Schulstart kann positiv, aber auch negativ sein

Dieses Thema im Forum "Schulzeit" wurde erstellt von Basi, 13. September 2007.

  1. Basi

    Basi Familienmitglied

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    Hallo,

    jetzt haben wir auch ein Schulkind. Gestern war Einschulung und heute schon richtig Unterricht. Sina hat sich ganz arg über ihre Lehrerin gefreut (sie ist aber auch wirklich nett). Sie ist schon ganz stolz, das sie schon einiges heute gelernt hat.
    Was ja ganz herzig war heute Morgen: Sina und Nele haben sich in der letzten Zeit nur gekabbelt. Heute morgen haben sie sich mit einem Kuß voneinander verabschiedet und heute mittag mit einer Umarmung begrüßt. Hand in Hand sind sie zum Auto gelaufen. Sah schon zum dahinschmelzen aus.

    Ein Junge hat heute allerdings nicht so den Superstart gehabt. Irgendwie hat er wohl einen Schrecken bekommen ala`Mama und Papa sind weg. Beide waren allerdings noch da und er hat sie nur nicht mehr gesehen vor lauter großen.
    Er war dann natürlich am Weinen und wollte nicht mehr zur Schule. Seine Lehrerin hat ihn einfach draußen vor der Klasse sitzen lassen mit den Worten:"Wenn du fertig bist, kannst du rein kommen."
    Sie hat die Tür zu gemacht und Mutter und Kind allein gelassen. Die Mutter war total fertig und das Kind aufgelöst. In ihrer Not ist die Mutter gegangen, damit der Junge langsam aufhört zu weinen, ansonsten hätte er sich noch weiter reingesteigert.

    Die anderen Eltern waren ganz schockiert über das Verhalten der Lehrerin. Sie ist frisch aus dem Referendariat, hat selber keine Kinder und auch keine Neffen oder Nichten...
    Ich weiß nicht, wie ich mich gegenüber der Lehrerin verhalten hätte, aber Sina hätte ich gewiss nicht allein gelassen.

    Wie denkt ihr darüber?
    Soll man sich schon am ersten Tag mit der Lehrerin anlegen oder es lieber dem Kind zuliebe abtun, damit es nicht unter einem gespannten Verhältnis leidet?

    Grüßle Barbara
     
  2. Basi

    Basi Familienmitglied

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    AW: Schulstart kann positiv, aber auch negativ sein

    achso, der Junge ist in der Parallelklasse!
     
  3. JASMIN

    JASMIN Gehört zum Inventar

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    AW: Schulstart kann positiv, aber auch negativ sein

    Na ja wenn ich mal so sagen darf. Unsere Lehrerin hat mit meiner Tochter das gleiche gemacht was ich für richtig finde. Kinder sollen nicht meinen das sie mit Ihrem Geheule alles erreichen und auch damit durchkommen.
    Sie sollen auch merken das Schule nicht das ist was "Kinder" wollen sondern ganz einfach eine komplette umstellung kein Kindergarten, keine Freizeit, keine Eltern die da sind wenn man sie ruft.

    Sorry und ich denke wenn der Junge nicht damit zurecht kommt das er auch ohne Eltern sein kann ist er in meinen Augen nicht Schulreif.

    Und zum Rat: Erst mal die Lehrerin anhören. Nicht vorher Urteilen. Ich meine halt wenn sie das Kind erst ausheulen lässt (draußen damit es nicht die ganze Klasse stört) kann sie dann in Ruhe mit dem Kind reden sobald es sich beruigt hat.

    Liebe grüße Jasmin
     
  4. AW: Schulstart kann positiv, aber auch negativ sein

    das klingt aber schon sehr stark nach eigenen, schlechten Erfahrungen!? ;)

    Ich denke, es ist einfach Typsache, ob man sowas auf sich beruhen lässt oder nicht. Ich finde die Reaktion der Lehrerin für einen Erstklässler an seinem ersten Schultag NICHT angemessen.

