einer anderen Schule gönnen möchtest.

    Es ist schwer, die richtige Entscheidung für sein Kind zu treffen.

    Hat er in der Schule bei euch in der Nähe auch nachmittags Unterricht oder würde er in den Hort gehen? Vielleicht gibt es ja eine andere Lösung für ihn, damit er mehr Bewegung bekommt. Gibt es Sportvereine in der Nähe oder welche, die vielleicht in der Sporthalle der Schule etwas anbieten?

    Ich wünsch dir/euch eine gute Entscheidung.
     
  4. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    AW: Schuhlwahl

    Susala, ich wollte gestern abend noch etwas zu Deinen Anmerkungen zu den Schulen schreiben. Allerdings war das Essen ferting :zwinker:.

    Wie die Wölfin finde ich die künstlerische Ausrichtung Eurer Schule im Einzugbereich gar nicht schlimm, solange künstlerisch über hübsche Bilder malen hinaus geht. Theater spielen ist für alle Kinder sehr förderlich, Musicals aufführen, singen, Intrumentalunterricht ebenso. Ich wäre sehr froh, wenn meinen Kindern so etwas in der Grundschule geboten würde, auch wenn zumindest die Jungs beruflich später wohl nicht in solche Aktivitäten einsteigen werden. Meiner Meinung nach fördern diese Aktiviäten (auch klassische Kunst und Werken) gerade junge Schüler auf eine Art, die im regulären Grundschulkanon einfach fehlt.
    Mathe in der 5. und 6. Stunde finde ich auch nicht schlimm. Die Kinder haben ja vorher schon Kunst oder Sport o.ä. gehabt und sich entspannt bzw. ausgetobt.
    Der rauhe Umgang würde mich auch sorgen.

    Die Schule, bei der Du jetzt schon weisst, dass Du täglich im Stau stehen wirst, würde ich abhaken, es sei denn, Marek kann da ohne Deine Chauffeurdienste hinkommen.

    Bezüglich der Privatschule finde ich Chinesisch oder Arabisch aber ersten Klasse überhaupt nicht abwegig. Ich finde das fortschrittlich und gut. Ich würde allerdings in der Schule hospitieren wollen, um zu sehen, wie progressiv der Unterricht wirklich ist, wie die Lehrer mit den Kindern umgehen und wie die Kinder so drauf sind. Aufgrund der hohen Kosten gibt es schon durchaus Privatschulen mit besonderen Populationen und man sollte sich sicher sein sich dort wohlfühlen zu können bzgl. der Mitschüler und Elternschaft. Nicht alle Eltern schicken ihre Kinder auf die entsprechenden Schulen, weil sie vom pädagogischen Konzept überzeugt sind. Aus Erfahrung mit der Privatschule, zu der unser Kindergarten gehört, weiß ich, dass manche Kinder dort sind, weil sie in der regulären Grundschule das ein oder andere Problem hatten (von Unterforderung bis Überforderung) oder weil die Eltern einfach aus "Standesgründen" eine bessere Schule als die öffentliche für ihre Kinder wollen. Es gibt natürlich auch eine Menge Eltern, denen das pädagogische Konzept, die kleinen Klassengrößen und die Kleinheit der Schule einfach gefallen.

    Sind denn nur drei Schulen in Eurer Nähe? Ich kann mir kaum vorstellen, dass im urbanen Berlin nicht noch mehr Grundschulen erlaufbar oder per kurzer Busfahrt zu erreichen sind.

    Lulu :winke:
     
    #4 lulu, 11. Mai 2009
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2009
  5. maren

    maren Dauerschnullerer

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    AW: Schuhlwahl

    In welchem berliner Bezirk wohnt ihr denn? Vielleicht kenne ich ja eine der Schulen und kann näheres dazu sagen.

    Gruß, Maren
     
  6. aurea

    aurea Goldstück

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    AW: Schuhlwahl

    Viel kann ich dazu nicht sagen, aber künstlerisch find ich gerade gut. So kann Marek sich ausprobieren, seiner Fantasie freien Lauf lassen. Das ist unheimlich wichtig.

    Dass Sprachen wie Chinesisch unterrichtet werden fänd ich persönlich super, die Kinder werden so an fremde sprachen herangeführt, die auch anders geschrieben werden. Er soll ja dann nicht perfekt Chinesisch sprechen, sondern ein Gefühl für andere Sprachen und Schriften bekommen. Englisch ist eine so präsente Allerweltssprache, wenn er es später lernt hat er wenigstens schon andere Sprachen und deren Systeme kennengelernt. Englisch lernt er eh sicher schnell.

    Ich würde auch lieber eine nahe Schule bevorzugen, ich hatte meine ganze Schulzeit über einen Schulweg von mind. 30min mit den Öffentlichen. Selten bis nie hat mich ein Mitschüler/In besucht, das fand ich immer doof. Und dann halt immer solange unterwegs zu sein. Auch wenn die andere noch so toll war, ich hatte nicht viel davon, leider!

    Gruß von einer angehenden Sprachwissenschlaftlerin

    Tina
     
  7. Wölfin

    Wölfin Gehört zum Inventar

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    AW: Schuhlwahl

    Damit keine Missverständnisse aufkommen: ich finde Sprachen auch sehr gut, auch in der Grundschule.

    ICH persönlich würde nur einfach prüfen wollen, ob eine bestimmte Ideologie dahinter steht.

    Liebe Grüße,
    Sabine
     
  8. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    AW: Schuhlwahl

    Bei Chinesisch und Arabisch würde ich persönlich keine Ideologie vermuten, eher einen Ausblick auf die Welt der Zukunft. Meine Jungs haben auch je zwei Stunden Chinesisch pro Woche. Allerdings kommt mir das ganze arg versuchsmässig und experimentell und kein bisschen leistungsorientiert vor :zwinker:. In der Beziehung hätte ich gerne mehr Druck. Aber in den USA ist es für öffentliche Schulen immer noch revolutionär überhaupt Fremdsprachen schon im Grundschulalter anzubieten.

    Lulu
     

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