Schlafen im Elternbett ?

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von sonnenblume, 6. April 2003.

  1. Hallo Zusammen,

    nach langer Zeit bin ich mal wieder da, denn es quält mich eine
    wichtige Frage:

    Soll/Darf unser Sohnemann weiter bei uns im Bett übernachten oder nicht??

    Hintergrund: Jonas ist jetzt 2,5 Jahre alt, schnullert noch :-o und will auch noch nicht seine Windel loswerden. Im September kommt er in
    den Kindergarten.

    Als Säugling hat er, bis er ca. 6 Monate alt war, mal in der Wiege
    neben unserem Bett, mal in der Mitte bei uns übernachtet.
    Tagsüber lag er immer in seinem Bett. Mit ca. 1 Jahr ist er mit dem Gitterbett in sein Zimmer "umgezogen". Seit die Gitterstäbe raus sind und er ohne Schlafsack schläft, kommt er regelmäßig nachts zwischen 00 und 2 Uhr zu uns rüber. Er kuschelt sich dann an mich, schlüpft unter meine Decke und wir schlafen weiter. MICH HAT ES NIE GESTÖRT !!!

    Aber nächste Frage dazu: WARUM SCHLÄFT ER NICHT DURCH?

    Jetzt bin ich ja seit einem Jahr in Therapie wg. Postnataler Depression
    und da spreche ich mit meinem Therapeuten auch über Erziehungsfragen.
    Er meinte, Jonas müsste dringend raus aus dem Elternbett.
    Ich würde seine Entwicklung hemmen, alleine zurechtkommen zu können.
    Er sollte alleine in seinem Bett schlafen können, ohne Mama.
    Er solle nur zu mir dürfen, wenn er Angst hat oder Krank ist. Aber wenn alles in Ordnung ist gäbe es keinen Grund bei Mama zu schlafen.

    Ich kriege es aber nicht fertig, ihn nachts "zurückzuweisen" und wieder in sein Zimmer zu schicken. :( Und wie gesagt, noch stört es mich nicht. Und ich wüsste auch nicht, wieso ich ihm damit schaden sollte. Er bekommt so viel Liebe von mir und so viel Nähe und er kommt doch FREIWILLIG!
    Ich hole ihn mir doch nicht!!! Alles was mit Nähe und kuscheln zu tun hat, kommt von ihm selber. Wir sind eine absolute kuschel-Familie und drücken uns so oft wir können - wenn wir wollen und es freiwillig ist!!
    Es gibt so viele Meinungen dazu - wie ist Eure?

    Da ich meinem Kleinen nicht schaden will (was ich damit nach Ansicht des Therapeuten tue; denn ich "erschwere ihm so den Ablösungsprozess")
    bitte ich um Euren Rat - ich bin jetzt so verunsichert!!

    Vielen lieben Dank! :herz: :herz::herz::herz::herz::herz::herz::herz:

    Liebe Grüße!
     
  2. Jesse

    Jesse sprachlos im Spreewald

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    Hallo liebe Heike!

    Da Du schreibst, es würde Dich nicht stören und Du es einfach nicht übers :herz: brächtest ihn Nachts einfach abzuweisen, denke ich, das alle glücklich und zufrieden sind!? Du fühlst Dich wohl wenn Jonas neben Dir friedlich schläft, der kleine Mann kommt freiwillig in der Nacht zu Euch ins Bett... für mich hört sich das nicht danach an, das Du ihn in seiner Entwicklung hemmst, sondern eher nach einer sehr schönen und innigen MutterKind Beziehung :jaja:
    Mach 'Dir keine Gedanken, höre auf Dein Herz und beantworte Dir selber die Frage, ob Du ihm damit einen SCHADEN zufügen könntest... Aber ich denke, das hast Du schon getan und ich finde Dein Handeln sehr schön...

    LG Jesse
     
  3. Hi Jesse,
    danke für den super-schnellen Mut-zuspruch!!
    Das tut gut!
    LG
    Heike
     
  4. Hallo, Heike!

    Ich habe früher als Therapeutin selbst dazu abgeraten, dass die Kinder im Elternbett schlafen, von wegen Selbständigkeit fördern und so...

    Ein Spruch einer Mutter hat mich damals stutzig gemacht, sie sagte, "Das Lehrbuch hat mein Kind noch nicht gelesen! Wenn mein Sohn bei mir schlafen möchte, dann braucht er das und dann darf er das auch." Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn auch immer beobachten können, dass Kinder sich das holen, was sie brauchen.