    Mein Großer (mittlerweile 16) hatte an seinem allerersten Schultag auch ein schlechtes Erlebnis und hat heulend kund getan, er würde da niiiieeee wieder hingehen :heul: .

    Was passiert war: er musste mit dem Schulbus zur Schule und wieder zurück fahren. Die Hinfahrt war noch o.k., aber bei der Rückfahrt wollte er unbedingt neben dem einzig ihm bekannten Jungen sitzen, der in seine Klasse ging (besagter Junge machte aber die 1. Klasse zum zweiten mal). Er wusste nicht, dass die Erstklässler auf jeden Fall vorne sitzen mussten, und sein "Freund" setzte sich ganz hinten. Der Busfahrer kannte diesen Jungen natürlich schon vom vorigen Jahr und fand das so in Ordnung.

    Jetzt weigerte sich Tristan aber, den Anweisungen des Busfahrers zu folgen und sich nach vorne zu setzen, weil er nicht wusste, warum...also hat der Fahrer ihn einfach wieder aus dem Bus rausgeschickt und ist ohne ihn gefahren. Der Schuldirektor wurde informiert...der wollte Tristan von der Bushaltestelle in die Schule zurückbringen.

    Da wir ihm aber (offenbar einigermaßen erfolgreich ;)) beigebracht haben, mit keinem Fremden mitzugehen, ließ er sich nicht überreden...erst als der Direktor gedroht hat, die Polizei zu holen die ihn dann verhaften würde :achtung: :piebts: ist er mit ins Sekretariat gegangen.

    Ich wurde angerufen und durfte mein in Tränen aufgelöstes Nervenbündel einsammeln gehen...

    Als Tristan mir am Nachmittag dann erzählte, was genau vorgefallen war (die Sache mit der Drohung, die Polizei zu holen hatte der Direktor nicht erwähnt :ochne: ) bin ich am nächsten morgen mit zur Schule gefahren und habe den Direktor relativ direkt gefragt, ob er Ahnung von pädagogisch wertvollen Maßnahmen hätte (Stichwort Kind unter Druck setzen, mangelnde Auf- und Erklärung von (Bus-)Regeln etc.) ... sollte man bei einem Oberstudendirex einer Grundschule doch erwarten dürfen!

    Natürlich hab ich nicht wie eine Furie dort rumgewettert sondern habe das angewendet, was ich in meinem damals frisch absolvierten Rhetorikkurs gelernt hatte :hahaha: ...immer schön ruhig bleiben (wer schreit hat Unrecht) und unwiderlegbare Argumente bringen ;) .

    Tja, der Direx hat sich im Endeffekt bei mir und auch bei Tristan selbst entschuldigt und küsste mir in den folgenden Jahren beinahe die Füße, wenn ich mich der Schule näherte oder ihm zufällig in der Stadt begegnete :crazy: .

    Bei meinem Sohn ist kein bleibender Schaden zurückgeblieben. Zum Glück konnte ich ihn überzeugen, dass Schule doch nicht doof ist, schließlich ging es nur um das Busfahren...

    Ich finde, man sollte seinen Kindern ein Vorbild sein und nicht den Duckmäuser spielen, wenn einen etwas stört. Wir wollen doch auch selbstbewusste Kinder, die ihre Meinung vertreten...das lernen sie nur, indem man es ihnen vorlebt!

    LG
    Mara :bissig:
     
  5. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    AW: Schulstart kann positiv, aber auch negativ sein

    Basi, hast Du das selber gesehen oder ist es Dir berichtet worden?

    Wenn die Geschichte so abgelaufen ist, wie Du geschrieben hast, ist es mir unbegreiflich, warum nicht Eltern und Lehrerin das verschreckte Kind troesten. Das muesste ja, nachdem der Knirps die Eltern wieder im Visier hatte, in ein oder zwei Minuten zu machen gewesen sein.