    Mittlerweile bin ich ja selber Mama und habe - mal abgesehen davon, dass es genug Lektüre gibt, die dies belegt - mit meinem Herzen gespürt, dass es so ist: Ich kann mein Kind nicht mit Geborgenheit verwöhnen. Ich kann es nicht davon abhalten, sich von mir abzulösen, indem ich seine Grundbedürfnisse stille, im Gegenteil!! Und meiner Meinung nach gehört "nicht alleine schlafen zu wollen" zu den Grundbedürfnissen eines jeden Menschen, genau wie das "eigenständig-sein-Wollen". Die Ablösung muss vom Kind her kommen, wenn es soweit ist, und nicht von den Eltern. Bedürfnisse verschwinden am besten, indem man sie stillt und nicht, indem man versucht, sie abzugewöhnen. Wenn sein Bedürfnis nach Elternnähe in der Nacht gestillt ist, wird er den Wunsch bekommen, in seinem eigenen Bett zu schlafen. Ich gehe mal davon aus, dass Du Dein Kind nicht dazu zwingst, bei Dir zu schlafen. :-D Und dass Du ihn in sein Bett gehen lässt, wenn er das möchte.
    Zusammen in einem Bett schlafen ist SCHÖN und solange wes für alle Beteiligten schön ist - warum nicht? Schlafen im Elternbett? ABER JA! Solange es allen dabei gut geht!

    Hat der Therapeut eigene Kinder? :)

    Lieber Gruß von Märilu
     
  5. Jesse

    Jesse sprachlos im Spreewald

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    Toal schöne Worte von Märilu, wie ich finde!!! :jaja: Wie ich oben schon geschrieben habe, denke ich genauso wie Du und freue mich, das Du so ehrlich darüber erzählst das Du früher anders darüber gedacht hast und Dir jetzt ein "eigenes" Bild durch die Geburt Deines Kindes geschaffen hast.

    LG Jesse
     
  6. La Bimme

    La Bimme Leseratte
    Moderatorin

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    Hallo Märilu

    Vielleicht warst Du damals in Deinem Herzen auch schon nicht so ganz sicher :) ?

    Wenn alle glücklich sind, würde ich auch alles so lassen, wie es ist.

    Liebe Grüße
     
  7. Frido Mama, natürlich nicht!! Ich bin grundsätzlich ein skeptischer Mensch den allge´meinen Lehrmeinungen gegenüber. :-D Die Praxis hat vieles umgekehrt, was ich in der Theorie gelernt habe...Schon in der Berufstätigkeit! Und auch jetzt habe ich nicht ausgelernt, das Leben hat noch viele Überraschungen parat! :winke: Märilu
     
  8. huhu... die theorie mit der selbständigkeit kann ich durch meine erfahrung nur wiederlegen. flavia kam auch um die uhrzeit (2-3uhr muss eine magische stunde sein) zu mir ins bett, ganz leise angetapst, damit sie mich nicht aufweckt. das machte sie jahrelang, aber nicht jede nacht, nur wenn sie das bedürfnis danach hatte. wenn es mich gestört hat, habe ich ihr das gesagt und sie zu ihr ins bett geschickt, bzw. schon am abend gesagt dass ihre präsenz in meinem bett unerwünscht ist. sie hat es akzeptiert, auch wenn sie ganz schlau tat und manchmal mit "mama, ich hatte einen alptraum" doch noch zu mir kam. gestört hat es mich wirklich selten, mir war es klar dass ihr tagsüber etwas gefehlt hat, dadurch dass ich arbeiten musste, und sie holte sich das in der nacht. auch heute hat sie manchmal das bedürfnis danach - mit laurin geht es schlecht, er beansprucht viel platz in meinem bett; dann holt sie sich eine matratze und schläft neben mir. sie war schon SEHR FRÜH selbstständig, war nur normal (nicht übermässig) anhänglich, konnte sich sehr gut und lange alleine beschäftigen, hatte viel verständnis dafür dass mama oft wenig zeit für sie hatte, weil sie arbeiten muste. die körpernähe in der nacht hat sie gebraucht und ich fand das gut so.

    lass dich nicht von schlauen büchern oder fachleute beirren, wenn es GEGEN dein mutterinstinkt geht. weder die fachleute, noch die buchautoren, müssen dein kind erziehen und mit den konsequenzen leben. ein sensibles kind muss man sowieso anders behandeln als ein robustes, die lebensumstände und die bedürfnisse der kinder sind individuell und nicht in einem schema pressbar.

    liebe grüsse,
    gabriela
     

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