    Jasmin, ich finde es echt unmoeglich, ein Kind aus eigener Ueberfordertheit am ersten Schultag zum Heulen vor die Tuer zu stellen. Natuerlich ist die Situation neu, und natuerlich muess Erstklassenlehrpersonal ab und an noch eine Traene trocknen. Wer das nicht will, sollte vielleicht lieber nicht mit jungen Kindern arbeiten. Ich stimme Dir nur in einem Punkt zu: Wenn der Junge die Trennung von der Mutter auch nach Verabschiedung noch nicht verkraftet, dann ist er vielleicht nicht schulreif. Aber da kann dann das Kind nichts fuer, und man muss es nicht so kalt behandeln.

    Ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass die Geschichte wirklich so abgelaufen ist. Und wenn, dann wuerde ich schon frueh das Gespraech mit der Lehrerin suchen und abfragen, welche Disziplinarmassnahmen sie anwendet, um die Klasse zu managen.

    Lulu
     
    #5 lulu, 13. September 2007
    Zuletzt bearbeitet: 13. September 2007
  6. JASMIN

    JASMIN Gehört zum Inventar

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    AW: Schulstart kann positiv, aber auch negativ sein


    Nein habe noch nie schlechte Erfahrungen diesbezüglich gemacht. Mich Nerven (und das ist meine Meinung) nur die Eltern die ihre Kinder 6 Jahre lang verhätscheln und vertätscheln und dann meinen sie können ihre Kinder von heute auf morgen alleine da stehen lassen. (da habe ich einige Erfahrungen im Bekanntenkreis machen können)

    Kinder brauchen Rückgrat heutzutage und das können sie nicht haben wenn sie keine Chance dazuhaben es zu lernen und ihre eigenen Erfahrungen zu machen.


    Liebe grüße Jasmin
     
  7. JASMIN

    JASMIN Gehört zum Inventar

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    AW: Schulstart kann positiv, aber auch negativ sein

    Ich glaube kaum das die Lehrerin kalt gehandelt hat . Wenn ein Kind nicht zu beruhigen ist sollte es sich erst mal alleine beruhigen. (handhabt unsere Lehrerin auch so und das ist ne ganz ganz liebe) wenn es sich beruhigt hat kann es wieder reinkommen (wirkt wunder in unserer Klasse) und dann wird geredet.
    Ich weiss ja nicht wie du es Zuhause handhabt. Aber hast du mal versucht was aus einem aufgelösten schreienden heulenden Kind herauszubekommen das sich nicht beruhigen lässt. Meine müssen dann auch erst auf ihr Zimmer und wenn sie fertig sind können sie mit mir reden. (Hier sind verletzungen ausgeschlossen)

    Liebe grüße Jasmin
     
  8. AW: Schulstart kann positiv, aber auch negativ sein

    Diese Ansicht teile ich nicht, jedenfalls nicht, wenn ein Kind aus Angst weint (was da wohl der Fall gewesen ist). Bei Trotzgeschichten ist das wieder was anderes...

    Wenn ein Kind aufgrund von Angst weint dient ein Wegschicken wohl eher der eigenen Bequemlichkeit. Das Kind bräuchte Trost und ihm sollte Mut zugesprochen werden. Wenn es gar nicht aufnahmefähig ist, sollte man es einfach in Ruhe lassen, aber IN der Gemeinschaft.

    Isoliert man das Kind, verstärkt sich seine Angst. Der Lerneffekt ist natürlich, dass es sich in Zukunft wahrscheinlich zusammenreißt, aber nur um nicht wieder aus der sozialen Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden, nicht weil es die Angst überwunden hätte...das ist der falsche Ansatz, finde ich!

    Ich kann da auch nicht verstehen, dass die Eltern ihr Kind einfach so stehen lassen :entsetzt: . Der arme Junge muss sich ja völlig verlassen und hilflos vorgekommen sein, ganz allein auf dem Schulhof....mal ganz abgesehen von der Verletzung der Aufsichtspflicht!

    Mara
     

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